Kanton Freiburg

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Staat Freiburg
État de Fribourg
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: FR
Amtssprache: Französisch (67 %),
Deutsch (31 %)[1][2]
Hauptort: Freiburg (Fribourg)
Beitritt zum Bund: 1481
Fläche: 1670,8[1] km²
Website: www.fr.ch
Bevölkerung
Einwohner: 297'622[3] (31. Dezember 2013)
Dichte: 178 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 20,6 %[4] (August 2013)
Arbeitslosenquote: 2,8 %[5] (November 2013)
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Gemeinden des Kantons
Gemeinden des Kantons

46.7237.061Koordinaten: 47° N, 7° O; CH1903: 571130 / 174714

Freiburg (Kürzel FR; schweizerdeutsch Frybùrg, französisch Fribourg, italienisch Friburgo, rätoromanisch Friburg, frankoprovenzalisch  le Tyinton dè Friboua?/i), amtlich Staat Freiburg[6] und État de Fribourg[7] [eˈta də fʀiˈbuʀ], ist ein französisch- und deutschsprachiger Kanton in der Romandie, Schweiz. Der Hauptort ist die gleichnamige Stadt Freiburg (Fribourg).

Geographie[Bearbeiten]

Freiburger Voralpen: Dent de Brenleire (2'358 m, rechts vorne) und Vanil Noir (2'389 m, hinten)

Der Kanton Freiburg ist mit 1670,8 Quadratkilometern[1] der achtgrösste Kanton der Schweiz. Topografisch lässt sich Freiburg in zwei grössere Bereiche unterteilen: Der nördliche und westliche Teil gehört zum Schweizer Mittelland, der Süden zu den Schweizer Voralpen (siehe dazu den Hauptartikel Freiburger Voralpen).

Die höchste Erhebung bildet der Vanil Noir mit 2'389 m. Er befindet sich im Süden des Kantons im Greyerzbezirk, an der Grenze zum Kanton Waadt. Der tiefste Punkt liegt auf 430 m, am Neuenburgersee (Lac de Neuchâtel).

Die Nachbarkantone sind der Kanton Waadt im Westen und Süden, der Kanton Bern im Osten, und im Norden grenzt Freiburg durch den Neuenburgersee an den Kanton Neuenburg.

Wappen[Bearbeiten]

Als Kantonswappen wurde der schwarz-weisse Schild erst spät genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts entstand das Wappen mit heutiger Form (zuvor getragen von einem oder zwei Löwen).

Schwarz und Weiss als Wappen wurde erstmals mit einem weissen Kreuz im schwarzen Feld verwendet. Die dadurch entstandenen vier Abtrennungen im schwarzen Feld symbolisierten die vier Stadtpanner (Au, Burg, Neustadt, Spital), welche die regierenden Häuser des Staates waren. Das Kreuz wurde im Laufe der Zeit aus dem Wappen entfernt, was zum heutigen Schwarz-Weiss führte.

Bis zum Zusammenbruch der Stadtpanner wurde das Stadtwappen in Zusammenhang mit dem Kantonalwappen verwendet, was zu den alten Kantonsfarben Schwarz und Blau führte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der Kanton Freiburg zählte am 31. Dezember 2013 297'622 Einwohner.[3] Damit gehört er zu den mittelgrossen Kantonen der Schweiz. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 178 Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem Schweizer Durchschnitt. Der Ausländeranteil beträgt 20,6 Prozent.[4] Von der Gesamtbevölkerung sind 24 Prozent unter 20-jährig, 62 Prozent 20- bis 64-jährig und 14 Prozent sind älter als 64.[8]

In den letzten zehn Jahren hat die Kantonsbevölkerung um 13,1 Prozent zugenommen. Damit gehört Freiburg zu den am schnellsten wachsenden Kantonen der Schweiz. Laut Bundesamt für Statistik kann damit gerechnet werden, dass die Bevölkerungszahl im Jahre 2017 auf über 300'000 angewachsen sein wird.[9] 2007 war Freiburg mit einem Plus von 1,9 Prozent der am stärksten wachsende Kanton der Schweiz.[10]

Jahr Einwohner
1. Januar
Geburten Todes-
fälle
Geburten-
überschuss
Wanderungs-
saldo
Einwohner
31. Dezember
Veränderung Veränderung
in Prozent
1999 232'086 2934 1888 1046 1156 234'307 2221 1,0
2000 234'307 237'044 2737 1,2
2001 237'044 2850 1846 1004 2154 240'339 3295 1,4
2002 240'339 2684 1883 801 2896 243'400 3061 1,3
2003 243'400 2812 1934 878 2602 246'656 3256 1,3
2004 246'656 2782 1918 864 2974 250'377 3721 1,5
2005 250'377 2745 1873 872 2785 253'954 3577 1,4
2006[11] 253'954 2803 1856 947 2810 258'252 4298 1,7
2007[10] 258'252 2792 1810 982 4333 263'241 4989 1,9
2008[12] 263'241 2895 1762 1133 4415 268'537 5296 2,0
2009[13] 268'537 3029 1906 1123 3814 273'159 4622 1,7
2010[8] 273'159 3087 1893 1194 3751 277'824 4665 1,7

Sprachen[Bearbeiten]

Der Kanton Freiburg ist ein offiziell zweisprachiger Kanton, Amtssprachen sind Französisch und Deutsch. Die Mehrheit der Bevölkerung ist französischsprachig, Deutsch wird vor allem im Norden und Nordosten des Kantons gesprochen. In diesen deutschsprachigen Gebieten, es sind dies vor allem der Sense- und der Seebezirk, ist die Umgangssprache das Senslerdeutsch, im Seebezirk – entsprechend der Geschichte des Murtenbiets als Gemeine Herrschaft von Bern und Freiburg – das Berndeutsch.

2011 wurden die Einwohner zwecks ihrer Hauptsprache befragt, worauf sie mehrere Hauptsprachen angeben konnten. Dabei fanden bis zu drei Hauptsprachen je Person Berücksichtigung. Die Verteilung der Hauptsprachen gestaltete sich am 31. Dezember 2011 wie folgt (Auflistung nach Häufigkeit):[2]

Sprache Anteil
in Prozent
Französisch 66,7
Deutsch 30,7
andere Sprachen 5,8
Englisch 2,5
Italienisch 2,3

Auffällig beim obigen Resultat ist, dass Englisch (keine Amts- bzw. Landessprache der Schweiz) einen höheren Anteil als Italienisch aufweist.

Religionen[Bearbeiten]

Konfessionen im 19. Jahrhundert

Freiburg ist ein römisch-katholisch geprägter Kanton, obwohl er von den mehrheitlich protestantischen Kantonen Waadt und Bern umgeben ist. Nur im Nordwesten des Kantons, im Seebezirk, ist die Mehrheit der Bevölkerung traditionell protestantisch, da das Gebiet bis 1798 eine Gemeine Herrschaft von Bern und Freiburg war. Heute sind rund 70 Prozent der Kantonsbevölkerung römisch-katholisch und 15 Prozent protestantisch. Die Katholiken gehören landeskirchlich zur Katholischen Kirchlichen Körperschaft des Kantons Freiburg (französisch Corporation ecclésiastique catholique du canton de Fribourg) und religiös zum Bistum Lausanne, Genf und Freiburg. Die Reformierten sind in der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg zusammengeschlossen. 3 Prozent gehören einer anderen christlichen Religion an, die übrigen haben eine andere Religion, sind konfessionslos oder haben beim Zensus keine Angabe gemacht.

Politik[Bearbeiten]

Verfassung[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 wurde eine neue Kantonsverfassung[14] angenommen, die das alte, aus dem Jahr 1856 stammende und seither 40-mal überarbeitete Grundgesetz ersetzte.

Legislative[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grosser Rat (Freiburg)

Der Grosse Rat zählt seit Inkrafttreten der neuen Verfassung noch 110 Sitze.[15] Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Die Wahlen finden im Proporzwahlverfahren statt. Die letzten Grossratswahlen fanden am 13. November 2011 statt.

Partei Sitze
2011
Sitze
2006
Sitzverteilung 2011
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 31 37 Sitzverteilung des Grossen Rates 2011
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 29 25
FDP.Die Liberalen (FDP) 17 19
Schweizerische Volkspartei (SVP) 21 18
Christlich-soziale Partei (CSP) 4 4
Grüne Partei der Schweiz (GPS) 3 3
Grünliberale Partei (glp) 2
Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) 2
Indépendante – Solidarité 1 1
Freie Liste (Mouvement Ouverture) 2
Evangelische Volkspartei (EVP) 1

Exekutive[Bearbeiten]

Die Kantonsregierung wird durch den siebenköpfigen Staatsrat (Conseil d’Etat) gebildet. Dieser wird alle fünf Jahre im Majorzwahlverfahren bestellt.

Die Amtszeit des gegenwärtigen Staatsrates dauert von 2012 bis 2016. Dessen Zusammenstellung gestaltet sich wie folgt:[16]

Staatsrat Partei Direktion
Beat Vonlanthen, Präsident 2014 CVP Volkswirtschaftsdirektion VWD
Erwin Jutzet, Vize-Präsident 2014 SP Sicherheits- und Justizdirektion SJD
Georges Godel CVP Finanzdirektion FIND
Anne-Claude Demierre SP Direktion für Gesundheit und Soziales GSD
Marie Garnier GPS Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft ILFD
Maurice Ropraz FDP Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion RUBD
Jean-Pierre Siggen CVP Direktion für Erziehung, Kultur und Sport EKSD

Der Staatsrat wird durch die Staatskanzlerin Danielle Gagnaux-Morel und dessen Vizekanzler Olivier Curty unterstützt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Pré de Riva ist eine rekonstruierte Pfahlbausiedlung in Gletterens bei Vallon, südlich des Neuenburgersees. Auf der nördlichen Seite nur etwa 26 Kilometer entfernt liegt im Kanton Neuenburg (auf Höhe des A5-Tunnels) ein weiterer archäologischer Park Laténium in Hauterive, östlich von Neuenburg (Neuchâtel), der an die Stelle des «Musée cantonal d’archéologie» getreten ist und latènezeitliche Funde zeigt.

Städte und Orte[Bearbeiten]

Die Stadt Freiburg

Beachtenswert sind die beiden zweisprachigen Städte Freiburg (frz. Fribourg) und Murten (frz. Morat), daneben die anderen historischen Bezirkshauptorte Tafers (frz. Tavel), Bulle, Romont, Estavayer-le-Lac und Châtel-Saint-Denis.

Der Kanton Freiburg ist in einen ländlichen Süden/Südosten und einen urbanisierten, dicht besiedelten Norden/Nordwesten geteilt. Die grössten Städte sind Freiburg und Bulle. Die Agglomeration Freiburg im Norden des Kantons zählt circa 96'000 Einwohner und diejenige von Bulle im Süden circa 24'000 (beide 2004). Zudem gehört die Agglomeration Freiburg der Metropolregion Bern an. Der Westen des Sensebezirks bildet den deutschsprachigen Teil und fast der ganze Saanebezirk den französischsprachigen. Zur Agglomeration Bulle gehören nur Gemeinden des Greyerzbezirks.

Politische Gemeinden[Bearbeiten]

Insgesamt umfasst der Kanton 163 politische Gemeinden (Stand: Januar 2014).[17]

Nachfolgend aufgelistet sind Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern per 31. Dezember 2013:[3]

Politische Gemeinde Einwohner
Freiburg (Fribourg) 37'485
Bulle 20'824
Villars-sur-Glâne 12'057
Marly 7919
Düdingen 7664
Murten 6490
Châtel-Saint-Denis 6275
Estavayer-le-Lac 6094
Wünnewil-Flamatt 5380

Bezirke[Bearbeiten]

Bezirke des Kantons Freiburg

Der Kanton gliedert sich in die sieben Bezirke:

Bezirk
(deutsch/französisch)
Einwohner
(31. Dezember 2013)
Fläche
in km²
Verwaltungssitz Anzahl
Gemeinden
Sprache
Broye 29'246 173,87 Estavayer-le-Lac 30 Französisch
Glane (frz. Glâne) 22'445 168,73 Romont 19 Französisch
Greyerz (frz. Gruyère) 50'325 489,20 Bulle 26 Französisch1
Saane (frz. Sarine) 101'477 216,50 Freiburg (Fribourg) 36 Französisch, Deutsch
See (frz. Lac) 34'359 145,87 Murten 26 Französisch, Deutsch
Sense (frz. Singine) 42'405 265,23 Tafers 19 Deutsch
Vivisbach (frz. Veveyse) 17'365 134,23 Châtel-Saint-Denis 9 Französisch
Kanton Freiburg (Gesamt; 7) 297'622 1593,63 Freiburg (Fribourg) 165 Französisch, Deutsch
1 (französischsprachig mit der einzigen deutschsprachigen Gemeinde Jaun)

Auffallend ist, dass jeder Bezirk den Namen eines Gewässers trägt («See» steht für den Murtensee).

Partnerschaften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Freiburg in Zahlen. Staatsrat des Kantons Freiburg, abgerufen am 5. August 2014.
  2. a b Annuaire statistique du canton de Fribourg – Statistisches Jahrbuch des Kantons Freiburg – 2014. Amt für Statistik des Kantons Freiburg, S. 350, abgerufen am 5. August 2014 (PDF; 8,95 MB).
  3. a b c Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  4. a b Bestand der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nach Wohnkanton und Ausländergruppe Ende August 2013 (PDF; 132 kB). Bundesamt für Migration (BFM). Medienmitteilung vom 22. Oktober 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  5. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt – November 2013 (PDF; 618 kB). Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Pressedokumentation vom 9. Dezember 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  6. Siehe deutschsprachige Website (Überschrift) des Kantons Freiburg
  7. Siehe französischsprachige Website (Überschrift) des Kantons Freiburg
  8. a b tatistisches Jahrbuch des Kantons Freiburg – 2012. Amt für Statistik des Kantons Freiburg, abgerufen am 5. August 2014 (PDF).
  9. Kanton Freiburg: 300 000 Einwohner bereits im Jahr 2017. Amt für Statistik des Kantons Freiburg, 29. März 2011, abgerufen am 5. August 2014 (PDF).
  10. a b Medienmitteilung zur ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz. Bundesamt für Statistik BFS, 28. August 2008, abgerufen am 5. August 2014 (PDF).
  11. Statistisches Jahrbuch des Kantons Freiburg. Amt für Statistik des Kantons Freiburg, abgerufen am 4. August 2014 (PDF).
  12. Statistisches Jahrbuch des Kantons Freiburg – 2010. Amt für Statistik des Kantons Freiburg, S. 14, abgerufen am 5. August 2014 (PDF).
  13. Statistisches Jahrbuch des Kantons Freiburg – 2011. Amt für Statistik des Kantons Freiburg, S. 14, abgerufen am 5. August 2014 (PDF).
  14. Verfassung des Kantons Freiburg. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft (admin.ch), abgerufen am 5. August 2014.
  15. Willkommen beim Grossen Rat des Kantons Freiburg. Sekretariat des Grossen Rates des Kantons Freiburg, abgerufen am 5. August 2014.
  16. Beat Vonlanthen, Präsident, Volkswirtschaftsdirektor. Staatsrat des Kantons Freiburg, abgerufen am 5. August 2014.
  17. Nomenklaturen – Amtliches Gemeindeverzeichnis der Schweiz – Gemeindestände seit 1. Januar 2000. Bundesamt für Statistik BFS, abgerufen am 5. August 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kanton Freiburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Kanton Freiburg – Quellen und Volltexte