Japaner in Düsseldorf

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Die über 6500 Japaner in Düsseldorf bilden die einzige Japantown Deutschlands. Düsseldorf ist zudem ein wichtiges Zentrum japanischer Wirtschaftsaktivitäten in Europa.[1] Obwohl die Japaner als siebtgrößte[2] ausländische Bevölkerungsgruppe eine kleine Minderheit bilden, prägen sie seit über 50 Jahren das Stadtbild und bereichern das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt. Die meisten in Düsseldorf lebenden Japaner wurden von ihren Arbeitgebern nach Deutschland entsandt und sind für wenige Jahre oder kurzfristige Einsätze in der Stadt. Es handelt sich überwiegend um gutbezahlte Spezialisten und Führungskräfte sowie deren Familienangehörige. Daneben studieren regelmäßig junge Japaner an der Musikhochschule oder der Kunstakademie. Im Jahr 2008 lebten laut Japanischem Generalkonsulat in Düsseldorf und den angrenzenden Gemeinden 8187 Japaner, davon 6548 innerhalb der städtischen Grenzen.[3] Dies entspricht in Düsseldorf einem Anteil von 1,1 % an der Gesamtbevölkerung.

Tempelgarten des EKŌ-Hauses der japanischen Kultur e.V. 1993 in Düsseldorf-Niederkassel

Bedeutung der Japaner für Düsseldorf und Umgebung[Bearbeiten]

NEC Electronics Europe Headquarter in Düsseldorf-Rath

Im Jahr 2003 waren 228 japanische Unternehmen in Düsseldorf tätig, von denen 121 ihr Europa- oder Deutschlandhauptquartier in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt unterhielten. Während viele Banken, Handelsunternehmen und Dienstleister traditionell ihren Sitz in der Düsseldorfer Innenstadt nahmen, haben sich das produzierende Gewerbe und Vertriebsgesellschaften überwiegend in den linksrheinischen Umlandgemeinden niedergelassen. Im Großraum Düsseldorf wurden 2008 450 japanische Unternehmen gezählt, die 23.000 Arbeitsplätze bereitstellten[4] und rund 33 Mrd. Euro umsetzten.[5] Teilbereiche des Düsseldorfer Immobilienmarktes, insbesondere die linksrheinischen Stadtteile Oberkassel, Niederkassel und Lörick sind stark durch die Nachfrage japanischer Mietinteressenten geprägt. Da oftmals die Firmen die Wohnkosten für ihre Mitarbeiter übernehmen, werden von den Vermietern hohe Mietpreise verlangt, die insgesamt das Preisniveau in den linksrheinischen Stadtteilen angehoben haben.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Erst mit dem Ende der Abschließungspolitik Japans Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Voraussetzungen für den Handel in größerem Umfang zwischen dem Inselstaat und Europa geschaffen. Am 1. Juli 1859 gründete der Düsseldorfer Kaufmann Louis Kniffler in Dejima das erste deutsche Handelshaus in Japan.[6][7] Kniffler wurde 1861 zum preußischen Vizekonsul in Nagasaki ernannt, nachdem als Folge der preußischen Ostasienexpedition das Königreich Preußen und Japan am 24. Januar 1861 einen Freundschafts- und Handelsvertrag abgeschlossen hatten. 1863 wurde Kniffler preußischer Konsul in Japan. 1865 kehrte Kniffler nach Düsseldorf zurück und eröffnete an der Goltsteinstraße 17 eine Niederlassung seines japanischen Handelshauses, welches 1870 das erste quellenmäßig belegte Japangeschäft der Siemens AG vermittelte.[8][9] Der erste Aufenthalt von Japanern in Düsseldorf wird für den 17. Juli 1862 berichtet; an diesem Tag soll sich eine japanische Delegation, die aus 38 Personen der Tokugawa-Dynastie bestand, während einer Durchreise im früheren Bahnhof am heutigen Graf-Adolf-Platz mit Altbier erfrischt haben.[10] 1904 präsentierte sich Japan auf der Düsseldorfer Kunst- und Gartenausstellung[11] mit einem japanischen Garten und Teehaus. Die dort tätigen Japanerinnen waren wahrscheinlich bis dahin die ersten japanischen Staatsbürger, die sich über einen längeren Zeitraum in der Stadt aufgehalten hatten. Erstmals wurde in der Stadt am Rhein ein japanisches Feuerwerk gezeigt.[12] Offiziell wurde der erste Japaner in Düsseldorf 1905 registriert.[13] Am 19. März 1931 wurde im Städtischen Kunstmuseum im Ehrenhof eine Ausstellung zeitgenössischer japanischer Maler im Beisein einer großen japanischen Delegation eröffnet.[14] Die Geschichte der japanischen Kolonie in Düsseldorf begann indes erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ansiedlung erster japanischer Unternehmen[Bearbeiten]

In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg konzentrierten sich die japanischen Aktivitäten in Deutschland hauptsächlich in Berlin und Hamburg. Nach 1945 suchte das kriegszerstörte Japan für seinen Wiederaufbau nach Lieferanten für Stahl und chemische Erzeugnisse, die es u.a. im Ruhrgebiet fand. Düsseldorf, im Mittelpunkt der Schwerindustrien von Rhein und Ruhr gelegen, bot sich als Standort für Handelsunternehmungen an. Ende 1951 ließ sich der erste japanische Geschäftsmann in der Landeshauptstadt nieder, im Februar 1952 waren es bereits drei. Allerdings erst am 2. Dezember 1955 registrierte die Düsseldorfer Gewerbeaufsicht eine Niederlassung der Keiretsu Mitsubishi. Mitsubishi war die erste japanische Firma, die amtlich in Düsseldorf registriert worden war. Ein Treffpunkt der Japaner der frühen Jahre war das heute nicht mehr existierende Lokal „Wolfsschlucht“ im Grafenberger Wald.[15] Es folgten allmählich weitere Unternehmen, was nicht zuletzt das Ergebnis einer gezielten Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt und ihres Rufs als „Schreibtisch des Ruhrgebiets“ war.[16]

Wachstum der japanischen Kolonie[Bearbeiten]

Deutsch-Japanisches Center an der Ecke Immermann-/Charlottenstraße

1962 eröffnete die JETRO eine Niederlassung Düsseldorf. Während im ersten Jahrzehnt vor allem die Beschaffung von Produkten der deutschen Schwerindustrie sowie Know-How-Transfer eine Rolle spielten, traten ab Mitte der 1960er Jahre Handelshäuser in Erscheinung, die japanische Produkte in Europa absetzen wollten. Im Laufe dieses Jahrzehnts vervierfachte sich die japanische Gemeinde in Düsseldorf auf rund 1000 Personen. In dieser Zeit entstanden die ersten Elemente einer japanischen Infrastruktur in der Stadt. Bereits 1963 eröffnete das erste japanische Restaurant. 1964 wurde der Japanische Club gegründet; ein Jahr später folgte das Japanische Generalkonsulat und 1966 die Japanische Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf. Mit der Eröffnung der Japanischen Schule 1971 wurde der Standort Düsseldorf für japanische Unternehmen noch attraktiver. Zahlreiche Unternehmen nahmen die Eröffnung der Schule zum Anlass ihre deutschen und/oder europäischen Niederlassungen und Zentralen nach Düsseldorf zu verlegen. Damit hatte die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt den bis dahin schwelenden Standortwettstreit um die Japaner mit Hamburg für sich entschieden. 1974 eröffnete die erste japanische Buchhandlung Europas in Düsseldorf.[17] Ab 1972 bis 1978 wurde das Deutsch-Japanische Center an der Immermann- und Charlottenstraße gebaut. Das vom Architekturbüro HPP geplante und von der Takenaka Corporation errichtete Gebäude wurde zum Mittelpunkt der japanischen Business-Community in Düsseldorf. Bis Ende der 1980er Jahre hatte sich ein breites Spektrum von japanischen Dienstleistern, Gastronomen und Einzelhandelsbetrieben in Düsseldorf herausgebildet. Erst die Anfang der 1990er Jahre in Japan einsetzende Wirtschaftskrise beendete vorläufig das stete Wachstum der japanischen Gemeinschaft. Anlässlich der Japanwochen 1993 besuchte das japanische Kaiserpaar Akihito und Michiko die Landeshauptstadt. Am 15. Juni 2005 unterzeichneten der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin und die Gouverneurin der Präfektur Chiba, Akiko Domoto eine Partnerschaftserklärung mit der Absicht einen Austausch in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur sowie einer Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und Biotechnologie zu intensivieren.[18] Seit 2006 verzeichnet die japanische Gemeinde wieder steigende Zahlen.

Japanisches Geschäftsviertel[Bearbeiten]

Japanischer Supermarkt in der Immermannstraße
Japanische Geschäfte in der Immermannstraße

Im Düsseldorfer Stadtteil Stadtmitte liegt ein etwa 30 Hektar großer Bereich, der stark japanisch geprägt ist. Der Kartendienst Apple Maps nennt ihn Little Tokyo.[19] Zwischen Berliner Allee, Klosterstraße, Charlottenstraße und Graf-Adolf-Straße befinden sich zahlreiche Niederlassungen japanischer Unternehmen. Entlang der Immermannstraße, an der sich auch das 1978 gebaute „Deutsch-Japanische Center“ befindet, konzentrieren sich japanische Unternehmen. Das Center selbst umfasst 12.000 m² Bürofläche; das 600-Betten-Hotel Nikko ist Sitz der japanischen Handelskammer, des Generalkonsulats und europäischer Hauptsitz des Marubeni-Konzerns. Bis Juli 2009 befand sich darin auch eine Niederlassung der Kaufhauskette Mitsukoshi. Neben japanischen Handelsunternehmen, Banken, Versicherungen, Transportunternehmen und Werbeagenturen bedienen zahlreiche Dienstleister, Gastronomen und Einzelhändler die Bedürfnisse ihrer japanischen Klientel. Im japanischen Geschäftsviertel befinden sich zwei japanische Supermärkte, drei japanische Bäcker, mehrere Buchhandlungen, Videotheken, Reisebüros, Spezialgeschäfte und japanische Ärzte. Aber auch deutsche Geschäftsleute bieten eigens auf die fernöstliche Klientel zugeschnittene Dienste an. So finden sich in Apotheken japanische Mitarbeiter, Metzgereien führen speziell für Sukiyaki und Shabu shabu geeignetes und zugeschnittenes Fleisch oder Handyshops werben auf japanisch für den Abschluss von Verträgen. Die meisten der in Düsseldorf lebenden Japaner wohnen nicht in diesem Viertel, sondern eher außerhalb, wie beispielsweise in Düsseldorf-Niederkassel, wo sich auch die japanische Schule befindet. Allerdings gibt es einige Hotels und Boardinghouses, die von Japanern genutzt werden, die sich lediglich für kurzfristige Arbeitsaufträge in Düsseldorf befinden.

Japanische Einrichtungen und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Buddhistischer Altar im EKŌ-Haus

Kultur und Sport[Bearbeiten]

  • Japanischer Club: Der Japanische Club ist die älteste japanische Einrichtung in Düsseldorf und wurde 1964 gegründet. Mit über 5000 Mitgliedern zählt er zu den größten Vereinen der Stadt. Ziel des Clubs ist es, den Japanern in Düsseldorf in verschiedenen Lebensbereichen zur Seite zu stehen. Es wird ein umfangreiches Kultur- und Sportprogramm angeboten sowie eine japanische Bibliothek vorgehalten. Daneben hat sich der Club auch zum Ziel gesetzt den Kontakt zur deutschen Bevölkerung zu pflegen. Es werden z.B. Veranstaltungen mit anderen Düsseldorfer Vereinen durchgeführt.
  • EKŌ-Haus: Das 1993 gegründete EKŌ-Haus ist das kulturelle Zentrum der japanischen Gemeinde. Es ist der einzige japanische Tempel der Jōdo-Shinshū in Europa, eine der größten japanischen Schulen des Buddhismus. Es liegt im Stadtteil Niederkassel. Eingebettet in japanische Gartenarchitektur befinden sich neben einem buddhistischen Tempel Ausstellungs- und Veranstaltungsräume im traditionellen japanischen Stil. Es wird ein umfangreiches religiöses und kulturelles Programm geboten, darunter buddhistische Feste, Teezeremonien, Konzerte oder Kurse in traditionellen japanischen Künsten. Das Zentrum zieht auch internationale Besucher an.
  • Humanet: Der 1986[20] gegründete gemeinnützige Verein Deutsch-Japanisches Kulturforum e. V. nennt sich bei seiner gegenwärtig zentralen Tätigkeit des Gebrauchtwarenhandels „Humanet“. Er verkauft die Sachspenden im eigenen Laden in Oberbilk und organisiert jährlich einen Basar am Hauptbahnhof. Mit dem Erlös unterstützt er ein polnisches Waisenheim und ein Schulprojekt in Benin.
  • Shōnen-Kendō-Klub: Dieser Verein wurde ursprünglich gegründet, um den Kindern Kendō näher zubringen. Der Namensteil Shōnen bedeutet auch Jugendlicher. Früher arbeitete der Shōnen-Kendō-Klub ausschließlich mit der japanischen Schule in Düsseldorf-Niederkassel und deren Angehörigen zusammen. Heute gehört dieser Dojo zu dem NWKV, dem Kendoverband Nordrhein-Westfalen und deshalb auch zum DKenB, dem Deutschen Kendo Bund. Dreizehn Lehrer, von denen zwölf Japaner sind, lehren im Shōnen-Kendō-Klub Kendō, davon ist einer Träger des 7. Dans.[21]
  • Deutsch-Japanische Gesellschaft am Niederrhein: Die DJG wurde ebenfalls 1964 gegründet und ist aus Tischgesprächen zwischen deutschen und japanischen Geschäftsleuten hervorgegangen. Ziel des Vereins ist es, das gegenseitige Verständnis zu fördern. Dazu werden regelmäßig Vorträge, Ausstellungen, Ausflüge und Firmenbesichtigungen organisiert.
  • Kosaido Golf-Club: Der 1990 eröffnete 18-Loch-Golfplatz wurde vom japanischen Landschaftsarchitekten Tomizawa Hirochika entworfen. Der Club ist bei zahlreichen Mitgliedern der japanischen Gemeinschaft beliebt.
  • Fußball: Es gibt zwei japanische Amateur-Fußballvereine in Düsseldorf, die „Reds“ und den „FC Gatz“, die beide an dem jährlich stattfindenden „Deutsch-Japanischen Fußball-Freundschaftsturnier“ teilnehmen.
  • American Football: Seit 2010 finden unregelmäßig Freundschaftsspiele zwischen der japanischen Nationalmannschaft und der deutschen Nationalmannschaft im Rahmen des German-Japan-Bowl statt.

Ausbildung[Bearbeiten]

Einer von vier japanischen Kindergärten
  • Kindergärten: Düsseldorf verfügt über vier japanische Kindergärten, davon zwei in Niederkassel, wobei einer ein deutsch-japanischer Kindergarten ist.
  • Japanische Schule: Die Kinder von in Düsseldorf lebenden Japanern hatten bei der Rückkehr ins Mutterland Anpassungsschwierigkeiten an das dortige Schulsystem. Zwar gab es bereits in den 1960er Jahren japanischen Ergänzungsunterricht an Düsseldorfer Schulen, aber dieser erwies sich als nicht ausreichend, so dass der Wunsch nach einer Ganztagsschule nach japanischem Vorbild aufkam. 1971 wurde die Japanische Internationale Schule Düsseldorf gegründet. Im selben Jahr startete der Unterricht mit zunächst 43 Kindern. Heute werden in den Klassen 1–9 über 700 Kinder unterrichtet.[22] Die Schule bietet bis zu 1000 Schülern eine japanische Schulausbildung in Grund- und Mittelschule und ist heute ein wichtiger Standortfaktor für japanische Firmen.

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die größte regelmäßige Veranstaltung und für die Öffentlichkeit wahrnehmbarste ist der Japantag Düsseldorf/NRW, der seit 2002 veranstaltet wird und mit bis zu einer Million Besuchern zu den größten Volksfesten in Nordrhein-Westfalen zählt.[23] Anlässlich der bilateralen Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum zur Aufnahme der diplomatischen Beziehung zwischen Deutschland (Preußen) und Japan im Jahr 1861 sollte im Mai 2011 eine Japan-Woche in Düsseldorf stattfinden, in die der Japan-Tag 2011 eingebettet sein sollte. Aufgrund der Naturkatastrophe in Fukushima wurde der Japantag jedoch auf den 15. Oktober verschoben.[24] Im Jahr 2012 findet der Japantag wieder im Sommer statt.

Im EKŌ-Haus finden jährlich u.a. ein Sommerfest, das O-Bon-Fest sowie eine Veranstaltung zu Silvester statt. Gut besucht sind dort auch die monatlich stattfindenden öffentlichen Teezeremonien. Das Japanische Generalkonsulat veranstaltet seit 2001 den 'Wirtschaftstag Japan Düsseldorf/NRW', der jedes Jahr unter einem bestimmten Motto japanische und deutsche Fachleute vereint. Die Landeshauptstadt Düsseldorf lädt zudem jährlich zu einem Neujahrsempfang für die japanische Wirtschaft. Auch in der Residenz des japanischen Generalkonsuls in Erkrath finden regelmäßige Veranstaltungen und Empfänge statt.

Japanischer Garten[Bearbeiten]

1975 hat ein Verein aus japanischen Firmen und Mitgliedern der japanischen Gemeinde der Düsseldorfer Bevölkerung den „Japanischen Garten am Rhein“ geschenkt. Der 5000 Quadratmeter große Garten befindet sich im Nordpark. Er wurde vom japanischen Gartenarchitekten Iwaki Ishiguro eigens für Düsseldorf entworfen und ist keine Kopie eines Gartens in Japan. Alle zwei bis drei Jahre reisen japanische Gartenfachleute zur Inspektion an. In der Zwischenzeit wird der Garten von speziell geschulten Mitarbeitern des Gartenamtes gepflegt.[25]

Interkulturelle Bezüge[Bearbeiten]

Die über 50-jährige Präsenz der Japaner in Düsseldorf und das Bemühen um gegenseitiges Kennenlernen hat das Leben in der Landeshauptstadt und Nordrhein-Westfalen in vieler Hinsicht bereichert. So gibt es an der Universität Düsseldorf einen Studiengang „Modernes Japan“. Das Düsseldorfer Cecilien-Gymnasium bietet Japanisch als Abiturfach an[26], weitere Schulen führen Arbeitsgemeinschaften in Japanisch auf freiwilliger Basis an. Im Jahr 2006 lernten in Nordrhein-Westfalen rund 4000 Personen Japanisch. 2008 fand in Düsseldorf erstmals ein Redenwettbewerb für Schüler und Studenten der Japanischen Sprache statt.[27] Die Japan Foundation erteilte bereits 1985 der Volkshochschule Düsseldorf als erster Institution in Deutschland die Berechtigung, Sprachprüfungen auf Grundlage des Japanese Language Proficiency Tests abzunehmen. Im Jahr 2009 absolvierten 576 Teilnehmer aus ganz Europa diese Prüfung in Düsseldorf.[28]

Die drei japanischen Buchhandlungen in der Düsseldorfer Innenstadt führen die neuesten Mangas aus Japan und ziehen zahlreiche deutsche Fans dieses Genres an. Sichtbares Zeichen dieses Interesses sind die bunten Gruppen von Cosplayern, die insbesondere samstags über die Immermannstraße ziehen. Anziehungspunkt für junge Japanliebhaber sind auch die Puri-Automaten, die in einigen Geschäften aufgebaut sind, sowie die Karaoke-Boxen in mehreren Bars. Im Japanischen Garten im Nordpark finden regelmäßig Treffen von Cosplayern statt. Die Stadt Düsseldorf taucht als Handlungsort unter anderem in den japanischen Mangaserien „Monster“ und „Pluto“ auf.

Der Verein Rheinbrücke e.V. übersetzt seit 1981 pro Woche etwa zehn Artikel aus den lokalen Zeitungen ins Japanische und gibt eine Zeitschrift heraus, die den japanischen Mitbürgern in ihrer Muttersprache Informationen über Ereignisse in Düsseldorf näherbringen. Ergänzt wird dies durch eine Internetpräsenz.[29][30]

Unter dem Titel Japandorf erschien 2013 ein Album des 2008 verstorbenen Klaus Dinger und anderer Musiker. Das Album reflektiert die Erfahrungen, die Dinger in Kontakt mit japanischen Künstlern in Düsseldorf und ihrer Kultur gemacht hatte. Ein mit japanischem Akzent vorgetragener Titel darin heißt Immermannstraße und nimmt damit auf die Japantown Düsseldorfs Bezug.[31][32]

Der Fußballverein Fortuna Düsseldorf pflegt eine intensive Öffentlichkeitsarbeit in Richtung seiner japanischsprachigen Fans. So erscheint seit 2008 vierteljährlich das Clubmagazin Fortuna Aktuell in japanischer Sprache, ebenso eine spezielle Website.[33][34][35]

Kooperationen und Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit Juni 2005 besteht ein Freundschaftsvertrag zwischen Düsseldorf und der japanischen Präfektur Chiba. Neben wirtschaftlichen Belangen soll auch der Austausch in den Bereichen Wissenschaft, Sport und Kultur gefördert werden. So finden gegenseitige Besuche der Symphonieorchester und ein Jugendsportaustausch statt. Gezielt gefördert wird auch der Informationsaustausch wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die Präfektur Chiba ist zudem regelmäßiger Teilnehmer am Japan-Tag.[36]

Bekannte Japaner, die in Verbindung zu Düsseldorf stehen[Bearbeiten]

Bekannte Düsseldorfer japanischer Herkunft[Bearbeiten]

  • Blumio (* 1985), bürgerlich Fumio Kuniyoshi, deutscher Rapper, aufgewachsen und wohnhaft in Düsseldorf

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Frater: Der Düsseldorf Atlas. Düsseldorf – Nippons Hauptstadt am Rhein. Emons, Köln 2004, ISBN 3-89705-355-1, S. 74 ff.
  • Günther Glebe: Segregation and the ethnoscape: the Japanese business community in Düsseldorf. In: Goodman, Peach, Takenaka, White (Hrsg.): Global Japan. The experience of Japan’s new immigrant and overseas communities. Routledge, Abingdon Oxford 2003, ISBN 0-415-29741-9, S. 98–115.
  • Kerbo, Harold, Patrick Ziltener: Japanese Business in Germany. In: Bird, Allan (editor). Encyclopedia of Japanese Business and Management. Routledge, December 6, 2001. ISBN 0203996321, 9780203996324.
  • Okamura, Kayko: Chapter 4: Multicultural Identity in a Global Society: Locality and Nationality of Contemporary Children of the Japanese Diaspora in Germany. In: Adachi, Nobuko (editor): Japanese and Nikkei at Home and Abroad: Negotiating Identities in a Global World. Cambria Press (EN), 2010. 1621968979, 9781621968979.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Japaner in Düsseldorf: in Japan Forum, März 2002, S. 1–2.
  2. Amt für Statistik und Wahlen, Landeshauptstadt Düsseldorf: Statistisches Jahrbuch 105. Jahrgang. S. 67.
  3. Website des Japanischen Generalkonsulats: Japaner in Düsseldorf. 29. April 2010, abgefragt am 1. April 2001
  4. Landeshauptstadt Düsseldorf, Pressemitteilung 08011710_0160 vom 21. Januar 2008
  5. Denisa Richters: Wie es die Japaner an den Rhein zog. In: Rheinische Post. 29. März 2008.
  6. Erich Zielke: Konsul Louis Kniffler – Der Pionier des deutschen Japanhandels. In: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte/Journal of Business History, 25. Jahrgang, Heft 1 (1980), p. 1–11, Verlag C.H. Beck, ISSN 03422852
  7. Edmund Spohr: Erste Deutsche in Japan 1639–1866 in Düsseldorfer Jahrbuch, Band 80. Droste, Düsseldorf 2010, ISBN 978-3-7700-3060-6, S. 341.
  8. Toru Takenaka: Siemens in Japan. in Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Beiheft 91. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-515-06462-1, S. 47.
  9. Kniffler zog 1884 an die Ratinger Straße 49, 1885 in die Goltsteinstraße 15. Nach dem Tod des Gründers 1888 wurde das Handelshaus nach Hamburg verlegt, wo es noch heute unter dem Namen C. Illies & Co. tätig ist. Hamburg entwickelte sich in dieser Zeit zum deutschen Zentrum des Ostasienhandels.
  10. Denisa Richters: Als die Japaner das Alt entdeckten. Artikel vom 30. November 2008 im Portal rp-online.de, abgerufen am 16. November 2013
  11. Der volle Name der Ausstellung war Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung und Große Gartenbau-Ausstellung. Siehe hierzu: Website zum Buch von Stefanie Schäfers: Vom Werkbung zum Vierjahresplan. Die Ausstellung Schaffendes Volk, Düsseldorf 1937, Droste Verlag, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7700-3045-1.
  12. Benedikt Mauer: Düsseldorf–Japan Eine Beziehungsgeschichte. Hrsg.: Landeshauptstadt Düsseldorf, Stadtarchiv. Düsseldorf 2011, S. 7.
  13. Der Spiegel: Ich träume auf Japanisch und denke auf Deutsch, abgefragt am 6. Januar 2011
  14. Benedikt Mauer: Düsseldorf–Japan Eine Beziehungsgeschichte. Hrsg.: Landeshauptstadt Düsseldorf, Stadtarchiv. Düsseldorf 2011, S. 8.
  15. Benedikt Mauer: Düsseldorf–Japan Eine Beziehungsgeschichte. Hrsg.: Landeshauptstadt Düsseldorf, Stadtarchiv. Düsseldorf 2011, S. 10.
  16. Japan und Nordrhein Westfalen: Ein Blick in Geschichte und Gegenwart, Artikel in nippon aktuell (Vol. 5, 2008, herausgegeben vom Japanischen Generalkonsulat Düsseldorf), pdf-Datei, abgerufen am 16. November 2013
  17. Marion Seele-Leichert: In Düsseldorf begann der Siegeszug der Mangas. Westdeutsche Zeitung vom 25. Oktober 2010, Ausgabe Düsseldorf
  18. Benedikt Mauer: Düsseldorf–Japan Eine Beziehungsgeschichte. Hrsg.: Landeshauptstadt Düsseldorf, Stadtarchiv. Düsseldorf 2011, S. 16.
  19. Kartendienst Apple erfindet „Little Tokyo“, Artikel vom 30. Oktober 2012 im Portal rp-online.de, abgerufen am 1. November 2012
  20. Geschichtsbeschreibung auf dem offiziellen Webauftritt des Vereins: Über uns – Humanet
  21. Website des Shōnen-Kendō-Klubs
  22. Website der Japanischen Internationalen Schule Düsseldorf, abgefragt am 22. August 2008
  23. Website des Japantag, abgefragt am 22. August 2008
  24. Rheinische Post Online, Artikel vom 6. April 2011
  25. Website der Stadt Düsseldorf, Gartenamt: Pressemitteilung, abgefragt am 19. August 2009
  26. Website des Cecilien-Gymnasiums, abgefragt am 24. August 2008
  27. Website des Generalkonsulats: Redenwettbewerb, abgefragt am 24. August 2008
  28. Rheinische Post vom 7. Dezember 2009, S. C3.
  29. Rheinische Post: Rheinische Post für Japaner. Düsseldorfer Stadtpost vom 4. Februar 2011, S. C3
  30. Info-Website des Vereins Rheinbrücke
  31. Siehe Artikel Japandorf in der englischsprachigen Wikipedia.
  32. Immermannstraße (YouTube-Video, 3:45 min), Text und Gesang: Masaki Nakao, Yui Miki; Musik: Klaus Dinger (Gitarre und Bass), Satoshi Okamoto (Keyboard), Kazayuki Onouchi (Drums)
  33. Düsseldorf's Japanese Outreach. Artikel vom 5. Dezember 2013 im Portal bundesliga.com, abgerufen am 6. Dezember 2013
  34. Falk Janning: Gengo Seta – Fortunas Vollzeit-Japaner. Artikel vom 30. Juli 2013 im Portal rp-online.de, abgerufen am 6. Dezember 2013
  35. Volker Geissler: Einmalig in Deutschland: Fortuna auf Japanisch. Artikel vom 21. Mai 2011 im Portal express.de, abgerufen am 6. Dezember 2013
  36. Landeshauptstadt Düsseldorf (Hrsg.): Die Wirtschaftsförderung informiert. Ausgabe Nr. 97, September 2010.
  37. Profil auf der Seite der Tonhalle: http://www.tonhalle.de/dusy/togawa