Jens-Daniel Herzog

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Jens-Daniel Herzog (* 12. Juli 1963 in Berlin) ist ein deutscher Theater- und Opernregisseur und seit Herbst 2011 Intendant der Oper Dortmund (Vertrag bis zum 31. Juli 2021).[1]

Leben[Bearbeiten]

Jens-Daniel Herzog ist der Sohn des Schauspielers Peter Herzog.[2] Nach einem Philosophiestudium an der FU Berlin ging Jens-Daniel Herzog 1990 als Regieassistent an die Münchner Kammerspiele, wo er mehrere Inszenierungen des Intendanten Dieter Dorn begleitete, unter anderem dessen König Lear (1992). 1993 hatte Herzogs Debütinszenierung, die Uraufführung von Marlene Streeruwitz’ Stück New York, New York, im Werkraum der Münchner Kammerspiele Premiere. Diese erste Regiearbeit Herzogs wurde zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.[3] 1994 inszenierte er Simone Schneiders Die Nationalgaleristen und Die Nacht kurz vor den Wäldern von Bernard-Marie Koltès.[2]

In den folgenden Jahren war Herzog Spielleiter und fester Regisseur an den Münchner Kammerspielen, daneben gastierte er am Thalia Theater Hamburg, am Wiener Burgtheater, am Schauspiel Frankfurt und am Schauspielhaus Zürich; seine dortige Inszenierung von David Mamets „Oleanna“ war beim Berliner Theatertreffen zu sehen. Am Opernhaus Zürich inszenierte Herzog erstmals Opern, Wagners Tannhäuser und Tschaikowskis Pique Dame.[4] Tannhäuser, geleitet von Franz Welser-Möst mit Peter Seiffert in der Titelrolle, wurde 2003 auf DVD aufgezeichnet.[5] Von 2000 bis 2006 war er Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim, wo er auch die Mozart-Opern Così fan tutte und Die Entführung aus dem Serail sowie Wagners Die Meistersinger von Nürnberg inszenierte.[4]

Nach dem Ende seiner Mannheimer Zeit widmete sich Herzog vorrangig der Opernregie und inszenierte am Opernhaus Zürich, dem Staatstheater Mainz, dem Südkoreanischen Nationaltheater in Seoul, dem Staatstheater Nürnberg, den Tagen für Alte Musik Innsbruck, der Hamburgischen Staatsoper und wiederum dem Nationaltheater Mannheim. Schauspielinszenierungen entstanden am Bayerischen Staatsschauspiel München und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe.[3]

2008 verlegte Herzog in der Zürcher Produktion von Händels Oper Rinaldo den Schauplatz aus der Zeit der Kreuzzüge in eine Flughafenlounge. Die Aufführung unter Leitung von William Christie wurde auf DVD aufgenommen.[6] Ebenfalls 2008 inszenierte er in Zürich die selten aufgeführte "Bürgerliche Komödie" Intermezzo von Richard Strauss.[7] Seine erste Arbeit an der Semperoper war 2009 Händels Giulio Cesare in Egitto. An der der Oper Frankfurt inszenierte er Wagners Lohengrin.[8]

Seit Herbst 2011 ist Jens-Daniel Herzog Intendant der Oper Dortmund.[9][10] Dort inszenierte er Wagners Der Fliegende Holländer, geleitet von Jac van Steen, mit Andreas Macco in der Titelrolle und Christiane Kohl als Senta.[11] Im März 2012 brachte er in Dortmund Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium Elias in einer szenischen Fassung auf die Bühne. Für Ende 2012 ist in Dortmund die Premiere seiner Inszenierung der Monteverdi-Oper Die Krönung der Poppea vorgesehen. Neben seinem dortigen Engagement arbeitet weiterhin als freischaffender Regisseur u.a. an der Oper Genf und dem Theater an der Wien. Im Juli 2012 eröffnete er die Salzburger Festspiele mit Die Zauberflöte unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dortmund.de Nachrichten vom 14. April 2014: Oper - Vertrag mit Intendant Herzog verlängert, abgerufen am 15. April 2014
  2. a b Jens-Daniel Herzog im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. a b Biografie beim Opernhaus Zürich
  4. a b Jens-Daniel Herzog. Nationaltheater Mannheim. 2011. Abgerufen am 23. November 2011.
  5. Tannhäuser (englisch) wagneropera.net. 2011. Abgerufen am 23. November 2011.
  6. Ronald Blum: Handel with care: Zurich ‘Rinaldo’ set in airport (englisch) Associated Press. 20. Juni 2008. Abgerufen am 23. November 2011.
  7. Horst Koegler: Intermezzo (englisch) journal The Opera News. 28. März 2008. Abgerufen am 23. November 2011.
  8. Jens-Daniel Herzog. Semperoper. 2011. Abgerufen am 23. November 2011.
  9. Herzog will Aufbruchstimmung an Dortmunds Oper, derwesten.de, 16. April 2010
  10. Jens-Daniel Herzog will mehr Menschen fürs Musiktheater gewinnen, Ruhr Nachrichten, 28. September 2011
  11. Jens-Daniel Herzog inszeniert den „Fliegenden Holländer“ in Dortmund. wa.de. 3. Oktober 2011. Abgerufen am 19. November 2011.
  12. Wolfgang A. Mozart • Die Zauberflöte Salzburger Festspiele

Weblinks[Bearbeiten]