Münchner Geschichten

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Seriendaten
Originaltitel Münchner Geschichten
Produktionsland Deutschland
Originalsprache deutsch
Jahr 1974
Länge 50 Minuten
Episoden 9 in 1 Staffel
Genre Comedy
Erstausstrahlung 26. November 1974[1]
Besetzung
Nebenfiguren

Münchner Geschichten ist der Titel einer aus neun Episoden bestehenden Fernseh-Vorabendserie des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 1974 unter der Regie von Helmut Dietl und Herbert Vesely. Die Autoren waren Helmut Dietl (Mitarbeit: Anita Niemeyer), Franz Geiger und Bernd Schroeder.

Die Serie zeigt verschiedene, nur lose zusammenhängende Episoden aus dem Leben einiger Menschen um die zentrale Figur des etwa dreißigjährigen Karl Häusler ("Tscharlie"), der noch immer bei seiner Oma lebt.

Das Milieu[Bearbeiten]

Die Episoden sind in einem aufgrund der Altstadtsanierung und Gentrifizierung zum Untergang verurteilten kleinbürgerlichen Münchner Milieu angesiedelt. Die Moderne, Hand in Hand mit der Schickeria, macht sich breit im alten Stadtviertel Lehel. Oma Anna reagiert auf die schleichenden Veränderungen mit einer in einem langen Leben erworbenen Mischung aus lakonischem Humor und gesundem Misstrauen. Der bei ihr wohnende Enkel Karl alias Tscharlie, ein Lebenskünstler und Vorstadtstrizzi, will sich den geänderten Bedingungen anpassen, meist mit wenig Erfolg, aber nie entmutigt. Er versucht, als selbständiger Geschäftsmann diverse flotte Ideen in finanziellen Erfolg zu verwandeln, immer auf der Suche nach der "Riesensach". Dabei ist ihm jedoch stets seine Freiheit über alle Maßen wichtig.

Wie aus der Zeit gefallen wirkt der geigende Zimmerherr Leopold Heinrich, ein alter Musiker vor den Trümmern einer zerbrochenen Karriere. Selbstbewusst und dennoch rührend in ihrer Naivität geht Susi mit Tscharlie durchs Leben und ins Bett, doch ihre Eltern, die sich seit Jahrzehnten in der Wirtschaft Sankt Anna Eck abrackern, sähen sie viel lieber mit einem soliden braven Mann liiert. Karls Freund Gustl ist bei einer Versicherung angestellt und lebt in geregelten Verhältnissen, dennoch oder gerade deshalb bewundert er sein Vorbild Tscharlie und hält sich bei fast allen dessen Unternehmungen wie Sancho Pansa treu an seiner Seite. Achmed fährt für Erwin Taxi, um so die kargen Erträge aus der Hillermeierschen Kneipe aufzubessern, träumt aber von einer Karriere als Rockstar.

Die melancholisch-grotesken Münchner Geschichten überzeugen durch viel Liebe zu den Figuren und Detailtreue bei der Zeichnung eines Altmünchner Flairs, besonders aber durch die unnachahmlich komischen Dialoge (3/4-Reife, Negativ-Werbung). Derbe Schimpfwörter (z.B. das politisch inkorrekte "Salzneger" für den Araber Achmed, der eine hellere Haut hat als Zentralafrikaner) bezeugen das Milieu. So hatte die Serie trotz des bayerischen Bezugs und teilweise starken Dialektes auch außerhalb Bayerns Erfolg und genießt bei vielen Fans Kultstatus.[2] Die Sprüche "Ois Chicago!" ("alles klar!"), "Logisch!" und "Sowieso!" gingen dank der Serie in den Sprachgebrauch ein.

Hintergrund[Bearbeiten]

In den Episoden Das Brettl und Ein Ziel im Leben konnte man Helmut Dietl in Cameo-Auftritten als Taxigast und Barbesucher sehen.

Die Serie wurde in den Regionalprogrammen (Vorabendprogramme) der ARD erstausgestrahlt. Eine DVD mit allen Folgen ist erhältlich.[3]

Die Folgen[Bearbeiten]

  • (1.1) Dreiviertelreife
Erstausstrahlung 26. November 1974[1] (jeweils ARD/BR–Vorabendprogramm [regional]), Regie: Helmut Dietl, Buch: Helmut Dietl, Anita Niemeyer
Episodenschauspieler: Katja Rupé, Toni Berger, Wilfried Klaus, Barbara Valentin, Ilse Neubauer, Rudolf Waldemar Brem, Georg Einerdinger, Eva Garden
  • (1.2) Glücksach
Erstausstrahlung 3. Dezember 1974, Regie: Helmut Dietl, Buch: Helmut Dietl, Anita Niemeyer
Episodenschauspieler: Hans Brenner, Hans Löscher, Max Grießer, Michael Habeck, Ludwig Schmid-Wildy, Konrad Wagner, Horst Michael Neutze, Georg Einerdinger, Barbara Valentin
  • (1.3) Rosenzauber
Erstausstrahlung 10. Dezember 1974, Regie: Herbert Vesely, Buch: Bernd Schröder, Helmut Dietl
Episodenschauspieler: Willy Schultes, Erica Beer, Sybille Fischer, Axel Bauer, Dieter Augustin, Arthur Brauss, Michael Grimm, Gerd Fitz, Max Strecker, Toni Berger, Gudrun Thiel, Franz Schafheitlin
  • (1.4) Das Brettl
Erstausstrahlung 17. Dezember 1974, Regie: Herbert Vesely, Buch: Bernd Schröder
Episodenschauspieler: Hans Stadtmüller, Willy Schultes, Erica Beer, Sybille Fischer, Rosl Mayr, Hans Brenner, Toni Netzle, Willy Haibel, Helmut Dietl
  • (1.5) Ein Ziel im Leben
Erstausstrahlung 7. Januar 1975, Regie: Helmut Dietl, Buch: Helmut Dietl, Anita Niemeyer
Episodenschauspieler: Helmut Dietl, Gustl Bayrhammer, Kurt Raab, Karin Hofmann, Barbara Gallauner, Margot Mahler, Wolfi Fischer. Axel Bauer, Elisabeth Karg, Irmgard Hermann, Ibrahim Aslahan
  • (1.6) Maulhelden
Erstausstrahlung 14. Januar 1975, Regie: Herbert Vesely, Buch: Franz Geiger
Episodenschauspieler: Hans Wyprächtiger, Christine Schuberth, Henry van Lyck, Ingrid Steeger, Monika Lundi, Linda Caroll, Beppo Louca
  • (1.7) Der lange Weg nach Sacramento
Erstausstrahlung 21. Januar 1975, Regie: Helmut Dietl, Buch: Helmut Dietl
Episodenschauspieler: Walter Sedlmayr, Willy Harlander, Kurt Weinzierl, Herbert Fux, Heidi Stroh, Willy Schultes, Hartmut Neugebauer
  • (1.8) Geschäft ist Geschäft
Erstausstrahlung 28. Januar 1975, Regie: Helmut Dietl, Buch: Helmut Dietl
Episodenschauspieler: Hans Brenner, Hans-Reinhard Müller, Otto Bolesch, Wolfi Fischer, Maria Stadler, Harald von Koeppelle
  • (1.9) Ois anders
Erstausstrahlung 4. Februar 1975, Regie: Helmut Dietl, Buch: Helmut Dietl
Episodenschauspieler: Gustl Bayrhammer, Kurt Raab, Ruth Horwitz, Uli Steigberg, Rudolf Waldemar Brem, Johanna Mertinz, Barbara Gallauner, Carlamaria Heim

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Dietl, Anita Niemeyer: Münchner Geschichten. Szenen einer Stadt. Heyne, München 1984, ISBN 3-453-00763-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Münchner Geschichten Kleines Serien-Lexikon auf br.de, abgerufen am 31. August 2012
  2. Wiedersehen mit einer Kultserie auf mittelbayerische.de; abgerufen am 31. August 2012
  3. Münchner Geschichten in Michael Reufsteck, Stefan Niggemeier Das Fernsehlexikon. Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF Hitparade. Goldmann, München, 2005, ISBN 978-3-442-30124-9, S. 832–833

Weblinks[Bearbeiten]