Kungälv

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Dieser Artikel behandelt den Ort Kungälv; für die schwedische Gemeinde Kungälv siehe Kungälv (Gemeinde).
Kungälv
Wappen fehlt
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Kungälv (Schweden)
Kungälv
Kungälv
Basisdaten
Staat: Schweden
Provinz (län): Västra Götalands län
Historische Provinz (landskap): Bohuslän
Gemeinde (kommun): Kungälv
Koordinaten: 57° 52′ N, 11° 59′ O57.86805555555611.977777777778Koordinaten: 57° 52′ N, 11° 59′ O
Einwohner: 22.768 (31. Dezember 2010)[1]
Fläche: 11,52 km²
Bevölkerungsdichte: 1.976 Einwohner je km²

Kungälv ist eine Stadt im Südwesten Schwedens. Sie gehört zur Provinz Västra Götalands län sowie zur historischen Provinz Bohuslän und liegt etwa 25 km nördlich von Göteborg. Der Ort ist zugleich Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.

Geografie[Bearbeiten]

Kungälv liegt am Fluss Göta älv und etwa 15 km von der schwedischen Westküste am Kattegat entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1101 fand hier ein Dreikönigstreffen statt. Damals schlossen König Erik I. Ejegod von Dänemark, König Magnus III. von Norwegen und König Inge I. von Schweden einen Friedensvertrag. Ein 1940 in Kungälv errichteter hoher "Friedensstein" erinnert an das denkwürdige historische Ereignis vor über 900 Jahren. Konnungahälla, das jetzige Kungälv, verlor jedoch seine Bedeutung als mittelalterliche skandinavische Hafen- und Handelsstadt am Laurentiustag (10. August) des Jahres 1135. Dieses wichtige Zentrum war von dem Pommernherzog Ratibor mit einer Flotte von 250 (!) Schiffen als Vergeltungsaktion heimgesucht und gebrandschatzt worden. Die Pommern erlitten während der Kampfhandlungen erhebliche Verluste an Kriegern und an Schiffen, blieben aber letztlich die Sieger. Mit wertvoller Beute, darunter dem berühmten und heute verschollenen "Cordula-Schrein" und an die 700 gefangene Nordländer mit sich führend, segelte der Rest der herzoglichen Flotte zurück nach Pommern.

Sowohl der isländische Historiker und Politiker Snorri Sturluson (1178/79–1241) als auch die Knytlingasaga und der dänische Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus (um 1150—1220) berichten über den slawischen Angriff und die Vorgänge im Göta älv an der Küste Hallands. Der Cordula-Schrein, auch als Schrein von Cammin bekannt, war eine kostbare nordische Reliquie. Das erbeutete Original, nach anderer Auffassung ein Geschenk des Bischofs Asker an Otto von Bamberg, gehörte zum Schatz des Doms zu Cammin und gilt seit Kriegsende 1945 als verlustig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Festung Bohus: Blick auf den Fars Hatt

Größte Sehenswürdigkeit von Kungälv ist die Festung Bohus, eine ehemals norwegische Festung zur Sicherung der norwegischen Grenze gegen Schweden. Durch die Nähe zur Festung wurde Kungälv in Kriegen mehrfach komplett zerstört und an unterschiedlichen Orten in Festungsnähe wieder neu aufgebaut.

Durch seine reizvolle Lage zwischen Flüssen, Seen und hügeligen Wäldern ist Kungälv besonders an Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel der Göteborger.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lutz Mohr: Die Rache der Pommern. Über den Feldzug des Herzogs Ratibor I. wider Kungälv im Herzen Skandinaviens anno 1135 nach einer isländischen Quelle. In: Stier und Greif. Blätter zur Kultur- und Landesgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern, Jg. 11, Schwerin 2001, S. 94-102

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kungälv – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kungälv – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tätorternas landareal, folkmängd och invånare beim Statistiska centralbyrån.