Junge Adler

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Dieser Artikel behandelt den Film Junge Adler; zum gleichnamigen Jugendverband siehe Junge Adler (Jugendverband).
Filmdaten
Originaltitel Junge Adler
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1944
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 18 (seit 1996) vorher FSK 6 (seit 1980)
Stab
Regie Alfred Weidenmann
Drehbuch Herbert Reinecker
Alfred Weidenmann
Produktion UFA-Filmkunst GmbH
Musik Hans-Otto Borgmann
Kamera Klaus von Rautenfeld
Schnitt Walter Wischniewsky
Besetzung

Junge Adler ist ein deutscher Spielfilm mit Propagandatendenz aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Hergestellt wurde er 1944 von der UFA-Film mit einer Spieldauer von 108 Minuten. Er wurde am 24. Mai 1944 in Berlin uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten]

Theo Brakke, der arrogante Sohn des Direktors eines Flugzeugwerkes, gewinnt eine Ruder-Regatta. Auf Grund schlechter schulischer Leistungen und gefährdeter Versetzung hätte er aber gar nicht teilnehmen dürfen. Sein Vater nimmt ihn nach einer Aussprache mit seinem Klassenlehrer aus der Schule und lässt ihn eine Lehre in seinem Flugzeugwerk beginnen, weil er sich von der dort vorherrschenden Kameradschaft eine Stärkung von Theos Charakter erhofft.

Theo behandelt die anderen Lehrlinge des Werkes zunächst mit verachtender Herablassung, obwohl er von diesen freundlich empfangen wird. Als Sohn des Direktors fühlt er sich den anderen überlegen. Alle Versuche seiner Kollegen und des Ausbilders Roth, Theo in die Gemeinschaft zu integrieren, scheitern. Erst als seine Kameraden ihn vor dem Ertrinken retten und vor der Entlassung durch seinen Vater bewahren, erkennt Theo, dass seine Überheblichkeit ein großer Fehler war.

Rezeption[Bearbeiten]

„Gut gefiel“ Propagandaminister Joseph Goebbels der Film, dessen propagandistische Funktion letzten Endes darin bestand, dass er „die Geschichte einer Gruppe von Lehrlingen“ erzählte, „die in einer Fabrik mit großem Enthusiasmus halfen, Bombenflugzeuge herzustellen“, und auch, was die meisten Unterhaltungsfilme damals vermieden, „Hakenkreuzfahnen und HJ-Uniformen“ präsentierte.[1] Goebbels bedauerte, dass der Film beim Publikum eher ein Misserfolg war, was daran lag, so vermutete er, dass man „augenblicklich keine politischen Filme sehen will.“[2]

Die Alliierten verhängten 1945 über den Film ein Aufführungsverbot, da mit dem Propagandafilm die Kriegsbegeisterung der Jugend entfacht werden sollte.

Die FSK revidierte die 1980 erteilte Freigabe "ab 6 Jahre" im Jahr 1996 auf das Kennzeichen „nicht freigegeben unter 18 Jahren“. Zahlreiche Themen und Klischees in dem Film sind demnach dazu geeignet, die NS-Zeit zu verklären und damit zu verharmlosen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Interessant aus heutiger Sicht ist die Liste der Jungdarsteller, von denen einige, wie Dietmar Schönherr, Hardy Krüger und Gunnar Möller, später zu Stars wurden.

Das Drehbuch zu Junge Adler war eines der ersten Drehbücher von Herbert Reinecker, der später unter anderem als Autor der Serie Derrick berühmt wurde.

Gelegentlich wird dieser Film auch Junge Flieger genannt.

In dem autobiographischen Roman Tadellöser & Wolf von Walter Kempowski werden Dreharbeiten zu dem Film beschrieben, an denen der Erzähler als Statist mitwirkt. Als ins Auge gefasster Titel für den Film wird dort Schritt ins Leben genannt.[3]

Trivia[Bearbeiten]

In der Lateinstunde wird Horaz Hor.c.1,1: Widmung an Maecenas gelesen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Longerich: Goebbels. Biographie. Siedler Verlag, München 2010, S. 562 f.
  2. Peter Longerich: Goebbels. Biographie, S. 563.
  3. Walter Kempowski: Tadellöser & Wolf, 3. Aufl. München 1996, S. 339-343.