Schlangenbad

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schlangenbad
Schlangenbad
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schlangenbad hervorgehoben
50.0929166666678.1019444444444320Koordinaten: 50° 6′ N, 8° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 36,55 km²
Einwohner: 6127 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65388
Vorwahlen: 06129, 06124 (Niedergladbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RÜD, SWA
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 014
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rheingauer Straße 23
65388 Schlangenbad
Webpräsenz: www.schlangenbad.de
Bürgermeister: Michael Schlepper (FDP)
Lage der Gemeinde Schlangenbad im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau) Rüdesheim am Rhein Geisenheim Oestrich-Winkel Kiedrich Eltville am Rhein Walluf Schlangenbad Bad Schwalbach Heidenrod Aarbergen Hohenstein (Untertaunus) Taunusstein Hünstetten Idstein Niedernhausen Waldems Rheinland-Pfalz Wiesbaden Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Schlangenbad ist ein Heilbad an der Bäderstraße Taunus im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen (Deutschland). Der Ort gilt als das älteste anerkannte hessische Heilbad[2].

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Der Ortsteil Schlangenbad und damit der Kernort der Gemeinde liegt als Kurort 320 Meter über NN in geschützter Talhanglage im waldreichen Hohen Taunus an der Einmündung des Warmen Bachs in die Walluf. Schlangenbad ist 12 km von Wiesbaden, 7 km von Eltville am Rhein und 7 km von Bad Schwalbach entfernt.

Das langgestreckte Gemeindegebiet erreicht eine Ausdehnung von über 13 Kilometer mit den wie auf einer Kette aufgereihten Ortsteilen von Georgenborn im Osten über den Kernort Schlangenbad, dann weiter über Wambach und Bärstadt zum höchstgelegenen Ortsteil und Luftkurort Hausen vor der Höhe (483 Meter), von da hinein ins Gladbachtal über Obergladbach und Niedergladbach bis zum Hinterlandswald und Wispertal im Westen.

Der höchste Punkt des Gemeindegebietes liegt am Westhang der Hohen Wurzel, in der Nähe des Taunus Wunderlandes, bei etwa 544 Meter. Der niedrigste Punkt im Walluftal in der Nähe des Forsthauses Schlangenbad und der Neu-Mühle liegt bei 210 Meter.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schlangenbad grenzt im Norden an die Stadt Bad Schwalbach, im Osten an die Stadt Taunusstein und die kreisfreie Stadt Wiesbaden, im Süden an die Stadt Eltville am Rhein und die Gemeinde Kiedrich sowie im Westen an die Stadt Oestrich-Winkel.

Klima[Bearbeiten]

In Schlangenbad herrscht ein reizschwaches Schonklima mit starker nächtlicher Abkühlung. Das gemäßigte Klima ist vergleichbar mit dem mediterranen Klima. Dadurch konnte sich auch nach allgemeiner Abkühlung des Klimas in Deutschland eine Population der Äskulapnatter in Schlangenbad erhalten, die heute nur noch in den wärmeren mediterranen Gegenden vorkommt, zu Warmzeiten aber in ganz Mitteleuropa verbreitet war. Der Ortsname Schlangenbad basiert auf diesem Vorkommen der Äskulapnatter. Mehrmals im Jahr werden Führungen zur Äskulapnatter von verschiedenen Institutionen angeboten. Die 5 Unterführungen der Bäderstraße/Umgehung wurden mit sogenannten Querungshilfen im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen durch die Straßenbauverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Verein Naturschutzhaus ausgestattet.

Geschichte[Bearbeiten]

Schlangenbad wurde im Jahre 1694 als Bad oberhalb der Mündung des Warmen Baches angelegt, 1818 erfolgte die Erhebung zur Gemeinde. Frühere Namen des Ortes sind: Warme Mühlen (1482), Amtmannsbad (1687), Karlsbad (1693), Schlangenbad (1700) und Schlangen Bad (1708).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Der Nachbarort Georgenborn, der 1928 in die Stadt Wiesbaden eingegliedert worden war, wechselte am 1. April 1939 seine kommunale Zugehörigkeit und war fortan als Ortsteil in die Gemeinde Schlangenbad im Untertaunuskreis integriert. Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 zunächst die Gemeinde Wambach in die Gemeinde Schlangenbad eingegliedert.[3] Am 1. Juli 1972 folgten die Gemeinden Bärstadt, Hausen vor der Höhe, Niedergladbach und Obergladbach diesem Beispiel.[4][5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,3 %
21,2 %
19,5 %
16,6 %
5,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-11,0 %p
+8,8 %p
-6,6 %p
+16,6 %p
-3,5 %p
-4,2 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,3 11 48,3 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 21,2 7 12,4 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,5 6 26,1 8
BfB Bürger für Bürger 16,6 5
FDP Freie Demokratische Partei 5,4 2 8,9 3
PRO PRO Schlangenbad 4,2 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 57,4 57,7

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Schlangenbad unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Craponne in Frankreich.

Gebäude[Bearbeiten]

Christuskirche, Zeichnung von Ludwig Hofmann

Die evangelische Christuskirche, erbaut 1907, ist ein Hauptwerk des Architekten Ludwig Hofmann. Von Eugen Rückgauer stammten die Pläne zum Parkhotel Schlangenbad.

Kurbetrieb[Bearbeiten]

Schlangenbad um 1900
Schlangenbad 2009
Kurpark

Die Thermalquellen Schlangenbads wurden in der Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckt. Nachdem Francis Head 1830 Bubbles from the Brunnen[6] veröffentlicht hatte, wurden die Taunusbäder unter Briten populär. Während der Zeit des Aufschwungs nach der nassauischen Erwerbung und der Veröffentlichung der „Bubbles“ hatten Schlangenbad und Schwalbach keinen Standortnachteil gegenüber Ems bzw. Wiesbaden, bis um 1845 das Reisen mittels Postkutsche durch die schnellere, bequemere und billigere Eisenbahn obsolet gemacht wurde. Während 1838 noch insgesamt 1564 Kurgäste kamen, ging die Zahl der englischen Kurgäste bis 1865 auf etwa 600 zurück. Die Zahl der französischen Gäste war, nachdem die französische Kaiserin Eugénie hier mehrmals kurte, eine Zeitlang hoch. Deutsche Adelskreise schätzten Schlangenbad, da man hier relativ ungestört kuren konnte. Seit 1931 gibt es ein Thermalfreibad; Kassenpatienten wurden erstmals 1950 zur Kur zugelassen.[7] Aus dem 19. Jahrhundert ist noch die Historische Caféhalle als charakteristische Architektur deutscher Kurbäder erhalten. Heute sind insgesamt neun Quellen erschlossen, die mit Temperaturen zwischen 21 und 32 Grad Celsius am Südhang des Bärstädter Kopfes entspringen. Behandelt werden rheumatische und andere entzündliche Erkrankungen.

Glücksspiel: Erstmals 1709 wurde hessischerseits eine Konzession an den Italiener Pietro Varena vergeben. Das von diesem errichtete Häuschen ging 1721 an den Mainzer Martin Cetto über. Später im 18. Jahrhundert wurden zahlreiche kleinere Spielstätten betrieben, die den kleinen Ort für Kurgäste interessanter machten. Unterpächter für Schwalbach und Schlangenbad war in den frühen 1830ern Friedrich Kühnemann, seines Zeichens Stärkefabrikant und „Hofschornsteinfeger“ aus Kassel. Die Konzession (für alle Spielbanken im Herzogtum Nassau) hielt ab 1834 der aus Baden-Baden verdrängte Antoine Chabert. Seit dieser Zeit wurde der private Ausbau des Bades gefördert. Chabert verzichtete auf seine Rechte 1845, so dass die Spielbank geschlossen werden konnte.[7]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Thermalfreibad mit Kelosauna
  • Aeskulap-Therme
  • Tennisplätze Schlangenbad
  • Bouleplatz im Kurpark Schlangenbad
  • Heinz-Grein-Sporthalle Georgenborn
  • Sporthalle Bärstadt
  • Fußballplatz Hausen

Wanderwege[Bearbeiten]

  • Der Rheinsteig, ein durch das Walluftal bei Schlangenbad führender Wanderweg von Schloss Biebrich bei Wiesbaden über die Loreley, die feindlichen Brüder (Liebenstein und Sterrenberg) und Burg Lahneck nach Bonn.
  • Wanderweg nach Rauenthal (ca. 45 min) mit herrlichem Blick über das Rheintal.
  • Rundwanderwege am Parkplatz „Förster-Bitter-Eiche“ bei Hausen v.d.H. nahe dem Hinterlandswald.
  • 'Schlangenpfad' mit Schautafeln zu Biologie, Gefährdung und Schutzmaßnahmen der größten heimischen Schlange, der ungiftigen Äskulapnatter.
  • Der Rheingauer Gebück-Wanderweg, der von Niederwalluf nach Lorch führt, verläuft durch Schlangenbad

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Grundschule Bärstadt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

In Schlangenbad lebten bzw. leben[Bearbeiten]


Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Regierungspräsidium Kassel: Regierungspräsidium Kassel Gesamtliste der prädikatisierten Orte/Ortsteile in Hessen 2014 (zugegriffen 25. März 2014)
  3. Bekanntgabe von Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden durch den Hessischen Minister des Innern vom 29. Dezember 1971 (StAnz. 1972 S. 89, 90) Seite 10 der tif-Datei 5,96 MB, Nr. 18 der Bekanntgabe
  4. Bekanntgabe von Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden durch den Hessischen Minister des Innern vom 21. Juni 1972 (StAnz. S. 1197) Seite 5 der tif-Datei 4,28 MB, Nr. 4 der Bekanntgabe
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377 und 378.
  6. Head, Fr.; Bubbles from the brunnen of Nassau (Ausgabe 1866)
  7. a b Henry Lohner: Nur wer tot ist, geht kein Risiko mehr ein: Geschichte der Spielbanken und Roulettesysteme des 20. Jahrhunderts; Norderstedt 2012; ISBN 978-3-8448-0977-0; Kap.: Schlangenbad, S. 85

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlangenbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien