Justus Frantz

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Justus Frantz

Justus Frantz (* 18. Mai 1944 in Hohensalza, heute Inowrocław) ist ein deutscher Pianist, Dirigent und Fernsehmoderator.

Leben[Bearbeiten]

Mit zehn Jahren begann Frantz das Klavierspiel.[1] Erkannt und gefördert wurde seine außergewöhnliche Begabung schon früh von Professor Eliza Hansen. 1967 gewann Frantz gemeinsam mit Claus Kanngießer den zweiten Preis beim internationalen Musikwettbewerb der ARD im Duo Violoncello und Klavier, was den Auftakt für seine internationale Karriere markierte.[2] Mit 23 Jahren wurde er in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen.

Besonders das Studium in den Meisterkursen von Wilhelm Kempff beeinflusste Frantz in seinem Werdegang. Der Durchbruch in die internationale Spitzenklasse gelang ihm 1970 als Pianist mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan. Sein Debütkonzert in den USA absolvierte Frantz 1975 bei den New Yorker Philharmonikern unter der Leitung von Leonard Bernstein, mit dem er auch später noch oft zusammenarbeitete. Er spielte auch unter weiteren namhaften Dirigenten, darunter Carlo Maria Giulini, Rudolf Kempe und Bernard Haitink.

Im Jahre 1986 wurde Frantz Professor an der Hamburger Musikhochschule. Die Professur ruht seit einigen Jahren.[3] Da es ihm wichtig war, einem möglichst breiten Publikum die klassische Musik zu erschließen, gründete er im gleichen Jahr das Schleswig-Holstein Musik Festival, das sich schnell zu einem Festival mit Weltrang entwickelte, bei dem Künstler der internationalen Spitzenklasse in Schlössern, Scheunen und Gutshäusern musizieren. Bis 1994 war er dessen Intendant. Er war außerdem Mitbegründer der Deutsch-sowjetischen jungen Philharmonie im Jahre 1989, sowie 1995 Gründer der Philharmonie der Nationen, die sich aus jungen Musikern verschiedener Länder zusammensetzt.

Ende der 1990er Jahre wurde gegen Frantz wegen des Verdachtes der Untreue und der Konkursverschleppung ermittelt.[4] Der Hauptvorwurf gegen Frantz lautete, dass seine inzwischen verkaufte Firma Philharmonie der Nationen Konzert-Management keine Sozialversicherungsbeiträge für angeheuerte Musiker abgeführt habe.[4] Nach Angaben von Frantz’ Anwalt Wolfgang Kubicki sei Frantz jedoch nie faktischer Geschäftsführer der Gesellschaft gewesen.[4] Das Verfahren wurde 2003 gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Frantz wurde auch durch mehrere eigene Fernsehsendungen bekannt, darunter Achtung, Klassik! (ZDF), für die er mit mehreren Fernsehpreisen ausgezeichnet wurde. Insbesondere Kindern bringt er klassische Musik in seinen Konzerten, Workshops und auf seinen CDs nahe. Auf der CD-Reihe Klassik für Kids moderiert er speziell für Kinder die Vorstellung von bedeutenden Komponisten.

Mitte September 2009 kündigten Frantz, das gesamte Orchesterkollegium, das Kuratorium und die Sponsoren die Zusammenarbeit mit den Vorsitzenden des Fördervereins der Philharmonie der Nationen auf.[5] Neben dem darauf hin neu gewählten Vorstand des Fördervereins der Philharmonie der Nationen, dem Frantz, Otto Bernhardt und Norman Bach vorstehen, ist seit Januar 2012 mit Beat Fehlmann auch ein neuer Geschäftsführer für das operative Geschäft der Philharmonie berufen worden.

Familie[Bearbeiten]

Justus Frantz hat zwei Söhne: Christopher Tainton (* 1975) mit der Pianistin Carol Tainton, und Justus Konstantin Frantz (* 2005) mit seiner Ehefrau Ksenia Dubrowskaja (* 1980). Bis 1990 war Justus Frantz mit Alexandra von Rehlingen verheiratet. Sein Neffe ist der Pianist Caspar Frantz.

Repertoire[Bearbeiten]

Frantz konzentriert sich in erster Linie auf die Musik der Klassik und der Romantik. Zusammen mit Christoph Eschenbach hat er häufig Stücke zu vier Händen und für zwei Klaviere aufgeführt. Besonders hat Frantz sich den Werken Mozarts sowie Beethovens gewidmet, das er in zyklischen Aufführungen in mehreren europäischen Städten präsentierte und auf diversen CD-Aufnahmen eingespielt hat.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1989 wurde Justus Frantz zum Sonderbotschafter des Hohen Flüchtlingskommissars der UNO berufen und für sein Schaffen mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt. 2005 erhielt er gemeinsam mit der Philharmonie der Nationen den Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Justus Frantz auf Mallorca: ´Ein Tag allein am Klavier - das ist Glück´ in: Mallorca Zeitung vom 22. Juli 2010
  2. Preisträger Duo Violoncello und Klavier des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD (PDF, 111 KB)
  3. Hans-Juergen Fink, Sascha Balasko: Zwischen Genie und Gläubigern. In: Hamburger Abendblatt 22. August 2009 (online, abgerufen: 1. Mai 2012).
  4. a b c Matthias Iken: Kriminalamt durchsucht Häuser von Justus Frantz. In: Die Welt 8. November 2001 (online, abgerufen: 1. Mai 2012).
  5. Frantz dementiert Trennung von «Philharmonie der Nationen». ddp-Meldung 21. August 2009, abgerufen: 1. Mai 2012