Schlangenbad
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Rheingau-Taunus-Kreis | |
| Höhe: | 320 m ü. NN | |
| Fläche: | 36,55 km² | |
| Einwohner: |
6208 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 170 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65388 | |
| Vorwahlen: | 06129, 06124 (Niedergladbach) | |
| Kfz-Kennzeichen: | RÜD | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 39 014 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rheingauer Straße 23 65388 Schlangenbad |
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| Webpräsenz: | ||
| Lage der Gemeinde Schlangenbad im Rheingau-Taunus-Kreis | ||
Schlangenbad ist ein Heilbad an der Bäderstraße Taunus im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Schlangenbach wurde im Jahre 1694 als Bad oberhalb der Mündung des Warmen Baches angelegt, 1818 erfolgte die Erhebung zur Gemeinde. Frühere Namen des Ortes sind: Warme Mühlen (1482), Amtmannsbad (1687), Karlsbad (1693), Schlangenbad (1700) und Schlangen Bad (1708).
Geographische Lage und Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Der Ortsteil Schlangenbad und damit der Kernort der Gemeinde liegt als Kurort 320 Meter über NN in geschützter Talhanglage im waldreichen Hohen Taunus an der Einmündung des Warmen Bachs in die Walluf. Schlangenbad ist 12 km von Wiesbaden, 7 km von Eltville am Rhein und 7 km von Bad Schwalbach entfernt.
Das langgestreckte Gemeindegebiet erreicht eine Ausdehnung von über 13 Kilometer mit den wie auf einer Kette aufgereihten Ortsteilen von Georgenborn im Osten über den Kernort Schlangenbad, dann weiter über Wambach und Bärstadt zum höchstgelegenen Ortsteil und Luftkurort Hausen vor der Höhe (483 Meter), von da hinein ins Gladbachtal über Obergladbach und Niedergladbach bis zum Hinterlandswald und Wispertal im Westen.
Der höchste Punkt des Gemeindegebietes liegt am Westhang der Hohen Wurzel, in der Nähe des Taunus Wunderlandes, bei etwa 544 Meter. Der niedrigste Punkt im Walluftal in der Nähe des Forsthauses Schlangenbad und der Neu-Mühle liegt bei 210 Meter.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Schlangenbad grenzt im Norden an die Stadt Bad Schwalbach, im Osten an die Stadt Taunusstein und die kreisfreie Stadt Wiesbaden, im Süden an die Stadt Eltville am Rhein und die Gemeinde Kiedrich sowie im Westen an die Stadt Oestrich-Winkel.
Klima [Bearbeiten]
In Schlangenbad herrscht ein reizschwaches Schonklima mit starker nächtlicher Abkühlung. Das gemäßigte Klima ist vergleichbar mit dem mediterranen Klima. Dadurch konnte sich auch nach allgemeiner Abkühlung des Klimas in Deutschland eine Population der Äskulapnatter in Schlangenbad erhalten, die heute nur noch in den wärmeren mediterranen Gegenden vorkommt, zu Warmzeiten aber in ganz Mitteleuropa verbreitet war. Der Ortsname Schlangenbad basiert auf diesem Vorkommen der Äskulapnatter. Mehrmals im Jahr werden Führungen zur Äskulapnatter von verschiedenen Institutionen angeboten. Die 5 Unterführungen der Bäderstraße/Umgehung wurden mit sogenannten Querungshilfen im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen durch die Straßenbauverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Verein Naturschutzhaus ausgestattet.
Gebäude [Bearbeiten]
Die evangelische Christuskirche, erbaut 1907, ist ein Hauptwerk des Architekten Ludwig Hofmann. Von Eugen Rückgauer stammten die Pläne zum Parkhotel Schlangenbad.
Kurbetrieb [Bearbeiten]
Die Thermalquellen Schlangenbads wurden in der Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckt. Nachdem Francis Head 1830 Bubbles from the Brunnen[2] veröffentlicht hatte, wurden die Taunusbäder unter Briten populär. Während der Zeit des Aufschwungs nach der nassauischen Erwerbung und der Veröffentlichung der „Bubbles“ hatten Schlangenbad und Schwalbach keinen Standortnachteil gegenüber Ems bzw. Wiesbaden bis um 1845 das Reisen mittels Postkutsche, durch die schnellere, bequemere und billigere Eisenbahn, obsolet gemacht wurde. genbad unter nassauischer Herrschaft vereint. 1838 kamen insgesamt 1564 Kurgäste. Noch 1865 verirrten sich etwa 600 englische Kurgäste in den Ort, der auch in deutschen Adelskreisen geschätzt wurde, da man relativ ungestört kuren konnte. Die Zahl der französischen Gäste war, nachdem die französische Kaiserin hier mehrmals kurte, eine zeitlang hoch. Seit 1931 gibt es ein Thermalfreibad; Kassenpatienten wurden erstmals 1950 zur Kur zugelassen.[3] Aus dem 19. Jahrhundert ist noch die Historische Caféhalle als charakteristische Architektur deutscher Kurbäder erhalten. Heute sind insgesamt neun Quellen erschlossen, die mit Temperaturen zwischen 21 und 32 Grad Celsius am Südhang des Bärstädter Kopfes entspringen. Behandelt werden rheumatische und andere entzündliche Erkrankungen.
Glücksspiel: Erstmals 1709 wurde hessischerseits eine Konzession an den Italiener Pietro Varena vergeben. Das von diesem errichtete Häuschen ging 1721 an den Mainzer Martin Cetto über. Später im 18. Jahrhundert wurden zahlreiche kleinere Spielstätten betrieben, die den kleinen Ort für Kurgäste interessanter machten. Unterpächter für Schwalbach und Schlangenbad war in den frühen 1830ern Friedrich Kühnemann, seines Zeichens Stärkefabrikant und „Hofschornsteinfeger“ aus Kassel. Die Konzession (für alle Spielbanken im Herzogtum Nassau) hielt ab 1834 der aus Baden-Baden verdrängte Antoine Chabert. Seit dieser Zeit wurde der private Ausbau des Bades gefördert. Chabert verzichtete auf seine Rechte 1845, so daß die Spielbank geschlossen werden konnte.[3]
Freizeit- und Sportanlagen [Bearbeiten]
- Thermalfreibad mit Kelosauna
- Aeskulap-Therme
- Tennisplätze Schlangenbad
- Bouleplatz im Kurpark Schlangenbad
- Heinz-Grein-Sporthalle Georgenborn
- Sporthalle Bärstadt
- Fußballplatz Hausen
Wanderwege [Bearbeiten]
- Der Rheinsteig, ein durch das Walluftal bei Schlangenbad führender Wanderweg von Schloss Biebrich bei Wiesbaden nach Bonn über die Loreley, die feindlichen Brüder (Liebenstein und Sterrenberg) und Burg Lahneck nach Bonn.
- Wanderweg nach Rauenthal (ca. 45 min) mit herrlichem Blick über das Rheintal.
- Rundwanderwege am Parkplatz „Förster-Bitter-Eiche“ bei Hausen v.d.H. nahe dem Hinterlandswald.
- 'Schlangenpfad' mit Schautafeln zu Biologie, Gefährdung und Schutzmaßnahmen der größten heimischen Schlange, der ungiftigen Äskulapnatter.
- Der Rheingauer Gebück-Wanderweg, der von Niederwalluf nach Lorch führt, verläuft durch Schlangenbad
Politik [Bearbeiten]
Gemeindevertretung [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 37,3 | 11 | 48,3 | 15 | |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 21,2 | 7 | 12,4 | 4 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 19,5 | 6 | 26,1 | 8 | |
| BfB | Bürger für Bürger | 16,6 | 5 | — | — | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 5,4 | 2 | 8,9 | 3 | |
| PRO | PRO Schlangenbad | — | — | 4,2 | 1 | |
| Gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 57,4 | 57,7 | ||||
Partnerschaften [Bearbeiten]
Die Gemeinde Schlangenbad unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Craponne in Frankreich.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
- Grundschule Bärstadt
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Ludwig von Lauter (1855–1929), königlich-preußischer General der Artillerie
- Max Knoll (1897–1969), deutscher Elektrotechniker, Mitentwickler des ersten Elektronenmikroskops
In Schlangenbad lebten bzw. leben [Bearbeiten]
- Ludwig Berger (1892–1969), Filmregisseur und Schriftsteller
- Volker Schlöndorff (* 1939), Filmregisseur und Oscarpreisträger
- Wolf von Lojewski (* 1937), Fernsehmoderator
- Gerhard Fieber (1916–2013), deutscher Trickfilm-Pionier
Siehe auch [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Head, Fr.; Bubbles from the brunnen of Nassau (Ausgabe 1866)
- ↑ a b Henry Lohner: Nur wer tot ist, geht kein Risiko mehr ein: Geschichte der Spielbanken und Roulettesysteme des 20. Jahrhunderts; Norderstedt 2012; ISBN 978-3844809770; Kap.: Schlangenbad, S. 85
Weblinks [Bearbeiten]
- Historisches Ortslexikon
- Recherche nach Kulturdenkmälern in Schlangenbad (130 Datensätze)
- Links zum Thema Schlangenbad im Open Directory Project
- Hessische Heilbäder – Schlangenbad
- Literatur von und über Schlangenbad im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
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