Indische Cricket-Nationalmannschaft

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Indische Cricket-Nationalmannschaft
Test-Status
erhalten
1932
Erstes Test-
Match
gegen England England in Lord's , London, Juni 1932
Erstes ODI gegen England England in Leeds, July 1974
Erstes T20I gegen Südafrika Südafrika in Johannesburg, Dezember 2006
Kapitän M. S. Dhoni (Test, ODI & T20)
Offizielles ICC Test-Ranking 5 von 9 [1]
Offizielles ICC ODI-Ranking 3 von 13 [2]
World-Cup-Teilnahmen 10
Erster World Cup 1975
Bestes World-Cup-Ergebnis Sieger (1983, 2011)
Champions-Trophy-Teilnahmen 6
Erste Champions Trophy 1998
Bestes Champions-Trophy-Ergebnis Sieger (2002)
World-Twenty20-Teilnahmen 3
Erste World Twenty20 2007
Bestes World-Twenty20-Ergebnis Sieger (2007)
Asia-Cup-Teilnahmen 8
Erste Asia-Cup-Teilnahme 1984
Bestes Asia-Cup-Ergebnis Sieger (1984, 1988, 1990, 1995, 2010)
Stand von 13. August 2012

Die Indische Cricket-Nationalmannschaft ist die Nationalmannschaft im Cricket, die Indien auf internationaler Ebene vertritt. Sie ist Vollmitglied im International Cricket Council (ICC) und damit berechtigt Tests gegen andere Vollmitglieder auszutragen. Die Führung des Teams wird durch das Board of Control for Cricket in India (BCCI) übernommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Das erste Cricketspiel, dass in Indien ausgetragen wurde ist auf das Jahr 1721 datiert. Dabei handelte es sich um Seeleute der britischen Ostindien-Kompanie.[1] Der erste bekannte Verein ist der Calcutta Cricket Club, der seit mindestens 1792 existiert. Eine erste Tour einer indischen Mannschaft nach Europa fand im Jahr 1886 statt, zwei Jahre später tourte das erste englische Team Indien.[1]

Vor der Unabhängigkeit Indiens[Bearbeiten]

Vor der Unabhängigkeit Indiens traten zunächst einige Spieler indischer Abstammung für die Kolonialmacht England im internationalen Cricket an. Im Jahr 1911 gab es das erste mal eine indische Auswahlmannschaft, die durch England tourte, jedoch nicht gegen die englische Cricket-Nationalmannschaft spielte. In der Folge wurde Indien offiziell 1926 in die damalige Imperial Cricket Conference aufgenommen und im Folgejahr der Indian Cricket Board of Control als Verband gegründet. Der erste Test wurde 1932 in England ausgetragen und mit 158 Runs verloren.[2] Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges konnte in sieben Spielen gegen England kein Sieg und nur zwei Remis erreicht werden.[3]

Nach der Unabhängigkeit Indiens[Bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeit und Teilung Indiens, fanden auch erste Spiele gegen die anderen Testnationen, wie Australien und die West Indies statt. Der erste Sieg konnte jedoch erst 1952 in Madras gegen England gefeiert werden.[4] Der erste Testseriensieg gelang dann noch im selben Jahr, als die erste Serie gegen Pakistan ausgetragen wurde. Im Laufe der 1950er und 1960er Jahre entwickelte sich die Mannschaft stetig und mündete in einen ersten Auswärtsseriensieg gegen Neuseeland 1968.

Der Aufstieg des Limited-Overs Cricket[Bearbeiten]

Zu Beginn der 1970er Jahre wurde das One-Day-Cricket eingeführt, welches Indien jedoch zunächst nur wenige Erfolge bescherte. So schieden sie bei den ersten beiden Ausgaben der Cricket-Weltmeisterschaft in den Jahren 1975 und 1979 schon in der Vorrunde aus. Stärker war während der Zeit die Mannschaft im Test-Cricket, wo sie mit den großen Mannschaften England und Australien mithalten konnten. Beim Cricket World Cup 1983 änderte sich dies, als es Indien gelang die West Indies im Finale zu besiegen und so der erste Weltmeistertitel für die Mannschaft zu verzeichnen war. Vor heimischer Kulisse vier Jahre später beim World Cup 1987 schied man dann im Halbfinale aus.

1990er Jahre bis zum Jahrtausendwechsel[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren waren die Leistungen des Teams im Test Cricket nur mässig. Es gelang kein Auswärtssieg in diesem Jahrzehnt und es konnte nur knapp über die Hälfte der Heimspiele gewonnen werden. Auch beim One-Day Cricket konnte der Erfolg nicht wiederholt werden. Beim World Cup 1992 schied man als Siebter der Vorrunde schon vor den Halbfinals aus und 1996 auf heimischen Boden gegen Sri Lanka im Halbfinale. Das letztere Spiel wurde abgebrochen und für den Gegner gewertet, als in den Eden Gardens von Kalkutta es nach schlechten Leistungen der Inder zu Zuschauerausschreitungen kam.[5] Auch zum Abschluss des Jahrzehnts wurde es nicht besser, als man bei der neugegründeten Champions Trophy im Jahr 1998 im Halbfinale ausschied und bei der Weltmeisterschaft 1999 nach akzeptablen abschneiden in der Gruppenphase in der Super Six Runde als letzter ausschied.

Jahrtausendwechsel bis heute[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurde erstmals mit John Wright ein Ausländischer Trainer engagiert und die Leistungen wurden wieder besser. Ein Höhepunkt war beispielsweise der Sieg nach einem Follow-On in den Eden Gardens von Kalkutta gegen Australien im Jahr 2001, was erst der dritte Sieg überhaupt nach einem Follow-On in einem Test darstellte. Nach dem ersten Innings lag Indien mit 274 zurück, konnte dann jedoch noch mit 171 Runs Vorsprung gewinnen.[6] Bei der Champions Trophy 2002 teilte sich Indien den Titel mit Sri Lanka, als das Finale zwei Mal wegen Regens nicht ausgetragen werden konnte. Beim World Cup 2003 scheiterte man dann erst im Finale gegen die damals dominierenden Australier. Bei der nächsten Austragung 2007 wurde die Mannschaft als möglicher Titelkandidat gehandelt, scheiterte jedoch schon in der Vorrunde an Sri Lanka und Bangladesch. Im gleichen Jahr jedoch gelang der Sieg in der ersten Austragung der im Twenty20-Cricket ausgetragenen Weltmeisterschaft. Ab 2009 war Indien dann die weltbeste Mannschaft im Test-Cricket, dessen Titel sie ab 2011 an England abtreten mussten. Bei der Weltmeisterschaft 2011, die unter anderem auch in Indien ausgetragen wurde, gelang der Mannschaft ein Sieg mit 6 Wickets im Finale gegen Sri Lanka, womit der zweite Weltmeisterschaftstitel im ODI-Cricket sichergestellt wurde.

Captains[Bearbeiten]

Nr. Name Zeitraum[7]
1 CK Nayudu 1932-1934
2 Vijayananda Gajapathi Raju 1936
3 Iftikhar Ali Khan Pataudi 1946
4 Lala Amarnath 1947-1953
5 Vijay Hazare 1951-1953
6 Vinoo Mankad 1954-1959
7 Ghulam Ahmed 1955-1959
8 Polly Umrigar 1955-1959
9 Hemu Adhikari 1958-1959
10 Datta Gaekwad 1959
11 Pankaj Roy 1959
12 Gulabrai Ramchand 1959-1960
13 Nari Contractor 1961-1962
14 Mansur Ali Khan Pataudi 1961-1975
15 Chandu Borde 1967-1968
16 Ajit Wadekar 1970-1974
17 Srinivas Venkataraghavan 1974-1979
18 Sunil Gavaskar 1975-1984
19 Bishan Singh Bedi 1975-1979
20 Gundappa Viswanath 1979-1980
21 Kapil Dev 1982-1987
22 Dilip Vengsarkar 1987-1989
23 Ravi Shastri 1987-1988
24 Krishnamachari Srikkanth 1989-1990
25 Mohammad Azharuddin 1989-1999
26 Sachin Tendulkar 1996-2000
27 Sourav Ganguly 2000-2006
28 Rahul Dravid 2003-2007
29 Virender Sehwag 2005-2012
30 Anil Kumble 2007-2008
31 Mahendra Singh Dhoni 2008-2012

Stadien[Bearbeiten]

Nr. Stadion Stadt Erstaustragung
1 Bombay Gymkhana Ground (Gymkhana Ground) Mumbai 15. Dezember 1933
2 Ranji Stadium (Eden Gardens) Kolkata 5. Januar 1934
3 M. A. Chidambaram Stadium (Chepauk) Chennai 10. Februar 1934
4 Feroz Shah Kotla (Kotla) Delhi 10. November 1948
5 Brabourne Stadium Mumbai 9. Dezember 1948
6 Green Park Stadium Kanpur 12. Januar 1952
7 University Ground Lucknow 23. Oktober 1952
8 Lal Bahadur Shastri Stadium (Fateh Maidan) Hyderabad 19. November 1955
9 Jawaharlal Nehru Stadium Chennai 6. Januar 1956
10 Vidarbha Cricket Association Ground (VCA Ground) Nagpur 3. Oktober 1969
11 M. Chinnaswamy Stadium (Chinnaswamy Stadium) Bangalore 22. November 1974
12 Wankhede Stadium Mumbai 23. Januar 1975
13 Gandhi Stadium Jalandhar 24. September 1983
14 Sardar Patel Stadium (Motera) Ahmedabad 12. November 1983
15 Barabati Stadium Cuttack 4. Januar 1987
16 Sawai Mansingh Stadium Jaipur 21. Februar 1987
17 Sector 16 Stadium Chandigarh 23. November 1990
18 K. D. Singh Babu Stadium Lucknow 18. Januar 1994
19 Punjab Cricket Association Stadium (Mohali) Mohali 10. Dezember 1994
20 Vidarbha Cricket Association Stadium (Jamtha) Nagpur 6. November 2008
21 Rajiv Gandhi International Cricket Stadium (Uppal) Hyderabad 12. November 2010

Internationale Turniere[Bearbeiten]

Cricket Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Champions Trophy[Bearbeiten]

World Twenty20[Bearbeiten]

Asia Cup[Bearbeiten]

  • 1984 Sieger
  • 1986 nicht teilgenommen
  • 1988 Sieger
  • 1990 Sieger
  • 1993 Turnier abgesagt
  • 1995 Sieger
  • 2000 3. Platz
  • 2004 2. Platz
  • 2008 2. Platz
  • 2010 Sieger
  • 2012 3. Platz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rowland Bowen: Some dates in Indian cricket history (englisch) Wisden. 1967. Abgerufen am 4. April 2012.
  2. India tour of England, 1932 (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 12. August 2012.
  3. India (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 12. August 2012.
  4. England tour of India, 1951/52 (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 12. August 2012.
  5. Sri Lanka's crowning glory (englisch) Wisden Cricketers' Almanack. Abgerufen am 13. August 2012.
  6. Australia tour of India, 2000/01 (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 13. August 2012.
  7. Die Zeitraumsangabe bezieht sich auf die entsprechende Cricket-Saison, in dem das erste bzw. letzte Spiel der Zeit als Kapitän stattfand