Kamow Ka-32

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Kamow Ka-32
Kamow Ka-32 der Heliswiss in Bern im Juni 2004
Kamow Ka-32 der Heliswiss in Bern im Juni 2004
Typ: Ziviler Transporthubschrauber
Entwurfsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Kamow
Erstflug: 1973
Produktionszeit: Seit Mitte der 1970er Jahre in Serienproduktion
Stückzahl: ca. 160 (Stand: Ende 2006)

Der Kamow Ka-32 (russisch Камов Ка-32, NATO-Codename „Helix-C“, deutsch Spirale) ist ein mittelschwerer ziviler Hubschrauber des russischen Herstellers Kamow. Er wurde aus dem bordgestützten U-Boot-Jäger Kamow Ka-27 abgeleitet und flog erstmals 1973. Im Jahr 2004 standen in Russland und diversen westlichen Staaten 150 Einheiten im Einsatz. Das Modell wird weiterhin produziert, die neueste Version hat die Modellbezeichnung Ka-32A11WS.

Der Ka-32 besitzt die typischen Merkmale der Kamow-Hubschrauber: Einen kompakten, bulligen Rumpf und den koaxialen, gegenläufigen Doppelrotor. Er ist sehr robust gebaut und mit leistungsfähigen Gasturbinen ausgerüstet. Somit ist er besonders für den Einsatz unter erschwerten Bedingungen geeignet. Zum Einsatz kommt der Ka-32 bei der Versorgung von Außenstationen oder Ölplattformen, bei Transporten von schweren externen Lasten und bei Such- und Rettungseinsätzen.

Aufgrund der speziellen Leistungsmerkmale fand der Ka-32 auch in westlichen Staaten Abnehmer. So setzt die schweizerische Heliswiss zwei Einheiten ein.

Ein Bordhubschrauber diesen Typs vom Eisbrecher Xue Long wurde im Januar 2014 bei einer Bergungsaktion in der Antarktis eingesetzt. Dabei wurden 52 im Packeis eingeschlossene Touristen von der Akademik Shokalskiy zur Aurora Australis (Schiff) geflogen.[1]

Varianten[Bearbeiten]

  • Ka-32A  : Dies ist die nach FAR-29 zugelassene Transportvariante des Ka-32T.
  • Ka-32A1 : Diese für Waldbrand und Feuerbekämpfung ausgelegte Variante kann mit einem Bambi-bucket eingesetzt werden.
  • Ka-32A2 : Für Polizeieinheiten entwickelte Variante mit zwei Suchscheinwerfern und Lautsprechern.
  • Ka-32A3 : Als SAR-Hubschrauber konzipierte Variante, für Bergungen und Evakuationen im großen Rahmen.
  • Ka-32A7 : Diese für paramilitärische Einheiten entwickelte Variante des Ka-27PS kann an Aufhängestationen und im Bug bewaffnet werden.
  • Ka-32A11BC : Die von der EASA zugelassene zivile Variante
  • Ka-32A12 : Speziell in der Schweiz nach BAZL-Zulassungskriterien zugelassene zivile Variante
  • Ka-32K : Kranvariante mit spezieller Kuppel unter dem Rumpf für einen zweiten Piloten, der den Hubschrauber beim Kraneinsatz steuern kann
  • Ka-32S : Instrumentenflug-taugliche Variante für schlechte Wetterverhältnisse in arktischer Region, wird auf Eisbrechern eingesetzt.
  • Ka-32T : Standard-Transportvariante mit Basis-Fluginstrumentierung nach russischem Standard

Technische Daten[Bearbeiten]

Kamow Ka-32 bei Transportarbeiten
Ka-32A
Ka-32T im Juni 1991
Kenngröße Daten
Rotordurchmesser jeweils 15,90 m
Länge 11,22 m
Höhe 5,45 m
Leermasse 6.920 kg
Startmasse max. 11.000 kg (mit interner Nutzlast) und max. 12.700 kg (mit externer Nutzlast)
Nutzlast innen 3.700 kg / außen 5.000 kg
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Reisegeschwindigkeit 230 km/h
Dienstgipfelhöhe 6.000 m
statische Gipfelhöhe 5.000 m
Reichweite 850 km mit 1.500 kg Nutzlast
Maximale Flugdauer 4,5 Stunden
Passagiere 16
Besatzung 1-3
Triebwerke zwei Hubschrauberturbinen Klimow TW3-117WMA
Leistung je 1663 kW (2.225 PS)
Hilfstriebwerk (APU) AИ-9

Militärische Nutzer[Bearbeiten]

AlgerienAlgerien Algerien
Korea SudSüdkorea Südkorea

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kamov Ka-32 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die 52 Passagiere der Akademik sind gerettet, www.20min.ch vom 2. Januar 2014