Guebwiller

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Guebwiller
Wappen von Guebwiller
Guebwiller (Frankreich)
Guebwiller
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Guebwiller
Kanton Guebwiller
Koordinaten 47° 54′ N, 7° 13′ O47.90757.2102777777778292Koordinaten: 47° 54′ N, 7° 13′ O
Höhe 254–620 m
Fläche 9,68 km²
Einwohner 11.517 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.190 Einw./km²
Postleitzahl 68500
INSEE-Code
Website www.ville-guebwiller.fr

Blick auf Guebwiller

Guebwiller (deutsch Gebweiler, els.: Gawill´r) ist eine Stadt mit 11.517 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (frz. sous-préfecture) des Arrondissements Guebwiller, das aus vier Kantonen besteht. Sie ist Hauptort (frz.: chef-lieu) des Kantons Guebwiller sowie Sitz und Mitglied des Gemeindeverbands Communauté de communes de la Région de Guebwiller.

Geografie[Bearbeiten]

Guebwiller liegt am Austritt des Flüsschens Lauch aus den Vogesen in die Oberrheinebene. Das Gemeindegebiet von Guebwiller ist Teil des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges.

Geschichte[Bearbeiten]

Guebwiller wurde das erste Mal als Gebunvillare im Jahr 774 in einer Schenkungsurkunde erwähnt, in der das Kloster Murbach bedacht wird. Damals handelte es sich lediglich um ein Hofgut. Zur Stadt entwickelte sich der Ort im 12. Jahrhundert um die Kirche Saint-Léger und das Schloss Burgstall. Eine Stadtmauer wurde zwischen 1270 und 1287 errichtet. Im Jahr 1394 lebten hier 1350 Einwohner.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt von Schweden geplündert. Am Ende dieses Kriegs kam die Stadt auf Grund des Westfälischen Friedens zu Frankreich. 1657 lebten in der Stadt nur noch 176 Einwohner.

Im Lauf des 19. Jahrhunderts entstand eine bedeutende Textilindustrie. Die Stadt war nach Mülhausen deren größter Standort; es wurde Wolle und Baumwolle verarbeitet.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1793 1856 1905 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 3.005 8.971 13.313 10.568 10.840 11.072 10.689 10.942 11.525 11.609

Weinbau[Bearbeiten]

Die Gemeinde Guebwiller ist eine der bedeutendsten Weinbauorte im Elsass. Die im Jahr 1975 geschaffene Appellation Alsace Grand Cru definiert seit 2007 herausgehobene Einzellagen im Weinbaugebiet Elsass. Die 51 Lagen verteilen sich auf 47 Gemeinden. Guebwiller weist als einzige Gemeinde vier dieser Grand-Cru-Lagen auf:

Die Grand-Cru-Weinlagen Kitterlé (rechts, oben) und Saering (vorn links)
  • Kessler (28.53 ha)
  • Kitterlé (25.79 ha)
  • Saering (26.75 ha)
  • Spiegel (18.26 ha, teilweise auf Bergholtzer Gebiet)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die spätromanische Kirche mit gotischem Chor Saint-Léger (St. Leodegar) wurde 1182 bis 1287 erbaut und nach 1336 im Chorbereich gotisch umgestaltet.
  • Das Dominikanerkloster mit Bettelordenskirche im gotischen Baustil enthält mittelalterliche Wandmalereien an den Seitenwänden. Heute wird die Kirche als Konzertsaal genutzt.
  • Die Kirche Notre-Dame (1760–1785) nach Entwürfen von dem Architekt Louis Beuque aus Besancon ist das größte klassizistische Kirchengebäude im Elsass. Sie ist reich ausgestattet (Kanzel, Altäre, Beichtstühle, „Himmelfahrt Mariä“ an der Altarwand) von Fidel Sporer, unter Mithilfe seiner Tochter Helene (Holzschnitzerin). Die Kirche wurde erbaut von dem Bildhauer und Baumeister Gabriel Ignaz Ritter (1732–1813) aus Andelsbuch und enthält eine bedeutende Orgel (Charles Mutin, 1908) in einem original erhaltenen Gehäuse von 1785.
  • Das Rathaus im spätgotischen Flamboyantstil stammt aus dem Jahr 1514.
  • Das Musée Théodore Deck et des pays du Florival[1] ist das größte Museum des Oberelsass außerhalb Colmars und Mülhausens.
  • In Guebwiller gibt es einen deutsch-französischen Soldatenfriedhof, auf dem über 1000 deutsche und knapp 450 französische Kriegstote des Ersten Weltkriegs und 175 deutsche Kriegstote des Zweiten Weltkriegs bestattet sind. Er wurde 1914 von der deutschen Seite nach den ersten Gefechten in diesem Gebiet angelegt. Die endgültige Gestaltung war 1977 abgeschlossen.

Talaufwärts liegt die Ruine der ehemaligen Burg Hugstein (13. Jahrhundert) auf einer Anhöhe an der Straße nach Murbach. Auf dem sich nördlich der Stadt erhebenden Bergrücken des Oberlinger befinden sich geringe Reste einer großen mittelalterlichen Burganlage. Acht Kilometer westlich liegt der Große Belchen, der mit 1.424 m höchste Berg der Vogesen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Hauswand mit Portrait von Théodore Deck in Guebwiller

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Guebwiller unterhält eine Städtepartnerschaft mit der italienischen Gemeinde Castelfiorentino in der Toskana.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Guebwiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Homepage