Lakhnau

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Dieser Artikel behandelt die indische Stadt Lakhnau (Lucknow). Zu anderen Bedeutungen von Lucknow siehe Lucknow (Begriffsklärung).
Lakhnau
Lakhnau (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Uttar Pradesh
Distrikt: Lakhnau
Lage: 26° 52′ N, 80° 55′ O26.86055555555680.915833333333Koordinaten: 26° 52′ N, 80° 55′ O
Einwohner:
– Agglomeration:
2.815.601 (2011)[1]
2.901.474 (2011)[2]
Postleitzahl: 226001 – 226026
227101 – 227132
Bara Imambara
Bara Imambara

d1

Lakhnau (Lucknow) (Hindi: लखनऊ, Urdu: لکھنو; lakhnaū [ˈlʌkʰnʌuː]) ist die Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh in Indien. Sie hat eine Einwohnerzahl von rund 2,8 Millionen (Volkszählung 2011), ist Industriezentrum (Textilindustrie, Metallverarbeitung, Kunsthandwerk), Verkehrsknoten (Straße, Eisenbahn, Flughafen) und liegt 516 Kilometer östlich von Delhi am Gomti. Unter Sprachpuristen gilt Lakhnau als der Ort, in dem das beste und reinste Urdu und Hindi gesprochen wird.

Lucknow
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lucknow
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Max. Temperatur (°C) 22,4 26,1 32,2 38,1 40,2 38,5 33,9 33,0 33,1 32,6 29,0 24,2 Ø 32
Min. Temperatur (°C) 7,4 10,0 14,7 20,6 24,7 26,9 26,1 25,6 24,3 19,2 12,4 8,2 Ø 18,4
Niederschlag (mm) 18,9 17,6 8,7 6,2 20,1 105,6 269,7 265,9 197,3 46,7 7,3 15,2 Σ 979,2
Regentage (d) 1,9 1,8 1,3 0,8 1,8 6,6 13,5 16 9,5 1,7 0,5 0,8 Σ 56,2
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Quelle: WMO

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt entstand im Jahre 1528 auf Befehl von Babur (1483–1530), dem Begründer des Mogulreiches. 1775 verlegte Asaf-ud-Daula (1775–1797) die Hauptstadt des Königreiches Avadh von Faizabad nach Lakhnau. 1856 nahmen britische Streitkräfte die Stadt ein.

Dass die Briten den als Herrscher inkompetenten letzten Nawab von Avadh Wajid Ali Shah (1822–1887) seines Amtes enthoben, gilt als eine der Ursachen des indischen Aufstands von 1857. Während der Belagerung von Lakhnau war die Stadt Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen aufständischen indischen und britischen Truppen. Noch heute tragen die verblassenden Denkmäler aus dem 19. Jahrhundert die Zeichen der Kämpfe.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts, als das Mogulreich im Niedergang begriffen war, verlagerte sich das islamische Machtzentrum langsam von Delhi in die Provinz Avadh, deren Hauptstadt Lakhnau wurde.

Avadh wurde ein Magnet für Dichter und Künstler, wo Hindus und Muslime harmonisch zusammenarbeiteten. Lakhnau war auch ein wichtiger Ort der schiitischen Kultur und der moslemischen Rechtsprechung. Die Rechtsgelehrtenschule „Farangi Mahal“ zog sogar Schüler aus China und Mittelasien an.

Im Jahre 1921 wurde die Universität von Lakhnau und 1984 das Indian Institute of Management gegründet. Die vielfach ausgezeichnete City Montessori School ist mit etwa 47.000 Schülern die größte Schule der Welt.

Im Jahre 2001 waren etwa 20,5 % der Einwohner Muslime.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das La Martiniere-College in Lakhnau

Die meisten Baudenkmäler befinden sich am oder in der Nähe des Südufers des Gomti, eines von Seegras überwucherten Flusses, der bei Monsun anschwillt und dann von Fischerkanus überfüllt ist.

Im Westen der Stadt, nahe der das alte Lakhnau begrenzenden „Hardinge Bridge“, liegen mehrere von den Nawabs von Awadh errichtete Bauten, darunter mehrere Imambaras („Häuser der Imame“), Grabbauten für Imame. Am sehenswertesten ist die Bara Imambara („Großes Haus des Imams“) aus dem 18. Jahrhundert, die eine der größten Gewölbehallen der Welt aufweist – 15 Meter hoch, 50 Meter lang und 16 Meter breit.

Die Hauptstraße westlich der Haupteingangstore überspannt der kolossale, im Verfall begriffene „Rumi Darwasa“, ein Triumphbogen nach dem Vorbild der Hohen Pforte in Istanbul. Stufen führen zu offenen Räumen mit Ausblick auf die Baudenkmäler von Hussainabad.

Ein Stückchen weiter westlich befindet sich die „Hussainabad Imambara“, auch Chota („kleine“) Imambara oder Palast der Lichter genannt, denn wenn sie zu besonderen Anlässen geschmückt und erleuchtet wird, gleicht sie einem Märchenschloss. Die Imambara wurde 1837 von Muhammad Ali Shah (1837–1842) erbaut.

Inmitten einer Parkanlage südöstlich der Hardinge Bridge liegen die Ruinen der britischen Residenz. Sie wurde genauso belassen, wie sie aussah, nachdem die monatelange Belagerung am 17. November 1857 durch das Eingreifen von Sir Colin Campbell schließlich ein Ende fand. Ihr von einer Kanonenkugel zerschmetterter Turm wurde zum Wahrzeichen des Durchhaltevermögens der Briten in Indien.

Am Fluss, in der Rana Pratap Marg, thront die riesige Kuppel der „Shah Najaf Imambara“, nach dem Mausoleum Alis im Irak benannt und am sehenswertesten im Lichterglanz während des schiitischen Muharram-Festes. In den Innenräumen ist unter anderem die versilberte Grabstätte des als dekadent und lasterhaft geltenden Ghazi-ud-din-Haidar (1814–1827) zu sehen, der zusammen mit drei seiner Ehefrauen begraben wurde.

Die Imambara diente während des großen Aufstandes 1857 als Festung der Aufständischen. Am 16. November 1857 fand im angrenzenden Lustgarten Sikandrabag die entscheidende Schlacht statt, die es den Briten ermöglichte, die Residenz zu befreien. Die Soldaten von Sir Colin Campbell brauchten anderthalb Stunden, um sich den Weg zu den 2.000 Sepoys freizuschießen; dann brachen die Sikhs und das 93. Highlander-Regiment durch. Die indischen Soldaten wurden erbarmungslos abgeschlachtet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lucknow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Cities having population 1 lakh and above. (PDF; 154 kB)
  2. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Urban Agglomerations/Cities having population 1 lakh and above. (PDF; 141 kB)
  3. State wise 300 Districts of India with Top Muslim Population in Urban Areas, AICMEU, abgerufen am 17. April 2014