Kehdingen

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Kehdingen (auch Kehdinger Land oder Land Kehdingen) bezeichnet eine Landschaft im Landkreis Stade. Sie befindet sich am Unterlauf der Elbe, der sogenannten Niederelbe im Einzugsbereich der Flüsse Oste und Schwinge.

Lage[Bearbeiten]

Das Land Kehdingen erstreckt sich von der Mündung der Oste im Nordwesten bis an die Stade durchfließende Schwinge im Südosten heran. Aufgrund der Lage zwischen Elbe und Oste wird sie auch mithin als Zweistromland bezeichnet. Als Elbanlieger sind mit Krautsand, Gauensieker Sand und Asseler Sand drei Flussinseln der Region zugehörig.

Landschaft[Bearbeiten]

Die Landschaft Kehdingens wird bestimmt durch Marsch- und Moorländereien. Hieraus hat sich im Laufe der Geschichte ein stark agrarstruktureller Regioncharakter herausgebildet. Hierfür war auch die Landschaftsgenese des Elbe-Urstromtals maßgebend. Das Gebiet liegt heute auf Grund von Eindeichungsmaßnahmen teilweise unter dem Meeresspiegel. Für Zugvögel ist es aber immer noch ein bedeutender Rastort. In vielen Bereichen wurden die Außendeichsländereien unter Naturschutz gestellt, wie z. B. im Bereich zwischen Freiburger Hafenpriel und der Mündung der Süderelbe in den Hauptstrom.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1932 gab es den preußischen Kreis Kehdingen.

Der Norden Kehdingens hat sich 1971 zu einer Samtgemeinde zusammengeschlossen (siehe Samtgemeinde Nordkehdingen).

1975 wurde der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Kehdingen mit Sitz in Drochtersen zum 1. Januar 1976 dem Kirchenkreis Stade angeschlossen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsstruktur ist maßgeblich durch die Landwirtschaft geprägt. Dies gilt vor allem für die ertragreichen Marschgebiete im Bereich Balje, Krummendeich und Freiburg/Elbe. Die hiesigen ehemaligen Außendeichländereien wurden abschließend erst in 1970er Jahre durch den Bau einer neuen Außendeichslinie am Rande des Flussbetts vollkommen Tide- und Sturmflutsicher gemacht. Es dominiert hier vor allem die ackerbauliche Produktion. In den älteren Marschbereichen hat sich daneben die Milchwirtschaft etabliert. Einige Betriebe haben sich, ähnlich wie im benachbarten Alten Land, auf den Obstbau spezialisiert. In Kehdingen wird ferner Pferdezucht betrieben (Hannoveraner (Pferd)).

Die Ziegeleiwirtschaft war lange Zeit prägend für die Region an der Unterelbe. Die historische Dominanz erklärt sich maßgeblich aus der Nähe zur Freien und Hansestadt Hamburg. Es waren vor allem die Nachkriegsjahre, in denen die Nachfrage nach Klinkern und anderen Ziegelprodukten bedingt durch den Häuserbau in der zerstörten Stadt stark anstieg. Heute gehen nur noch vereinzelte Unternehmen diesem Gewerbe nach.

Touristisch versucht sich Kehdingen gemeinsam mit der benachbarten Ostemarsch als „Krimiland“ zu profilieren. Rund um die Deutsche Krimi-Straße sind eine dreistellige Zahl von Krimis und Krimi-Drehbüchern verfasst worden; darüber hinaus ist Kehdingen auch Schauplatz vieler Kriminalromane. Daneben spielt der Ökotourismus eine stärker werdende Rolle. Touristische Führungen mit dem Vogelkieker und dem Moorkieker werden angeboten und seit 2005 alljährlich Wildganstage veranstaltet.

Eine industrielle Ausrichtung der Wirtschaftsstruktur hat sich lediglich im Bereich Stade herausgebildet. Der Stader Ortsteil Bützfleth beheimatet bis heute eine Chemiefabrik der Firma Dow Chemicals Deutschland. In 1970er und 1980er Jahre gab es hier auch ein Aluminiumwerk der VAW.

Zugehörige Städte und Gemeinden des Landes Kehdingen[Bearbeiten]

Einheitsgemeinden/Städte
  • 1. Drochtersen, Einheitsgemeinde
  • 2. Stade, Stadt (anteilig: nur nordwestlich der Schwinge gelegene Stadtteile wie z.B. Bützfleth)

Samtgemeinden mit den zugehörigen Gemeinden/Flecken (* = Sitz der Amtsverwaltung)

  1. Balje
  2. Freiburg/Elbe*
  3. Krummendeich
  4. Oederquart
  5. Wischhafen
  1. Engelschoff
  2. Großenwörden

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Schürmann: Landwirtschaft in Kehdingen. Ländliche Arbeitswelt im 20. Jahrhundert. Stade, 2005, ISBN 3-931879-19-4

Weblinks[Bearbeiten]