Klaus-Peter Willsch

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Klaus-Peter Willsch (2008)

Klaus-Peter Willsch (* 28. Februar 1961 in Bad Schwalbach) ist ein deutscher Politiker (CDU) und Bundestagsabgeordneter.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1979 an der Leibnizschule Wiesbaden absolvierte Willsch ein Studium der Volkswirtschaftslehre und der Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, welches er 1986 als Diplom-Volkswirt beendete. Danach leistete er seinen Wehrdienst ab und durchlief auch die Ausbildung zum Reserveoffizier (letzter Dienstgrad: Hauptmann d.R.). Anschließend war er ab 1989 bei der Flughafen Frankfurt/Main AG zunächst in der Stabstelle und zuletzt von 1992 bis 1994 als Leiter der Stelle für Vermietung, Verpachtung und interne Belegung tätig. Willsch ist Herausgeber der Anzeigenzeitung Rheingau-Taunus Monatsanzeiger.

Klaus-Peter Willsch ist evangelisch, verheiratet und hat fünf Kinder.[1]

Partei[Bearbeiten]

Willsch trat 1978 in die Junge Union (JU) und 1979 auch in die CDU ein. Er war Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Rheingau-Taunus und gehörte von 1986 bis 1992 dem JU-Landesvorstand von Hessen an.

Willsch gehört seit 1979 dem Vorstand des CDU-Kreisverbandes Rheingau-Taunus an und war dort ab 1984 stellvertretender Kreisvorsitzender, bis er 2002 schließlich zum Vorsitzenden des Kreisverbandes gewählt wurde. Seit 2000 ist Willsch auch Mitglied im Landesvorstand der hessischen CDU.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Willsch gehörte von 1981 bis 1993 der Gemeindevertretung von Hohenstein an und ist seit 1985 Abgeordneter im Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises.

Seit 1998 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 2002 bis 2005 Beauftragter des Bundestages für die Beziehungen zum kroatischen Parlament. Seit 2003 ist er stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Hessen und seit Januar 2006 auch Beisitzer im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit November 2005 ist Willsch Vorsitzender des Unterausschuss Angelegenheiten der Europäischen Union des Haushaltsausschusses. Er ist ebenfalls Vorsitzender der fraktionsübergreifenden PGLR, Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt.

Klaus-Peter Willsch ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Rheingau-Taunus – Limburg in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte er hier 52,1 % der Erststimmen.[2]

Unterstützt vom Bund der Steuerzahler gründete Willsch mit neun weiteren Bundestagsabgeordneten und der Unternehmerin Marie-Christine Ostermann im Mai 2012 eine „Allianz gegen den ESM“. Der temporäre Rettungsschirm EFSF müsse wie geplant 2013 auslaufen. Die dauerhafte Nachfolgeeinrichtung ESM dürfe es nicht geben, da sie gegen Haftung und Eigenverantwortung verstoßen würde.[3]

Kritik[Bearbeiten]

2007 kam Willsch in die Kritik, nachdem Unternehmen der Rüstungsindustrie regelmäßig in einem regionalen Magazin, bei dem Willsch als Herausgeber fungierte, Anzeigen geschaltet hatten und dafür insgesamt 30.000 Euro zahlten. Da die Anzeigen „keinerlei werblichen Wert“ hätten, sei dies als „politische Landschaftspflege der Rüstungskonzerne“ zu werten, so der damalige SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt. Zu der Zeit war Willsch als Mitglied des Haushaltsausschusses mit Grundsatzentscheidungen über Rüstungsaufträge im Bundestag mitverantwortlich. Die Opposition verurteile dies und forderte den Rücktritt aus dem Haushaltsausschuss; der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim äußerte den Verdacht, es könne sich „bei den Zahlungen um verkappte Parteispenden handeln.“[4][5] Willsch ist zudem kooptiertes Mitglied im Vorstand des Vereins Forum Luft- und Raumfahrt, welcher von der Organisation Lobbycontrol als „Lobbyorganisation der Luft- und Raumfahrtindustrie einschließlich der Rüstungsindustrie“ eingeordnet wird.[6][7]

Im Mai 2014 wurde Willsch von Mitgliedern seiner eigenen Partei kritisiert, nachdem er ein Bündnis der CDU mit der Alternative für Deutschland in Gespräch brachte.[8][9] Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bezeichnete solche Forderungen als „absurd“.[10]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Willsch war von 1994 bis 1998 direkt gewählter Bürgermeister der Gemeinde Schlangenbad.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klaus-Peter Willsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. offizielle Website
  2. Wahlkreis 178: Rabanus und Willsch im neuen Bundestag, Allgemeine Zeitung.de, 24. September 2013
  3. 'Allianz' gegen den ESM' - Koalitionspolitiker attackieren Merkel, handelsblatt.com, 23. Mai 2012
  4. http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/eads-und-mbda-verkappte-parteispenden-593768.html
  5. http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2007/07/31/a0094
  6. https://lobbypedia.de/wiki/Forum_Luft-_und_Raumfahrt
  7. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region/klaus-peter-willsch-ein-hinterbaenkler-geraet-unter-beschuss-1462260.html
  8. http://www.fr-online.de/hessische-landespolitik/europawahl-cdu-und-afd---die-falsche-debatte,23887878,27252054.html
  9. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/alternative-fuer-deutschland-unionspolitiker-will-koalition-mit-afd-a-971616.html
  10. http://www.faz.net/aktuell/politik/cdu-streit-ueber-afd-bouffier-spricht-machtwort-12968588.html