Jonava

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Jonava
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Litauen Litauen
Bezirk: Kaunas
Koordinaten: 55° 4′ N, 24° 17′ O55.07222222222224.280555555556100Koordinaten: 55° 4′ N, 24° 17′ O
Höhe: 100 m
Fläche (Ort): 39,66 km²
Gemeindefläche: 944 km²
 
Einwohner (Ort): 35.000 (2004)
Bevölkerungsdichte: 883 Einwohner je km²
Einw. (Gemeinde): 51.947
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
Telefonvorwahl: (+370) 349
Postleitzahl: 55158
Kfz-Kennzeichen: Ka
 
Status: Stadt
Gliederung: Stadtteile
 
Bürgermeister: Mindaugas Sinkevičius
Postanschrift: Žeimių g. 13
LT-55158 Jonava
Webpräsenz:
Jonava (Litauen)
Jonava
Jonava

Jonava anhören?/i (deutsch: Janau) ist eine Stadt in Litauen. Sie ist Sitz der Rajongemeinde Jonava und in dieser ein städtischer Amtsbezirk.

Lage und Einwohner[Bearbeiten]

Die Kernstadt Jonava liegt etwa 30 km nordöstlich der zweitgrößten Stadt Kaunas, unweit der Mündung der Šventoji in die Neris. In der Selbstverwaltungsgemeinde wohnen 52.000 Menschen, wovon allein 35.000 in der Kernstadt Jonava leben (Stand 2004). 1893 lebten 3069 Juden (92 % der 3350 Einwohner) in der Stadt. 1941 bildeten die Juden Jonavas 80 % der Bevölkerung.[1]

Stadtteile[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemalige jüdische Geschäfte in der Kauno-Straße

Der Ort wurde um 1740 gegründet, als Dominink Kossakowski für sich einen Gutshof an der Neris und Varnaka baute und dort lebte. Sein Vater hieß Jonas Mykolas Kosakovskis (daher der christliche Name, etwa „Johannstadt“). 1750 baute Marijona Kosakovskienė die erste hölzerne Kirche, die später verbrannte. 1750 erteilte der König von Polen und Großherzog von Litauen Friedrich August II. an Marija Kosakovskienė ein Privileg zur Gründung des Städtchens Jonava. Danach kamen die ersten Stadteinwohner zum Ort aus Nachbarndörfern an.

1777 gab es 40 jüdische Familien und 1784 schon 59 Familien. 1793 baute man in der heutigen Altstadt von Jonava die katholische Kirche des Heiligen Apostels Jakobus und danach das Kloster Jonava.[2] 1832 wurde das Kloster geschlossen. Die Stadt Jonava betraf die Polonisation. 1830 predigte man in der Kirche meistens Polnisch und nur manchmal auch Litauisch.

1864 erhielt der Ort Jonava das Stadtrecht. 1893 baute man die ersten Mühlen auf der Varnutė. Nach dem großen Brand 1904 wurde das Gebäude des Klosters an die Kirchengemeinde verkauft. 1827 wurden die Trinitarier aus Jonava von der Regierung vertrieben. Im Kloster ließen sich bis 1894 Soldaten nieder.

In der Stadt entwickelte sich die Holzindustrie und das Handwerk. Hier arbeiteten Tischler, Zimmerleute, Schreiner. 1912 öffnete man eine Streichholzfabrik. 1946 wurde aus dieser Fabrik eine Möbelbaufabrik, die 1958 zum sowjetlitauischen Möbelkombinat Jonava umgewandelt wurde. In den 1970er Jahren war das Kombinat einer der größten Betriebe Litauens und hatte 1100 Mitarbeiter (1977).

1950 wurde Jonava zum Zentrum des Rajons Jonava. In der Sowjetzeit errichtete man das Kreisgericht Jonava, das dem Bezirksgericht Kaunas untersteht.

1996 wurde das neue Stadtwappen vom litauischen Präsidenten Algirdas Brazauskas bestätigt.

Kultur[Bearbeiten]

Das Kulturzentrum Jonava (JKC) mit seinen Filialen in der Rajongemeinde organisiert die meisten Veranstaltungen der Stadt. Das Zentrum im Hauptgebäude hat zwei Säle. Der große Saal hat 650 Sitzplätze und die Bühne ist 254 m² groß. Im Kulturhaus gibt es ein eigenes Theater, Musikgruppen, Chöre und Tanzgruppen.

Jedes Jahr ist Jonava der Schauplatz eines großen und traditionsreichen Mittsommerfestes, da die Stadt ebenfalls nach St. Johannes benannt ist. Jonava wird am 23./24. Juni zur „Johannes-Republik“ erklärt. Den ganzen Tag werden alle Jonas und Janina (Johannes und Johanna) beglückwünscht. Zum Namenstag werden Eichenlaubkränze überreicht. Es gibt zahlreiche Musikkapellen, die in der Stadt spielen.

Jährlich wird auch das internationale moderne dreitägiges Kunstforum „Homo ludens" mit verschiedenen Veranstaltungen und Improvisationen organisiert. Neben dem Kulturzentrum der Stadt wurde der „Homo ludens“-Park mit Skulpturen errichtet.

Im Stadtzentrum befindet sich die Rajongemeindebibliothek Jonava. Bekannt ist auch der Marktplatz in Jonava.

Das Regionalmuseum Jonava hat folgende Filialen: Bauernhof der Familie Samulevičius, Petras-Vaičiūnas-Geburtshaus, Museum für Geschichte und Kunst im Ausbildungsregiment des Großhetmans Litauens Jonušas Radvila.

Sport[Bearbeiten]

1966 wurde die Sportschule gegründet. 2002 wurde die Schule zum Sportzentrum Jonava reorganisiert. Im Zentrum werden folgende Sportarten ausgeübt: Boxen, Fußball, Leichtathletik, Basketball, Tischtennis, Schach und Volleyball. Es gibt 800 Schüler und 24 Trainer. Im Zentrum befindet sich ein Schwimmbad und eine Sporthalle.

Die Stadt hat zwei Stadien. Das neuere Zentralstadion Jonava befindet sich neben dem Johannes-Fest-Tal und das Altstadion am linken Ufer der Neris. Die moderne Arena Jonava mit 3000 Sitzplätzen (für Konzerte) wird daneben ab 2010 gebaut. Bisher finden die Sportveranstaltungen in der Sporthalle Jonava statt.

Die Basketball-Mannschaft „Jonavos SK Triobet II" spielt in der Nacionalinė krepšinio lyga. Das Fußball-Team FK Lietava Jonava spielt in der LFF I lyga. Sein Tochter- und Dubler-Team „FK Fajetonas Jonava" spielt in der LFF II lyga. Das Frauen-Volleyball-Team TSK „Aušrinė" nimmt an der nationalen Beachvolleyball-Meisterschaft teil. Im Schachverein der Stadt gibt es einen Internationalen Meister im Schach und einen Großmeister im Fernschach. Unter anderen Sportvereinen gibt es Autosport-Club „Elektrobig-Žaibelis", Touristenclub, Sportclub „Achespo" (bei AB Achema), "Jonavos žirgai" (Pferdesport), Laufen-Club „Maratonas“, Motorsport-Club Jonava, Darts-Club „Strėlė“, „Akvaera", „JAVARA", „Master Gym", Tanzsport-Verein "Vėtra", „Vytis", VŠĮ „Technoeros laisvalaikio sporto klubas“, „Ruklos vilkas“ u. a.

Bildung[Bearbeiten]

Raimundas-Samulevičius-Hauptschule ist die neueste Schule in Jonava (gebaut 1988)

Etwa 1782 gab es schon eine von Marianern gegründete Gemeindeschule. 1820 wird eine Schule urkundlich erwähnt. Nach 13 Jahren wurde sie von 40 Schülern besucht. 1820 wurde die Schule geschlossen.

1867 gründete man in Jonava eine Grundschule (die Unterrichtssprache war Russisch). 1871 übersiedelte man die Grundschule aus Rumšiškės; die Handwerk-Klasse wurde neu errichtet. 1919 gründete man ein Progymnasium.

1935 baute man im Zentrum der Stadt eine Mauernschule mit zwei Etagen. Sie wurde zur Mittelschule. 1937 begann ihre Tätigkeit die Grundschule am Bahnhof Jonava. Sie wurde 1970 zur 3. Mittelschule der Stadt.

1965 gründete man die Musikschule, die sich später zur Kunstschule Jonava entwickelte. 1974 eröffnete man die 4. Mittelschule (jetzt Senamiesčio-Gymnasium). 1981 wurden die 5. Mittelschule und 1988 die 6. Mittelschule im neuen Mikrorajon Rimkai geöffnet.

In der Stadt gibt es jetzt zwei Gymnasien (9–12 Klassen), eine russischsprachige Mittelschule (gegründet 1968), drei Hauptschulen (1–10 Klassen), drei Grundschulen, eine Jugendschule, ein Erwachsenenbildungszentrum, ein Kinderheim, eine Kunstschule und einige Kindergärten.

Schulen

Verkehr[Bearbeiten]

Jonava liegt an der Hauptstraße A 6, die als Bestandteil der Europastraße 262 zwischen Kaunas und der lettischen Grenze bei Zarasai verläuft.

Über den Bahnhof Jonava an der Bahnstrecke Kaišiadorys–Liepāja bestehen Verbindungen nach Klaipėda, Kaunas sowie in die Hauptstadt Vilnius. Das Bahnhofsgebäude wurde 1871 von der Libau-Romny-Bahn gebaut. Es gab zu dieser Zeit Direktverbindungen nach Sankt Petersburg und Liepāja. Die Eisenbahnbrücke Jonava über die Neris wie die Brücke Jonava wurden 1914 gebaut.

Über den Busbahnhof im Zentrum der Stadt gibt es Verbindungen zu vielen Rajonszentren Litauens und den wichtigsten Siedlungen der Rajongemeinde.

Der moderne Flughafen Kaunas (IATA: KUN) befindet sich in Karmėlava, 20 km von Jonava. Der Flughafen Vilnius ist 100 km entfernt. Das lokale Aerodrome Jonava, ein ehemaliger sowjetischer Militärflugplatz in Gaižiūnai, 9 km südöstlich von Jonava, wird nicht mehr als Flugplatz benutzt.

Rajongemeinde[Bearbeiten]

Jonava.png

-> Hauptartikel ist Rajongemeinde Jonava

Im Kreis befindet sich das Dorf Šveicarija (die "Schweiz"). In der Gemeinde ist das größte europäische Chemieunternehmen Achema angesiedelt.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jonava. Mažoji lietuviškoji tarybinė enciklopedija, T. 1 (A–J). Vilnius, Vyriausioji enciklopedijų redakcija, 1966, 693 psl.
  • Jonava. Lietuviškoji tarybinė enciklopedija, V t. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 1979. T.V: Janenka-Kombatantai, 68 psl.
  • Vincas Brazauskas, Kazys Misius, Algimantas Miškinis. Jonava. Tarybų Lietuvos enciklopedija, T. 2 (Grūdas-Marvelės). – Vilnius: Vyriausioji enciklopedijų redakcija, 1986. 125 psl.
  • Land Jonava // Jonavos kraštas: ten, kur teka Lietuva…: fotoalbumas. – Kaunas: V studija, 2008. – 96 p.: iliustr. – ISBN 978-9955-737-32-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jonava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jonavos žydų bendruomenės istorija // Jonavos istorija (Asta Višinskaitė, Goda Volbikaitė und Indrė Viktorija Užukutytė, Portal Jonava.org)
  2. Geschichte (Miesteliai.lt Information)