Hamburg-Eimsbüttel

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Wappen von Hamburg
Eimsbüttel
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 33″ N, 9° 57′ 7″ O53.5758333333339.9519444444444Koordinaten: 53° 34′ 33″ N, 9° 57′ 7″ O
Fläche 3,2 km²
Einwohner 56.097 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 17.530 Einwohner/km²
Postleitzahl 20144, 20253, 20255, 20257, 20259, 20357, 22525, 22527, 22769
Vorwahl 040
Bezirk Eimsbüttel
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Eimsbüttel ist der namensgebende sowie einwohnerstärkste Stadtteil des Bezirks Eimsbüttel der Freien und Hansestadt Hamburg.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtteilzentrum Osterstraße aus der Luft

Der Stadtteil grenzt an Stellingen, Lokstedt, Hoheluft-West, Harvestehude und Rotherbaum im Bezirk Eimsbüttel sowie an Sternschanze und Altona-Nord im Bezirk Altona.

Die rund 56.000 Einwohner des Stadtteils Eimsbüttel leben auf 3,2 Quadratkilometern, so dass er mit rund 18.000 Einwohnern pro Quadratkilometer der – nach Hoheluft-West – am zweitdichtesten besiedelte Stadtteil Hamburgs ist. Dennoch gilt Eimsbüttel aufgrund der zahlreichen Grünflächen wie dem Eimsbüttler Park und der großenteils baumbestandenen Straßen als vergleichsweise grün. Aufgrund seiner innenstadtnahen Lage, seiner durch die dichte, mehrstöckige Bebauung gegebenen Urbanität und seiner guten Infrastruktur ist der Stadtteil besonders bei jungen Menschen sehr beliebt. So hat Eimsbüttel bereits viele Künstler hervorgebracht, ob in der Designbranche, in der Kunst oder in der Musik. Besonders für Aktivisten aus dem Bereich der Hip-Hop-Kultur hat sich hier eine lebendige Szene entwickelt. In Hamburg und überregional bekannte Rapgrößen wie die Beginner und Samy Deluxe sind nur einige der zu nennenden Künstler. Der Name des Plattenlabels Eimsbush lehnt sich an den Namen des Stadtteils an.

Das Zentrum des Stadtteils erstreckt sich rund um die U-Bahn-Haltestelle Osterstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Eimsbüttel wurde im Jahr 1275 als eines der kleinsten Dörfer vor den Toren Hamburgs zum ersten Male urkundlich als Eymersbuttele erwähnt und gehört damit siedlungshistorisch zu den Büttel-Ortschaften, deren Dorfgründer in diesem Fall ein Mann namens Elimar war.[1] 1339 überließ Graf Adolf von Holstein das Dorf dem angrenzenden Kloster Herwardeshude. Den Grundstock des Dorfes bildeten drei Vollhöfe und vier Kätnerhöfe mit 289,51 Hektar. 1560 legte das Kloster eine Schäferei an, woraus der Schäferkamp entstand.

Heußhof 1855, heute Kreuzung Heußweg/Osterstraße

Im 17. Jahrhundert setzte der Zuzug vornehmer Hamburger ein, die sich Landhäuser erbauen ließen. Familien wie Alardus, Doormann, Faber, Lappenberg, Lastrop und Lutteroth finden sich noch heute in Eimsbüttler Straßennamen wieder. 1813 brannten die Franzosen ganz Eimsbüttel nieder – nur ein Hof, der Heußhof, und nahegelegene Häuser blieben bestehen. Die Zahl der Einwohner stieg dennoch in der nachfolgenden Zeit rasch an: von 52.189 (1895) über 116.400 (1910) auf 124.802 im Jahr 1925.

1884 wurde die Christuskirche erbaut, acht Jahre später die Apostelkirche. 1894 wurde Eimsbüttel nach Hamburg eingemeindet.[2] Anschließend wurden großflächig neue Mietshäuser gebaut. Viele Bewohner der Altstadt zogen wegen des Baus der Speicherstadt hierher.

1914 wird in Eimsbüttel eine unterirdische Zweiglinie „Hellkamplinie“ der Hamburger U-Bahn eröffnet. Das „Kaifu“, das erste Warmwasserfreibad Hamburgs wird 1936 in Eimsbüttel eröffnet. Bei den Luftangriffen auf Hamburg 1943 büßt Eimsbüttel weite Teile seiner alten Bebauung ein.

2008 wird ein Teil des Gebietes dem neu geschaffenem Stadtteil Sternschanze zugeschlagen. Heute stellt sich der Stadtteil Eimsbüttel hauptsächlich als innenstadtnaher, dichtbebauter Wohnbezirk dar, in dem sich städtebaulich alte Quartiere aus der Zeit vor und um die vorletzte Jahrhundertwende mit Bauten aus der Schumacher-Ära und der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg abwechseln.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Eimsbüttel ohne die vier westlichen Ortsteile zum Wahlkreis Rotherbaum-Harvestehude-Eimsbüttel-Ost. Die vier Ortsteile im Westen gehören zum Wahlkreis Stellingen-Eimsbüttel-West. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte im Stadtteil zu folgendem Ergebnis:[3]

  • SPD 46,6 % (+ 7,0)
  • GAL 23,1 % (+ 3,6)
  • CDU 10,1 % (– 16,4)
  • Linke 9,5 % (+ 0,8)
  • FDP 3,9 % (+ 0,3)
  • sonstige 6,8 % (+ 4,7)

An der Bundestagswahl 2013 beteiligten sich im Stadtteil Eimsbüttel 79 Prozent der Wahlberechtigten. Es kam zu folgender Stimmverteilung:[4]

  • SPD 31,4 %
  • Die Grünen 23,9 %
  • CDU 19,9 %
  • Die Linke 13,5 %
  • FDP 2,9 %
  • AfD 2,7 %

Innerhalb des Bezirks erreichten damit Die Grünen und Die Linken im Stadtteil Eimsbüttel ihren höchsten Stimmanteil, die CDU, FDP und AfD dagegen ihren niedrigsten. Im Gegensatz zum Bezirk (und Hamburg insgesamt), wo die CDU zweitstärkste und Die Grünen drittstärkste Partei wurde, ergab sich im Stadtteil die umgekehrte Platzierung.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Da Eimsbüttel sehr nah am Stadtzentrum gelegen ist, gibt es kaum größere Hauptverkehrsadern. Am westlichen Rand des Stadtteils verläuft, parallel zum Stadtteil Altona-Nord, die Kieler Straße als Bundesstraße 4. Von dieser zweigt, erst in südöstlicher und später in nordöstlicher Richtung verlaufend, die Fruchtallee als Bundesstraße 5 ab.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Eimsbüttel wird größtenteils durch die U-Bahn des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) bedient. Auf dem Gebiet des Stadtteils liegen von Nord nach Süd die Haltestellen Lutterothstraße, Hellkamp (bis 1964), Osterstraße, Emilienstraße, Christuskirche und Schlump der Linie U2 (Mümmelmannsberg – Niendorf Nord). Die Haltestelle Schlump bietet Umsteigemöglichkeit zur Linie U3 (Barmbek – Wandsbek Gartenstadt). Im Rahmen der geplanten U5 könnte Eimsbüttel weiter erschlossen werden.

Auf der Straße wird Eimsbüttel durch die Metrobuslinien 4 (Wildacker – Hauptbahnhof ZOB/HafenCity), 15 (Alsterchaussee – S Klein Flottbek), 20 (Altona – S Rübenkamp) und 25 (Altona – Sachsenstraße) bedient. Zudem fahren die Stadtbuslinien 183 (Altona – Kalvslohtwiete) und 283 (Elbe-Einkaufs-Zentrum (EEZ) → Kalvslohtwiete) teilweise auf Eimsbüttler Gebiet.

Nah an der Grenze, aber auf Gebiet des Stadtteils Sternschanze gelegen, befindet sich die gleichnamige S-Bahn-Haltestelle Sternschanze die von den Linien S11 (Poppenbüttel – Blankenese), S21 (Elbgaustraße – Aumühle) und S31 (Altona – Neugraben) sowie von der Metrobuslinie 15 und der Stadtbuslinie 181 (Jaarsmoor – Sternschanze) bedient wird.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Grundschulen: Am Weiher St. Bonifatius; Astrid Lindgren Schule; An der Isebek; Eduardstraße; Kielortallee; Lutterothstraße; Rellingerstraße; Tomquiststraße
  • Waldorfschule Christian Morgenstern Schule
  • Ida-Ehre-Gesamtschule
  • Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium
  • Gymnasium Hoheluft
  • Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer
  • Helene-Lange-Gymnasium
  • Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Schlankreye (H 3)
  • Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Weidenstieg (H 5)
  • Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI)

Vereine[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

Andere Vereine[Bearbeiten]

Feuerwehr[Bearbeiten]

  • Berufsfeuerwehr: Die nächsten zuständigen Wachen der Berufsfeuerwehr befinden sich in den Stadtteilen Rotherbaum (F13) sowie in Stellingen (F15).
  • Freiwillige Feuerwehr Hamburg-Eimsbüttel (F1937) mit dem Feuerwehrhaus an der Kieler Straße 204

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • In der Sillemstraße 48a steht eine Lagerhalle, die früher als Postgebäude diente. Sie gilt als architektonisch wertvoll.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Kuppig: Eimsbüttelbuch. Mit Eidelstedt, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Stellingen. Junius, Hamburg 2012, ISBN 978-3-88506-496-1.
  • Katharina Marut, Jan Schröter: Eimsbüttel im Wandel. Medien-Verlag Schubert, Hamburg 1992, ISBN 3-9802319-9-2.
  • Helmuth Warnke: … nicht nur die schöne Marianne. Das andere Eimsbüttel, VSA-Verlag, Hamburg 1984, ISBN 3-87975-285-0.
  • Christina Becker: Eimsbüttel von A – Z: Das Stadtteillexikon. Medien-Verlag Schubert, 2002, ISBN 3-929229-86-2.
  • Joachim Grabbe: Stadtteil zum Verlieben: Ein Spaziergang durch Hamburg-Eimsbüttel und seine Geschichte. Sutton-Verlag, 2008, ISBN 978-3-86680-323-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Eimsbüttel (Stadtteil) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 36.
  2. lenzsiedlung.de
  3. Wahlergebnis auf der Seite des Statistischen Landesamtes
  4. Wahlbeteiligung und Stimmenverteilung: So wählte Ihr Stadtteil In Hamburger Morgenpost, 24. September 2013, S. 16.