Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin

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Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin
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Gründung 1950
Trägerschaft staatlich
Ort Berlin
Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Rektor Jörg-Peter Weigle (kom. seit 1. April 2014)
Studenten 488 WS 2012/13[1]
Mitarbeiter 142
davon Professoren 46
Jahresetat 9 Mio. €
Website www.hfm-berlin.de

Die staatliche Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin (HFM) wurde 1950 gegründet und ist eine der führenden Musikhochschulen Europas.[2]

Die in Berlin-Mitte gelegene Musikhochschule ist nach dem Komponisten und Musiktheoretiker Hanns Eisler benannt und hat ihren Hauptsitz in der Charlottenstraße 55 gegenüber dem Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt. Nach einer umfassenden Sanierung kam 2005 der Neue Marstall (Schlossplatz 7) als weiterer Standort hinzu.

Die Hochschule beherbergt ein Sinfonieorchester, ein Kammerorchester, einen Chor, ein Studienorchester, ein Sinfonisches Blasorchester, das Blechbläserensemble Eisler Brass und das Echo Ensemble für Neue Musik.

Charlottenstraße 55 (Hauptgebäude)
Standort Neuer Marstall
Wilhelmstraße 54 (ehemaliger Hauptsitz)

Geschichte[Bearbeiten]

Da sich nach der Gründung der DDR sowohl die Musikhochschule als auch alle Konservatorien in Westberlin befanden, beschloss 1949 das Ministerium für Volksbildung der DDR die Errichtung einer neuen Musikhochschule. Ein schwer kriegsbeschädigtes Gebäude in der Wilhelmstraße wurde repariert und am 1. Oktober 1950 erfolgte die Eröffnung der Deutschen Hochschule für Musik.

Gründungsrektor war der Musikwissenschaftler Georg Knepler. Dem ersten Professorenkollegium gehörten unter anderem Rudolf Wagner-Régeny und Hanns Eisler (Komposition), Helmut Koch (Dirigieren), Helma Prechter und Arno Schellenberg (Gesang) an.
Zum Direktor des Konservatoriums der neu gegründeten Hochschule für Musik wurde Reinhold Krug berufen, der später auch künstlerischer Direktor der angegliederten Spezialschule für Musik war.

1953 wurde der Studiengang Regie zur Ausbildung von Opern- und Musiktheaterregisseuren eingeführt, da besonderes Interesse von Seiten zweier Studierender für dieses Fachgebiet bekundet wurde. Damit war diese Musikhochschule die erste Hochschule in Europa, die einen Studiengang dieser Art anbot.

1964 wurde die Hochschule in Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin umbenannt, im Foyer des Hauses erhielt eine vom Bildhauer Fritz Cremer geschaffene Bronzebüste des Komponisten einen Ehrenplatz.[3]

Zur Nachwuchsförderung wurde zeitgleich mit der Hochschulgründung am 1. September 1950 die Berufsvollschule für Musik eröffnet, die 1965 in die Spezialschule für Musik umgewandelt und direkt der Hochschule für Musik zugeordnet wurde. Seit 1991 heißt sie Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach.

Im Jahr 2005 wurde das Jazz-Institut Berlin (JIB) als gemeinsame Einrichtung der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ und der Universität der Künste Berlin gegründet.

Bibliothek[Bearbeiten]

Der Bestand der Hochschulbibliothek umfasst 14.400 Bücher, 57.000 Noten und 4.100 CDs/Videos.

Abteilungen und Institute[Bearbeiten]

Die Musikhochschule besteht aus vier Abteilungen und vier Instituten, die zusammen mit der Universität der Künste Berlin unterhalten werden.

Als Studiengänge wurden im Sommersemester 2011 angeboten: Gesang/Musiktheater, Regie, Streichinstrumente, Harfe, Gitarre, Blasinstrumente, Schlagzeug, Dirigieren, Korrepetition, Klavier, Akkordeon, Komposition/Tonsatz und Wissenschaft.[4]

Kurt-Singer-Institut für Musikergesundheit[Bearbeiten]

Im Kurt-Singer-Institut für Musikergesundheit wird seit 2002 zu gesundheitlichen Aspekten des Musikerberufs geforscht. Namenspatron ist der jüdische Arzt und Musikwissenschaftler Kurt Singer, der von 1923 bis 1932 eine medizinische Beratungsstelle an der Musikhochschule in Berlin leitete. Damit ist er Nachfolger des Chirurgen Moritz Katzenstein. Darüber hinaus hatte er einen Lehrauftrag für Musikerkrankheiten inne. Er wurde mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten seiner Tätigkeit entbunden und verstarb 1944 im KZ Theresienstadt. Seit 2009 leitet die Physiotherapeutin und Gesundheitspädagogin Kristin Guttenberg das Institut.

KLANGZEITORT – Institut für Neue Musik[Bearbeiten]

Seit 2003 wird das Institut für Neue Musik in Kooperation mit der UdK Berlin betrieben. Bei der Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik kann es auf das hauseigene Ensemble klangexekutive sowie die elektronischen Studios der Berliner Hochschulen zurückgreifen. Es bestehen die Konzertreihen ZOOM und FOCUS sowie Veranstaltungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten (z. B. Notation, Intonation, klassische Musik Indiens, zeitgenössische Komposition in Lateinamerika). Das Institut wird geleitet von Daniel Ott (Komponist), Wolfgang Heiniger (Komponist) und Irene Kletschke (Musik- und Theaterwissenschaftlerin).

Jazz-Institut Berlin[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jazz-Institut Berlin

Durch die Schaffung des Jazz-Institutes (JIB) ist es 2005 gelungen, eine Jazz-Ausbildung auf internationalem Niveau zu garantieren. Zu den Professoren gehören die US-Amerikaner David Friedman, John Hollenbeck, Judy Niemack-Prins und Jiggs Whigham. Die Fachbereiche gliedern sich in Holzbläser, Blechbläser, Gesang, Klavier, Saiteninstrumente, Schlagzeug-Percussion, Mallets sowie Wissenschaft, Theorie und Medien. Künstlerischer Leiter ist der Jazz-Saxophonist Peter Weniger.

Zentralinstitut für Weiterbildung[Bearbeiten]

Das 2007 gegründete Zentralinstitut für Weiterbildung (ZIW) ermöglicht Weiterbildungen für Mitarbeiter der vier Berliner Kunsthochschulen, so werden Masterstudiengänge im Bereich Kulturjournalismus, Musiktherapie, Leadership in Digitaler Kommunikation, Kunsttherapie, Raumstrategien und Sound Studies angeboten. Ein Beispiel ist die Beteiligung an der Sommerakademie KlangKunstBühne.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Es werden pro Jahr mehr als 400 Veranstaltungen abgehalten. Kooperationen bestehen mit dem Konzerthaus Berlin und der Stiftung Berliner Philharmoniker. Spielstätten sind die Komische Oper, die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper.

Die INTERAKTION – Dirigenten-Werkstatt des Kritischen Orchesters ist seit 2002 ein Workshop der Musikhochschule zur Ausbildung von Dirigenten. Er ist auf Initiative von Klaus Harnisch entstanden. Patronat hat die Deutsche Orchestervereinigung. Mitwirkende Orchester sind die Berliner Philharmoniker, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Konzerthausorchester Berlin und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Dozenten waren bereits Nikolaus Harnoncourt, Christian Thielemann, Daniel Barenboim, Zubin Mehta, Kent Nagano, Seiji Ozawa und Sir Simon Rattle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

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Rektoren[Bearbeiten]

Ehrensenatoren[Bearbeiten]

Hochschulrat[Bearbeiten]

Bekannte Professoren und Dozenten[Bearbeiten]

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Das Alumni-Programm carte carrière international unterstützt die Kommunikation der Ehemaligen mit der Hochschule.

Förderverein und Preise[Bearbeiten]

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin steht unter der Schirmherrschaft von Richard von Weizsäcker. Vorsitzende ist Andrea Gräfin von Bernstorff. Gemeinsam mit der Hochschule veranstaltet sie seit 2005 den Boris Pergamenschikow Preis für Kammermusik in Gedenken an den Cellisten Boris Pergamenschtschikow. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Darüber hinaus unterstützt die Renate-Schorler-Stiftung den Berliner Klavierwettbewerb in Andenken an die Pianistin Renate Schorler. Er würdigt Klavierwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Seit 1993 wird von der Hochschule der Hanns-Eisler-Preis für Komposition und Interpretation zeitgenössischer Musik vergeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin auf academics
  3. Kulturdenkmal Büste Hanns Eisler, 1964
  4. Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin: Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2011 (abgerufen am 9. Mai 2011)
  5. Ich möchte, dass sie weinen. Die Dirigentin Shi-Yeon Sung erzählt über koreanische und europäische Traditionen. In: Berliner Zeitung, 28. Juli 2007

52.51378813.391286Koordinaten: 52° 30′ 50″ N, 13° 23′ 29″ O