Landtagswahl in Niedersachsen 1959

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Landtagswahl 1959
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1955
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+4,3
+4,2
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-2,7
-0,2
-2,9
     
Von 157 Sitzen entfallen auf:

Die Wahl zum 4. Niedersächsischen Landtag fand am 19. April 1959 statt. Im Laufe der vorherigen Legislaturperiode waren 1957 FDP und BHE durch die Hospitantenaffäre aus der ersten Landesregierung ohne Beteiligung der SPD ausgeschieden. In der Folge bildeten die Deutsche Partei, die CDU und die SPD, die wieder auf die Regierungsbank zurückkehren konnte, eine neue Landesregierung unter Heinrich Hellwege (DP).[1][2]

Wahlergebnis[Bearbeiten]

  • Wahlberechtigte: 4477897
  • Wähler: 3493904 (Wahlbeteiligung: 78,03 %)
  • gültige Stimmen: 3437396
Partei Stimmen Anteil
in %
Direkt-
man-
date
Sitze
SPD 1356485 39,46 65 65
CDU 1058687 30,80 20 51
DP 424524 12,35 9 20
GB/BHE 285942 8,32 13
FDP 179522 5,22 1 8
DRP 122062 3,55
BdD 4947 0,14
DG 2775 0,08
Zentrum 955 0,03
DVP 183 0,00
Einzelbewerber 1314 0,04
Total 3437396 95 157

Die SPD erhielt vier Überhangmandate, die CDU erhielt drei Ausgleichsmandate und die DP eines. Dadurch erhöhte sich die Sitzzahl von 149 auf 157.

Beide Volksparteien konnten um je knapp 4 Prozent der Stimmen zulegen. Die SPD war weiterhin die mit Abstand stärkste Partei im Landtag. Sie trennten fast 10 Prozent von der CDU. Die Deutsche Partei erreichte dasselbe Ergebnis wie vor vier Jahren mit 12,4 Prozent. Die Vertriebenenpartei GB/BHE verlor knapp 3 Prozentpunkte und erreichte nur noch 8,3 Prozent der Stimmen. Die FDP verlor ebenfalls fast 3 Prozent und konnte mit 5,2 Prozent die neu ins Wahlgesetz eingefügte Fünf-Prozent-Hürde geradeso überwinden. Die rechtsextreme Deutsche Reichspartei verlor nur leicht von 3,8 auf 3,6 Prozent. Durch die neue Fünf-Prozent-Hürde war sie allerdings nicht mehr im Landtag vertreten.[3][4]

Die neuen Mehrheitsverhältnisse ließen die Bildung einer bürgerlichen Regierung gegen die SPD für wahrscheinlich halten. CDU-Spitzenkandidat Werner Hofmeister hatte allerdings zunächst widersprüchliche Signale gesendet. Der Spiegel berichtete noch zur Regierungsbildung nach der Wahl 1963 über die Ereignisse im Jahr 1959: "So verkündete der damalige CDU-Justizminister Dr. Werner Hofmeister, den die Christdemokraten als zukünftigen Ministerpräsidenten herausgestellt hatten, ungeniert und noch vor der Wahl, er sei durchaus bereit, "unter meinem Freunde Kopf in dessen Regierung einzutreten". Auch DP-Ministerpräsident Hellwege lobte, die Koalition mit den Sozialdemokraten funktioniere ausgezeichnet."[5]

BHE und FDP waren daher gegenüber CDU und Deutscher Partei misstrauisch und einigten sich überraschend mit der SPD auf eine gemeinsame Regierung. Im Gegensatz zur CDU war die SPD bereit gewesen die Beibehaltung der liberalen Schulpolitik und den Verzicht auf die Änderung des Verhältniswahlrechts zum Landtag zuzusichern. In der FDP zeigten sich gerade in der Schulpolitik Vorbehalte gegen die Forderung der CDU die Bekenntnisschule einzuführen.[6][7]

Hinrich Wilhelm Kopf (SPD) wurde damit wieder Ministerpräsident. Er ist damit einer von nur sechs Ministerpräsidenten, die ihr Amt, nachdem sie es verloren hatten, wiedererlangen konnten. Kopf starb im Jahr 1961. Er wurde durch Georg Diederichs (SPD) ersetzt, der die Koalition fortsetzte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Claus A. Fischer (Hrsg.): Wahlhandbuch für die Bundesrepublik Deutschland. Daten zu Bundestags-, Landtags- und Europawahlen in der Bundesrepublik Deutschland, in den Ländern und in den Kreisen 1946–1989, 2. Halbband. Paderborn 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.zeit.de/1957/46/der-fdp-ins-stammbuch
  2. http://www.zeit.de/1959/13/zwischen-elbe-und-eins
  3. http://www.zeit.de/1958/06/fdp-waschkueche-in-wolfenbuettel
  4. http://www.zeit.de/1959/17/und-hellwege
  5. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45143652.html
  6. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45143652.html
  7. http://www.zeit.de/1959/18/kuhhandel-in-hannover