Holocaust (Begriff)

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Dieser Artikel erläutert den Begriff „Holocaust“, seine Herkunft, seinen Bedeutungswandel und vielfältige Verwendungen. Den Völkermord an den Juden in der Zeit des Nationalsozialismus behandelt der Artikel Holocaust. Zu weiteren Bedeutungen siehe Holocaust (Begriffsklärung).
KZ Buchenwald, Leichen von Häftlingen (Deutsches Bundesarchiv)

Der Begriff Holocaust stammt vom griechischen Partizip ὁλόκαυστος (holókaustos, als Neutrum ὁλόκαυστον - holókauston)‚ das „vollständig verbrannt“ bedeutet und seit etwa 2500 Jahren bekannt ist. Das zugehörige Substantiv ὁλοκαύτωμα (holocaútoma) bezeichnete im Altertum eine Brandopferung von Tieren. Die Latinisierung holocaustum ging über verschiedene Bibelübersetzungen zuerst in den französischen (le holocauste) und englischen (the holocaust) Wortschatz, von da aus auch in andere europäische Sprachen ein.

Seit dem 12. Jahrhundert bezeichnete holocaustum auch Feuertode vieler Menschen als Brandkatastrophen oder Verbrennungen. Ab 1895 bezeichneten englischsprachige Autoren Massaker an den Armeniern als holocaust. Damit wurde der Ausdruck erstmals auch für Massenmorde an einer Ethnie verwendet, die nach 1945 als „Völkermord“ (Genozid) bezeichnet und rechtlich definiert wurden. Seit 1942 wurden zuerst im Vereinigten Königreich auch Massenmorde von Nationalsozialisten an Juden so genannt.

Als „der Holocaust“ (nun auch im Englischen mit bestimmtem Artikel und Großbuchstabe H) wird seit etwa 1960 in den Vereinigten Staaten und seit 1978 auch in vielen Staaten Europas, darunter der Bundesrepublik Deutschland, üblicherweise jenes Ereignis bezeichnet, das die Nationalsozialisten selbst „Endlösung der Judenfrage“ nannten: die Vernichtung von etwa sechs Millionen europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus, die mit dem Rassen-Antisemitismus als Staatsideologie begründet und gesamtstaatlich organisiert, systematisch auch mit industriellen Methoden durchgeführt wurde und auf Ausrottung aller Juden zielte. Juden in und außerhalb Israels nennen dieses Ereignis seit 1948 auch „(die) Shoa“ (Katastrophe, Untergang, Zerstörung). Teile der westlichen Öffentlichkeit übernahmen diese Bezeichnung nach 1985.

Der Bedeutungswandel des Begriffs ist im Rahmen der Holocaustforschung und Gedenkkultur zum Holocaust zu einem Diskussionsthema geworden. Erörtert wurde, ob er wegen seiner Herkunft als Bezeichnung für die Judenvernichtung geeignet ist und ob er nur diese bezeichnen oder auch andere NS-Massenmorde umfassen sollte.[1] Er wird heute nur selten für die „Gesamtheit der Repressions- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten gegen alle Opfergruppen“ verwendet.[2] Manche Historiker bezeichnen den NS-Massenmord an den Roma (Porajmos) als Teil des Holocaust oder als „Roma-Holocaust“. Sie erkennen diesen damit als gleichrangig mit der Judenvernichtung an.[3] Demgegenüber wird das Bezeichnen anderer Völkermorde oder Massentötungen als Holocaust oft als Verharmlosen und Relativieren der Judenvernichtung kritisiert.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Herkunft aus dem Opferkult[Bearbeiten]

Das Wort Holocaust ist eine Transliteration des griechischen Substantivs holokautoma und des dazugehörigen Adjektivs holókauston, die sich aus ὅλος holos (‚ganz‘, ‚vollständig‘) und καῦσις kausis (‚Brand‘, ‚Verbrennung‘) zusammensetzen. Es bedeutet wörtlich ‚vollständig verbrannt/Verbranntes‘. Erstmals überliefert ist es bei dem griechischen Historiker Xenophon (ca. 426-355 v. Chr.) für ein Tieropfer.[4]

Die um 250 v. Chr. begonnene griechische Bibelübersetzung, die Septuaginta (abgekürzt LXX), verwendete holokautoma und holókauston etwa 200 mal für die im Tanach, der hebräischen Bibel, oft nebeneinander stehenden Worte olah (עלה) und kalil (כליל). Diese bedeuten wörtlich: ‚Das, was ganz in Rauch zum Himmel aufsteigt‘. Gemeint sind Tieropfer, bei denen alle Körperteile und Innereien eines geschlachteten und zerteilten Opfertieres auf einem Altar verbrannt wurden, wie es Lev 9,12ff EU beschreibt.[5] So heißt es in 1 Sam 7,9 EU:

„Da nahm Samuel ein junges Lamm und brachte es dem Herrn als Ganzopfer [LXX: ὁλοκαύτωσιν] (Akkusativ von ὁλοκαύτωσις) dar. Er rief zum Herrn für Israel und der Herr erhörte ihn.“

Im Tanach bezeichnet olah einmal ein unausgeführtes Menschenopfer, die Beinahe-Opferung Isaaks (Gen 22,2 EU):

„Gott sprach zu Abraham: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort als Brandopfer [LXX: ὁλοκάρπωσιν] (Akkusativ von ὁλοκάρπωσις) dar auf einem Berge, den ich dir sagen werde.“

Nach dem weiteren Text verhindert Gott die Ausführung im letzten Moment und nimmt als Ersatz das Brandopfer [hebr. olah] eines Widders an.

Die lateinische Bibelübersetzung Vulgata aus dem 4. Jahrhundert latinisierte die griechischen Begriffe der LXX holocauston, holocautoma und holokarposis zu dem im Lateinischen unbekannten Wort holocaustum. Dieses drang über landessprachliche Übersetzungen der Vulgata in das Französische und Englische, von dort aus in weitere europäische Sprachen ein.[6] Die Lutherbibel dagegen, die die Entwicklung zum Hochdeutschen maßgeblich vorantrieb, übersetzte den ursprünglichen hebräischen Wortlaut mit Brand- oder Ganzopfer.

Bedeutungswandel seit dem Mittelalter[Bearbeiten]

Judenverbrennung, Sternberg 1492

Im späten 12. Jahrhundert schrieb der englische Chronist Richard of Devizes zur Thronbesteigung von König Richard I. in London am 3. September 1189, einem Sonntag:

„Am Krönungstag, etwa zu der Stunde, da der Sohn dem Vater geopfert wurde, begann man in London, die Juden ihrem Vater, dem Teufel, zu opfern, wobei man das Brandopfer [holocaustum] erst am anderen Tag zu Ende bringen konnte.“[7]

Er übertrug den biblischen Ausdruck also (soweit bekannt, erstmals) auf ein Judenpogrom und deutete dieses als religiöses Brandopfer, das gleichzeitig mit dem in der sonntäglichen Eucharistie vergegenwärtigten Opfertod Jesu Christi begonnen habe.[8] Die Deutung rechtfertigt den Judenmord mit antijudaistischen Stereotypen, wonach alle Juden Teufelskinder und Christusmörder seien. Diese Stereotypen waren im damaligen Christentum allgemein verbreitet und hatten häufige Judenpogrome, besonders an christlichen Feiertagen, zur Folge.[9]

Hexenverbrennung, 1555

Der italienische Jurist Andrea Alciati (1492–1550) kritisierte die damals verbreitete Verbrennung von als Hexen geltenden Personen nach Folterprozessen 1515 als nova holocausta (‚neue Brandopfer‘).[10]

Seit 1583 (erster Nachweis) wurde das Wort im englischen Sprachraum manchmal auf Großbrände mit vielen Todesopfern oder Massenmorde übertragen.[11] Der englische Dichter John Milton gebrauchte es 1671 in seiner Tragödie Samsons Agonistes bildhaft für das heroische Selbstopfer Samsons.[12] Ein englischer Bischof schrieb 1711: „Sollte allgemeine Flamme diese Welt verzehren, [so wäre dies] ein Holocaust für die ursprüngliche Sünde.“

Im 19. Jahrhundert wurde holocaust öfter für Massaker gebraucht. 1833 schrieb ein Journalist, 1142 habe der französische König Ludwig VII. durch Verbrennen von 1300 Einwohnern in einer Kirche von Vitry-le-François „einen Holocaust gemacht“.[13]

Getötete Armenier, Aleppo, 28. Februar 1919

1895 und 1896 kam es im Osmanischen Reich zu einer Serie von Massenmorden an Armeniern. Die New York Times beschrieb sie am 10. September 1895 als Armenian Holocaust.[14] Die US-Amerikanerin Corinna Shattuck beschrieb den Massenmord am 28. Dezember 1895 in Urfa, bei dem von bis zu 4000 Getöteten etwa 1500 in einer Kirche lebendig verbrannt wurden, 1896 brieflich als „ein Massaker, das zu einem großen Holocaust wurde“.[15] 1898 bezeichnete Bernard Lazare in einer Pariser Zeitschrift alle vorherigen antiarmenischen Massaker als holocauste. 1913 beschrieb der Brite Ducket Ferriman ein Massaker an Armeniern in Adana 1909 unter dem Buchtitel The Young Turks and the Truth about the Holocaust in Asia Minor during April 1909. 1923 nannte Winston Churchill alle im Ersten Weltkrieg geschehenen Massenmorde an Armeniern einen „administrativen Holocaust“.[16] Damit hatte der Begriff die Bedeutung angenommen, die seit 1946 als „Völkermord“ bezeichnet wird.

Gemäß dieser Entwicklung definierte die Encyclopaedia Britannica holocaust in ihrer elften Ausgabe von 1910/11 als:

„strenggenommen ein ganz durch Feuer zerstörtes Opfer… Der Ausdruck wird heute oft auf eine Katastrophe großen Ausmaßes angewandt, ob durch Feuer oder nicht, oder auf ein Massaker oder Gemetzel.“[17]

Weiterhin wurden auch verlustreiche Naturkatastrophen wie das San-Francisco-Erdbeben von 1906, Waldbrände, Vulkanausbrüche oder Kriegsereignisse wie der Untergang der Lusitania (1915) im Englischen als holocaust bezeichnet.[17] Der Gouverneur Martin H. Glynn rief im Oktober 1919 in den USA zur Hilfe für sechs Millionen hungernde Osteuropäer, darunter Juden, mit den Worten auf: „In diesem drohenden Holocaust menschlichen Lebens sind alle philosophischen Feinheiten vergessen.“[18] Das US-Magazin Newsweek soll die Bücherverbrennung 1933 in Deutschland damals einen „Holocaust von Büchern“ genannt haben,[19] die Time nannte sie einen „bibliocaust“.[20]

Auch nach 1945, als die NS-Judenvernichtung schon holocaust genannt worden war, blieb der englische Begriff für „Massenvernichtung menschlichen Lebens“ üblich: etwa im Ausdruck Nuklearer Holocaust oder in einem Buchtitel von 1959 für einen Theaterbrand in Boston mit Hunderten Todesopfern.[21] Der Genozidforscher Jon Petrie belegte 2000, dass das Wort seit etwa 1892 bis in die 1970er Jahre im Englischen ohne religiöse Konnotationen für eine Vielfalt von Massentötungen, Morden oder Unglücksfällen gebraucht wurde.[17]

Konzentration auf die NS-Judenvernichtung[Bearbeiten]

Die Oberrabbiner im damaligen Palästina, Isaak HaLevy Herzog und Jacob Meir, schlugen Großbritanniens Oberrabbiner J. H. Hertz am 16. November 1938 telegrafisch einen weltweiten jüdischen Gedenktag für den deutschen „Synagogenholocaust“ der Novemberpogrome 1938 vor. Dies verknüpfte den Begriff erstmals mit der NS-Judenverfolgung. Am 26. August 1939 kommentierte die London Times mit Bezug auf rassistische Verfolgung: „Das ansteckende Fieber, das Deutschland in den letzten Jahren verzehrt hat, droht einen Holocaust an, eine vollständige Verbrennung.“ Die Londoner Zeitung News Chronicle schrieb am 5. Dezember 1942 unter dem Titel HOLOCAUST (in Großbuchstaben): „Hitler hat das Wort mit Brutalität und Terror bekannt gemacht. […] Aber nichts […] ist seiner Behandlung der Juden vergleichbar. […] Mehr als die Hälfte von Polens dreieinhalb Millionen Juden sind schon zu Tode gebracht worden.“[17] Es gebe Gerüchte, dass Hitler die Ausrottung (extermination) der Juden plane. Am 23. März 1943 berichtete eine andere britische Zeitung: „Die Nazis morden weiter. […] Falls ihre Herrschaft sich lockern ließe, könnten einige Hundert, möglicherweise wenige Tausend, zur Flucht vor diesem Holocaust befähigt werden.“[22] Sir Herbert Samuel bezeichnete die inzwischen bekannt gewordenen NS-Massenmorde an Juden 1943 im britischen Oberhaus erstmals insgesamt als Holocaust.[23] Die jüdische Palestine Post schrieb am 21. Juni 1944: „Das jüdische Volk ist heute einem Prozess der Dezimierung unterworfen, der keine Parallelen in der Geschichte hat. Ist es zu viel zu erwarten, dass die, denen die Flucht aus dem Holocaust gelang, nicht zu demselben Prozess verdammt werden sollten…?“[17]

Andere bezeichneten alle Kriegsopfer so, ohne Opfer von NS-Verbrechen zu unterscheiden. So schrieb der jüdische Religionsphilosoph Morris Raphael Cohen 1945 im Vorwort zu dem Buch Legal Claims against Germany:[24] „Millionen überlebender Opfer des Naziholocaust, Juden wie Nichtjuden, werden vor uns stehen in den kommenden Jahren.“ Die Palestine Post schrieb 1947 über einen „Holocaust des Krieges, mit seinem Zoll von 30 Millionen Opfern, von denen sechs Millionen Juden waren“.

Seit 1955 wurde Holocaust in den USA allmählich zum Sammelbegriff für die NS-Judenvernichtung. Ab 1960 schrieben Tageszeitungen in Berichten über den Eichmann-Prozess in Jerusalem oft von „dem Holocaust“; auch prominente Politiker wie David ben Gurion und Autoren wie Hannah Arendt übernahmen diesen Begriff. So drang er in die englische Umgangssprache ein.[17] 1968 ordnete die Library of Congress alle Werke zur NS-Judenvernichtung in die Rubrik Holocaust-Jewish, 1939–1945 ein.[25] Seit 1972 wurde Holocaust im englischen Sprachraum ohne Zusatz und mit Großbuchstaben H meist nur noch für die NS-Judenvernichtung gebraucht. Dazu trug der Roman Die Akte Odessa von Frederick Forsyth bei.[26] 1974 definierte die 15. Auflage der Encyclopaedia Britannica Holocaust als Synonym für die NS-Judenvernichtung.[27]

In Deutschland war Holokaust(um) als Fremdwort für ‚ganz verbranntes Brandopfer‘ zwar schon 1834 im Wörterbuch von Jacob Heinrich Kaltschmidt,[28] 1871 im Fremdwörterbuch von Daniel Sanders und ihm folgend bis 1969 in vielen Auflagen des Großen Brockhaus aufgeführt.[29] Doch erst der US-amerikanische Fernsehfilm Holocaust von 1978 machte das Wort in vielen Sprachen Europas bekannt und für die Judenvernichtung populär:[30] so seit der deutschsprachigen Sendung im Januar 1979 auch in der Bundesrepublik, wo das Wort 1980 zum Wort des Jahres 1979 gewählt wurde.[31]

Der Philologe und Literaturhistoriker Theo Stemmler beschrieb 1978 die abgestufte Umwertung der vier ursprünglichen Bestandteile und Bezüge des Begriffs „vollständig - Brand - Opfer - Tier“: Anstelle der rituellen, biblisch positiv gewerteten Tieropfer habe holocaust(um) schon im Mittelalter negativ gewertete hohe Menschenverluste durch Feuer bezeichnet, und zwar zunächst Großbrände oder Massenmorde, später auch auf andere Art vernichtete Menschen. In diesem Sinn einer beabsichtigten Totalauslöschung sei Holocaust „eine bedrückend genaue Bezeichnung für die von den Nazis betriebene Vernichtung der Juden“.[32]

Bis 1990 übernahmen deutsche Lexika und Enzyklopädien den englischen Begriff als Synonym für die NS-Judenvernichtung und betonten damit deren Ausnahmestellung.[33] So ersetzte der Begriff ältere deutsche Ausdrücke dafür, darunter das etwa seit den Auschwitzprozessen (1963ff.) übliche Symbolwort „Auschwitz“.[34]

Die Amtskommission für die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 lehnte die Schreibweise „Holokaust“ 1995 ab.[35] Der Historiker Guido Knopp verwendete für seine im Jahr 2000 gesendete Fernsehserie „Holokaust“ dennoch die ältere deutsche Schreibweise mit k, um so symbolisch auf die deutsche Täterschaft hinzuweisen.[36] Sein Versuch, diese Schreibweise mit Unterstützung von Eberhard Jäckel und Walter Jens im deutschen Sprachraum zu etablieren, setzte sich nicht durch.[37]

Shoa[Bearbeiten]

Waggon für Vernichtungstransport in der NS-Zeit – Nachbau, US Holocaust Memorial Museum

Während der Judenvernichtung bezeichneten jüdische Zeitzeugen diese mit dem hebräischen Substantiv שׁוֹאָה Shoa („Sho’ah“, „Schoa(h)“). Dieses bezeichnet in der Bibel (Jes 10,3 EU) eine von Gott gesandte ausländische Bedrohung des Volkes Israel, übersetzt als ‚Unheil‘ oder ‚Heimsuchung‘. Davon ausgehend bezeichnet es allgemein für ganze Völker existenzbedrohende Geschichts- oder Naturereignisse, übersetzt etwa als ‚große Katastrophe‘, ‚Untergang‘ oder ‚Zerstörung‘.[38]

1940 erschien Shoa im Titel eines Jerusalemer Zeitungsartikels erstmals für NS-Massenmorde an Juden in Polen. Bis 1942 setzte sich der Ausdruck dafür zunächst in jüdischen Gemeinden Palästinas durch.[39] Uriel Tal betitelte eine Sammlung jüdischer Augenzeugenberichte zu den Morden: „Die Sho'ah der Juden in Polen“. Shaul Tschernikowsky betitelte einen Vortrag bei der Jewish Agency in Jerusalem 1942: „Die Lehre der entsetzlichen Sho'ah, die über uns kommt“. Eine Rabbinerkonferenz erklärte im November 1942, als Massenmordbefehle der SS-Einsatzgruppen im Ausland bekannt geworden waren: „Die Sho'ah, die die europäische Judenheit erleidet, ist beispiellos in der Geschichte.“ 1943, als man von Vernichtungslagern wusste, schrieb der jüdische Historiker Ben-Zion Dinur: Die Sho'ah symbolisiere „die Einzigartigkeit der jüdischen Geschichte unter den Völkern“.[40]

Die Israelische Unabhängigkeitserklärung von 1948 begründet das Existenzrecht Israels unter anderem mit der Shoah, „die in Europa Millionen von Juden vernichtete“. Seitdem wird der Ausdruck in Israel nur noch darauf bezogen. Dies entsprach einer jüdischen Tradition, besonders einschneidende Ereignisse der jüdischen Geschichte mit einem biblischen Wort zu bezeichnen und dieses so daran zu binden: etwa Gesera (Verfolgung) für die Massaker des Ersten Kreuzzugs von 1096 und Wiener Gesera für die planmäßige Zerstörung jüdischer Gemeinden 1421 im Herzogtum Österreich oder Churban (Zerstörung, Katastrophe) für die Zerstörung des ersten (586 v. Chr.) und des zweiten Jerusalemer Tempels (70 n. Chr.). Mit solchen Begriffen wurden außerbiblische mit biblischen Judenverfolgungen in eine Reihe gestellt und so in die jüdische Gesamtgeschichte eingeordnet.

Zionisten bevorzugten Shoa gegenüber dem Ausdruck „dritter Churban“: Diesen gebrauchten osteuropäische jüdische Gemeinden ebenfalls seit 1940 für den Holocaust, heute nur noch religiös-orthodoxe Juden.[41] Er setzte sich nicht durch, weil die Tempelzerstörung biblisch als Strafgericht Gottes erscheint, das das Judentum nicht vernichten sollte, so dass diese Analogie die Besonderheit des Holocaust nicht erfasst.[42]

1951 führte Israel den Yom Hashoah (‚Shoa-Tag‘) als nationalen Gedenktag für die Judenverfolgung 1933–1945 ein. Das ursprüngliche vorgeschlagene Datum, der 14. Nisan des jüdischen Kalenders, entspricht dem 19. April, an dem 1943 der Aufstand im Warschauer Ghetto begann. Es wurde aber wegen der Nähe zum Pessach (15.-21. Nisan) auf den 27. Nisan verlegt. Der Feiertag wird auf vielfältige Weise in jüdischen Gemeinden weltweit begangen.

Die 1953 in Israel gegründete Erinnerungs- und Forschungsstätte Yad Vashem übersetzte shoah in den englischen Ausgaben ihrer regelmäßigen hebräischen Berichte 1955 einmal mit European Holocaust, sonst mit Nazi Holocaust. 1956 erschien darin erstmals der Ausdruck the Holocaust mit großem H für shoah, ab 1957 öfter neben European catastrophe, dominierend ab 1959.[17]

In Westeuropa machte der Dokumentarfilm Shoah von Claude Lanzmann von 1985 das Wort bekannt. Seitdem hat er sich auch vielen anderen Ländern als mit Holocaust gleichberechtigt durchgesetzt.[43] Wer Holocaust als Oberbegriff auch für andere NS-Massenmorde verwendet oder als unpassend für den Judenmord der NS-Zeit ablehnt, bevorzugt als Synonym dafür heute oft Shoa.

Israel Gutman zufolge stießen beide Begriffe bei den Herausgebern der Enzyklopädie des Holocaust auf Bedenken. Sie hätten sich mehrheitlich knapp dafür entschieden, für den Titel der deutschen Ausgabe Holocaust zu verwenden, weil Shoa „ganz aus der Sichtweise der Opfer stammt und nach der Meinung der Redaktion im Land der Täter nicht gebraucht werden sollte.“[44] Die Webseite Shoa.de teilt die Skepsis:

„Sie findet im Deutschen aber nur die Entsprechung ‚Katastrophe‘ o.ä., verliert also ihre Spezifität in der Übersetzung. Außerdem ist es fragwürdig, im Land der Täter einen Begriff zu verwenden, der von Opfern geprägt worden ist und ihre Perspektive reflektiert.“[45]

Problematik[Bearbeiten]

Seitdem der Begriff Holocaust auf die Judenvernichtung konzentriert wurde, wird zum einen oft gefragt, ob er wegen seiner Herkunft und Konnotationen dafür angemessen ist, zum anderen, ob er ausschließlich dafür verwendet werden kann und soll. Diese Debatten betrafen auch andere Bezeichnungen der NS-Verbrechen und sind eng mit dem Wandel der Holocaustforschung, der vergleichenden Völkermordforschung und der Geschichtspolitik zur NS-Zeit verbunden.

Der Linguist und Judaist James Edward Young beschrieb 1988, wie verschiedene „Metaphern“ des Holocaust die Erinnerung daran spiegeln und das Wissen davon und die Antworten darauf mitbestimmen („figurieren“), indem sie bestimmte Teilaspekte herausfiltern. So hätten die Zeitzeugen das Geschehen zunächst mit den ihnen verfügbaren Ausdrücken gedeutet, diese später zur Deutung anderer Aspekte davon und schließlich zur Deutung anderer Ereignisse verwendet. So sei jede dieser Bezeichnungen am Dilemma der Sprache beteiligt, das Unvertraute in vertraute Worte zu fassen. Dies sage ebenso viel über das Ereignis der Judenvernichtung selbst wie über das partikulare Verständnis derer aus, die diese Begriffe wählten. Benennen des Ereignisses begrenze daher unvermeidbar seine Wahrnehmung und schaffe Bedingungen für den Umgang damit.[46] Annegret Ehmann erklärte: „Die Begriffe und Metaphern, die wir wählen, um das historische Geschehen zu beschreiben, sagen etwas über unser Verhältnis zu dieser Geschichte aus.“[47] Peter Longerich betonte: „Begriffe beeinflussen und lenken die Wahrnehmung eines historischen Phänomens; dies gilt insbesondere dann, wenn ein komplexes und schwer vorstellbares Ereignis bezeichnet werden soll.“[48]

Religiöse Konnotation[Bearbeiten]

Der Auschwitz-Überlebende Elie Wiesel trat 1978 dafür ein, mit dem Wort Holocaust exklusiv die NS-Judenvernichtung zu bezeichnen. Er förderte damit die Akzeptanz dieser Bezeichnung in den USA. Er bezeichnete Isaak, den biblischen Stammvater der Israeliten, 1980 als „ersten Überlebenden des Holocaust“, der Israel lehre zu überleben. Er verstand die biblische „Bindung“ (hebr. Akedah) Isaaks (Gen 22 EU) als Sinnbild für das ohne sein Zutun zur Vernichtung bestimmte, zum wehrlosen Objekt ausgewählte und dennoch zuletzt überlebende Judentum.[49]

Der Judaist Zev Garber und der Sprachforscher Bruce Zuckerman (USA) erklärten dazu: Holocaustüberlebende, deren Vorfahren ihre Verfolgungen oft mit Hilfe dieses Bibeltextes bewältigten, hätten ihr Leiden als notwendige Folge ihrer Erwählung zum Volk Gottes verstanden, dessen Rechtswillen die Völker bekämpfen, also nicht als Folge eines Ungehorsams, den Gott strafe. Das unbedingte Zukunftsversprechen einer Generationenfolge der Erwählten habe ihnen geholfen, die absolute Absurdität und das totale Ausgeliefertsein aufgrund ihres bloßen Judeseins im Holocaust zu verarbeiten. Auch wenn damit Gott als Täter des Holocaust erscheine, so sei es ihnen denkunmöglich, dass Gott seinem Volk in diesem Leiden fern war; nur wenn er in Auschwitz mit-litt und mit-starb, könnten sie sich weiter als Juden verstehen, den Holocaust als Teil ihrer einzigartigen Geschichte annehmen und auch für Nichtjuden in Erinnerung bewahren. Gleichwohl schlugen sie vor, den Begriff nicht weiter zu verwenden, da er unvermeidbar falsche Assoziationen wecke und das reale Ereignis religiös mythisiere.[50]

Auch deutsche Autoren wie Bruno Bettelheim und Eberhard Jäckel lehnten die Bezeichnung der Judenvernichtung als Holocaust wegen dieser religiösen Bezüge ab.[51] Julius H. Schoeps begründete dies: Die freiwillige Anerkennung des biblischen Ganzopfers und Selbstübergabe als Gottes Willen, die Gen 22 impliziere, sei ein für das Ungeheuerliche und Sinnlose der Judenvernichtung vollkommen unangemessener Deutungsrahmen.[52] Für den evangelischen Theologen Rudolf Pfisterer enthält jeder begriffliche Definitionsversuch dieses Massenmords „den Keim einer Rechtfertigung dieses teuflischen Geschehens“.[53]

Für den Philosophen Giorgio Agamben enthält der Ausdruck Holocaust einen „unannehmbaren Vergleich von Krematorien und Altären“ und eine „von Anfang an antijüdisch gefärbte Bedeutungsgeschichte“. Er werde ihn daher nie verwenden; wer ihn weiter verwende, zeige Unwissenheit oder Mangel an Sensibilität.[54]

Abstraktheit[Bearbeiten]

In Deutschland wurde oft der Fremdwort-Charakter des englischen Ausdrucks kritisiert, so 1989 von der Historikerin Gabriele Yonan:

„Während das bis dahin gebrauchte Symbolwort‚ ‚Auschwitz‘, ein Ortsname stellvertretend für die anderen Vernichtungslager, assoziativ noch einen deutlichen Zusammenhang zur Vernichtung von jüdischen Menschen herstellte, ist mit der Einführung des Begriffs ‚Holocaust‘ ein Codewort entstanden, das die kausale Kette zwischen Tat und Benennung der Opfer unterbricht. Wie ein hermetischer Block schließt das fremde Wort/Fremdwort das Geschehen, das unaussprechliche Grauen ein, ohne die Spur einer emotionalen Assoziation zu erzeugen. Im Hegelschen Sinne wird das Grauen in einem unzugänglichen Begriff aufgehoben.“[55]

Der Kulturredakteur Peter Dittmar sah das Wort 1996 als Euphemismus, der einer „Banalisierung des Bösen“, Trivialisierung und Begriffsinflation Vorschub leiste:

„Wie der nationalsozialistische Euphemismus ‚Endlösung‘ verzichtet das Fremdwort Holocaust bewußt auf alle Konnotationen der Wirklichkeit, die sich bei ‚Judenmord‘, ‚Judenvernichtung‘, ‚Völkermord‘, ‚Ausrottung der Juden‘ nicht vermeiden lassen. ‚Holocaust‘ bleibt abstrakt und löst sich damit vom ursprünglichen, sehr konkreten Wirklichkeitsbezug. Deshalb konnte ‚Holocaust‘ erstaunlich schnell zu einer Allerweltsvokabel für einen vielfachen gewaltsamen Tod degenerieren.“[56]

Der deutsch-israelische Historiker Alex Bein kritisierte 1980 die Begriffe Holocaust und Shoah:

„Führt man bei der Anwendung dieser Worte […] nicht in gewissem Sinn die Politik der Nazis weiter, das grausame Geschehen und ihre eigenen barbarischen Taten hinter anonymen, harmloser klingenden Worten zu verdecken, statt sie bei ihrem weniger poetischen wirklichen Namen zu nennen? Es handelt sich doch hier um brutal durchgeführte Taten von verbrecherischen Menschen, und nicht um heilige Opferhandlungen, auch nicht um eine von ungefähr hereinbrechende Katastrophe und nicht um eine Entsühnung für begangene Verbrechen […], sondern um systematische Vernichtung der Juden, ihre Ausrottung (englisch: ‚annihilation‘).“[57]

Der Soziologe Detlev Claussen kritisierte die Bezeichnung der Judenvernichtung als Holocaust und ihre Verbreitung 1987 als Mittel und Symptom für einen gesellschaftlichen Verdrängungsprozess:

„Mit ‚Holocaust‘ aber war das Zauberwort gefunden, das Auschwitz verschwinden ließ. […] Die Ersetzung des Namens Auschwitz durch das bloße Wort ‚Holocaust‘, das in einem sprachlichen Nirgendwo angesiedelt ist, codiert die paradoxe Erfahrung einer Welt vollendeter Sinnlosigkeit. Mit dem massenmedial vermittelten Code ‚Holocaust‘ wird eine zerbrochene Erfahrungswelt zu einer sinnstiftenden Einheit verklebt. Im versteinerten Endprodukt ist psychisch kaum zu ertragendes Vergangenes in eine handhabbare Wirklichkeit transformiert worden.“

Durch diesen „Artefakt“ werde „das Unbegreifliche, das es zu begreifen gälte, gar nicht mehr als Thema erkenntlich… Das Bewusstsein wird ermutigt, die Ansprüche des intellektuellen Gewissens auf gedankliche Klarheit zu vergessen und anstelle des abstrakten Denkens konkret scheinende ‚äußere Wahrnehmungen‘ anzubieten, an die sich die Gefühle heften können.“[58]

Der Historiker Arno J. Mayer kritisierte 1989, mit der Bezeichnung als Holocaust sei die „jüdische Katastrophe“ „aus ihrem säkularen geschichtlichen Bedingungszusammenhang“ herausgelöst und „zu einem Bestandteil der vorsehungsgesteuerten Geschichte des jüdischen Volkes“ gemacht worden: „Die allmählich Gestalt annehmende Holocaust-Mythologie, die zu einer idée force geworden ist, hat aus den eindringlichen und transparenten Erinnerungen von Überlebenden einen kollektiven, normativen Erinnerungstopos zusammengestückelt, der ein kritisches und kontextbezogenes Nachdenken über die jüdische Tragödie nicht eben fördert.“[59] Mayers Vorschlag, stattdessen vom „Judeozid“ zu sprechen, wurde von manchen Fachautoren aufgegriffen, nicht aber in der Umgangssprache.

Singularitätsdebatte[Bearbeiten]

Historiker, die nur die NS-Judenvernichtung als den Holocaust bezeichnen, begründen dies in der Regel mit deren sogenannter Singularität: einer historisch bisher einmaligen Besonderheit gegenüber anderen Völkermorden und auch anderen nationalsozialistischen Massenmorden. Peter Longerich erklärte dazu:

„Die Begrifflichkeit ist also mit einer Grundfrage der Interpretation verbunden: Ist der Holocaust einfach ein Kapitel in einer langen Kette von Genoziden, die sich durch die Geschichte der Menschheit zieht, oder unterscheidet er sich auf signifikante Weise von anderen Massakern, so dass er bereits begrifflich abgegrenzt werden sollte?“[60]

Diese Debatte entstand in den USA 1978 aus dem Streit, ob das damals geplante United States Holocaust Memorial Museum unter dem Begriff Holocaust nur die Judenvernichtung oder auch NS-Morde an anderen Opfergruppen thematisieren und gleichrangig darstellen solle.[61] Dieser Definitionsstreit setzte sich als Debatte um die „Einzigartigkeit“ (englisch uniqueness) und „Beispiellosigkeit“ (englisch unprecedentedness) der NS-Judenvernichtung fort.[62] NS- und Holocaustforscher wie Yehuda Bauer, Steven T. Katz, Lucy Dawidowicz, Saul Friedländer, Eberhard Jäckel, Christopher Browning, Deborah Lipstadt, Guenter Lewy und andere betonten diese Ausnahmestellung mit folgenden Hauptargumenten: Erstmals habe ein moderner Industriestaat die totale physische Vernichtung einer bestimmten ethnischen oder religiösen Gruppe angestrebt, dies mit einer rassistischen Ideologie begründet, systematisch auf allen Ebenen organisiert und mit auch industriellen Methoden als vorrangiges Politikziel europaweit während eines Weltkriegs umgesetzt.[63] Danach beinhaltet der Begriff Holocaust auch die These vom Zivilisationsbruch und dient dann als Maßstab zur Beurteilung anderer, früherer oder künftiger Völkermorde.[64] So nannte Yehuda Bauer den Völkermord an den Armeniern anhand der Kriterien der für ihn singulären Judenvernichtung „holocaust-verwandt“.[65]

Ward Churchill, Aktivist für die Rechte von native Americans, kritisierte das Reservieren des Begriffs Holocaust für den NS-Judenmord als Aufrichten einer Opferhierarchie, zwangsläufige Herabminderung anderer Genozide und umgekehrte Holocaustleugnung. Werke von Bauer, Katz, Dawidowicz und anderen Historikern seien für die historische Wahrheit nicht weniger verderblich als Werke von rechtsextremen Holocaustleugnern, weil sie den Blick für die Herausforderung verstellten, eine mindestens 500-jährige Tradition von Völkermorden in der westlichen Zivilisation wahrzunehmen und zu beenden.[66]

Auch in Deutschland wurde im Historikerstreit seit etwa 1986 eine Singularitätsdebatte geführt. Während Ernst Nolte den Holocaust als Kopie von sowjetischen Massenverbrechen und Reaktion darauf darstellte, betonte Jürgen Habermas: Deutsche könnten ihre Traditionen nicht fortsetzen, ohne „die historische Haftung für die Lebensform zu übernehmen, in der Auschwitz möglich war“. Die „Unvertretbarkeit der uns zugemuteten Haftung“ schließe „einebnende Vergleiche“ aus. Noltes Vergleiche dienten nicht der historischen Aufklärung, sondern der „Aufrechnung“.[67]

Andere Historiker kritisieren die normative Verwendung des Begriffs Holocaust und bestreiten die damit verbundene Singularitätsthese: Sie sehen totale Vernichtungsziele und -befehle, eine rassistische oder pseudo-religiöse Ideologie und systematische Verfolgungsmethoden auch bei anderen Genoziden. Manche forderten, einige oder alle aus rassistischen Motiven erfolgten NS-Massenmorde, etwa an Behinderten (Aktion T 4 und andere), Homosexuellen, Roma und sogenannten Slawen mit diesem Begriff zu bezeichnen.[68]

Andere verzichten auf diesen Begriff und bezeichnen Völkermorde an nichtjüdischen Opfergruppen anders. Wolfgang Wippermann übernahm 2005 den Roma-Begriff Porajmos (‚Verschlingen‘) für die NS-Massenmorde an den Roma. Er betonte, dass diese von den Nationalsozialisten und ihren Helfern ebenfalls und aus den gleichen rassistischen Gründen wie Juden ausgerottet werden sollten. Er wies eine Abstufung bei diesen beiden NS-Opfergruppen zurück. Für die NS-Judenvernichtung bevorzugte er den Begriff Shoa.[69]

Inflation und Missbrauch[Bearbeiten]

Infolge der Bedeutung, die der Begriff Holocaust seit 1978 weltweit angenommen hat, bezeichneten verschiedene Buchautoren andere historische Massentötungen als Holocaust im Sinne von Völkermord.[70] Mit diesem plakativen Schlagwort wurden in den USA und manchen Staaten Europas etwa Abtreibung,[71] Artensterben[72] Massentierhaltung[73] oder Massensterben von Homosexuellen an der Seuche Aids[74] bezeichnet, um dafür eine gesteigerte Aufmerksamkeit und moralische Betroffenheit zu erreichen.[75] Dabei diente der Judenmord zum Teil absichtlich als Vergleichsmaßstab.[76]

Der Genozidforscher Jürgen Zimmerer sieht darin den Versuch, „die weltweit herrschende Empörung über das Schicksal der Juden im Dritten Reich dazu zu nutzen, auch der eigenen Sache Gehör zu verschaffen“.[77] Für die Soziologen Daniel Levy und Natan Sznaider trug Holocaust als neuer Name für die Judenvernichtung so zu einer „universalen Erinnerungskultur“ bei, die „nationale Schulddiskurse“, mit denen der aus der Tätersprache stammende Begriff „Endlösung“ verknüpft sei, zunehmend transzendiere.[78] Burkhard Asmuss hingegen konstatierte 2002 eine „Beliebigkeit im Umgang mit der Holocaust-Metapher“, die ebenso wenig wie die Singularitätsthese zur historischen Erklärung von Völkermorden beitrage: „Immer mehr Nationen, bedrohte ethnische Minderheiten und gefährdete soziale Gruppen haben den Holocaust-Begriff adaptiert, um auf ihre leidvolle Geschichte aufmerksam zu machen und sich damit zugleich des vielleicht wichtigsten Elements ihres sozialen Gedächtnisses und ihrer kollektiven Identität zu versichern.“[79] Wegen der Inflation des Wortes Holocaust lehnte Elie Wiesel seit 1995 ab, es weiter für die Judenvernichtung zu verwenden.[80] Es gebe in der menschlichen Sprache kein angemessenes Wort dafür.[81]

Rechtsextremisten und Geschichtsrevisionisten bezeichnen seit den 1960er Jahren Luftangriffe der Alliierten im Zweiten Weltkrieg als Holocaust, um die Judenvernichtung der NS-Zeit zu verdrängen, zu relativieren oder zu leugnen. Manche schreiben solche angeblich gleichartigen Verbrechen auch einem angeblichen jüdischen Kollektiv, also den Opfern des realen Holocaust zu, und betreiben so eine Täter-Opfer-Umkehr.[82] Dieses Phänomen bezeichnen Antisemitismusforscher als „sekundären“ Antisemitismus, Abwehr einer vermeintlichen Kollektivschuld und Rebellion gegen ein vermeintliches gesellschaftliches Tabu.[83] Historiker, Politiker und in manchen Staaten auch die Justiz weisen rechtsextremen Missbrauch des Wortes Holocaust[84] als gezielten Angriff auf die Menschenwürde der Holocaustüberlebenden und ihrer Angehörigen zurück: Dieser Angriff solle nach den Juden auch die Erinnerung an ihre Ermordung auslöschen und so die Abwehrkräfte gegen ähnliche Verbrechen schwächen.[85]

Richard Herzinger beschrieb diesen Missbrauch 2005 kritisch als logische Folge der Inflation des Wortes Holocaust. Seine Übertragung auf viele andere „Massenverfolgungen“ habe das Wissen um die Singularität der Judenvernichtung „erodieren“ lassen und gefährde so das Gedenken daran: „Am Ende nun beginnt der Unwille, den Juden noch einen gesonderten Opferstatus einzuräumen, in Aggression gegen die Juden umzuschlagen, die weiter auf ihm zu beharren scheinen. Diesen Reflex machen sich die Geschichtsrevisionisten von rechts jetzt mit voller Kraft zunutze. […] Sie bringen den düsteren Subtext des inflationierten Redens über den Holocaust auf den logischen Punkt - und erweisen sich damit als wahre Avantgarde.“[86]

Übertragungen und Vergleiche[Bearbeiten]

Atomarer Holocaust[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nuklearer Holocaust

Am 10. März 1945 bezeichnete die New York Times die Opferzahl des durch herkömmliche Brandbomben ausgelösten Feuersturms in Tokio als „holocaust“.[87] Dieses Wort sollen Offiziere der US-Armee 1945 auch für die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki verwendet haben.[88]

In den USA wurde ein möglicher zukünftiger Atomkrieg seit den 1950er Jahren oft als „nuclear holocaust“ bezeichnet, so 1961 auch von Erich Fromm. Durch die Übersetzung seines englischen Aufsatzes gelangte der Ausdruck ins Deutsche.[89] Die Friedensbewegung der 1980er Jahre verwendete ihn wie „Euroshima“ als Schlagwort für die Befürchtung, ein mit Atomwaffen geführter Dritter Weltkrieg werde aller Voraussicht nach menschliches und anderes Leben auf der Erde völlig oder weitgehend vernichten.[90]

Der Holocaust und die Atombombenabwürfe wurden schon im August 1945 und später oft miteinander verglichen und in einen historischen und/oder moralischen Zusammenhang gebracht: etwa mit der Wendung „Auschwitz und Hiroshima“. Solche Vergleiche wurden in Japan auch zum Verdecken japanischer Massenmorde während des Zweiten Weltkriegs benutzt.[91] In den USA wiederum wurde nationales Gedenken an den Holocaust als Mittel kritisiert, den eigenen „atomaren Holocaust“ zu verdrängen.[92]

In Deutschland verglich Hans Magnus Enzensberger 1964 die vergangene mit einer möglichen zukünftigen „Endlösung“ eines drohenden Atomkriegs. Er nannte die Atombombe „die Gegenwart und Zukunft von Auschwitz“ und fragte: „Wie will den Genozid von gestern verurteilen oder gar bewältigen, wer den Genozid von morgen plant und ihn sorgfältig, mit allen wissenschaftlichen und industriellen Mitteln, die uns zu Gebote stehen, vorbereitet?“ Peter Krause kritisierte, Enzensberger habe dabei von verschiedenen historischen und ideologischen Kontexten abgesehen, den Holocaust relativiert und auf technokratische Vernichtung reduziert.[93]

Amerikanischer Holocaust[Bearbeiten]

Einige US-amerikanische Historiker bezeichnen die allmähliche, über 500 Jahre anhaltende Verdrängung und Dezimierung der Indianer als „amerikanischen Holocaust“ oder „amerikanischen Indianer-Holocaust“. Damit fassten sie Landraub, Zerstörung der Nahrungsgrundlagen, eingeschleppte Seuchen, rücksichtslose Verkehrserschließung, Zwangsreservate, Alkoholverkauf, Kriege und Massaker hinsichtlich ihrer Gesamtfolgen für die Ureinwohner Amerikas als Völkermord zusammen.[94]

David E. Stannard beschrieb Amerikas vierhundertjährige Kolonisierung durch Europäer 1994 „als schlimmsten menschlichen Holocaust, den die Welt je gesehen hat“ mit mehreren zehn Millionen Opfern.[95] Er griff zudem die Singularitätsthese als zwangsläufige, rassistische und gewalterzeugende Leugnung aller übrigen Genozide an.[96] Ward Churchill beschrieb 2003 die Politik von US-Regierungen im 19. Jahrhundert, Indianer aus angestammten Wohngebieten zu „entfernen“, als Ausrottungsabsicht und direktes Modell für Hitlers Lebensraum-Politik: Dieser habe sich in seiner Schrift Mein Kampf ausdrücklich darauf bezogen.[97] Einen expliziten Vergleich der Vernichtung von Ureinwohnern Amerikas mit der Judenvernichtung verfasste Lilian Friedberg.[98]

Guenter Lewy, Jürgen Zimmerer und andere Genozidforscher weisen diese Thesen zurück: Trotz aller Gewaltverbrechen der Europäer seien bis zu 90 Prozent der Indianer an unabsichtlich verbreiteten Seuchen gestorben.[99]

Rechtsextremisten dagegen griffen die Thesen auf und bezeichnen die Behandlung der Indianer öfter als „Holocaust-Schicksal“, als „größten jemals an einer fremden Rasse verübten Völkermord“, den „neben einer großen Zahl von Kriminellen“ „viele Kalvinisten und Juden“ durchgeführt hätten, oder als „ungesühnten Entdeckungs-Holocaust“. Dies zeigt für Rechtsextremismusforscher ein Interesse an „Relativierung der NS-Menschheitsverbrechen“ und an „propagandistischer Neutralisierung amerikanischer Kritik an der deutschen Judenpolitik“.[100]

Afrikanischer/ Schwarzer Holocaust[Bearbeiten]

Eingang des Black Holocaust Museum in Milwaukee, Wisconsin

Abgeleitet von der allgemeinen Bedeutung des Wortes Holocaust und als Reaktion auf dessen Konzentration auf den NS-Judenmord wurden im englischen Sprachraum seit etwa 1970 die Ausdrücke „Afrikanischer“ bzw. „Schwarzer Holocaust“ geprägt. Beide bezeichnen die Massenvernichtung von „Schwarzen“, also dunkelhäutigen Afrikanern, im Verlauf der Sklaverei im Kolonialismus, letzterer meist die Opfer der Sklaverei in den Vereinigten Staaten.

Eine Reihe meist US-amerikanischer Autoren hat diese Begriffe in den 1990er Jahren in Buchtiteln verwendet.[101] Manche Autoren beschreiben Massenmorde an Hereros in der ehemals deutschen Kolonie Namibia und spätere Morde an Schwarzafrikanern und Afroamerikanern in nationalsozialistischen Lagern gemeinsam als Black Holocaust. Sie erklären diese NS-Opfer damit aus einer deutschen, vornazistischen Rassismus-Tradition, die durch die spätere Konzentration des Begriffs auf den Judenmord in Vergessenheit geraten sei.[102] Jürgen Zimmerer hat solche Veröffentlichungen als Versuch gedeutet, eine global verständliche Chiffre zu benutzen, um kolonialistische Massenverbrechen in den Rang eines Völkermords zu erheben und gegebenenfalls rechtlich Entschädigungen dafür zu erreichen.[103]

Andere vergleichen die Sklaverei in den USA mit dem nationalsozialistischen Holocaust an den Juden.[104] Ein solcher Vergleich erfuhr in den USA erstmals bereits 1959 Kritik.[76]

Hunger-Holocaust[Bearbeiten]

1985 beschrieb ein ukrainischer Zeitzeuge den Holodomor, eine große Hungersnot von 1932 bis 1933 in der Ukraine, als „versteckten Holocaust“ durch absichtliches Verhungernlassen.[105] Der ukrainische Historiker Dmytro Zlepko bezeichnete das Ereignis 1988 als „Hunger-Holocaust“.[106] Damit reagierten diese Autoren auf das lange Verschweigen der hohen Opferzahlen und qualvollen Umstände dieses Massensterbens, die erst seit Beginn der Glasnost-Politik unter Michail Gorbatschow historisch erforscht werden konnten.[107] Sie stellten diese Hungersnot als gezielten Völkermord der sowjetischen Führung dar und widersprachen damit anderen Historikern, die den Holodomor eher als Folge rücksichtsloser und fehlerhafter Politik ansahen.[108]

Die aktuelle Forschung erkennt an, dass der Holodomor wegen eindeutigen Befehlen Josef Stalins ein Völkermord war. Sie bestreitet jedoch eine direkte und totale Ausrottungsabsicht und bezeichnet diesen Völkermord daher nicht als Holocaust.[109]

Roter Holocaust[Bearbeiten]

Als „Roten Holocaust“ bezeichneten Rezensenten die These von Stéphane Courtois in seinem Schwarzbuch des Kommunismus (1997): Die Verbrechen von Staatssystemen des 20. Jahrhunderts, die sich kommunistisch nannten oder nennen, seien denen des Holocaust vergleichbar, aber durch dessen behauptete „Singularität“ falsch eingeschätzt worden. Wie der nationalsozialistische „Rassengenozid“ habe sich der kommunistische „Klassengenozid“ zwangsläufig aus einer totalitären Ideologie und Staatsstruktur ergeben.[110] Courtois behauptete wie Ernst Nolte 1986, sowjetische Gulags seien das Modell für nationalsozialistische Konzentrationslager gewesen, und folgerte: „Die Kommunisten haben die gleichen Schreckenstaten vollbracht. Meiner Meinung nach gibt es keine Spezifizität des Völkermordes der Nazis an den Juden.“[111]

Mit dem Titelbestandteil „Roter Holocaust“ fasst eine Aufsatzsammlung von Jens Mecklenburg und Wolfgang Wippermann (1998) die Kritik an der These von Courtois, ein Buch von Horst Möller (1999) die Debatte darüber zusammen.[112] Ein weiterer Buchtitel zweier Schweizer Autoren benutzte den Begriff affirmativ.[113] Diese erneute Debatte um die Singularität des Holocaust und seine Instrumentalisierung gilt als späte Fortsetzung des bundesdeutschen Historikerstreits und Zeichen einer veränderten Gewichtung des Stalinismus in der westeuropäischen Erinnerungskultur nach dem Ende des Ostblocks.[114]

Bombenholocaust[Bearbeiten]

Tote nach Luftangriffen auf Dresden

Im Nürnberger Prozess 1946 gab das englische Protokoll eine Aussage des NS-Staatssekretärs Gustav Adolf Steengracht von Moyland über die „Todesopfer von Dresden“, das hieß der Luftangriffe auf Dresden vom 13. und 14. Februar 1945, mit holocaust of Dresden wieder.[115] Diesen Ausdruck benutzte nach anderen englischsprachigen Autoren 1977 auch der britische Geschichtsrevisionist und spätere Holocaustleugner David Irving in seinem Buch Hitlers Krieg.[116] Der führende NS-Rechtstheoretiker Erich Schwinge übernahm ihn von Irving 1978 in einem Buchkapitel über den „Luftkriegsterror“ der Alliierten.[117] 1981 in seinem Buch Bilanz der Kriegsgeneration benutzte Schwinge den Ausdruck im Kontext überhöhter Opferzahlen und als Kontrast zu einer angeblichen alliierten „Holocaust-Kampagne“ gegen die Deutschen.[118] Irving hielt 1990 auf Einladung deutscher Neonazis in Dresden einen Vortrag und begrüßte seine Zuhörer dabei als „Überlebende des Holocausts von Dresden“. Dieser Holocaust an Deutschen habe stattgefunden, während der Holocaust an Juden in den Gaskammern von Auschwitz eine Erfindung sei.[119] Der Autor Hans Leyser bezeichnete sich 1993 in seinen Memoiren als Überlebender des „Holocaust von Dresden“.[120]

1996 nannte der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz den Begriff „alliierter Bomben-Holocaust“ als Beispiel für eine „usurpatorische Übernahme des Begriffs Holocaust für andere historische Sachverhalte“.[121] 2002 registrierte der sächsische Verfassungsschutz, dass deutsche Rechtsextremisten „Bombenholocaust“ für alliierte Flächenbombardierungen deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg, vor allem die Luftangriffe auf Dresden, verwenden und dabei vorherige deutsche völkerrechtswidrige Bombenangriffe bestreiten.[122] Die NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen W. Gansel und Holger Apfel benutzten den Begriff mit Berufung auf Irving am 21. Januar 2005 in ihren Reden im Sächsischen Landtag, um die Luftangriffe auf Dresden als angeblich lange geplante Vernichtung darzustellen und mit dem Holocaust gleichzustellen. Sie bestritten, dass der alliierte Luftkrieg auf Deutschlands Angriffskrieg und völkerrechtswidrige Städtebombardierungen reagierte, das NS-Regime stürzen und seine Verbrechen beenden sollte. Zudem verweigerte sich die NPD-Landtagsfraktion einer parlamentarischen Gedenkminute zum bevorstehenden „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 27. Januar 2005.[123] Am folgenden 60. Jahrestag der Luftangriffe benutzten etwa 6500 Teilnehmer den Begriff beim von der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen organisierten „Gedenkmarsch“ in Dresden als Hauptparole, ebenso an späteren Jahrestagen der Luftangriffe. Dieser Marsch gehörte zu den bedeutendsten Jahrestreffen deutscher Rechtsextremisten, die der deutsche Verfassungsschutz registrierte.[124]

Der damalige Bundespräsident Horst Köhler wurde bei einem Israelbesuch Anfang Februar 2005 nach dem Vorgang in Sachsen befragt. Er nannte den Holocaust verharmlosende Vergleiche daraufhin „einen Skandal, dem wir uns entgegenstellen“. Deutschland müsse sich mit Rechtsextremismus „offensiv“ auseinandersetzen und „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Tendenzen wehren“.[125] Andere Politiker forderten wegen dieser Begriffsverwendung einen neuen Anlauf zu einem Verbot der NPD nach dem 2003 gescheiterten NPD-Verbotsverfahren.[126] Staatsanwälte prüften, ob die Aussage vom „Bombenholocaust“ als Volksverhetzung strafbar ist,[127] leiteten aber wegen ihrer Indemnität kein Strafverfahren gegen Gansel und Apfel ein,[128] ebenso wenig gegen Udo Voigt (NPD), der deren Äußerungen begrüßt hatte. Justizvertreter verwiesen dazu auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach anzunehmen sei, dass in politischen Konflikten eine „Diffamierungsabsicht nicht das vorrangige Ziel der Argumentation“ sei.[129] In einem späteren Strafverfahren gegen ein NPD-Mitglied urteilten zwei Gerichtsinstanzen, seine öffentliche Bezeichnung alliierter Luftangriffe auf Zivilisten als „Bombenholocaust“ habe den Holocaust nicht zwangsläufig verharmlost und sei daher von der Meinungsfreiheit geschützt.[130]

„Bombenholocaust“ wurde auf den dritten Rang für das Unwort des Jahres 2005 gewählt.[131] Historiker[132] und der deutsche Verfassungsschutz weisen den Begriff zurück, weil er den Holocaust als ein Ereignis neben anderen zu relativieren versuche und ihn als bloße Katastrophe und die Deutschen als bloße Opfer erscheinen lasse.[133] Nach einer Umfrage von Infratest dimap 2005 hielten 27 Prozent der Befragten den Begriff für „nicht anstößig“.[134] Das Dresdner Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung reagierte auf die „ungewohnte Provokation“ der NPD mit einer allgemeinverständlichen Vorlesungsreihe, etwa zur Entstehung von Rechtsextremismus, speziell in Sachsen.[135]

Der dänische Genozidforscher Eric Markusen hat den Holocaust mit dem „strategischen Bombardieren“ in verschiedenen Kriegen verglichen, ohne seine Singularität zu bestreiten.[136]

Vertreibungsholocaust[Bearbeiten]

Als „Vertreibungsholocaust“ bezeichnen Rechtsextremisten im deutschsprachigen Raum die Flucht und Vertreibungen von etwa 8,15 Millionen Deutschen aus ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten in Osteuropa zwischen 1944 und 1949, bei denen etwa zwei Millionen Menschen starben. Der Ausdruck wird benutzt, um diese Ereignisse von ihren historischen Ursachen und anderen durch Deutsche verursachten Vertreibungen zu isolieren und als mit dem Holocaust gleichrangiges oder schlimmeres Verbrechen darzustellen. So stilisiert ein im rechtsextremen Verlag Deutsche Stimme[137] veröffentlichtes Buch mit diesem Titel die Vertreibungen Deutscher zu „Jahrhundert-“ oder „Jahrtausendverbrechen“ und verlangt die „Rückgabe der deutschen Ostgebiete und des Sudetenlandes“ als „gesamtdeutsche Forderung“.[138] Auch das im rechtsextremen FZ-Verlag von Gerhard Frey[139] erschienene Buch Der andere Holocaust von Karsten Kriwat verharmlost die NS-Judenvernichtung, indem es sie mit Vertreibungen gleichsetzt.[140]

Diesen Missbrauch der Bezeichnung kritisieren auch Vertriebene als „geistige Verheerung“.[141] Der bundesdeutsche Verfassungsschutz ordnet „Vertreibungs-Holocaust“ neben „Bombenholocaust“ und „US-Atombomben-Holocaust“ als Beispiele einer rechtsextremen Methode der relativierenden Gleichsetzung ein, die er etwa 2006 in der National-Zeitung feststellte.[142]

Abtreibungsholocaust[Bearbeiten]

Aus dem Umfeld konservativer Christen der Lebensrechtsbewegung in den USA, die den Schwangerschaftsabbruch unter allen, auch gesetzlich erlaubten Umständen ablehnen, stammen Wortschöpfungen wie Abortion Holocaust oder Embryocaust. Diese setzen Abtreibung in jeder Form mit diesem Menschheitsverbrechen gleich.[143] Manche ihrer Publikationen stellen Fotografien von toten Föten aus Krankenhäusern und Holocaustopfern aus Vernichtungslagern nebeneinander, um die „strukturelle und moralische Identität“ beider Vorgänge nahezulegen:[144] so auch der 1979 gegründete Verein Aktion Leben e.V. in Abtsteinbach/Odenwald.[145]

Gegen solche Vergleiche, die rechtlich in den USA erlaubt sind, kämpft dort etwa die Anti-Defamation League.[146] Sie wies auch auf antisemitische Tendenzen in extremen Gruppen der Pro-Life-Bewegung hin, nachdem 1998 mehrere jüdische Ärzte wegen Abtreibungen ermordet worden waren.[147] Ähnlich kritisierte der Bioethiker Jacob Appel Holocaustvergleiche von Abtreibungsgegnern 2009 als Zeichen ihrer Radikalisierung und als indirekte Aufforderung zum Ermorden von Personen, die Abtreibungen vornehmen.[148]

Auch in der Bundesrepublik Deutschland setzten Gegner der Notlagenindikation im neu geregelten Strafrechtsparagraphen 218 den Schwangerschaftsabbruch seit 1979 öfter mit NS-Massenverbrechen gleich. So bezeichnete der CSU-Bundestagsabgeordnete Hartwig Holzgartner diesen als „Weg zurück nach Auschwitz“, der Sozialwissenschaftler Manfred Spiecker nannte die Zahlen der Abgetriebenen einen „Holocaust“, die Europäische Ärzteaktion griff den Ausdruck „Embryocaust“ aus den USA auf.[149]

Als „Babycaust“ und „neuen Holocaust“ bezeichnete der Industriekaufmann Klaus Günter Annen den Schwangerschaftsabbruch auf einem Flugblatt vor einer gynäkologischen Praxis hinsichtlich der „Wehrlosigkeit der Opfer und Verbrennung ihrer Überreste“. Der Bundesgerichtshof urteilte am 30. Mai 2000: „Babycaust“ müsse als Meinungsäußerung zur fundamentalen, öffentlich diskutierten Frage des Schutzes des Lebensrechts Ungeborener nach Art. 5 Abs. 1 GG grundsätzlich toleriert werden.[150] Das Oberlandesgericht Karlsruhe erlaubte 2003 mit analoger Begründung, den Schwangerschaftsabbruch als „neuen Holocaust“ zu bezeichnen.[151] Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien nahm Annens Webseiten im April 2007 in die Liste jugendgefährdender Medien auf.[152]

Kardinal Joachim Meisner verglich in einer Predigt am 6. Januar 2005 den Holocaust und Massenverbrechen Stalins mit millionenfachen Abtreibungen. Nach heftigen Protesten bedauerte er seine Äußerung, nahm sie inhaltlich aber nicht zurück.[153] Papst Johannes Paul II. führte in einem im Februar 2005 erschienenen Buch heutige gesetzliche Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch ebenso wie Hitlers Wahl im Reichstag (März 1933) auf Machtüberschreitungen von Parlamenten zurück.[154] Daraufhin stellte Kardinal Karl Lehmann (Deutsche Bischofskonferenz) nach einem Treffen mit Paul Spiegel (Zentralrat der Juden in Deutschland) fest: Die Einzigartigkeit der Shoa dürfe nicht durch falsche Vergleiche mit anderen Verbrechen relativiert und nicht „in einem Atemzug mit der Abtreibung“ genannt werden. Auch Kirchenvertreter müssten das Wort Holocaust sensibler verwenden.[155] Walter Mixa, damals noch Bischof, verglich im Zusammenhang mit der Debatte um den Holocaustleugner Richard Williamson 2009 erneut Zahlen von Abgetriebenen mit den Zahlen von Holocaustopfern.[156]

Tier-Holocaust[Bearbeiten]

Manche Tierschutz- und Tierrechts-Organisationen verglichen bestimmte Formen der Massentierhaltung, der industriellen Tötung und Verarbeitung von Tieren zu Fleisch sowie Tierversuche mit dem Holocaust. Anhänger der Animal Liberation Front bezeichneten das massenhafte Schlachten von Tieren im Jahr 2000 als „Tier-Holocaust“ und verglichen Tierbefreiungen mit der Befreiung von Menschen aus nationalsozialistischen Vernichtungslagern. 2002 veröffentlichte Charles Patterson den Leitartikel Der Tier-Holocaust[157] und das Buch Ewiges Treblinka.[158] Der Titel stammt aus einer Kurzgeschichte von Isaac Bashevis Singer: „Wenn es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi […] Für die Tiere ist jeder Tag Treblinka.“[159] Patterson beschreibt Analogien zwischen Tierbehandlung und Holocaust und dokumentiert, wie sich einige Holocaustopfer und -täter zu Tieren verhalten haben. Die Organisation Peta startete 2002 eine Ausstellung und internationale Plakatkampagne unter dem Motto „Der Holocaust auf Ihrem Teller“, die etwa Fotografien von Tiertransporten und Vernichtungstransporten der NS-Zeit nebeneinander stellt. David Sztybel legte 2006 eine Sammlung von Holocaustvergleichen im Tierkontext vor, stellte ihre Verbreitung in der Tierrechtsliteratur fest und schlägt ihre Verteidigung vor.[160] Auch Claire Jean Kim verteidigte 2011 Holocaustvergleiche in der Tierbefreiungsbewegung.[161]

Gegen solche Vergleiche protestierten seit 2003 in den USA die Anti Defamation League[157] und andere Tierschützer. Roberta Kalechofsky, Gründerin der Gruppe Jews for Animal Rights, stimmte der Aussage Singers inhaltlich zu, wies aber Vergleiche von Tierausbeutung mit dem Holocaust und anderem zurück, da sie die entscheidenden historischen Unterschiede dieser Übel eliminiere und so das Verstehen und Aufklären ihrer jeweiligen Ursachen verhindere. Der Begriff Holocaust verweise auf einen langen Konflikt zwischen Christen und Juden, auf den der NS-Rassismus reagiert habe; durch Vergleiche mit dem Leiden der Tiere werde diese komplexe Geschichte ignoriert.[162]

2004 übernahm die deutsche Sektion von Peta die US-Plakatkampagne „Der Holocaust auf Ihrem Teller“. Helmut F. Kaplan verteidigte ihren Holocaustvergleich in Bezug auf „Versuchslabors, Schlachthäuser, Pelzfarmen usw.“ und verband ihn mit einer Absage an die Singularitätsthese.[163] Mit einer Anzeige des Zentralrats der Juden in Deutschland gegen Peta begann ein jahrelanger Rechtsstreit. 2004 verbot das Landgericht Berlin, 2005 das Kammergericht Berlin die Peta-Plakate, weil ihre Aussage gegen die Menschenwürde von Holocaustüberlebenden verstoße.[164] Das Bundesverfassungsgericht nahm 2009 eine Verfassungsbeschwerde von Peta nicht an, da „ein kategorialer Unterschied zwischen menschlichem, würdebegabtem Leben und den Belangen des Tierschutzes“ bestehe und „die Kampagne des Beschwerdeführers als eine Bagatellisierung und Banalisierung des Schicksals der Holocaustopfer“ darstelle. Hier sei deren allgemeinem Persönlichkeitsrecht „Vorrang vor der Meinungsfreiheit“ einzuräumen.[165] Dagegen urteilte der Oberste Gerichtshof Österreichs; die Kampagne 2006 sei trotz verständlicher Kritik daran rechtmäßige Werbung in einer „reizüberfluteten Gesellschaft“.[166] Eine 2009 eingereichte Klage Petas gegen die deutschen Urteile[167] wies der Europäische Gerichtshof 2012 ab.[168]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gabriele von Glasenapp: Von der Endlösung der Judenfrage zum Holocaust. Über den sprachlichen Umgang mit der deutschen Vergangenheit. In: Ekkehard Felder: Semantische Kämpfe. Macht und Sprache in den Wissenschaften. Walter de Gruyter, Berlin/ New York 2006, ISBN 3-11-019102-4, S. 127–155.
  • Annette Krings: Die Macht der Bilder!? Lit Verlag, 2006, ISBN 3-8258-8921-1, S. 10–18: I. 1 Begriffsbestimmungen
  • Matthias Haß: Gestaltetes Gedenken: Yad Vashem, das U.S. Holocaust Memorial Museum und die Stiftung Topographie des Terrors. Campus Verlag, 2002, ISBN 3-593-37115-4, S. 313–321: Eine Definition des Holocaust
  • Peter Klemm, Helmut Ruppel: Begriffe und Namen – Versuche, ein Geschehen zu fassen, das nicht faßbar ist: Auschwitz – Holocaust – Schoa – Churban. In: Albrecht Lohrbächer, Helmut Ruppel, Ingrid Schmidt, Jörg Thierfelder (Hrsg.): Schoa – Schweigen ist unmöglich. Erinnern, Lernen, Gedenken. Kohlhammer, Stuttgart 1999, ISBN 3-17-014981-4, S. 144–146.
  • James Edward Young: Beschreiben des Holocaust. Darstellung und Folgen der Interpretation. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39231-X, S. 141ff.
  • Zev Garber, Bruce Zuckerman: Why do we call the Holocaust “THE HOLOCAUST?” An Inquiry into the Psychology of Labels. In: Modern Judaism. (1989) 9(2), S. 197–211 (Zugang online).
  • Leon A. Jick: The Holocaust: Its Use and Abuse within the American Public. In: Livia Rothkirchen (Hrsg.): Yad Vashem Studies XIV. Jerusalem 1981, S. 301–318.
  • Gerd Korman: The Holocaust in American Historical Writing. In: Societas – A Review of Social History. Vol. II, Nr. 3/1972, S. 251–270.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel Debatten um Singularität und Opferkonkurrenz. In: Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der 'Vergangenheitsbewältigung' in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. Transcript, 2009, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 318f.
  2. so von Sascha Feuchert: Holocaust-Literatur. Auschwitz: Für die Sekundarstufe 1. Reclam, Ditzingen 2000, ISBN 3-15-015047-7, S. 15.
  3. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945. Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 64 und 111; David M. Crowe: The Roma Holocaust. In: F. C. DeCoste, Bernard Schwartz (Hrsg.): The Holocaust’s Ghost: Writings on Art, Politics, Law and Education. The University of Alberta Press, 2000, ISBN 0-88864-337-3, S. 179–202.
  4. Liddel-Scott: Greek-English Lexicon. Clarendon Press, 9. Auflage. Oxford 1996, ISBN 0-19-864226-1, S. 1217 (Stichwort olokausteo)
  5. Wilhelm Gesenius: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. 18. Auflage. Berlin-Heidelberg-New York 2007, ISBN 978-3-540-68363-6, S. 969 (Stichwort olah); dort auch folgende Beispielstellen
  6. Liddel-Scott: Greek-English Lexicon. 9. Auflage. 1996, S. 1217 (Stichwort olokausteo)
  7. Chronicon Ricardi Divisiensis de rebus gestis Ricardi Primi regis Angliæ. London 1836, S. 5, § 3, Zeilen 10-15
  8. Anja Kurths: Shoahgedenken im israelischen Alltag: Der Umgang mit der Shoah in Israel seit 1948 am Beispiel der Gedenkstätten Beit Lohamei HaGetaot, Yad Vashem und Beit Terezin. Frank & Timme, 2008, ISBN 978-3-86596-177-8, S. 17.; Micha Brumlik: Aus Katastrophen lernen? Grundlagen zeitgeschichtlicher Bildung in menschenrechtlicher Absicht. Philo, 2004, ISBN 3-8257-0359-2, S. 38.
  9. Stefan Rohrbacher, Michael Schmidt: Judenbilder. Rowohlt, 1991, ISBN 3499554984, S. 151 ff. und 240 ff.
  10. Franz Wegener: Kelten, Hexen, Holocaust: Menschenopfer in Deutschland. Kulturfoerderverein Ruhrgebiet, 2. Auflage. 2010, ISBN 978-3-931300-14-2, S. 17.
  11. Steven T. Katz: The Holocaust in Historical Context: Volume 1: The Holocaust and Mass Death before the Modern Age. Oxford University Press, USA, 1994, ISBN 0-19-507220-0.
  12. John T. Shawcross: The Uncertain World of Samson Agonistes (Studies in Renaissance Literature). D. S. Brewer 2001, ISBN 0-85991-609-X, S. 137.
  13. Diese und weitere Beispiele in: The Oxford English Dictionary, Band 7, Clarendon Press, 2. Auflage. Oxford 1989, S. 315 (Artikel Holocaust, Abschnitt complete destruction, esp. of a large number of persons; a great slaughter or massacre); Beispielliste online
  14. Michael B. Oren: Power, Faith, and Fantasy: America in the Middle East 1776 to the Present. W. W. Norton & Co, New York 2007, ISBN 978-0-393-33030-4, S. 293.
  15. Brief abgedruckt in: Frederick Davis Greene: Armenian Massacres or The Sword of Mohammed, 1896; auch in: Edwin Munsell Bliss: Turkey and the Armenian Atrocities. Edgewood Publishing Company, 1896, Kapitel 24, S. 461.
  16. Winston Churchill: The World in Crisis, volume 4: The Aftermath. New York 1923, S. 158; zitiert bei Hans-Lukas Kieser: Die Armenierverfolgungen in der spätosmanischen Türkei. Neue Quellen und Literatur zu einem unbewältigten Thema, Fußnote 1
  17. a b c d e f g Jon Petrie: The secular word „holocaust“: scholarly sacralization, twentieth century meanings (aktualisierte Fassung eines Artikels im Journal of Genocide Research, 2000)
  18. zitiert nach Holocaust-Referenz: Gouverneur Glynn, American Hebrew, 31. Oktober 1919: The Crucifixion of Jews must stop!
  19. United States Holocaust Memorial Museum: Fighting the Fires of Hate, America and the Nazi Book Burnings (Presseerklärung zur Ausstellung, 13. April 2003)
  20. Guy Stern: Nazi Book Burning and the American Response. Detroit 1989, Nachdruck Holocaust Memorial Center 1991, S. 5. Auch eine Bücherverbrennung unter der chinesischen Qin-Dynastie wurde so bezeichnet: Kenneth J. DeWoskin: A Song for One or Two. Music and the Concept of Art in Early China, Center for Chinese Studies, University of Michigan, 1982, S. 31; Britannica concise encyclopedia, Encyclopaedia Britannica, 2002, S. 1532.
  21. Paul Benzaquin: Fire in Boston’s Coconut Grove: Holocaust! Henry Holt and Company, Neuausgabe 1959.
  22. The Oxford English Dictionary, Oxford University Press, 2. Auflage. 1993, Artikel Holocaust; zitiert nach The Holocaust Historiographic Project: Defining 'Holocaust' - A proposal
  23. Johannes Heil: Holocaust. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Lexikon des Holocaust. C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47617-1, S. 100f.
  24. Siegfried Goldschmidt: Legal claims against Germany: compensation for losses resulting from anti-racial measures. Published for the American Jewish Committee Research Institute on Peace and Post-War Problems. Dryden Press, 1945, S. VI; siehe auch Jewish Virtual Library: First Use of “Holocaust”
  25. Alex Bein: Die Judenfrage. Band 2: Anmerkungen, Exkurse, Register. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01963-0, S. 300.
  26. Volker Zastrow (FAZ, 27. Januar 2005): Holocaust – Ein Wort für das Namenlose.
  27. Gabriele von Glasenapp: Von der „Endlösung der Judenfrage“ zum Holocaust. Über den sprachlichen Umgang mit der deutschen Vergangenheit. In: Ekkehard Felder: Semantische Kämpfe. Macht und Sprache in den Wissenschaften. Berlin/New York 2006, S. 144.
  28. Jacob Heinrich H. Kaltschmidt: Kurzgefasstes Vollständiges Stamm- Und Sinnverwandtschaftliches Gesammt-Wörterbuch Der Deutschen Sprache: Aus Allen Ihren Mundarten Und Mit Allen Fremdwörtern. 1834, S. 426.; zur Genese siehe Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Band 1, 24. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/ New York 2002, ISBN 3-11-017472-3, Art. Holocaust S. 419.
  29. Peter Eisenberg: Das Fremdwort im Deutschen. Walter de Gruyter, Berlin/ New York 2011, ISBN 978-3-11-023564-7, S. 75.
  30. Jeffrey Shandler: While America Watches: Televising the Holocaust. Oxford University Press, 1999, ISBN 0-19-511935-5, S. 137.
  31. Duden online: Holocaust, der
  32. Theo Stemmler: Holocaust ist genauer. Leserbrief in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 27. Juni 1978, S. 6; zitiert nach Martina Thiele: Publizistische Kontroversen über den Holocaust im Film. Lit Verlag, 2. Auflage. 2008, ISBN 978-3-8258-5807-0, S. 17 und Fußnote 16
  33. Ulrich Wyrwa: „Holocaust“. Notizen zur Begriffsgeschichte. In: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 8 (1999), S. 306.
  34. Norbert Frei: Auschwitz und Holocaust. Begriff und Historiographie. In: Hanno Loewy (Hrsg.): Holocaust: Die Grenzen des Verstehens. Eine Debatte über die Besetzung der Geschichte. Reinbek bei Hamburg 1992, S. 101–109. (PDF; 147 kB)
  35. Oliver Stenschke: Rechtschreiben, Recht sprechen, recht haben - der Diskurs über die Rechtschreibreform. Niemeyer, Tübingen 2005, ISBN 3-484-31258-0, S. 105.
  36. Joachim Schmitz (NOZ, 14. Oktober 2000): Holokaust mit „k“ - ein „symbolischer Akt“
  37. Gabriele von Glasenapp: Von der „Endlösung der Judenfrage“ zum Holocaust. Über den sprachlichen Umgang mit der deutschen Vergangenheit. In: Ekkehard Felder: Semantische Kämpfe. Macht und Sprache in den Wissenschaften. Berlin/New York 2006, S. 145 und 147, Fußnote 49
  38. Der Duden. Das große Fremdwörterbuch. 2. Auflage. Mannheim/Leipzig 2003, S. 1213.
  39. Eberhard Jäckel: Enzyklopädie des Holocaust. 2. Auflage. 1998, Vorwort zur deutschen Ausgabe, S. 18.
  40. James Edward Young: Writing and Rewriting the Holocaust: Narrative and the Consequences of Interpretation. 1988, ISBN 0-253-20613-8, S. 86f.
  41. Ruth Kranz-Löber: In der Tiefe des Hohlwegs: die Shoah in der Lyrik von Nelly Sachs. Königshausen & Neumann, 2001, ISBN 3-8260-2051-0, S. 11f.
  42. Helmut Schreier, Matthias Heyl: Die Gegenwart der Schoah: zur Aktualität des Mordes an den europäischen Juden. Krämer-Verlag 1994, ISBN 3-926952-79-2, S. 25f.
  43. Johannes Heil, Artikel Shoah. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Lexikon des Holocaust, Becksche Reihe, München 2002, S. 214f.
  44. Israel Gutman u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Argon Verlag, 1993, Band 1, Vorwort zur deutschen Ausgabe, S. XVIIIf.; Zusammenfassung bei HaGalil
  45. Shoa.de: Der Holocaust
  46. James Edward Young: Writing and Rewriting the Holocaust: Narrative and the Consequences of Interpretation. Indiana University Press, 1988, ISBN 0-253-20613-8, S. 84 und 87f.
  47. Zitiert nach Matthias Heyl: Erziehung nach Auschwitz: eine Bestandsaufnahme: Deutschland, Niederlande, Israel, USA. Krämer Verlag, 1997, ISBN 3-89622-019-5, S. 10.
  48. Peter Longerich: Holocaust. In: Wilhelm Heitmeyer: Internationales Handbuch der Gewaltforschung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2002, ISBN 3-531-13500-7, S. 177.
  49. Christoph Münz: Der Welt ein Gedächtnis geben. Geschichtstheologisches Denken im Judentum nach Auschwitz. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1995, ISBN 3-579-00095-0, S. 103–106.
  50. Zev Garber, Bruce Zuckerman: Why Do We Call the Holocaust “The Holocaust?” An Inquiry into the Psychology of Labels. Modern Judaism, Band 9, No. 2 (Mai 1989), S. 202–216; auch in: Zev Garber, Bruce Zuckerman: Double Takes: Thinking and Rethinking Issues of Modern Judaism in Ancient Contexts. University Press of America, 2004, ISBN 0-7618-2894-X, S. 10–24.
  51. Ulrich Wyrwa: „Holocaust“. Notizen zur Begriffsgeschichte. In: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 8 (1999), S. 300–311.
  52. Julius H. Schoeps (Hrsg.): Neues Lexikon des Judentums. Artikel Holocaust. Gütersloher Verlagshaus, 2000, ISBN 3-579-02305-5, S. 201.
  53. Rudolf Pfisterer: Holocaust. In: Helmut Burkhardt, Uwe Swarat (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde Band 2, Wuppertal/Zürich 1998, S. 928.
  54. Giorgio Agamben: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge (Homo Sacer III). Aus dem Italienischen von Stefan Monhardt. Suhrkamp, 4. Auflage. Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-12300-9, S. 28.
  55. Gabriele Yonan: Eine sprachhistorische Ergänzung zum Begriff „HOLOCAUST“ (1989)
  56. Peter Dittmar (Die Welt, 13. Juli 1996): Wo unserer Sprache die Worte fehlen. Holocaust: Ein Euphemismus für millionenfachen Mord oder Von der Banalisierung des Bösen
  57. Alex Bein: Die Judenfrage. Band 2: Anmerkungen, Exkurse, Register, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1980, S. 301.
  58. Detlev Claussen: Grenzen der Aufklärung. Die gesellschaftliche Genese des modernen Antisemitismus. (1987) Fischer, überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-12238-4, S. 7ff.
  59. Arno J. Mayer: Der Krieg als Kreuzzug: das deutsche Reich, Hitlers Wehrmacht und die „Endlösung“. Rowohlt, 1989, ISBN 3-498-04333-1, S. 45.
  60. Peter Longerich: Holocaust. In: Wilhelm Heitmeyer: Internationales Handbuch der Gewaltforschung. 2002, S. 177f.
  61. Katrin Pieper: Musealisierung des Holocaust. Böhlau, Wien 2006, ISBN 3-412-31305-X, S. 68–78.
  62. Aufsatzsammlung dazu: John K. Roth, Michael Berenbaum: Holocaust: religious and philosophical implications. Paragon House, 1989, ISBN 1-55778-187-7.
  63. Peter Longerich: Holocaust. In: Wilhelm Heitmeyer: Internationales Handbuch der Gewaltforschung. 2002, S. 180.
  64. Annegret Ehmann: Holocaust in Politik und Bildung. In: Susanne Meinl, Irmtrud Wojak (Fritz Bauer Institut, Hrsg.): Grenzenlose Vorurteile. Antisemitismus, ethnische Konflikte und Nationalismus in verschiedenen Kulturen. Campus Verlag, ISBN 978-3-593-37019-4, S. 41.
  65. Richard G. Hovannisian: Remembrance and denial: the case of the Armenian genocide. 1998, ISBN 0-8143-2777-X, S. 229.
  66. Ward Churchill: A Little Matter of Genocide: Holocaust and Denial in the Americas 1492 to the Present. City Lights, 1998,S. 50.
  67. Jürgen Habermas (Die Zeit, 7. November 1986): Vom öffentlichen Gebrauch der Historie: Das offizielle Selbstverständnis der Bundesrepublik bricht auf. zitiert nach DGDB: Der Sozialphilosoph Jürgen Habermas über die Bedeutung einer kritischen Erinnerung (7. November 1986)
  68. Beispiele für verschiedene Inklusionen bei Donald L. Niewyk, Francis R. Nicosia: The Columbia guide to the Holocaust. 2000, ISBN 0-231-11200-9, S. 51f.
  69. Wolfgang Wippermann: Auserwählte Opfer? Shoah und Porrajmos im Vergleich. Eine Kontroverse. Frank & Timme, 2005, ISBN 3-86596-003-0,S. 7f. sowie Fußnoten 4 und 5
  70. Beispiele: Ariane Barth (Hrsg.): Holocaust in Kambodscha. Rowohlt, 1980, ISBN 3-499-33003-2; Richard C. Lukas: The Forgotten Holocaust: The Poles Under German Occupation 1939–1944. (1986) Hippocrene Books, 2001; Alexander Ramati: And the Violins Stopped Playing: A Story of the Gypsy Holocaust. Franklin Watts, 1986, ISBN 0-531-15028-3; Gabriele Yonan: Ein vergessener Holocaust - Die Vernichtung der christlichen Assyrer in der Türkei. Eine Dokumentation. pogrom, 1989, ISBN 3-922197-25-6; Iris Chang: The Rape of Nanking: The Forgotten Holocaust of World War II (1997) Penguin, 2004, ISBN 0-14-100788-5; Raisa Maria Toivo: Witch-Craze as Holocaust. In: Owen Davies, Jonathan Barry (Hrsg.): Witchcraft historiography. Palgrave 2007, ISBN 978-1-4039-1176-6, S. 90–107; Paula Morelli: Trauma and Healing: The Construction of Meaning Among Survivors of the Cambodian Holocaust. Lambert Academic Publishing, 2010, ISBN 978-3-8433-6300-6; Casper Erichsen, David Olusoga: The Kaiser’s Holocaust: Germany’s Forgotten Genocide and the Colonial Roots of Nazism. Faber & Faber, London 2011, ISBN 978-0-571-23142-3.
  71. Beispiel: John Powell: Abortion, the Silent Holocaust. Resources for Christian Living, 1981, ISBN 0-89505-063-3.
  72.  Wir werfen die Schöpfung weg. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1990, S. 240-252 (5. März 1990, online).
  73. Beispiel: Gerhard Rieck: Egonomie: Zivilisation im Würgegriff von Egomanie und Ökonomie. AT Edition, 2006, ISBN 3-89781-097-2, S. 59.
  74. Larry Kramer: Reports from the Holocaust: The Making of an AIDS Activist. St. Martin’s Press, 1989, ISBN 0-312-02634-X.
  75. Thorsten Eitz, Georg Stötzel: Wörterbuch der „Vergangenheitsbewältigung“: die NS-Vergangenheit im öffentlichen Sprachgebrauch. Olms, 2007, ISBN 978-3-487-13377-5, S. 342.
  76. a b Jeffrey Shandler: While America Watches: Televising the Holocaust. Oxford 1999, S. 170. und S. 239, Fußnote 3
  77. Jürgen Zimmerer: Von Windhuk nach Auschwitz? Beiträge zum Verhältnis von Kolonialismus und Holocaust. Lit Verlag, 2011, ISBN 978-3-8258-9055-1, S. 174..
  78. Daniel Levy, Natan Sznaider: Erinnerung im globalen Zeitalter: Der Holocaust. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-41283-3, S. 132.
  79. Burkhard Asmuss: Holocaust: der nationalsozialistische Völkermord und die Motive seiner Erinnerung. Verlag DHM, Deutsches Historisches Museum, 2002, ISBN 3-86102-119-6, S. 235.
  80. Christoph Münz: Der Welt ein Gedächtnis geben. Geschichtstheologisches Denken im Judentum nach Auschwitz. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1995, S. 103–106.
  81. Gundula van den Berg: Gebrochene Variationen: Beobachtungen und Überlegungen zu Figuren der hebräischen Bibel in der Rezeption von Elie Wiesel. Lit Verlag, 2001, ISBN 3-8258-5377-2, S. 22.
  82. Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe - Analysen - Antworten. Vs Verlag, 2009, ISBN 978-3-531-15911-9, S. 610.
  83. Heike Radvan: Pädagogisches Handeln und Antisemitismus: Eine empirische Studie zu Beobachtungs- und Interventionsformen in der offenen Jugendarbeit. Klinkhardt, 2010, ISBN 978-3-7815-1746-2, S. 81.
  84. Conrad Taler: Die Verharmloser: über den Umgang mit dem Rechtsradikalismus. Verlag Donat, Bremen 1996, ISBN 3-924444-92-7.
  85. Micha Brumlik, Hajo Funke, Lars Rensmann (Hrsg.): Umkämpftes Vergessen: Walser-Debatte, Holocaust-Mahnmal und neuere deutsche Geschichtspolitik. Schiler Verlag, 2., erweiterte Auflage 2010, ISBN 978-3-89930-240-0, S. 127., S. 170ff. und öfter
  86. Richard Herzinger (Die Welt, 5. Februar 2005): Ganz normale Geschmacklosigkeit
  87. James Carroll: House of War: The Pentagon and the Disastrous Rise of American Power. Houghton Mifflin, 2007, ISBN 978-0-618-87201-5, S. 95.
  88. Volker Zastrow (FAZ, 27. Januar 2005): Holocaust: Ein Wort für das Namenlose
  89. Erich Fromm: Russia, Germany, China: Remarks on Foreign Policy (1961h-e)
  90. Brigitte Drescher, Detlef Garbe: Es begann mit Hiroshima. Lamuv, 2005, ISBN 3-88977-665-5, S. 9 und 146
  91. Manfred Kittel: Nach Nürnberg und Tokio: Vergangenheitsbewältigung in Japan und Westdeutschland 1945 bis 1968. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2004, ISBN 3-486-57573-2, S. 42.
  92. Richard H. Minear: Atomic Holocaust, Nazi Holocaust: Some Reflections. In: Diplomatic History, Band 19, Ausgabe 2/1995, S. 347–365.
  93. Peter Krause: Der Eichmann-Prozess in der deutschen Presse. Campus Verlag, 2002, ISBN 3-593-37001-8, S. 133ff.
  94. Beispiele: Russell Thornton: American Indian Holocaust and Survival: A Population History Since 1492 (Civilization of the American Indian). (1987) University of Oklahoma Press, Neuausgabe 1990, ISBN 0-8061-2220-X; Helene Flanzbaum: The Americanization of the Holocaust, The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999.
  95. David E. Stannard: American Holocaust: Columbus and the Conquest of the New World. Oxford University Press, Neuausgabe 1994, ISBN 0-19-508557-4.
  96. David E. Stannard: Uniqueness as Denial: The Politics of Genocide Scholarship. In: Alan S. Rosenbaum (Hrsg.): Is the Holocaust unique? Perspectives on Comparative Genocide. (1994) Westview Press, 3. Auflage. 2008, ISBN 978-0-8133-44065, S. 163–208.
  97. Ward Churchill: Acts of Rebellion: The Ward Churchill Reader. Routledge Chapman & Hall, 2003, ISBN 0-415-93156-8, S. 56. und S. 339, Fußnote 72
  98. Lilian Friedberg: Dare to Compare: Americanizing the Holocaust. In: American Indian Quarterly Band 24, Nr. 3/2000, E-ISSN 1534-1828, Print ISSN 0095-182X, S. 353–380.
  99. Guenter Lewy (History News Net, 22. Januar 2007): Were American Indians the Victims of Genocide?; Jürgen Zimmerer: Colonialism and the Holocaust. Towards an Archeology of Genocide. In: A. D. Moses (Hrsg.): Genocide and Settler Society: Frontier Violence and Stolen Indigenous Children in Australian History. Berghahn Books, 2005, ISBN 1-57181-411-6, S. 49–76.
  100. Fabian Virchow: Gegen den Zivilismus: Internationale Beziehungen und Militär in den politischen Konzeptionen der extremen Rechten. Vs Verlag, 2006, ISBN 3-531-15007-3, S. 170 mit Fußnoten 1035 und 1036.
  101. Beispiele: Naiwu Osahon: The black Holocaust. Obobo Books, 1994, ISBN 978-186-051-0; Lenford Anthony White: Slavery: An Introduction to the African Holocaust - With Special Reference to Liverpool, Capital of the Slave Trade. Race Equality Management Team, 2. Auflage. 1997, ISBN 0-9524789-3-5; Sam E. Anderson: Black Holocaust For Beginners. 2007, ISBN 978-1-934389-03-4; Del Jones: The Black holocaust: global genocide. Hikeka Press, 1992, ISBN 0-9639995-8-3; Timothy White: The Black Holocaust. Christian Multi-Service Center, 2010, ISBN 978-0-9708592-3-5.
  102. Firpo W. Carr: Germany’s black holocaust, 1890-1945. Morris Publications, 2003, ISBN 0-9631293-4-1.
  103. Jürgen Zimmerer: Von Windhuk nach Auschwitz? Beiträge zum Verhältnis von Kolonialismus und Holocaust. Lit Verlag, 2011, ISBN 978-3-8258-9055-1, S. 174.
  104. Laurence Mordekhai Thomas: Vessels of Evil: American Slavery and the Holocaust. Temple University Press, 1993, ISBN 1-56639-100-8.
  105. Miron Dolot: Execution by Hunger: The Hidden Holocaust (1985), W. W. Norton & Co; Neuausgabe 1987, ISBN 0-393-30416-7.
  106. Dmytro Zlepko: Der Ukrainische Hunger-Holocaust: Stalins verschwiegener Völkermord 1932/33 an 7 Millionen ukrainischen Bauern im Spiegel geheimgehaltener Akten des deutschen Auswärtigen Amtes: eine Dokumentation aus den Beständen des Politischen Archivs im Auswärtigen Amt. Bonn, H. Wild, 1988.
  107. Svetlana Burmistr: Holodomor - der organisierte Hungertod in der Ukraine 1932-1933. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Vorurteil und Genozid. Ideologische Prämissen des Völkermords. Böhlau Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-205-78554-5, S. 62.
  108. Andreas Kappeler: Ukraine: Gegenwart und Geschichte eines neuen Staates. Nomos, 1993, ISBN 3-7890-2920-3, S. 141ff.
  109. Nicolas Werth: Sowjetische Hungersnöte und die Frage des Genozids (Vortrag in Hamburg, 4. Mai 2011)
  110. Stephane Courtois, Nicolas Werth, Jean-Louis Panne (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus: Unterdrückung, Verbrechen und Terror. Piper, einmalige Sonderausgabe, München 2004, ISBN 3-492-04664-9 (Vorwort von Stephane Courtois, besonders S. 35)
  111. Wolfgang Proissl (Die Zeit 48/1997): Der rote Holocaust: Interview mit dem französischen Historiker Stéphane Courtois, dem Herausgeber des „Schwarzbuches“
  112. Jens Mecklenburg, Wolfgang Wippermann: »Roter Holocaust«? Kritik des Schwarzbuchs des Kommunismus. Konkret Literatur Verlag, 1998, ISBN 3-89458-169-7; Horst Möller: Der rote Holocaust und die Deutschen. Die Debatte um das 'Schwarzbuch des Kommunismus'. Piper, München 1999, ISBN 3-492-04119-1.
  113. Paul Rothenhäusler, Hans-Ueli Sonderegger (Hrsg.): Erinnerung an den Roten Holocaust. Rothenhäusler Verlag, 2000, ISBN 3-907817-11-7.
  114. Dietrich Seybold: Geschichtskultur und Konflikt: Historisch-politische Kontroversen in Gesellschaften der Gegenwart. Peter Lang, Bern 2005, ISBN 3-03910-622-8, S. 80.
  115. Zeno.org: Der Nürnberger Prozeß. Hauptverhandlungen, Einundneunzigster Tag, Dienstag, 26. März 1946, Nachmittagssitzung.; The trial of German major war criminals: proceedings of the International military tribunal sitting at Nuremberg, Germany, Band 10. Published under the authority of H.M. Attorney-general by H.M. Stationery off. 1946, S. 84; Yale Law School, Avalon Project: Nuremberg Trial Proceedings Vol. 10 (91. Tag, Dienstag nachmittags, 26. März 1946)
  116. David Caldwell Irving: Hitler’s War. Band 2, Viking Press, 1977, S. 852.
  117. Detlef Garbe: In jedem Einzelfall - bis zur Todesstrafe: der Militärstrafrechtler Erich Schwinge: ein deutsches Juristenleben. Pahl Rugenstein, Köln 1989, ISBN 3-927106-00-3, S. 89.
  118. Erich Schwinge: Bilanz der Kriegsgeneration: ein Beitrag zur Geschichte unserer Zeit. Elwert, 1981, ISBN 3-7708-0718-9, S. 69f.; Kritik: Fritz Wüllner: Die NS-Militärjustiz und das Elend der Geschichtsschreibung: ein grundlegender Forschungsbericht. Nomos, 1997, ISBN 3-7890-4578-0, S. 24.
  119. Robert Jan Van Pelt: The Case for Auschwitz: Evidence from the Irving Trial. Indiana Univ Press, 2002, S. 93.
  120. Hans Leyser: Elmsfeuer: Kriegstagebücher und Briefe aus Russland und Deutschland. Ermer, 1993, ISBN 3-924653-14-3, S. 336.
  121. Wolfgang Benz: Feindbild und Vorurteil: Beiträge über Ausgrenzung und Verfolgung. Deutscher Taschenbuch Verlag, 1996, ISBN 3-423-04694-5, S. 139.
  122. Verfassungsschutz Sachsen: Jahresbericht 2002, pdf S. 41.
  123. Landtag Sachsen: Plenarprotokoll 4/8 vom 21. Januar 2005 (PDF, S. 460ff.; 470 kB)
  124. Verfassungsschutz.de: Jahresbericht 2006, Vorabfassung (PDF S. 51); Verfassungsschutz Sachsen: Bericht 2009 (PDF, S. 4)
  125. Christoph Schwennicke (Süddeutsche Zeitung, 2. Februar 2005): Köhler in Jerusalem: Israel fordert Verbot der NPD
  126. Joachim Wolf (Bundeszentrale für politische Bildung): Die NPD-Verbotsdebatte.
  127. Süddeutsche Zeitung, 28. Januar 2005: Rechtsradikalismus: „Wein mit Hitler-Etikett, das geht nicht“
  128. Klaus Parker: Kein Strafermittlungsverfahren gegen Apfel und Gansel: Die überraschten Anständigen (HaGalil 24. Januar 2005)
  129. Der Tagesspiegel, 10. April 2005: Kein Verfahren gegen NPD-Chef Voigt wegen „Bombenholocaust“
  130. 16 vor, Nachrichten aus Trier, 16. Juni 2010: NPD: OLG folgt Landgericht
  131. Gesellschaft für deutsche Sprache: Unwörter des Jahres
  132. Sächsische Zeitung, 26. Januar 2005: ,Die NPD missbraucht die Opfer in Dresden‘ (Interview mit Reiner Pommerin)
  133. Bundesamt für Verfassungsschutz.de: Argumentationsmuster im rechtsextremistischen Antisemitismus: Aktuelle Entwicklungen (November 2005), Abschnitt 6.2.: Holocaust-Relativierung, PDF S. 19f.
  134. Andrea Röpke, Andreas Speit (Hrsg.): Neonazis in Nadelstreifen - Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft. Christian Links Verlag, 2., teilweise aktualisierte Neuauflage 2009, ISBN 978-3-86153-531-7, S. 55.; siehe auch Heinz Gess: Der „Bomben-Holocaust“. Zur Politik und Bildung nach Auschwitz (PDF; 45 kB)
  135. Gerhard Besier, Katarzyna Stokosa: Lasten diktatorischer Vergangenheit - Herausforderungen demokratischer Gegenwart. Zum Rechtsextremismus heute. Lit Verlag, 2006, ISBN 3-8258-8789-8, S. 7.
  136. Eric Markusen, David Kopf: The Holocaust and strategic bombing: genocide and total war in the twentieth century. Westview Press, 1995, ISBN 0-8133-7532-0.
  137. Verfassungsschutz.de: Die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) als Gravitationsfeld im Rechtsextremismus (PDF; 897 kB)
  138. Rolf-Josef Eibicht, Anne Hipp: Der Vertreibungsholocaust. Die Geschichte eines Jahrhundertverbrechens. Verlag Deutsche Stimme, ISBN 3-9805844-5-3;Weltnetzladen: Verlagswerbetext
  139. Gabriele Nandlinger, Holger Kulick (Bundeszentrale für politische Bildung): Das Ende einer Splitterpartei? Ein Portrait von Ex-DVU-Chef Gerhard Frey
  140. Karsten Kriwat: Der andere Holocaust. Die Vertreibung der Deutschen 1944–1949. FZ Verlag 2004, ISBN 3-924309-71-X.
  141. Hans Henning Hahn: Hundert Jahre sudetendeutsche Geschichte: Eine völkische Bewegung in drei Staaten. Peter Lang, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-631-55372-5, S. 16.
  142. Verfassungsschutz.de. Jahresbericht 2006, S. 100. (PDF; 5,1 MB)
  143. John Joseph Powell: Abortion, the silent holocaust. Argus Communications, 1981, ISBN 0-89505-063-3; William Brennan: The abortion holocaust: today’s final solution. Landmark Press, 1983, ISBN 0-911439-01-3.
  144. Christian Geißler, Bernd Overwien: Elemente einer zeitgemäßen politischen Bildung: Festschrift für Prof. Hanns-Fred Rathenow zum 65. Geburtstag. Lit Verlag, 2009, S. 272.
  145. Abtreibung - der neue Holocaust?; Impressum
  146. ADL, 24. Januar 2006: Letter to The New York Times
  147. ADL, 30. Oktober 1998: Investigation Reveals Strain of Anti-Semitism in Extreme Factions of the Anti-Abortion Movement
  148. Jacob M. Appel (Huffington Post, 5. Dezember 2009): Auschwitz Revisited: The Holocaust and the Abortion Debate
  149. Georg Stötzel, Martin Wengeler: Kontroverse Begriffe: Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin 1994, ISBN 3-11-014106-X, S. 576, Anmerkungen 43-46; Susanne von Paczensky, Renate Sadrozinski: Die Neuen Moralisten: Paragraph 218, vom leichtfertigen Umgang mit einem Jahrhundertthema. Rowohlt, 1984, ISBN 3-499-15352-1, S. 71.
  150. C. H. Beck: Kommentierte Rechtsprechung, zu VI ZR 276/ 99
  151. AFP Agence France-Presse GmbH (23. April 2003): Abtreibung darf „neuer Holocaust“ genannt werden – Gericht: Abtreibungsarzt muss drastische Kritik hinnehmen
  152. Newsletter des Vereins (Ausgabe Mai 2007 von „Nie Wieder! – Nachrichten Europäischer Bürgerinitiativen“)
  153. Der Spiegel, 8. Januar 2005: Umstrittene Predigt: Meisner bedauert Holocaust-Vergleich
  154. Netzeitung.de, 19. Februar 2005: Papst vergleicht Abtreibung mit Holocaust
  155. FAZ, 25. Februar 2005: Katholisch-jüdischer Dialog: „Sensibler Umgang mit dem Wort Holocaust“
  156. Der Spiegel, 27. Februar 2009: Umstrittene Äußerung: Bischof Mixa spricht im Zusammenhang mit Holocaust von Abtreibungen
  157. a b Anti Defamation League: Holocaust Imagery and Animal Rights, August 2005; Zugehöriges Archiv
  158. Charles Patterson: Eternal Treblinka: Our Treatment of Animals and the Holocaust. Booklight Inc 2002, ISBN 1-930051-99-9, S. 181ff.
  159. Isaac Bashevis Singer: The Collected Stories of Isaac Bashevis Singer. Penguin Books, 1984, ISBN 0-14-018699-9, S. 271.
  160. David Sztybel: Can the Treatment of Animals Be Compared to the Holocaust? In: Ethics & the Environment Band 11, Number 1/2006, Indiana University Press, E-ISSN 1535-5306, Print ISSN 1085-6633, S. 97–132 (Beschreibung). Sztybel nennt unter anderen folgende Beispiele (S. …): Tom Regan: The struggle for animal rights International Society for Animal Rights, Clarks Summit, 1987, ISBN 0-9602632-1-7, S. 76f.; Peter Singer: Animal Liberation: The Definitive Classic of the Animal Movement. (1977; 1990) Harper Perennial Modern Classics, aktualisierte Auflage 2009, ISBN 978-0-06-171130-5, S. 83–85; Michael W. Fox, Cleveland Amory: Inhumane Society: The American Way of Exploiting Animals. (1990) St. Martin’s Press, 1992, ISBN 0-312-07808-0, S. 242; Sue Coe: Dead Meat. (1995) Running Press Book Publishing, 2003, ISBN 1-56858-041-X, S. 72f.; Jim Mason: Animal Factories, Crown, 1988, ISBN 0-517-53844-X, S. 48; Deborah Blum: The Monkey Wars (1994), Oxford University Press, Neuausgabe 1996, ISBN 0-19-510109-X, S. 6; Bernard Rollin: Animal Rights & Human Morality. (1980; 1992) Prometheus Books, ISBN 1-59102-421-8, S. 216; Mark Gold: Animal rights: extending the circle of compassion (1995) Jon Carpenter Publications, 1998, ISBN 1-897766-16-5, S. 37.
  161. Claire Jean Kim: Moral Extensionism or Racist Exploitation? The Use of Holocaust and Slavery Analogies in the Animal Liberation Movement. New Political Science, 33 (2011), S. 311–333 <doi:10.1080/07393148.2011.592021>
  162. Roberta Kalechofsky: Animal Suffering and the Holocaust: The Trouble With Comparisons. Micah Publications, 2003, ISBN 0-916288-49-8; referiert nach Roberta Kalechofsky: Zusammenfassung der Schrift auf der Verlags-Webseite
  163. Helmut F. Kaplan: Tiere und Juden oder Die Kunst der Verdrängung
  164. Rechtsprechungsreport der Ruhr-Universität Bochum: „Der Holocaust auf Ihrem Teller“
  165. Beschluss des BVerfG vom 20. Februar 2009, Az. 1 BvR 2266/04 und 1 BvR 2620/05
  166. Beschluss des OGH vom 12. Oktober 2006, Az. 6Ob321/04f
  167. PETA, 27. März 2009: „Holocaust-Kampagne“ verstößt nicht gegen die Menschenwürde
  168. Der Tagesspiegel Gerichtshof weist Tierschützer mit Holocaust-Vergleich ab (8. November 2012)
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Dieser Artikel wurde am 2. Juli 2011 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.