Kindermissionswerk

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Sternsinger in Dessau-Roßlau

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ist das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland mit Sitz in Aachen und ein Werk der Päpstlichen Missionswerke. Es organisiert seit 1959 in Deutschland das Sternsingen auch „Aktion Dreikönigssingen“ genannt, bei dem Kinder und Jugendliche für Kinderhilfsprojekte in der ganzen Welt Spenden sammeln.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kindermissionswerk geht auf eine französische Initiative des Bischofs Charles de Forbin- Janson von Nancy (1785–1844) zurück, dessen Großväter Joseph Palamede de Forbin-Janson (1726–1809) und Karl Anton Hyacinth von Gallean (1737–1778), in der Heiliggeistkirche (Heidelberg) bzw. in St. Sebastian (Mannheim) begraben liegen. Im Mai 1843 rief er das Kinderhilfswerk Oeuvre de la Sainte Enfance ins Leben (deutsch: Werk der heiligen Kindheit).

Das Aachener Mädchen Auguste von Sartorius brachte die Idee nach Deutschland und gründete in Anlehnung daran am 2. Februar (Mariä Lichtmess) 1846 das deutsche Kindermissionswerk unter dem Namen Verein der heiligen Kindheit.

Bereits im Jahr 1856 wurde der Verein von Papst Pius IX. als kirchlicher Verein anerkannt und erhielt einen Kardinal als Protektor. 66 Jahre später, am 3. Mai 1922 erhob Papst Pius XI. den Verein der heiligen Kindheit zum Päpstlichen Werk mit dem Namen Päpstliches Missionswerk der Kinder in Deutschland.

Während des Zweiten Weltkriegs litt die Arbeit des Werks der Heiligen Kindheit unter der restriktiven Gesetzgebung der Nationalsozialisten. Die gleichzeitige Mitgliedschaft in nationalsozialistischen Jugendorganisationen und kirchlichen Verbänden wurde 1933 untersagt; die Zahl der Mitglieder sank. Das öffentliche Sammeln von Geld wurde untersagt, die Mitarbeit von Lehrpersonen in kirchlichen Verbänden verboten und das Werk der Heiligen Kindheit durch die Gestapo überwacht.

Im Oktober 1945 nahm das Werk seine Arbeit wieder auf und veröffentlichte ab 1949 die Zeitschriften „Die Sternsinger“ und „Heilige Kindheit - Schule und Mission“. Um den 6. Januar 1959 fand erstmals die Sternsingeraktion oder Aktion Dreikönigssingen statt.

Präsident des Kindermissionswerkes in Deutschland war von 2000 bis 2010 Monsignore Winfried Pilz. Zum 1. April 2010 übernahm Prälat Klaus Krämer das Amt.

Aktion Dreikönigssingen[Bearbeiten]

Beim Beginn der Aktion Dreikönigssingen 1959 beteiligten sich in ganz Deutschland noch etwa 100 Pfarrgemeinden und sammelten umgerechnet 45.000 Euro; heute ziehen Kinder und Jugendliche in nahezu allen der 12.500 deutschen Pfarrgemeinden um den Dreikönigstag von Haus zu Haus und sammeln Spenden. Jährlich beteiligen sich rund 500.000 Sternsinger bundesweit an der Aktion. Seit 1959 sammelten diese rund 690 Millionen Euro an Spendengeldern, womit weltweit über 56.300 Projekte (Stand: Dezember 2009) unterstützt werden konnten.

Spendenaufkommen und beteiligte Gemeinden der Aktion Dreikönigssingen in Deutschland:

Jahr Anzahl der DeutschlandDeutschland Gemeinden Einnahmen Beispielflagge Beispielland Motto Motto Landessprache Landessprache
1991: 10.666 Gemeinden 16,3 Mio. Euro Papua-NeuguineaPapua-Neuguinea Papua-Neuguinea Aufbrechen, damit Kinder heute leben können. Kirap
1992: 10.779 Gemeinden 18,2 Mio. Euro BolivienBolivien Bolivien Hoffnung, damit Kinder heute leben können Esperanza
1993: 11.312 Gemeinden 19,9 Mio. Euro NigeriaNigeria Nigeria Sauberes Wasser, damit Kinder heute leben können Mmili di Mma
1994: 11.662 Gemeinden 21,5 Mio. Euro VietnamVietnam Vietnam Eine Neue Erde, damit Kinder heute leben können Trái đất mới
1995: 11.895 Gemeinden 22,5 Mio. Euro MosambikMosambik Mosambik Heimat für alle, damit Kinder leben können Kaya Kwanga
1996: 12.105 Gemeinden 23,6 Mio. Euro IndonesienIndonesien Indonesien Gerechtigkeit für alle, damit Kinder heute leben können Keadilan
1997: 12.309 Gemeinden 24,9 Mio. Euro EcuadorEcuador Ecuador Offene Türen, damit Kinder heute leben können Pascasca
1998: 12.564 Gemeinden 26,8 Mio. Euro EritreaEritrea Eritrea Einander Segen sein, damit Kinder heute leben können Burakie
1999: 12.772 Gemeinden 28,3 Mio. Euro BangladeschBangladesch Bangladesch Miteinander singen, damit Kinder heute leben können Schombeto
2000: 12.836 Gemeinden 29,9 Mio. Euro MexikoMexiko Mexiko Jesus Christus - Brot des Lebens, damit Kinder heute leben können -
2001: 12.854 Gemeinden 30,1 Mio. Euro SudafrikaSüdafrika Südafrika Lernen und Handeln, damit Kinder heute leben können Funduzenzele
2002: 12.683 Gemeinden 27,6 Mio. Euro China VolksrepublikChina Volksrepublik China Heilende Hände, damit Kinder heute leben können Zhiyu zhi shou
2003: 12.540 Gemeinden 32,2 Mio. Euro ChileChile Chile Kindern ein Zuhause geben Dar un hogar
2004: 12.516 Gemeinden 34,3 Mio. Euro RuandaRuanda Ruanda Kinder bauen Brücken gufatanya kubaka
2005: 12.743 Gemeinden 47,6 Mio. Euro* ThailandThailand Thailand Kinder haben eine Stimme dek mii sitti riak rong
2006: 12.421 Gemeinden 38,7 Mio. Euro PeruPeru Peru Kinder schaffen was Los niños lo pueden lograr
2007: 12.223 Gemeinden 38,8 Mio. Euro MadagaskarMadagaskar Madagaskar Kinder sagen Ja zur Schöpfung Tianay ny Haritanan Atra
2008: 11.886 Gemeinden 39,7 Mio. Euro Sternsinger für die Eine Welt (50. Aktion Dreikönigssingen)
2009: 12.087 Gemeinden 39,6 Mio. Euro KolumbienKolumbien Kolumbien Kinder suchen Frieden buscamos la paz
2010: 11.853 Gemeinden 40,6 Mio. Euro SenegalSenegal Senegal Kinder finden neue Wege Utub yoon bu bees
2011: 11.622 Gemeinden 41,8 Mio. Euro KambodschaKambodscha Kambodscha Kinder zeigen Stärke kmäng kmäng bong-hein kom-lahng
2012: 11.529 Gemeinden 42,4 Mio. Euro NicaraguaNicaragua Nicaragua Klopft an Türen, pocht auf Rechte Llamar a las puertas, insistir en vuestros derechos
2013: 11.604 Gemeinden 43,7 Mio. Euro TansaniaTansania Tansania Segen bringen - Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit.
2014: MalawiMalawi Malawi Segen bringen - Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!
* Der außergewöhnlich hohe Betrag ist auf die erhöhte Spendenbereitschaft der Bevölkerung aufgrund des Seebebens im Indischen Ozean Ende 2004 („Tsunami-Katastrophe“) zurückzuführen.

Weltmissions-Tag der Kinder[Bearbeiten]

Seit 1950 wird nach der Festlegung durch Papst Pius XII. der sogenannte "Weltmissionstag der Kinder" - zwischen dem Weihnachtsfest und dem Fest Epiphanie gelegen - begangen. In der Diözese Linz ist diese Sammlung als "Krippen-Opfer" bekannt[1] und wird traditionell am 28. Dezember, dem Tag der Unschuldigen Kinder begangen.

Weitere Aufgaben[Bearbeiten]

Neben den Sternsingeraktionen beteiligen sich gemeinsam mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ Schulen, einzelne Klassen, Kindergartengruppen, Gruppen aus Jugendverbänden oder Pfarrgemeinden, Messdiener oder Kinderchöre an Aktionen für internationale Kinderprojekte. Mit Weihnachtsbasaren oder Sommerfesten, Sponsorenläufen oder Kinderflohmärkten sammeln sie Geld. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ beteiligt sich an kirchlichen Aktionen wie dem Weltmissionstag der Kinder, Kampagnen gegen Kinderarmut und Aids, sowie zur Stärkung der Kinderrechte. "Des Weiteren hat die Unterstützung der Evangelisierungsarbeit in den Ländern Asiens, Ozeaniens, Afrikas und Lateinamerikas einen besonderen Stellenwert."[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengeldern wird dem Kindermissionswerk jährlich durch die Auszeichnung mit dem Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen bescheinigt.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ (Hrsg.): Damit Kinder leben können. Die Geschichte des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf in Zusammenarbeit mit Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. ISBN 3-7761-0052-4.

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Krippen-Opfer in der Diözese Linz (Abgerufen am 20. Oktober 2013).
  2. Grundsätze der Sternsinger für die Förderung von Projekten (Abgerufen am 19. April 2012).
  3. Zuerkennung durch das DZI