Jerry Springer

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Springer 2011
Jerry Springer
Logo der Jerry Springer Show

Gerald Norman „Jerry“ Springer (* 13. Februar 1944 in Hampstead, London) ist ein US-amerikanischer Politiker und Moderator.

Springer war demokratischer Bürgermeister von Cincinnati. Er ist vor allem für seine Talk-Sendung The Jerry Springer Show bekannt, die Boulevardthemen mit häufigen Handgreiflichkeiten unter Gästen paart und gilt als Erfinder der Krawall-Talkshow.

Leben[Bearbeiten]

Springer wurde als Sohn jüdischer Flüchtlinge in der Highgate U-Bahn-Station in London, England während eines Bombenangriffs während des 2. Weltkrieges geboren. Seine Mutter Margot war Bankangestellte und sein Vater Richard Springer betrieb ein Schuhgeschäft in Landsberg an der Warthe. Im Januar 1949 wanderte Springer mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten aus und seine Eltern ließen sich in Kew Gardens, Queens (New York) nieder. Dort besuchte er die Forest Hills High School. Gerald Norman und seine Schwester Evelyn wuchsen zusammen mit ihren Eltern in einem kleinen Vier-Zimmer-Apartment auf. Seine beiden Großmütter starben im Holocaust[1]. Seine ersten Erinnerungen am politischen Tagesgeschehen war während seines 12. Lebensjahres, als er eine Fernsehnübertragung der Parteiversammlung der Demokraten gesehen hatte. John F. Kennedy hatte ihn beeindruckt.

Bevor Springer TV-Moderator wurde, war er als Berufspolitiker tätig. So kandidierte er 1970 für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus; als er dort scheiterte, ließ er sich 1971 in den Gemeinderat der Stadt Cincinnati wählen. 1974 musste er wegen eines Prostituiertenskandals zurücktreten[2] gewann als unabhängiger Kandidat seinen Sitz im Jahr darauf jedoch wieder zurück. 1977 kandidierte er – im Alter von 33 – erfolgreich für den Posten des Bürgermeisters der Stadt, den er ein Jahr innehatte. 1982 bewarb er sich erfolglos um das Amt des Gouverneurs von Ohio. Er arbeitete daraufhin für über ein Jahrzehnt äußerst erfolgreich als politischer Reporter und Kommentator für die Cincinnatier NBC-Tochter WLWT-TV. Am 30. September 1991 startete schließlich die Talk-Sendung The Jerry Springer Show, die in Chicago aufgenommen wird und bis heute erfolgreich im Fernsehen läuft. Die Show gilt als popkultureller Archetypus der zeitgenössischen Krawall-Talkshow und wurde vielfach parodiert. Themen, welche zu handgreiflichen Aktionen der Gäste führten, wurden beispielsweise in Austin Powers, Die Simpsons, Grabgeflüster – Liebe versetzt Särge oder Hör mal, wer da hämmert dargestellt.

In dem britischen Musical Jerry Springer – The Opera von Stewart Lee und Richard Thomas wird die vielen als absurd erscheinende Jerry Springer Show mit Elementen wie steptanzenden Ku-Klux-Klan-Mitgliedern noch weiter ins Surreale versetzt. Das Musical wurde 2002 in Edinburgh uraufgeführt und wurde inzwischen im Cambridge Theatre im Londoner West End und auch im britischen Fernsehen gezeigt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Er war in einer Folge der US-Sitcom Eine schrecklich nette Familie zu sehen, in der er die Rolle eines männlichen Feministen spielte. Zu sehen war er auch in der US-Comedy-Sitcom Sabrina – total verhext! in der Folge Mrs. Kraft, in der er sich selbst spielte.

Springer hat auch in mehreren Filmen mitgespielt, z. B. an der Seite von Dolph Lundgren in The Defender im Jahre 2004.

Auch trat er als Gast in der US-Comedy Show MADtv und bei der Wrestling-Liga WWE in den Jahren 2010 und 2014 auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Who do you think you are BBC Dokumentation
  2. David Plotz: Jerry Springer. In: Slate. 22. März 1998. Abgerufen am 29. Juni 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jerry Springer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Jerry Springer – Zitate (Englisch)