Johannes Nepomuk Neumann

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Johann Nepomuk Neumann
Wappen

Johannes Nepomuk Neumann CSsR (* 28. März 1811 in Prachatitz; † 5. Januar 1860 in Philadelphia, (Pennsylvania, USA)) war Bischof von Philadelphia und ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Johannes Nepomuk Neumann war Sohn des aus Obernburg am Main (Unterfranken) zugewanderten Strumpfwirkers Johann Philipp Neumann und der Agnes Lebisch aus Prachatitz. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Budweis studierte er in Prag Philosophie, Theologie, Mathematik, Naturwissenschaften und Latein. Am 1. November 1831 trat er in das Priesterseminar in Budweis ein.

Auswanderer und Missionar[Bearbeiten]

Allmählich reifte in ihm der Wunsch, als Missionar in Nordamerika arbeiten zu wollen, insbesondere, um möglichst bald zum Priester geweiht zu werden. Damals herrschte in der Diözese Budweis Priesterüberschuss, so dass Neumann nach Beendigung seines Studiums nicht zur Priesterweihe zugelassen wurde.

Von Budweis aus reiste er 70 Tage nach Paris, wo er die bereits bezahlte Kutsche nach Le Havre verpasste und dorthin zu Fuß ging und sich am 20. April 1836 einschiffte.

Am 1. Juni 1836 kam er in New York an und empfing dort knapp vier Wochen später, am 25. Juni 1836, von Bischof John Dubois die Priesterweihe. Danach zog er nach Williamsville (nördlich von Buffalo), wo er den Kirchenbau vollendete und seine erste katholische Schule gründete. Das Pfarrgebiet hatte einen Umfang von 1450 Quadratkilometern, welches er unentwegt mit einem Rucksack durchwanderte. Als er an Ostern 1840 entkräftet zusammenbrach, brachte man ihn zur Erholung in ein Redemptoristenkloster.

Am 30. November 1840 trat Neumann in den Redemptoristenorden ein. Nachdem er am 16. Januar 1842 die Profess in Baltimore, Maryland, abgelegt hatte, wurde er dort Pfarrer an St. Alfons. Zu der Gemeinde, in deren Gebiet zumeist deutsche Emigranten lebten, gehörten zehn Außenstationen. Seit 1843 Provinzrat, wurde er 1844 Leiter des Pittsburgher Klosters und schließlich 1846 als Vizeprovinzial der Leiter aller amerikanischen Niederlassungen des Ordens. Er gab zwei Katechismen und eine biblische Geschichte heraus.

Bischof von Philadelphia[Bearbeiten]

Bischof Johann Nepomuk Neumann

Am 1. Februar 1852 wurde er in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen in der Seelsorge und wegen seiner intellektuellen Fähigkeiten von Papst Pius IX. zum Bischof von Philadelphia ernannt. Die Weihesakrament#Episkopat spendete ihm der Erzbischof von Baltimore, Francis Patrick Kenrick, am 28. März desselben Jahres. Mitkonsekrator war der Bischof von Hartford, Bernard O’Reilly. Er war der bis dahin jüngste Bischof der USA. Als Bischof wählte er den Leitspruch: Passio Christi conforta me („Leiden Christi, stärke mich!“). In seiner nur acht Jahre währenden Amtszeit begann er den Bau der Kathedrale von Philadelphia und richtete ein Priesterseminar ein. Er gründete in seinem Bistum über 100 Kirchen und fast ebenso viele Schulen. Dadurch legte er den Grundstein für das kirchliche Pfarrschulsystem im heutigen Amerika.

Als Bischof kümmerte sich Johannes Neumann vor allem um die einfachen und armen Leute. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass in einer guten Schulausbildung der entscheidende Schlüssel für eine Verbesserung der sozial schwachen Schichten liegt.

Nach einer Romreise 1854 besuchte er seine Heimatstadt im Böhmerwald, deren Einwohner ihm einen überwältigenden Empfang bereitete.

Am 5. Januar 1860 brach der nur 1,60 Meter große Mann auf der Straße zusammen und starb noch am gleichen Tag. Er wurde in der Redemptoristenkirche von Philadelphia bestattet. Der Seligsprechungsprozess wurde 1886 begonnen und am 13. Oktober 1963 mit der Seligsprechung abgeschlossen. Am 19. Juni 1977 wurde Johannes Nepomuk Neumann von Papst Paul VI. heiliggesprochen.

Gedenktag[Bearbeiten]

Verehrung[Bearbeiten]

Der Vater von Bischof Neumann, Johann Philipp Neumann, wurde am 16. Oktober 1774 in Obernburg am Main (Unterfranken/Bayern/Deutschland) geboren. Er wanderte 1802 nach Prachatitz/Böhmen aus.

In Obernburg/Main ist die Unterkirche seinem Namen geweiht. Zwei Glasfenster daselbst zeigen Lebensabschnitte des Bischofs Johannes Nepomuk Neumann. Nach dem Bischof benannt ist die Bischof-Neumann-Schule in Königstein im Taunus.

USA-Staatspräsident Barack Obama überreichte als Gastgeschenk bei seinem Besuch im Juli 2009 im Vatikan Papst Benedikt XVI. eine Stola des heiligen Bischof Neumann. Benedikt revanchierte sich mit einer Buchsonderausgabe seiner Sozialenzyklika Caritas in veritate.

Literatur[Bearbeiten]

  • Augustin Reimann: Böhmerwaldsohn und Bischof von Philadelphia - Johann Nepomuk Neumann. Sudetendeutsches Priesterwerk, Königstein/Taunus 1960, 103 S.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johannes Nepomuk Neumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien