Kurt Sieveking

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Sieveking 2. von links (im Hintergrund)
Kurt Sieveking auf einem Wahlplakat zur Bürgerschaftswahl 1961

Kurt Sieveking (* 21. Februar[1][2] 1897 in Hamburg; † 16. März 1986 ebenda) war ein deutscher Politiker der CDU. Von 1953 bis 1957 amtierte er als Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.

Leben[Bearbeiten]

Sieveking stammt aus alter Hamburger Familie. Viele seiner Vorfahren waren Senatoren, nach ihnen sind diverse Straßen und Plätze in Hamburg benannt (z. B. Sievekingsallee, Sievekingdamm, Sievekingplatz). Sieveking war Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg. Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg, München und Marburg, wurde zum Dr. jur. promoviert, war von 1925 bis 1934 als Rechtsanwalt in Hamburg tätig und war seit 1936 Syndikus im Bankhaus M. M. Warburg & Co. [3] In der Weimarer Republik hatte er der DVP angehört.[4] Am 2. Dezember 1953 wurde Sieveking, der zuvor deutscher Gesandter in Schweden war, als Nachfolger von Max Brauer (SPD) zum Ersten Bürgermeister von Hamburg gewählt. CDU, DP und FDP hatten zum Zwecke des Machtwechsels den Hamburg-Block gegründet. Vier Jahre regierte Kurt Sieveking die Hansestadt. Mehrfach war die Senatsmehrheit bedroht, weil ausgerechnet die konservative DP damit drohte, eine Koalition mit den Sozialdemokraten einzugehen.

Der Bundesrat wählte am 20. Juli 1956 in Bonn Sieveking einstimmig zu seinem Präsidenten für das am 7. September beginnende Geschäftsjahr.

Bedingt durch den Umstand, dass der zu seinem Nachfolger als Bundesratspräsident gewählte Regierende Bürgermeister von Berlin Otto Suhr eine Woche vor der Amtsübernahme verstarb, wurde Sieveking, abweichend vom Königsteiner Abkommen, am 6. September 1957 als Bundesratspräsident wiedergewählt. Nachdem mit der Wahl Willy Brandts am 3. Oktober 1957 das Land Berlin wieder über eine gewählte Regierung verfügte, trat Sieveking vereinbarungsgemäß zum 31. Oktober 1957 als Bundesratspräsident zurück, Brandt wurde am 1. November sein Nachfolger [5] .

Sieveking war auf diese Weise der einzige Bundesratspräsident, der länger als ein Jahr am Stück dem Bundesrat vorstand.

Im Juni 1957 vereinbarten Hamburg und die damals Leningrad genannte russische Stadt Sankt Petersburg die Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen. Die Städtepartnerschaft mit St. Petersburg ist die älteste Hamburgs.

Bei der Bürgerschaftswahl 1957 erlangte die SPD erneut die absolute Mehrheit, so dass Sievekings Vorgänger Max Brauer auch sein Nachfolger wurde. Sieveking selbst war anschließend Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Er wurde 1960 zum Ehrensenator der Universität Hamburg [6] ernannt und 1967 vom Hamburger Senat mit der Bürgermeister-Stolten-Medaille ausgezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kurt Sieveking – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lebenslauf bei der Konrad-Adenauer-Stiftung online, abgerufen am 17. Mai 2012
  2. Deutsches Geschlechterbuch zu Familie Sieveking, Ausgabe 1966, Seite 419
  3. Eckart Kleßmann: M. M. Warburg & Co 1798 - 1998, Die Geschichte eines Bankhauses, Hamburg 1998, S. 103
  4. Werner Johe, Bürgermeister Rudolf Petersen. ein Beitrag zur Geschichte der politischen Neuordnung in Hamburg 1945/46, in: Landeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Hamburg nach dem Ende des Dritten Reiches: politischer Neuaufbau 1945/46 bis 1949. Sechs Beiträge, Hamburg 2000, S. 40, ISBN 3-929728-50-8.
  5. PDF bei www.bundesrat.de
  6. Ehrensenatorinnen und Ehrensenatoren der Universität Hamburg