Koninklijke Marine

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Koninklijke Marine
Naval Jack of the Netherlands.svg
Gösch der Koninklijke Marine
Aufstellung 8. Januar 1488
Land Flag of the Netherlands.svg Niederlande
Streitkräfte Niederländische Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft
Grobgliederung siehe Unterkapitel
Stützpunkte siehe Unterkapitel
Kriege Zweiter Weltkrieg
Indonesischer Unabhängigkeitskrieg
Koreakrieg
Zweiter Golfkrieg
Dritter Golfkrieg
Leitung
Kommandant Luitenant-generaal Rob Zuiderwijk
Wichtige
Kommandeure

Michiel de Ruyter
Maarten Tromp
Karel Doorman

Als Koninklijke Marine (Königlich Niederländische Marine) werden die Seestreitkräfte des Königreichs der Niederlande bezeichnet. Die Marine setzt sich aus den Seestreitkräften, der Marineinfanterie und der Küstenwache zusammen. Die Königlich Niederländische Marine hat seit 1. Januar 1996 ein gemeinsames Flottenkommando mit der Königlich belgischen Marine in Den Helder, der Admiral Benelux wurde bislang immer von den Niederlanden gestellt.

Geschichte der niederländischen Marine[Bearbeiten]

Die niederländische Marine war eine der ersten großen Seemächte der Neuzeit. Im 17. Jahrhundert umfasste allein die Handelsflotte 35.000 größere und kleinere Schiffe[1] weitere 2.000 größere und kleinere Handels- und Kriegsschiffe wurden jedes Jahr gebaut.[2]. Jährlich heuerten 70.000 Seeleute und Matrosen an, darunter zahlreiche Deutsche. Nach dem Untergang der Republik sank die Flotte des Königreichs im 19. Jahrhundert zu einer Seemacht zweiten Ranges herab.[3] Für die 1815 gegründete Koninklijke Nederlandse Zeemacht setzte sich ab 1905 die Bezeichnung Koninklijke Marine durch.

Innerhalb der NATO sind die niederländischen Seestreitkräfte den Oberkommandos Atlantik (ACLANT) und Ärmelkanal (ACCHAN) unterstellt und sind zum Schutz der Seeverbindungen im Ärmelkanal sowie zur Erringung der Seeherrschaft in der Nordsee vorgesehen. Einheiten der Marineinfanterie sind als Reserve dem NATO-Kommando Nordeuropa zugeordnet. Niederländische Kriegsschiffe sind seit 1969 Teil der ständigen Einsatzgruppe Standing NATO Maritime Group 1. Darüber hinaus wahrt die niederländische Kriegsmarine besondere seestrategische Interessen in der Karibik (Antillen) und anderen außereuropäischen Räumen. Niederländische Kriegsschiffe waren 1987/88 und 1990/91 auch im Persischen Golf im Einsatz.[4]

Seit 2008 beteiligten sich niederländische Kriegsschiffe innerhalb der NATO an der Operation Allied Provider, der Operation Allied Protector und der Operation Ocean Shield bzw. an der EU-Operation Atalanta am Kampf gegen die Piraterie vor der Küste Somalias.

Gliederung[Bearbeiten]

Die niederländische Marine wird nach den Reformen von 2005 vom Kommandanten der Seestreitkräfte (Commandant Zeestrijdkrachten, abgekürzt: CZSK), einem Vizeadmiral, im binationalen Marinekommando geführt. Gleichzeitig übt er das Amt des Admiral Benelux aus.

Dem Kommandanten untergeordnet sind der Kommandant des Marinekommandos Karibik und der Kommandant des Korps Mariniers.

Marinegeschwader[Bearbeiten]

Das Marinegeschwader (Groep Escorteschepen) führt alle Überwasserschiffe der königlich niederländischen Marine. Darunter fallen alle Fregatten, die Docklandungsschiffe ›Rotterdam‹ und ›Johann de Witt‹ und zwei Troßschiffe.

Unterseebootdienst[Bearbeiten]

Neben den vier vorhandenen Unterseebooten der ›Walrus‹-Klasse bildet noch ein Wehrforschungsschiff den Unterseebootdienst (Onderzeedienst) der königlich niederländischen Marine.

Hydrographischer Dienst[Bearbeiten]

Der hydrographische Dienst (Dienst der Hydrografie) ist mit zwei Schiffen für vermessungstechnische Angelegenheiten zuständig.

Minenabwehrverband[Bearbeiten]

Der Minenabwehrverband (Mijnendienst) umfasst alle Minenabwehreinheiten, (Minen-)Taucher-Unterstützungsboote und eine medizinische Einrichtung für Taucher.

Marineflieger[Bearbeiten]

NH90 NFH

Die Marineflieger (frühere Bezeichnung Marine Luchtvaartdienst) setzten sich nach 2008 nach der Auflösung der beiden in Valkenburg stationierten Seefernaufklärungsstaffeln - acht P-3C Orions wurden an Deutschland verkauft, die restlichen vier gingen an Portugal - bis 2012 aus zwei Hubschrauberstaffeln zusammen, die mit dem Westland Sea Lynx ausgestattet waren und dem Defensie Helikopter Commando unterstanden. In jeder Staffel stand je ein Hubschrauber zur SAR-Rettung bereit. Inzwischen gibt es nurmehr eine Einsatzstaffel, die mit der NH90 ausgerüstet ist.

Marineinfanterie-Korps[Bearbeiten]

Hauptartikel: Korps Mariniers

Das niederländische Marineinfanterie-Korps (Korps Mariniers) gehört zu den ältesten Eliteeinheiten weltweit und gilt als sehr gut ausgebildet und ausgerüstet.

Küstenwache[Bearbeiten]

Die Küstenwache (Kustwacht) untersteht in den Niederlanden der Marine. Sie erfüllt Aufgaben für insgesamt sieben unterschiedliche Ministerien. Die Führung übernimmt ein eigenes Kommando, welches der Marine unterstellt ist. Es stehen zwei Flugzeuge vom Typ Dornier 228 zur Verfügung, die von Piloten der niederländischen Marine bzw. Luftwaffe geflogen werden. Verantwortlich für die Flugzeuge ist die Königlich Niederländische Luftwaffe. Außerdem können für SAR-Aufgaben oder andere hoheitliche Belange weitere Hubschrauber angefordert werden. Darunter fällt auch ein privat betriebener Seaking.

Die Küstenwache in den niederländischen Antillen ist eine selbständige Einheit, die dem Kommandeur des Marinekommandos Karibik untersteht.

Stützpunkte[Bearbeiten]

Hr. Ms. Zuiderkruis und Hr. Ms. Van Nes bei einem Versorgungsmanöver während der Übung Joint Caribe Lion 2006; davor die Fregatte Hr. Ms. De Ruyter und ausländische Einheiten

Niederlande[Bearbeiten]

  • Amsterdam: Flottenstützpunkt (soll nach Den Helder verlegt werden)
  • Den Helder: Kommando der Seestreitkräfte, Flottenstützpunkt
  • De Kooy (bei Den Helder): Marinefliegerdienst
  • Doorn: Truppen des Korps Mariniers
  • Rotterdam: Flottenstützpunkt (soll nach Den Helder verlegt werden), Truppen des Korps Mariniers
  • Texel: Truppen des Korps Mariniers
  • Vlissingen: Flottenstützpunkt (soll nach Den Helder verlegt werden), Kasernenareal, Truppen der Nationalen Reserve

Karibik[Bearbeiten]

Ausrüstung[Bearbeiten]

Zahlenmäßige Entwicklung (Anzahl der Schiffe) der Koninklijke Marine seit 1970
Die Fregatte HNLMS Tromp (F803), November 2006
Das OPV Holland (P840), 2012

Schiffe[Bearbeiten]

Fregatten[Bearbeiten]

Offshore Patrol Vessels[Bearbeiten]

Unterseeboote[Bearbeiten]

Minenfahrzeuge[Bearbeiten]

Amphibische Schiffe[Bearbeiten]

Trossschiffe[Bearbeiten]

Luftfahrzeuge[Bearbeiten]

Zukünftige Beschaffungen[Bearbeiten]

  • Die Niederlande haben 2005 einen Vertrag über die Beschaffung von maximal 30 BGM-109 Tomahawk Block-IV-Marschflugkörpern abgeschlossen. Die Cruise Missiles sollten in das Vertical Launching System der De-Zeven-Provinciën-Klasse eingebaut werden. Die Beschaffung wurde aus Kostengründen jedoch wieder abgebrochen.
  • Die von 1985 stammende Technik der Walrus-Klasse soll überholt werden. Daneben sollen die Boote allgemein modernisiert und kampfwertgesteigert werden.
  • Die verschiedenen Varianten der "Westland Sea Lynx"-Hubschrauber sollen in den kommenden Jahren durch den europäischen Marinehubschrauber NH90 ersetzt werden.
  • Zwei weitere Boote der Jaguar-Klasse werden für die Küstenwache gebaut.
  • Der Ersatz für die „Zr.Ms. Zuiderkruis“ soll 2015 voll einsatzklar sein. Das 28.000 Tonnen verdrängende und 204 m lange Joint Logistic Support Ship „Zr.Ms. Karel Doorman“ wurde im Dezember 2009 beauftragt, die Kiellegung erfolgte am 7. Juni 2011 bei der Damen-Werft in Galatz/Rumänien. Mit der Auslieferung wird 2014 gerechnet. Als Sparmaßnahme sollte das JLSS nun nicht nur die Zuiderkruis, sondern auch die Amsterdam ersetzen. Wegen Kürzungen des Verteidigungshaushaltes wurde im Herbst kurzzeitig erwogen, das in Vlissingen in Bau befindliche Schiff noch vor seiner endgültigen Fertigstellung zu verkaufen, was aber nach wenigen Wochen wieder verworfen wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Koninklijke Marine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14, Seite 643. Leipzig 1908
  2. Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3, Seite 283. Leipzig 1839
  3. Brockhaus Conversations-Lexikon, Supplementband, Seite 549. Leipzig 1887
  4. Wolfgang Weber: Militärdoktrinen der NATO und ihrer Mitgliedstaaten, Seite 80f. Militärverlag der DDR, Berlin 1988