Mühlviertler Schnellstraße

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Schnellstraße S10 in Österreich
Mühlviertler Schnellstraße
 Mühlviertler Schnellstraße
Karte
Verlauf der S 10
 In Betrieb    In Bau    In Planung
Basisdaten
Betreiber: ASFINAG
Gesamtlänge: 38 km
  davon in Betrieb: 2,5 km
  davon in Bau: 19,5 km
  davon in Planung: 16 km

Bundesland:

Oberösterreich

Die Mühlviertler Schnellstraße S 10 ist eine Schnellstraße in Oberösterreich und Teil der Europastraße 55. Von der ca. 38 km langen Strecke, zwischen Unterweitersdorf und der Staatsgrenze nach Tschechien bei Wullowitz, sind 2,5 km in Betrieb und weitere 19,5 km befinden sich in Bau. Nach ihrer Fertigstellung soll die S 10 die Mühlkreis Autobahn (A 7) mit der geplanten tschechischen Schnellstraße R 3 bei Dolní Dvořiště verbinden und dabei weitgehend parallel zur bestehenden Mühlviertler Straße (B 310) verlaufen.

Abschnitt Süd[Bearbeiten]

Abschnitt 1[Bearbeiten]

Das erste fertiggestellte Teilstück 2012

Am 30. Juli 2012 wurde der erste Abschnitt (Abschnitt 1) bei Unterweitersdorf eröffnet. Das 2,5 km lange Teilstück beinhaltet den Übergang zur A 7 (Knoten Unterweitersdorf) und die Anschlussstelle Unterweitersdorf, welche die S 10 über einen neuen Kreisverkehr mit B 124, B 125 und B 310 verbindet. Die alte Anschlussstelle Unterweitersdorf, welche die A 7 an ihrem Ende in die B 310 einband, wurde im Zuge der Bauarbeiten abgetragen. Wie zuvor die A 7 mündet jetzt die S 10 am Ende des ersten Abschnitts - kurz nach der neuen Anschlussstelle Unterweitersdorf - in die B 310 Richtung Freistadt.

Bestand[Bearbeiten]

Die westliche Röhre des derzeit 1,3 km langen Tunnels Neumarkt wird bereits im Rahmen des Straßenzuges B 310 genutzt. Nach Fertigstellung der S 10 wird diese Tunnelröhre - auf 1,9 km verlängert - ein Teil der neuen Schnellstraße sein. Die östliche Röhre ist derzeit nur als Fluchtstollen in Betrieb.

Bauvorbereitung[Bearbeiten]

Archäologische Grabungen auf der Unterweitersdorfer Trasse 2010

Im Zuge der Bauvorbereitungen wurden bei Unterweitersdorf durch Luftaufnahmen Gräberfelder aus der Urnenfelderkultur (späte Bronzezeit) festgestellt. Im Oktober 2010 begannen Grabungsarbeiten von Archäologen. Dabei wurden zwölf Hügelgräber mit einem Durchmesser von bis zu 28 Metern und einer Höhe von bis zu zwei Metern freigelegt. Erste Grabungsergebnisse wurden in der Folge in den Anrainergemeinden Hagenberg im Mühlkreis, Pregarten, Wartberg ob der Aist und Unterweitersdorf in Ausstellungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bau[Bearbeiten]

Der Bau des 22 km langen Abschnitts Süd (Unterweitersdorf bis Freistadt Nord) begann am 1. August 2009 an zwei Stellen gleichzeitig: einerseits in Unterweitersdorf, andererseits in Freistadt.[1] 2010 wurde mit dem Bau der Kreisverkehre der Anschlussstellen begonnen und es wurden diverse Baustraßen errichtet. Am 25. Mai 2012 wurde mit dem Bau des knapp 300 m langen Tunnels Satzingersiedlung und des Tunnels Manzenreith (mehr als 700 m) begonnen. Diese stellen gemeinsam mit 13 Brücken und der 800 m langen Unterflurtrasse Walchshof das Herzstück der Umfahrung Freistadt dar.

Abschnitt 1 bei Unterweitersdorf wurde am 30. Juli 2012 eröffnet. Der knapp 6 km lange Abschnitt von Freistadt Süd bis Freistadt Nord (Umfahrung Freistadt) wird Ende 2014 für den Verkehr freigegeben werden können. Mit einer Verkehrsfreigabe der Gesamtstrecke wird für das Jahr 2015 gerechnet.[2]

Die Gesamtkosten für diesen Abschnitt werden mit rund 689 Millionen Euro netto angegeben. Für das Jahr 2015 beträgt das prognostizierte Verkehrsaufkommen 10.300–12.400 Kfz/Tag. Für das Jahr 2025 werden im Abschnitt Süd 19.000–40.000 Kfz/Tag prognostiziert.

Abschnitt Nord[Bearbeiten]

Der Errichtung des Abschnitts Nord von Freistadt Nord bis Wullowitz (14,6 km) wird im Anschluss an den Südabschnitt in Abhängigkeit von den verkehrlichen Erfordernissen und dem Baufortschritt auf tschechischer Seite erfolgen.

Auf Grund von Sparmaßnahmen im Ministerium wurde die Planung für diesen Abschnitt bis auf Weiteres ausgesetzt.[3]

Ende 2012 hat die Asfinag die Planungen für den Abschnitt Nord wieder aufgenommen, und Ende 2013 eine vorläufige Trassenauswahl vorgestellt. Die S10 soll in einer Westumfahrung bis nach Rainbach im Mühlkreis Nord verlängert werden. Der weitere Ausbau Richtung Wullowitz ist noch nicht fixiert.[4] [5] [6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. OÖ Nachrichten: Baubeginn für die Mühlviertler Schnellstraße mit 1. August fixiert, abgerufen am 14. Februar 2009
  2. Asfinag-Straßenbauprojekte: S 10, abgerufen am 20. September 2013
  3. OÖ Nachrichten: Für Umfahrung Freistadt werden 300.000 Kilo Sprengstoff gebraucht, abgerufen am 10. Juni 2010
  4. Bezirksrundschau: Go West! S10 Trasse für Rainbach fixiert, abgerufen am 14. Jänner 2014
  5. OÖ Nachrichten: S10-Nord wird über Summerau gebaut, abgerufen am 14. Jänner 2014
  6. ORF.at: S10-Verlängerung bis Rainbach geplant, abgerufen am 14. Jänner 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mühlviertler Schnellstraße S10 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien