Lancaster (Lancashire)
| Lancaster | ||
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| Montage verschiedener Ansichten von Lancaster | ||
| Koordinaten | 54° 3′ N, 2° 48′ W54.047-2.801Koordinaten: 54° 3′ N, 2° 48′ W | |
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| Bevölkerung | 45.952 2001 Census | |
| Verwaltung | ||
| Post town | LANCASTER | |
| Postleitzahlenabschnitt | LA1 | |
| Vorwahl | 01524 | |
| Landesteil | England | |
| Region | North West England | |
| Shire county | Lancashire | |
| District | City of Lancaster | |
| Britisches Parlament | Lancaster and Fleetwood | |
Lancaster ist eine ehemalige Hafenstadt im Nordwesten Englands in der Grafschaft Lancashire und liegt am River Lune. Sie zählt 45.952 Einwohner (2001) und ist Verwaltungssitz des Bezirks City of Lancaster.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Die früheste Verwendung des Stadtnamens lässt sich im Domesday Book aus dem Jahre 1086 finden, wo die Stadt Loncastre genannt wurde, was bedeutete, dass es ein römisches Militärlager an dem Fluss Lune war, der zweite Teil des Begriffes stammt von dem altenglischen Wort cæster. Im Mittelalter war Lancaster einer der wichtigsten englischen Häfen für den Handel mit Übersee. Aus der Stadt kommt auch die alte englische Herrscherdynastie des House of Lancaster. Obwohl Lancaster seit Jahrhunderten eine wichtige Ortschaft war, bekam es erst am 14. Mai 1937 die Stadtrechte zugesprochen. Bis 1974 war Lancaster auch Hauptstadt der Grafschaft Lancashire.
Bildung[Bearbeiten]
Am südlichen Rand der Stadt befindet sich die Universität Lancaster mit mehr als 15.000 Studenten. Im Stadtgebiet befindet sich seit 2007 auf dem ehemaligen Gelände des King's Own Border Regiment ein Campus der Universität von Cumbria. Mit ca. 900 Studenten hat auch die historische "Lancaster Royal Grammar School", nebst der Mädchenschule "Lancaster Girl's Grammar School", überregionale Bedeutung.
Bekannte Bewohner[Bearbeiten]
- James Williamson, 1. Baron Ashton (1842–1930), Sohn des Unternehmers James Williamson (1813–1879), war ein wichtiger Industrieller, der eine große Textil- und Linoleumindstrie aufbaute. Zu seiner Zeit war er einer der reichsten Männer der Welt und er spendete der Stadt mehrere Monumente (Queen Victoria Monument, Luneside Gardens, Ashton Memorial, Williamson Park).
- Henry Cort (1740–1800), englischer Unternehmer und Erfinder (Puddelverfahren)
- Sir Richard Owen (1804–1892), Chirurg, Zoologe, Paläontologe und Evolutionsbiologe, prägte den Begriff „Dinosaurier“
- Thomas Edmondson (1792–1851), erfand um 1836 die erste Maschine, um Eisenbahn-Fahrkarten zu drucken und das Datum einzuprägen
- Robert und Richarad Gillow, Her Majestys Architekten
- Lawrence Binyon, Dichter und Kunsthistoriker
- John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster, Vater von Heinrich IV. und Begründer des Hauses Lancaster
- Thomas Harrison, Architekt
Bauwerke[Bearbeiten]
Lancaster Castle[Bearbeiten]
Auf dem Hügel am Ort der heutigen Burg befand sich in römischer Zeit sehr wahrscheinlich ein Militärlager, dessen Ort dann von den Angelsachsen übernommen wurde.[1] Der älteste Teil der heutigen Burg stammt aus dem Jahr 1200, als Normannen die Stadt und Umgebung eroberten und eine Burg zur Friedenssicherung errichteten. Die Burg wurde von Thomas Harrison umgebaut. Die ursprünglichen Türme wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts geschleift.
Über dem großen Torhaus befinden sich die Waffen Heinrichs IV. und eine überlebensgroße Statue seines Vaters John O'Gaunt. Im Well Tower wurden u.a. 1612 die berühmten Hexen von Lancashire eingekerkert. Im Crown Court befindet sich ein makabres Relief, das Folterungen und Verhöre sowie Exekutionen von Gefangenen in anschaulicher Weise darstellt. Öffentliche Hinrichtungen fanden bei der Shire Hall gegenüber der Abteikirche statt.
Lancaster Priory[Bearbeiten]
Die Kirche am Lancaster Castle hat Ursprünge in angelsächsischer Zeit, über die aber wenig bekannt ist. Die heute noch vorhandene Abteikirche (Lancaster Priory) stammt in dieser Form hauptsächlich aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Eine von den Normannen 1094 gegründete Kirche gehörte mit dem Mönchskloster zur Abtei von Seez in der Normandie und das Einkommen der Mönche wurde nach Frankreich geschickt. Als sich England und Frankreich bekriegten, wurden die Einkünfte stattdessen den Nonnen in Syon, Middlesex geschickt. Erst ab 1430 wurde Lancaster eine eigene Kirchgemeinde. Im Mittelalter reichte diese Kirchgemeinde bis Lunesdale und Wyresdale und besaß große Ländereien. Die Kirche wurde im 18. und 19. Jahrhundert wiederholt umgestaltet.[2]
Skerton Bridge[Bearbeiten]
Die 1783–87 erbaute Skerton Bridge führt noch heute über den River Lune und führt den modernen Straßenverkehr im Zuge der Fernstraße A6 als Einbahnstraße über den Fluss. Die aus Stein erbaute Bogenbrücke wurde von Thomas Harrison entworfen.
Kathedrale St. Peter[Bearbeiten]
Die neugotische St.Peters-Kathedrale des 1924 gegründeten katholischen Bistums Lancaster wurde 1857–59 als Pfarrkirche erbaut.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
- Rendsburg (Deutschland), seit 1968
Siehe auch[Bearbeiten]
Nachweise[Bearbeiten]
- ↑ Andrew White, Lancaster - A History, Chichester:Philimore, 2003, S.125 ISBN 1-86077-244-7
- ↑ White, S.125 - 134