Jenny Erpenbeck

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Jenny Erpenbeck (Frankfurter Buchmesse, 2012)

Jenny Erpenbeck (* 12. März 1967 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Regisseurin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Jenny Erpenbeck ist die Tochter des Physikers, Philosophen und Schriftstellers John Erpenbeck und der Arabisch-Übersetzerin Doris Kilias. Ihre Großeltern väterlicherseits sind die Autoren Fritz Erpenbeck und Hedda Zinner.

Jenny Erpenbeck besuchte eine Erweiterte Oberschule in Ost-Berlin, an der sie 1985 ihr Abitur machte. Anschließend absolvierte sie eine zweijährige Lehre als Buchbinderin. Danach arbeitete sie an diversen Theatern als Requisiteurin und Garderobiere.

Von 1988 bis 1990 studierte sie Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1990 wechselte sie zum Studium der Musiktheater-Regie (u. a. bei Ruth Berghaus, Heiner Müller und Peter Konwitschny) zur Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Studiums 1994 (mit der Inszenierung von Béla Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg in der Parochialkirche und im Tacheles Berlin) arbeitete sie einige Zeit zunächst als Regieassistentin am Opernhaus Graz, ab 1997 übernahm sie eigene Inszenierungen an diesem Haus (z. B. Erwartung von Arnold Schönberg, Herzog Blaubarts Burg von Bartók und die Uraufführung ihres eigenen Stücks Katzen haben sieben Leben).

Als freischaffende Regisseurin inszenierte sie ab 1998 an verschiedenen Häusern in Deutschland und Österreich, darunter Monteverdis L’Orfeo in Aachen, Händels Acis und Galathea an der Staatsoper Berlin und Wolfgang Amadeus Mozarts Zaide in Nürnberg/Erlangen.

Jenny Erpenbeck schlug in den 1990er Jahren neben ihrer Regiearbeit die schriftstellerische Laufbahn ein. Sie ist Verfasserin von erzählender Prosa und Theaterstücken. 1999 erschien ihr Debüt Geschichte vom alten Kind, 2001 der Erzählband Tand, 2004 die Novelle Wörterbuch und im Februar 2008 der Roman Heimsuchung.

Ab März 2007 übernahm Jenny Erpenbeck für ein Jahr die vierzehntäglich erscheinende Kolumne von Nicole Krauss in der FAZ. Im April 2013 erhielt Jenny Erpenbeck den Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk, in dem sich laut Jury die künstlerische Wahrhaftigkeit mit hoher Formkunst, Sprachschönheit und einer Evokationskraft verbindet, die uns in jedem Augenblick zu Mitleidenden und Mitfühlenden macht.[1]

Seit 2002 ist Jenny Erpenbeck Mutter eines Sohnes, mit dem sie in Berlin wohnt.

Preise und Würdigungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Theaterstücke
  • Katzen haben sieben Leben. UA: 30. Januar 2000, Vereinigte Bühnen Graz; Frankfurt am Main: Verlag der Autoren
  • Leibesübungen für eine Sünderin. UA: 27. März 2003, Deutsches Theater Berlin; Frankfurt am Main: Verlag der Autoren

Jenny Erpenbecks Werke wurden u. a. ins Dänische, Englische, Französische, Griechische, Hebräische, Niederländische, Schwedische, Slowenische, Spanische, Ungarische, Japanische, Koreanische, Litauische, Polnische, Rumänische, Arabische, Italienische und Estnische übersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Heike Bartel, Elizabeth Boa (Hrsg.): Pushing at Boundaries. Approaches to Contemporary German Women Writers from Karen Duve to Jenny Erpenbeck. Amsterdam 2006, ISBN 978-90-420-2051-1 (englisch).
  •  Wiebke Eden: Sich mit Worten auszudrücken, war immer das Nächste. In: Keine Angst vor großen Gefühlen. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15474-x, S. 13–32 (Jenny Erpenbeck in einem Interview mit Wiebke Eden).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite des Joseph-Breitbach-Preises der Stadt Koblenz abgerufen am 27. April 2013
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIngeborg-Bachmann-Preis: Die AutorInnen bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur 2001. In: ORF Kärnten. 2. Juli 2001, abgerufen am 28. Mai 2009.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatInselschreiber: Jenny Erpenbeck : Preisträger 2006. In: Kunstraum-Sylt Quelle. Abgerufen am 10. Juli 2008.
  4. ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH - 1. November 2010 - Verleihung Stahl-Literaturpreis 2010
  5. Pressemitteilung der Stadt Aalen vom 4. Dez. 2012
  6. Heinrich-Heine-Gastdozentur der Lüneburger Leuphana Universität