Lembeck

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lembeck (Begriffsklärung) aufgeführt.

Lembeck ist ein Dorf in der Stadt Dorsten im Kreis Recklinghausen. Der Ort hat 5246 Einwohner (2011)[1] und ist vor allem durch das Schloss Lembeck überregional bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Lembeck ist mit einer Fläche von insgesamt ca. 52,7 km² der größte Stadtteil Dorstens. Im Norden grenzt Lembeck an die Gemeinde Reken im Kreis Borken, im Osten an die Stadt Haltern am See im Kreis Recklinghausen. Im Südosten grenzt Lembeck an den Dorstener Stadtteil Wulfen, im Süden an den Dorstener Stadtteil Deuten und im Westen reicht die Ortsgrenze zum Dorstener Stadtteil Rhade bis zum Rhader Bahnhof heran, im weiteren Verlauf liegt die nordwestliche Grenze zu Rhade und zur Gemeinde Heiden im Kreis Borken hinter der Autobahn A 31.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Lembeck

Lembeck wurde im Jahre 1017 in einer Urkunde erstmals genannt. Adolf von Lembeck war Inhaber eines bischöflichen Haupthofes; auf ihn ist der Ortsname zurückzuführen. Im Laufe der Jahrhunderte entstand nahe diesem Haupthof das Schloss Lembeck, das als eines der schönsten Wasserschlösser im Ruhrgebiet und Münsterland gilt. Der Herrschaftsbereich, in dem die Gerichtsbarkeit den Herren von Lembeck unterlag – die „Herrlichkeit Lembeck“ –, umfasste die Orte Altschermbeck, Erle und die heutigen Dorstener Stadtteile Hervest, Holsterhausen, Lembeck, Rhade und Wulfen. Der Name „Herrlichkeit Lembeck“ blieb bis heute für das nördliche Dorstener Stadtgebiet erhalten.

Im 17. Jahrhundert, besonders zwischen 1610 und 1614, erlangte die Herrlichkeit eine überregionale Bedeutung bei Hexenprozessen. In Lembeck wurde die sogenannte Wasserprobe durchgeführt. Diese „Gutachtertätigkeit“ wurde so stark in Anspruch genommen, dass sie zeitweise die wirtschaftliche Grundlage der Herren zu Lembeck darstellte.[2]

Lembeck gehört seit der kommunalen Neuordnung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, zur Stadt Dorsten.[3] Bernhard Loick war bis Ende 1974 der letzte von insgesamt elf Bürgermeistern der eigenständigen Gemeinde Lembeck.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lembeck verfügt über zwei Gewerbegebiete: eines an den Straßen Zur Reithalle und Krusenhof und das in den 1990er Jahren erschlossene Gewerbegebiet Endelner Feld direkt an der A 31. Mit dem barocken Schloss Lembeck im Waldgebiet Der Hagen und dem östlichen Rand der Hohen Mark hat Lembeck auch als Naherholungsgebiet große Bedeutung. Ein wegen seiner Pionierleistungen auf den Gebieten Bioenergie und Herstellung von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen überregional bekannt gewordenes Unternehmen aus Lembeck ist die Loick AG.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Schloss Lembeck befindet sich im Hochparterre des Haupthauses ein Schlossmuseum, in dem im Rahmen einer Führung unter anderem Kunstgegenstände wie beispielsweise chinesisches Porzellan, flämische Tapisserien, Gemälde und Möbel aus der Zeit des Rokoko und Empire gezeigt werden. Der von Johann Conrad Schlaun gestaltete große Festsaal (Schlaunscher Saal) im Stil des Spätbarock ist von überregionaler Bedeutung. Im Dachgeschoss betreibt der Heimatverein Lembeck seit 1992 das Heimatmuseum, in dem handwerkliche und landwirtschaftliche Gerätschaften aus vergangener Zeit sowie archäologische Funde gezeigt werden (geöffnet Samstag und Sonntagnachmittag). In der ehemaligen Schlossküche im Untergeschoss des Haupthauses befindet sich außerdem eine Galerie, die Bilder des Künstlers Hans Hubertus Graf von Merveldt zeigt. Im Dachgeschoss des Wasserschlosses befindet sich eines der größten Heimatmuseen Deutschlands. Auf mehreren 100 Quadratmetern zeigt der Heimatverein Lembeck dort komplett aufgebaute alte Werkstätten wie z.B. Stellmacher, Holzschuhmacher, Flechterei, Holzbearbeitung sowie landwirtschaftliches Gerät aus den vergangenen zwei Jahrhunderten. Parallel wird auch das häusliche Leben mit teilweise originalen Exponaten dargestellt. Eine Führung dauert ca. eine Stunde. Der Eintritt in das Heimatmuseum ist frei.

Jeden ersten Sonntag im Mai kommen etwa 100.000 Besucher, um den Lembecker Tiermarkt zu sehen.

Zum Wandern und Erholen laden die vielen Wälder und Wiesen ein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Schuknecht: Dorsten und die Herrlichkeit Lembeck. 2000 Jahre Geschichte an der Lippe. Im Auftrag des Vereins für Orts- und Heimatkunde Dorsten e.V. hrsg. von Guido Heinzmann, Heinz-Dieter Steven, Josef Ulfkotte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2011 (= Studien zur Regionalgeschichte 24), ISBN 978-3-89534-934-8.
  • Franz Schuknecht: Ort und Flur in der Herrlichkeit Lembeck. Geographisches Institut der Universität, Münster 1952 (= Westfälische Geographische Studien 6).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Dorsten: Fortschreibung der Bevölkerung mit Hauptwohnung im 1. Quartal 2011
  2. Wasserproben und Hexenprozesse im Fürstbistum Münster, Zugriff am 2. August 2011.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 316.

51.7588888888896.9991666666667Koordinaten: 51° 46′ N, 7° 0′ O