John L. Pennefather

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John Pennefather auf der Krim, 1855
(Foto: R. Fenton)

Sir John Lysaght Pennefather GCB (* 1800/9. September 1798[1]; † 9. Mai 1872) war ein britischer General im Krimkrieg.

Leben[Bearbeiten]

John Pennefather war der dritte Sohn des irischen Geistlichen John Pennefather und ein Neffe des Richters Richard Pennefather, Baron of the Exchequer in Irland. Er wurde in der Grafschaft Tipperary geboren. Im Januar 1818 trat er als Kornett der 7th Dragoon Guards in die Armee ein, wechselte aber 1826 zum 22. Infanterieregiment (The Cheshire Regiment). 1823 Lieutenant, 1825 Hauptmann, 1831 Major und 1839 Oberstleutnant stieg er nicht durch den üblichen Stellenkauf, sondern durch reguläre Beförderungen auf.

1841 nahm er als Brigadier an General Charles Napiers Feldzug zur Eroberung von Sindh (Indien, heute Pakistan) teil, wo er als Befehlshaber der Infanteriebrigade, dem – vornehmlich aus Iren bestehenden – einzigen europäischen Verband der Streitmacht, wesentlich zum entscheidenden Sieg der Briten in der Schlacht von Miani (17. Februar 1843) beitrug. Napier erklärte später, dass der Sieg allein Pennefather zu verdanken sei. In der Schlacht schwer verwundet kehrte Pennefather nach England zurück, wurde zum Companion des Bath-Ordens ernannt und erhielt den Dank des Parlaments. 1846 wurde er zum Oberst in der Armee befördert und zum Adjutanten der Königin ernannt. Von 1849 bis 1854 war er Assistant Quartermaster-General (A.Q.G.) im Distrikt Cork in Irland.

Nach Ausbruch des Krieges mit Russland erhielt er das Kommando über die 1. Brigade in Sir De Lacy Evans' 2. Division. Er führte die aus dem 30., 55. und 95. Regiment zusammengesetzte Brigade bei der Belagerung von Sewastopol, in der Schlacht an der Alma, wofür er vom Oberbefehlshaber Lord Raglan im Kriegsbericht sehr gelobt wurde, und zeichnete sich bei der Abwehr eines russischen Angriffs auf die Stellungen der 2. Division am 26. Oktober 1854 ebenfalls aus.

In der Schlacht von Inkerman am 5. November 1854 übernahm er anstelle des schwer erkrankten Generals Evans die Führung der 2. Division, mit der er die zehnfach überlegenen russischen Truppen zurückschlagen konnte. Wiederum lobte Lord Raglan in seinem Bericht an den Kriegsminister Pennefathers "bewundernswertes Verhalten" in der Schlacht, in der sein Pferd unter ihm weggeschossen worden war.

Nach Evans' krankheitsbedingter Repatriierung erhielt Pennefather auf Dauer das Kommando über die 2. Division und wurde im selben Jahr zum Ritter des Bathordens (KCB, 5. Juli 1855) ernannt und zum Generalmajor befördert.

Im Juli 1856 nach Großbritannien zurückgekehrt erhielt er im September 1856 im lokalen Rang eines Generalleutnants den Oberbefehl über die britischen Truppen auf Malta und war von 1860 bis 1865 Kommandant der Garnison Aldershot in Hampshire, seit dem 12. November 1860 im Rang eines planmäßigen Generalleutnants mit Patent. Am 13. Mai 1867 zum Ritter Großkreuz des Bathordens (GCB) ernannt und am 9. Mai 1868 zum General der Armee befördert, wurde er am 27. August 1870 Gouverneur des Invalidenhospitals Chelsea (Royal Hospital Chelsea).

Pennefather starb am 9. Mai 1872 und wurde auf dem Friedhof Brompton in London beigesetzt, wo sein Grab noch heute besteht.

Neben seinen britischen Auszeichnungen war Pennefather auch Kommandeur des sardinischen Ordens von den hll. Moritz und Lazarus, Großoffizier der französischen Ehrenlegion und Inhaber des türkischen Medjidie-Ordens zweiter Klasse. Er war außerdem Oberst des 46th (South Devonshire) Regiment of Foot von 1854 bis 1860 und des 22nd (Cheshire) Regiment of Foot von 1860 bis zu seinem Tod.

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Knight: Biography. – London : Bradbury, Agnew & Co, 1856–1872. – (The English Cyclopaedia. Division III)
  • Men of the Time : Biographical Sketches of Eminent Living Characters. Also Biographical Sketches of Women of the Time. – London : Bogue, 1856
  • Frederic Boase: Modern English Biography : Containing Many Thousand Concise Memoirs of Persons who Have Died Since the Year 1850, with an Index of the most Interesting Matter. – Truro : Netherton & Worth, 1892-1921
  • E. M. Lloyd in: Dictionary of National Biography. – Band XLIV. – London : Smith, Elder & Co., 1895

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Jahreszahl 1800 beruht auf den Angaben in seiner Personalakte. Eine Gedenktafel an der Royal Garrison Church in Portsmouth gibt den 9. September 1798 an.