Karoline von Baden
Friederike Karoline (oder Caroline) Wilhelmine von Baden (* 13. Juli 1776 in Karlsruhe; † 13. November 1841 in München) war eine Prinzessin von Baden und seit dem 1. Januar 1806 die erste Königin des neu proklamierten Königreichs Bayern.
Inhaltsverzeichnis |
Familie [Bearbeiten]
Sie war die Tochter von Erbprinz Karl Ludwig von Baden und der Amalie, geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt, der „Schwiegermutter Europas“, als deren Lieblingstochter Karoline auch galt. Ihre jüngere Schwester Luise war Zarin von Russland und Friederike Königin von Schweden, ihr einziger Bruder Karl Großherzog von Baden.
Ehe und Nachkommen [Bearbeiten]
Karoline heiratete am 9. März 1797 in Karlsruhe den verwitweten Herzog Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken, nachmalig Kurfürst und später König von Bayern. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, von denen fünf das Erwachsenenalter erreichten:
- Sohn (tot geboren *† 1799)
- Maximilian Joseph Karl Friedrich (1800–1803)
- Elisabeth Ludovika (1801–1873) ∞ 1823 König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861)
- Amalie Auguste (1801–1877) ∞ 1822 König Johann I. von Sachsen (1801–1873)
- Maria Anna (1805–1877) ∞ 1833 König Friedrich August II. von Sachsen (1797–1854)
- Sophie Friederike (1805–1872) ∞ 1824 Erzherzog Franz Karl von Österreich (1802–1878)
- Ludovika Wilhelmine (1808–1892) ∞ 1828 Herzog Max Joseph in Bayern (1808–1888)
- Maximiliane Josepha Karoline (1810–1821)
Durch Ehevertrag war geregelt worden, dass die evangelische Karoline ihre Konfession nicht zu wechseln brauchte. Als persönlicher Seelsorger wurde ihr mit Ludwig Friedrich Schmidt ein evangelischer Kabinettsprediger zugestanden, welcher zugleich der erste evangelische Geistliche in München war und die im Umkreis der Königin entstandene evangelische Gemeinde betreute.
Tod und Beisetzung [Bearbeiten]
Königin Karoline starb am 13. November 1841 in München und wurde an der Seite ihres Gemahls in der Münchner Theatinerkirche beigesetzt. Ihre Beisetzung verlief so würdelos, dass es anschließend zu Protesten kam. Auf Anordnung des Erzbischofs Lothar Anselm von Gebsattel war der gesamte katholische Klerus des Kollegiatstiftes in weltlicher Kleidung erschienen. Die evangelische Geistlichkeit durfte den Sarg nur bis zur Kirchentür geleiten, wo Ludwig Friedrich Schmidt die Beerdigungspredigt hielt. Danach löste sich der Leichenzug auf, und der Sarg wurde ohne Gebet in die Gruft gebracht. Auch Karolines Stiefsohn Ludwig I., der trotz seiner evangelischen Ehefrau Therese von Sachsen-Hildburghausen ursprünglich ein strikter Gegner des Protestantismus war, distanzierte sich von dieser Form der Beerdigung und gab unter dem Eindruck dieses Erlebnisses ein Stück weit seine Härte gegenüber der evangelischen Kirche auf.
Literatur [Bearbeiten]
- Manfred Berger: Karoline von Baden. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 23, Bautz, Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3, Sp. 199–207.
- Ernst Gillmann: Ludwig Friedrich Schmidt (1764-1857). Der "Kabinettsprediger" der bayerischen Königin - seine frühen Lehrjahre im Birkenfelder Land, in: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 53 (2004) 519-530.
- Martha Schad: Bayerns Königinnen, Piper Verlag, 2004
Weblinks [Bearbeiten]
- Fernsehdokumentation „Königin Caroline“. Bayerischer Rundfunk 2006
- Carolinenkirche in Pasing-Obermenzing
| Vorgängerin | Amt | Nachfolgerin |
| Maria Leopoldine von Österreich-Este | Kurfürstin von Bayern und der Pfalz 1799–1806 |
sie selbst als Königin |
| Vorgängerin | Amt | Nachfolgerin |
| sie selbst als Kurfürstin | Königin von Bayern 1806–1825 |
Therese von Sachsen-Hildburghausen |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baden, Karoline von |
| ALTERNATIVNAMEN | Baden, Karoline Friederike Wilhelmine von; Baden, Friederike Caroline Wilhelmine von |
| KURZBESCHREIBUNG | Prinzessin von Baden, durch Heirat Königin von Bayern |
| GEBURTSDATUM | 13. Juli 1776 |
| GEBURTSORT | Karlsruhe |
| STERBEDATUM | 13. November 1841 |
| STERBEORT | München |