Belum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Belum
Belum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Belum hervorgehoben
53.8174583333338.99571111111112Koordinaten: 53° 49′ N, 9° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Am Dobrock
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 25,72 km²
Einwohner: 809 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21785
Vorwahl: 04752
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 004
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 1
21781 Cadenberge
Webpräsenz: www.gemeinde-belum.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Linck (BBK = Bürgerliste Belum Kehdingbruch)
Lage der Gemeinde Belum im Landkreis Cuxhaven
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Über dieses Bild
Die Kirche in Belum

Belum (plattdeutsch Belen) ist eine niedersächsische Gemeinde mit etwa 800 Einwohnern und erstreckt sich über eine Fläche von 2.572 Hektar.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Belum liegt direkt an der Ostemündung und Niederelbe im Landkreis Cuxhaven und gehört zur Samtgemeinde Am Dobrock.

Die heutige Oste mündet in einem Kanal etwas östlicher in die Elbe, da 1964 ein Ostesperrwerk gebaut wurde und der Altarm durch zwei breite Dämme geschlossen wurde, so entstand der Ostesee beim Ostesperrwerk.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben dem Hauptort Belum gehören auch die Orte Kehdingbruch, Bahrdorf, Belumerdeich, Hollanderhof, Königswisch und Westerndorf zur Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name[Bearbeiten]

Da sich Belum im Norden an der alten Ostemündung an der Elbe befindet, lässt sich der Name auf die geographische Lage zurückführen. Die „Spalte im Land“ – der Zufluss zur Elbe hieß Beilheim sowie Belem und wurde so über die Jahrhunderte zum heutigen Belum.

Erste Erwähnung[Bearbeiten]

Belum wird am 23. März 1377 erstmals in einem Vertrag zwischen dem Kirchspiel Belum und dem Rat der Hansestadt Hamburg erwähnt. In diesem Vertrag geht es um die gegenseitige Absicht sich nicht mehr zu berauben. (Andere Quellen sprechen von 1150) Die St.-Vitus-Kirche wird um das Jahr 1230 entstanden sein, sie wurde um die Jahrhundertwende 2000 mit großem finanziellem Aufwand renoviert.

Mittelalter[Bearbeiten]

Belum wurde im Mittelalter durch seinen kleinen Hafen an der Belumer Wettern gelegen bekannt. Als Hauptumschlagplatz für Holz in der Region kam der Ort zu einigem Wohlstand. Zwei Märkte im Jahr, der einwöchige St.-Vitus-Markt und wesentlich längere dauernde Holzmarkt sind überliefert.

Belumer Schanze[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten Verteidigungsanlagen des 30-jährigen Krieges gehörte die Belumer Schanze an der Mündung der Oste. Im Zweiten Weltkrieg befand sich dort eine Luftverteidigungsstellung der 8,8-cm-Flak, die die Bomberverbände der Alliierten Richtung Hamburg mit drei Abschüssen bekämpfte. Nach dem Krieg wurde zwischen Belum und Kehdingbruch eine HAWK-Raketenstellung der NATO aufgebaut. Im Zuge der Standortauflösungen der Luftverteidigung bei der Bundeswehr wurde diese in den 1990er Jahren abgebaut. Heute erinnern nur noch ein Straßenname und eine Bushaltestelle an die „Schanze“.

Leuchtfeuer in Belum[Bearbeiten]

Zur Leuchtbefeuerung der Elbe und der Nordsee gehören auch die Leuchttürme in Belum. Gegenüber der Ostebank, eine Sandbank in der Elbe bei der Ostemündung, wurde 1904 ein Leuchtturm ähnlich dem heute noch in Balje stehenden gebaut. Dieser auf einem braunen runden Ziegelsteinsockel fußende weiße Turm mit einer Geländerplattform und einem kegelförmigen braunen Dach war der erste, der mit Petroleumglühlicht betrieben wurde. 1927 auf Flüssiggas umgestellt, hatten sie als Optik eine 250-mm-Gürtelleute eingebaut. Im Gegensatz zum Leuchtturm in Balje wurde der Turm in Belum 1982 abgeschaltet und ein Jahr später abgebrochen. Die heutige so genannte „Richtfeuerlinie“ besteht aus dem Oberfeuer Belum, einem dünnen rot-weiß gestreiften 44 Meter hohen Turm mit einem umgedrehten Kegeldach, sowie dem 1.340 Meter entfernt stehenden Unterfeuer Belum, gleichzeitig Unterfeuer Otterndorf, das zwar gleich gebaut, aber nur 25 Meter hoch ist. Die Leuchttürme sind 18 Seemeilen weit zu sehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Kehdingbruch eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011
Einwohner 1120 1079 956 963 969 862 832 843 857 829 803

(1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai, jeweils Volkszählungsergebnisse einschließlich Kehdingbruch[2]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[3])

Ortsteil Kehdingbruch[Bearbeiten]

Die Kirche in Kehdingbruch
Die Statue vor der alten Schmiede in Kehdingbruch

Der Name[Bearbeiten]

Das Wort Kehding bedeutete so viel wie Eindeichung, und der Name Bruch kann am besten durch das Wort Feuchtlandschaft beschrieben werden. Also könnte das „eingedeichte feuchte Land“ als Bedeutung übersetzt werden.

Die erste Erwähnung[Bearbeiten]

Anlässlich des Glockengusses für die Kapelle wurde der heutige Ortsteil 1404 erstmals in den Kirchenbüchern erwähnt, 88 Jahre später 1492 stifteten die Bürger aus Kehdingbruch eine neue Kirche. Mit dem Bau der heutigen Kirche St. Jürgen wurde 1744 begonnen.

Die alte Schmiede[Bearbeiten]

Schmieden gehörten seit je zu den festen Bestandteilen eines Dorfes, so auch in Kehdingbruch. Noch heute existiert ein Gebäude dieser Handwerkskunst, auch wenn heute nur noch der Name „Antik Schmiede“ geblieben ist. 1717 wurde die Schmiede von Claus Follmer erstmals urkundliche erwähnt; sie blieb bis zum letzten Dorfschmied, Richard Stüven, gestorben 1988 und ein Nachkomme Follmers in Familienbesitz. Waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Arbeitsgebiete im Wagenbau und -reparatur sowie als Hufschmied zu sehen, änderte sich durch die zunehmende Mechanisierung nach dem Zweiten Weltkrieg die Arbeit grundlegend. Wie viele Dorfschmieden in der Gegend stellte auch Richard Stüven in den 1960ern seine Arbeit ein, da er allerdings noch gelegentlich kleinere Arbeiten annahm, blieb seine Werkstatt erhalten. Als 1986 die Schmiede unter Denkmalschutz gestellt wurde, stellte sie eine große und fast vollständig erhaltene Sammlung alter historischer Werkzeuge und Gerätschaften da. Die Idee für ein Schmiedemuseum ließ sich aus Geldmangel nicht realisieren, und so kauften Privatleute die Schmiede. Die neuen Besitzer, die Familie van Gemmeren restaurierten die Schmiede und bauten zusätzlich 1996 eine alte Fachwerkscheune aus Oppeln neben der Schmiede auf, um weiteren Platz für ihre Werkstatt zu haben. Die alten Schmiedewerkzeuge und Maschinen sind dabei erhalten geblieben, obwohl heute in der Schmiede und der Scheune antike Möbel restauriert und neue Möbel nach alten Vorlagen gebaut werden.

Selbständigkeit[Bearbeiten]

Bis 1972 war Kehdingbruch eine eigenständige Gemeinde, dann konnten sich die Einwohner entscheiden, ob sie sich Belum oder Neuhaus (Oste) anschließen wollten. Warum sie sich für Belum entschieden, ist im unterschiedlichen Verhältnis zwischen dem Flecken Neuhaus bzw. Belum zu begründen. Die Entfernung zu beiden Orten ist so groß, dass sich Sport- und Schützenvereine usw. nicht vereinen konnten, auch die beiden Freiwillige Feuerwehren blieben erhalten. Die Grenze zwischen beiden Ortsteilen ist die Eisenbahntrasse.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

Am 6. Juni 1961 hatte die damalige Gemeinde Kehdingbruch 413 Einwohner. Am 27. Mai 1970 waren es 403 Einwohner.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl 2011 wie folgt zusammen:

  • Bürgerliste Belum Kehdingbruch: 6 Ratsmitglieder
  • CDU: 3 Ratsmitglieder
  • Bürgermeister: Karl-Heinz Linck

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Belum zeigt in Blau einen goldenen Schanzkorb als Schildfuß und einen goldenen geflügelten Merkurhut,

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schützenfest Belum: Zweites Wochenende im Juni
  • Schützenfest Kehdingbruch: 1. Sonntag im Juni
  • Herbstfest: Drittes Wochenende im September
  • Feuerwehrball der Freiwilligen Feuerwehr Belum: Letzter Samstag im Oktober

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

  • Der gefällige Gehilfe

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Belum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. LSKN-Online