Johan Vonlanthen

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Johan Vonlanthen
Spielerinformationen
Voller Name Johan Vonlanthen Benavídez
Geburtstag 1. Februar 1986
Geburtsort Santa MartaKolumbien
Größe 175 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
1998–1999 FC Flamatt
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1999–2003
2003–2006
2005
2005–2006
2006–2011
2009–2010
2011–2012
2013
2013–
2014
2014–
BSC Young Boys
PSV Eindhoven
Brescia Calcio (Leihe)
NAC Breda (Leihe)
Red Bull Salzburg
FC Zürich (Leihe)
Itagüí Ditaires
FC Wohlen
Grasshopper Club Zürich
FC Schaffhausen (Leihe)
Servette FC Genève
37 0(6)
26 0(6)
9 0(0)
32 0(6)
85 (11)
27 (10)
5 0(0)
0 0(0)
5 0(0)
17 0(2)
0
Nationalmannschaft
2001
2002–2003
2005
2002–2008
2004–2009
Schweiz U-17
Schweiz U-19
Schweiz U-20
Schweiz U-21
Schweiz
7 0(0)
5 0(7)
3 0(1)
23 0(9)
40 0(7)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 26. Juli 2014
Vonlanthen im Trainingslager der Nati vor der Euro 2008

Johan Vonlanthen Benavídez (* 1. Februar 1986 in Santa Marta, Kolumbien) ist ein Schweizer Fussballspieler kolumbianischer Herkunft. Seit dem 16. Juli 2014 spielt Vonlanthen für den Schweizer Traditionsverein Servette FC.

Leben[Bearbeiten]

Johan Vonlanthen wurde in der kolumbianischen Hafenstadt Santa Marta geboren. Im Alter von zwölf Jahren kam er nach der Heirat seiner kolumbianischen Mutter mit dem Schweizer Roger Vonlanthen in die Schweiz. Er ist dadurch schweizerisch-kolumbianischer Doppelbürger.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Vonlanthen durchlief als Junior die Tagesschule bei den Berner Young Boys. In der Saison 2001/02 debütierte er als 16-Jähriger in der höchsten Schweizer Spielklasse, der Nationalliga A (seit 2003 Super League), und kam auf acht Einsätze. Dabei erzielte er ein Tor. In der darauf folgenden Saison schoss Vonlanthen bei 27 Einsätzen vier Tore. Im Sommer 2003 wechselte der Stürmer zum niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven und war dort der jüngste Spieler in der Ehrendivision. Mit dem PSV Eindhoven wurde er niederländischer Vizemeister und qualifizierte sich für die Champions League.

Nach einem Jahr bei Brescia Calcio spielte er in der Saison 2005/06 leihweise bei NAC Breda.

Ab der Saison 2006/07 spielte Vonlanthen im offensiven Mittelfeld des österreichischen Erstligisten Red Bull Salzburg. In seiner Debutsaison kam er bei fast allen Saisonspielen zum Einsatz, erzielte fünf Tore und holte mit seinem Klub den österreichischen Meistertitel. Er konnte allerdings nie den Einfluss auf das Spiel entwickeln, den sich Trainer Giovanni Trapattoni von ihm erhoffte: Nur bei 13 seiner 42 Saisoneinsätze durfte er über 90 Minuten auf dem Platz bleiben.[1] Mit der Folgesaison begannen Vonlanthens Probleme. Der FC Salzburg kam in der Liga nicht auf Touren und die Qualifikation für die Champions League misslang. Ende 2007 unterzog sich Vonlanthen einer erfolgreichen Leistenoperation. Auch nach seinem Comeback verlief sein Engagement beim FC Salzburg durchwachsen. In der Saison 2008/09 gewann er mit den Salzburgern seinen zweiten Meistertitel. Immer wieder erhielt er vom offensiv eingestellten Trainer Co Adriaanse eine Chance, sich zu beweisen. Vonlanthen kam in der Meistersaison 2008/09 auf 29 Einsätze, von denen jedoch lediglich fünf über 90 Minuten gingen.[2]

Johan Vonlanthen fiel am Ende der Saison 2008/09 bei Red Bull Salzburg in Ungnade und wurde in den Nachwuchs degradiert. Daraufhin wechselte er zurück in die Schweiz zum FC Zürich. Der damals 23-Jährige und der FC Zürich einigten sich auf einen Leihvertrag bis zum 30. Juni 2010 mit Option auf eine definitive Übernahme,[3] die jedoch nicht genutzt wurde.[4] Nach seiner Rückkehr zum FC Red Bull Salzburg wurde Vonlanthen von Trainer Huub Stevens vorerst nicht berücksichtigt und erst im März 2011 wieder in den Kader aufgenommen. Unter dem neuen Trainer Ricardo Moniz durfte er beim 1:0-Sieg beim SV Mattersburg am 15. Mai 2011 ein kurzes Comeback geben, als er in der 78. Spielminute eingewechselt wurde.[5]

Vonlanthens Vertrag beim FC Red Bull Salzburg lief im Sommer 2011 aus. Geholt als eines der grössten Offensivtalente Europas und ausgestattet mit einem der höchstdotierten Verträge im Klub, kam Vonlanthen unter sämtlichen Trainern nicht über die Rolle eines Rotationsspielers hinaus.

Im Sommer 2011 verliess Vonlanthen Europa und wechselte in sein Geburtsland Kolumbien zu Itagüí Ditaires. Der Kontrakt beinhaltet die Klausel, dass Vonlanthen am Samstag aufgrund seiner Religion nicht arbeiten muss. Nachdem es auch bei diesem Club nicht rund lief, wurde der Vertrag nach einer halben Saison wieder aufgelöst.[6][7] Am 30. Mai 2012 trat Vonlanthen zurück.[8] „Wer hat gesagt, dass ich zurückgetreten bin? Wieder so eine BLICK-Schlagzeile. Momentan bin ich verletzt. Aber wenn Jesus will, dass ich spiele, werde ich wieder spielen!“ (Johan Vonlanthen: blick.ch)[9]

Im April 2013 kehrte er zum Fussball zurück und trainierte beim FC Wohlen, mit dem er wegen der fehlenden Spielberechtigung nur ein Testspiel gegen den FC Baden absolvieren durfte. Zur Saison 2013/14 wollte er wieder einen gültigen Vertrag unterschreiben.[10] Dies gelang ihm im Juni 2013, als er beim Rekordmeister Grasshoppers Zürich einen Einjahresvertrag mit Option auf eine zweite Saison unterzeichnete. Um Spielpraxis sammeln zu können, wurde er im Januar 2014 an den FC Schaffhausen in die Challenge League ausgeliehen.[11] Auf die Saison 2014/15 wechselte Vonlanthen ablösefrei zum Traditionsverein Servette FC um mitzuhelfen den Verein wieder in die oberste Liga zu bringen.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Johan Vonlanthen bei einem Länderspiel-Einsatz

Am 6. Juni 2004 gab Vonlanthen sein Debüt im Trikot der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Beim 1:0-Sieg der Schweiz gegen Liechtenstein wurde er in der 81. Minute für Alexander Frei eingewechselt.

Bei der Fussball-Europameisterschaft 2004 in Portugal war er der zweitjüngste Spieler des Turniers. Das erste Spiel der Schweiz gegen Kroatien sah er von der Ersatzbank aus. Im zweiten Spiel gegen England wechselte ihn Trainer Köbi Kuhn in der 83. Minute für Hakan Yakin ein. Im letzten Spiel gegen Frankreich stand Vonlanthen in der Anfangself. Mit seinem Ausgleich zum 1:1 in der 26. Minute wurde er der jüngste Torschütze in der Geschichte der Fussball-Europameisterschaft. Diesen Rekord hatte erst vier Tage zuvor der drei Monate ältere Engländer Wayne Rooney für sich gesichert. Am Ende verlor die Schweiz die Begegnung mit 1:3 und schied nach der Vorrunde aus.

Seit der Europameisterschaft bis 2006 gehörte Vonlanthen zum Kader der Nationalmannschaft. Beim 6:0-Sieg der Schweiz gegen die Färöer-Inseln zum Auftakt der Qualifikation für die WM 2006 schoss Vonlanthen drei Tore.

Vonlanthen konnte nicht an der WM 2006 teilnehmen, nachdem er sich am 22. Mai 2006 bei einem Sprinttest in Magglingen eine Muskelverletzung zugezogen hat. Der zuvor wegen angeblicher charakterlicher Defizite angeprangerte Mittelfeldspieler Hakan Yakin ersetzte den Angreifer.

Bei der Fussball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz stand Vonlanthen wieder im Aufgebot der Schweiz; wie im Verein jetzt als Mittelfeldspieler. Bei der EM wurde er in allen drei Spielen eingesetzt und bekam in den Spielen gegen Tschechien und Portugal je eine gelbe Karte.

Für die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurde er von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld nicht berücksichtigt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johan Vonlanthen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. transfermarkt.de: Johan Vonlanthen
  2. transfermarkt.de: Johan Vonlanthen
  3. Johan Vonlanthen stösst zum FC Zürich (tagesanzeiger.ch)
  4. Pressemitteilung FCZ (www.fcz.ch)
  5. transfermarkt.at: SV Mattersburg - FC Red Bull Salzburg 0:1 (abgerufen am 15. Mai 2011)
  6. nzz.ch: Farce statt Fussball
  7. nzz.ch: Vonlanthen löst Vertrag auf
  8. Das Ende – Johan Vonlanthen tritt zurück, Blick vom 30. Mai 2012
  9. http://www.blick.ch/sport/fussball/jesus-hat-die-totale-kontrolle-ueber-mich-id1910997.html (abgerufen am: 5. Juni 2012).
  10. Testspiel mit Wohlen gegen Baden – Vonlanthen trifft bei Comeback, zuletzt aufgerufen am 31. Mai 2013
  11. Vonlanthen leihweise zum FC Schaffhausen, zuletzt aufgerufen am 4. Januar 2014 auf gcz.ch