Lure (Haute-Saône)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lure
Wappen von Lure
Lure (Frankreich)
Lure
Region Franche-Comté
Département Haute-Saône
Arrondissement Lure (chef-lieu)
Kanton Lure-Nord
Lure-Sud
(chef-lieu)
Koordinaten 47° 41′ N, 6° 30′ O47.6830555555566.4966666666667296Koordinaten: 47° 41′ N, 6° 30′ O
Höhe 284–353 m
Fläche 24,31 km²
Einwohner 8.406 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 346 Einw./km²
Postleitzahl 70200
INSEE-Code
Website http://www.lure.fr/
.
Der Ognon bei Lure
Desault-Denkmal in Lure

Lure (früher deutsch: Lüders bzw. Luders[1]) ist eine Gemeinde im französischen Département Haute-Saône in der Region Franche-Comté. Sie ist Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Lure.

Geografie[Bearbeiten]

Lure liegt am südwestlichen Rand der Vogesen auf 293 m Höhe. Das relativ flache Gemeindegebiet wird vom Ognon durchflossen. Die Stadt wird fast vollkommen von einem Waldgebiet umschlossen. Nach Besançon im Südwesten sind es 80 km und nach dem östlich gelegenen Belfort 30 km. Die Stadt liegt am Rande des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges, mit dem sie assoziiert ist.

Geschichte[Bearbeiten]

In dem Ort ist seit 959 das Benediktinerkloster Notre-Dame, St-Pierre und St-Paul belegt, das angeblich durch den Columban-Schüler Deicolus/Desle gegründet worden sein soll. Das Kloster wurde von elsässischen Grafen ausgestattet und stand auch später in engem Kontakt mit dem Elsass. Unter anderem wurden der Abtei durch eine Bulle von Papst Alexander III. im Jahre 1178 verschiedene Domänen, darunter Château Brotte zuerkannt. Um 1340 errichteten die Mönche eine Befestigung gegen Übergriffe aus dem Haus Valois. Seit 1392 war es der Herrschaft der Herzöge von Österreich unterstellt. 1543 vereinigte Papst Paul III. das Kloster mit der Abtei Murbach. 1544 erhielt diese durch Kaiser Karl V. das Münzrecht für das auf ihrer Besitzung gewonnene Silber, die Münzstätte war in Guebwiller (Gebweiler)[2]. Mit der Französischen Revolution wurde das Kloster 1790 aufgehoben.

Burg[Bearbeiten]

Die erste Burganlage wurde wahrscheinlich 1265 erbaut; bis 1271 lebte ein „Ponce de Chatenios“ in der Burg. Es folgten wechselnde Besitzer und Zerstörungen. 1835 restaurierte Gräfin von Belay den Wohnturm. Diese Anlage wird zwischenzeitlich z. T. Urlaubern zur Anmietung bereitgestellt.

Die ursprüngliche Burg war eine von vier Ecktürmen und Mauern umfasste Anlage. Heute stehen von den Türmen nur noch der große Donjon und Teile eines kleineren Turmes. Die Anlage wurde im Lauf der Jahrhunderte als Steinbruch genutzt, um umstehende Gebäude erbauen zu können. Im Inneren der Anlage standen früher Wohnhäuser und Werkstätten. Zugang zu diesen Gebäuden hatte man über eine Zugbrücke.

Kirche[Bearbeiten]

Die katholische Kirche St-Martin befindet sich in der Ortsmitte an der Hauptdurchgangsstraße; sie wurde im 18. Jahrhundert wiedererrichtet, wobei sich unter dem Glockenturm eine Kapelle des 16. Jahrhunderts erhalten hat. Die Innenausstattung stammt aus der ehemaligen Abteikirche. Die Kanzel errichtete 1745 Cuppillard. Der Altaraufsatz aus polychromen Stuck stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche birgt Reliquien des hl. Deicolus/Desle und des Hl. Columban von Luxeuil.

Verwaltung[Bearbeiten]

Bürgermeister
Zeitraum Name Partei
seit Januar 2007 Éric Houlley PS
Juni 1995 bis Januar 2007 Michel Federspiel DVG (links)
März 1989 bis Juni 1995 Gilles Roy DVD (rechts)
März 1983 bis März 1989 Jean Hertz DVG (links)
März 1971 bis März 1983 Henri Courtois MRG (links)
'Für ältere Burgermeister siehe die 'französische tabellarische Liste der Bürgermeister von Lure

Bevölkerung[Bearbeiten]

In den 1960er und 70er Jahren stieg die Bevölkerungszahl stark an. 1982 wurde mit 9130 Einwohnern ein Höchststand erreicht. Seither nahm die Bevölkerungszahl immer leicht ab, 1999 wurden noch 8727 Bewohner gezählt. Einwohner der Gemeinde Lure werden Lurons genannt.


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde Lure ist Partnerstadt von Asperg bei Stuttgart.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Schreibung Luders siehe: Topographia Alsatiae: Luders.
  2. Arthur Engel; Ernest Lehr: Numismatique de l’Alsace. Paris, Leroux, 1887, S. 130–138.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lure (Haute-Saône) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien