Irm Hermann

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Irm Hermann beim Donaufestival Krems 2008

Irmgard "Irm" Hermann (* 4. Oktober 1942 in München) ist eine deutsche Film-, Fernseh- und Theaterschauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Die Tochter von Karl Hermann und seiner Ehefrau Maria geb. Huber absolvierte nach dem Besuch der Volksschule eine Lehre als Verlagskauffrau. Sie arbeitete als Sekretärin beim ADAC, als sie 1966 zufällig bei einem Dramenwettbewerb der Jungen Akademie München Rainer Werner Fassbinder kennenlernte.

Fassbinder setzte sie noch im selben Jahr in seinem Kurzfilm Der Stadtstreicher ein. Irm Hermanns Beziehung zu Fassbinder war nicht nur beruflicher Natur, sie gehörte zum engeren Kreis um Fassbinder. Mit ihm und u. a. Hanna Schygulla gründete sie das spätere antiteater, in dem sie bis 1969 zahlreiche Rollen übernahm. Danach wirkte sie bis 1975 in über 20 Fassbinder-Produktionen mit, unter anderem in Katzelmacher und Angst essen Seele auf. Sie wurde, meist in Nebenrollen, Fassbinders Standardbesetzung für mürrische Spießerinnen. Diesen Typ verkörperte sie auch in ihrer einzigen Hauptrolle in einem Fassbinder-Film als Irmgard Epp in Händler der vier Jahreszeiten.

1975 emanzipierte sie sich aus der Beziehung mit Fassbinder und wechselte von München nach Berlin. Dort spielte sie für Regisseure wie Percy Adlon, Werner Herzog und Hans W. Geißendörfer. Irm Hermann erwies sich dabei als vielseitige Schauspielerin. So spielt sie auch in komischen Rollen an der Seite von Gerhard Polt in Germanikus oder bei Loriot und Hape Kerkeling. Auch war sie regelmäßig unter der Regie von Christoph Schlingensief zu sehen.

Daneben spielte sie seit 1979/80 an der Freien Volksbühne, zudem ist ihre Stimme immer wieder in Audioproduktionen etwa im Radio zu hören. Mit ihrem Ehemann, dem Kinderbuchautor Dietmar Roberg, hat sie zwei Söhne (geboren 1977 und 1981).

Filmografie[Bearbeiten]

Hörspiele und Feature[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1970: Filmband in Gold (Darstellerin – mit dem übrigen Ensemble des Antiteaters) für Götter der Pest, Katzelmacher und Liebe ist kälter als der Tod
  • 1972: Filmband in Gold (Darstellerin) für Der Händler der vier Jahreszeiten
  • 1983: Filmband in Gold (Darstellerin) für Fünf letzte Tage
  • 2000: Silberner Bär der Berlinale für besondere künstlerische Leistung als Mitglied des Darstellerensembles von Paradiso
  • 2007: Hörspiel des Jahres (Sprecherin) für Enigma Emmy Göring, in dem sie die Rolle der Emmy Göring spricht
  • 2009: Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ für Anonyma – Eine Frau in Berlin[1]
  • 2009: Deutscher Hörbuchpreis

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Deutscher Filmpreis: Die Nominierungen im Überblick bei welt.de, 13. März 2009