M88A2 HERCULES

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M88A2 HERCULES
M88 Track Recovery Vehicle.jpg

M88A2 HRV (Heavy Recovery Vehicle)

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 Mann
Länge 8270 mm (mit Kranausleger in Transportstellung)
Breite 3430 mm
Höhe 3130 mm
Masse 70 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Hauptbewaffnung 1 × 12,7 mm M2-Maschinengewehr (1300 Schuss)
Sekundärbewaffnung keine
Beweglichkeit
Antrieb 12-Zylinder Diesel luftgekühlt
1050 PS (783 kW) bei 2400/min
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit 56 km/h
Leistung/Gewicht 16,5 PS/Tonne
Reichweite max. 300 miles (520 km)

Der M88A2 HERCULES „Heavy Equipment Recovery Combat Utility Lift and Evacuation System“, (Vorgängermodell: M88A1E1 Improved Recovery Vehicle) ist ein Bergepanzer der US Army. Er entstand aus der Notwendigkeit heraus, die sich im Einsatz befindlichen Bergepanzer zu ersetzen, da diese mit dem M1 Abrams Panzer überfordert waren. Der M88A2 wurde 1997 von der US Army eingeführt, er beruht auf dem bewährten Fahrgestell des M88A1, hat aber gegenüber dem Vorgänger deutlich verbesserte Hebe-, Zug- und Fahreigenschaften.

Beschreibung[Bearbeiten]

Generalunternehmer für die Fertigung der Fahrzeuge ist die „United Defense, Ground Systems Division“ in York (Pennsylvania). Die Fertigung des 1. Bauloses begann am 9. September 1994, mit einem Folgeauftrag am 2. Dezember 1994. Die Arbeiten wurden von „United Defense“ und dem „Anniston Army Depot“ (ANAD) in Anniston (Alabama) durchgeführt. Dabei wurden M88 Fahrgestelle modifiziert und verstärkt, um sie so den Erfordernissen der M1 Abrams-Panzer anzupassen. Das Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Bergeeinrichtung gelegt, die erheblich verstärkt wurde. Der verlängerte A-Kranbaum hat jetzt eine Leistung von 35 Tonnen (40 % höher als vorher) und die Zugwinde bringt einen konstanten Zug von 31,5 Tonnen im einfachen Strang (was eine Verbesserung um 55 % ausmacht). Das Windenseil hat eine Länge von 85,3 Metern, auch ist eine externe[1] Hilfswinde mit einer Zugkraft von 3 Tonnen vorhanden. Das Fahrzeug verfügt über eine verbesserte Hydraulikanlage, stärken Antrieb und höhere Federungsleistung des Laufwerks. Der Panzerschutz wurde verbessert und dadurch das Einsatzgewicht erhöht, was wiederum zu einer besseren Traktion führte, ein Mangel der unbedingt behoben werden musste. (Die, bei ungünstigen Bodenverhältnissen, im Schleppbetrieb häufig durchrutschenden Ketten - besonders bei Lenkbewegungen - waren ein ständiges Ärgernis für die Mannschaft.) Die Leistungssteigerung des Triebwerks ermöglicht nunmehr eine um 25 % erhöhte Schleppleistung und höhere Marschgeschwindigkeit. Letzteres war notwendig geworden, um mit den modernen Kampfpanzern halbwegs Schritt halten zu können. Bedingt durch den Einbau verbesserter und umfangreicherer Technik reduzierte sich aus Platzgründen die Besatzung um einen auf drei Mann.

Der Hercules-Bergepanzer ist Teil der „Forward Support Company (FSC) Combat Repair Team (CRT)“, das die Organisation und direkte Instandsetzung in den Einsatzkompanien sicherstellt. Das Fahrzeug stellt die zur Zeit verfügbare Technologie dar, das dem CRT erlaubt, beschädigte Fahrzeuge zu erreichen und einzubringen, wo die Reparatur entweder durch das „Forward Repair System“ oder in der „Task Force Support Area (TFSA) Unit Maintenance Collection Point“ durchgeführt wird.

Die ersten Geräte erhielt die US Army am 11. Juli 1997, als acht Fahrzeuge an Einheiten der „1st Cavalry Division“ (1. Kavalleriedivision) in Fort Hood (Texas) ausgeliefert wurden[2]. Insgesamt erhielt die „1st Cavalry Division“ 46 Fahrzeuge. Mit zu den ersten Einheiten, an die das Gerät ausgeliefert wurde, war die 3rd Squadron, „8th Cavalry Regiment“ und das „215th Forward Support Battalion“ (FSB), die acht, bzw. ein Fahrzeug erhielten. Das Prädikat „First Unit Equipped“ (FUE) - Erstausstattung, beinhaltete einen kritischen Moment für Material und Entwicklung. Für den Hercules war das FUE am 31. Juli 1997 erfolgreich beendet, nachdem die betroffenen Einheiten ein zweieinhalbwöchiges Ausbildungsprogramm „New Equipment Training“ (NET) am „Ordnance Center and School“ (OC&S) abgeschlossen hatten.

Ausgestattet wurden:

  • Panzerbataillone je 7 Fahrzeuge[3]
  • Schwadronen der Kavallerieregimenter je 7 Fahrzeuge
  • Schwadronen der Kavalleriedivisionen je 5 Fahrzeuge
  • Panzerpionierbataillone je 2 Fahrzeuge
  • Forward Support Battalion je 1 Fahrzeug

Somit ergibt sich eine Gesamtzahl von 629 Geräten. Nach den Planungen des vorgesehenen „Force XXI“ Programms stehen folgende Änderungen an:

  • Forward Support Company (FSC) der Panzerbataillone je 6 Fahrzeuge
  • Base Support Company (BSC) je 4 Fahrzeuge
  • Division Support Battalion je 1 Fahrzeug
  • Division Aviation Support Battalion je 1 Fahrzeug
  • Regimental Cavalry Squadron je 7 Fahrzeuge
  • Division Cavalry Squadron je 5 Fahrzeuge

Danach werden nur noch 605 Fahrzeuge benötigt.

Probleme[Bearbeiten]

  • Traktion

Am schwersten wog bei dem bisherigen Bergepanzer die geringe Traktion auf feuchtem oder schlammigen Untergrund, was dazu führte, dass man den Abrams Kampfpanzer nur schleppen konnte, wenn dessen Betriebsbremse einsatzbereit war, andererseits es ein unzumutbares Risiko für das schleppende Fahrzeug bedeutet hätte. Es wurden daher zunächst mehrere Versuche angestellt, dieses Problem zu beheben und die Fahrzeuge nachzurüsten.

Im M88A2 Traction Enhancement Test waren Ingenieure des „HERCULES Program Managers office“ (ATC) und des „United Defense-Limited Partnership“ (UDLP) beauftragt Lösungen zu finden um die Traktion des M88A2 HERCULES zu verbessern. Dazu wurden mehrere Veränderungen am Fahrgestell vorgenommen, sowie die Anhängerkupplung für die Schleppgabel verlegt. Diese Veränderungen waren notwendig geworden, um das Durchrutschen der Ketten zu verringern und auch das Aufsetzen des Hecks bei Bergfahrten zu verhindern. Es wurden verschiedene Verbesserungen getestet, die einschlägigen Bilder zeigen jedoch das Fahrzeug immer mit der unsprünglichen Kette. Die Test fanden auf der Churchville Test Area (CTA) in Churchville (Maryland) statt.

Als Ergebnis der Tests erhielt der HERCULES am 10. August 1998 die Zulassung als Einzelfahrzeug für das Schleppen von Kampffahrzeugen der 70 Tonnen Klasse.

  • Hauptwinde

Die Hauptwinde verfügte zwar über fünf Mikroschalter als Notabschaltsystem, das die Winde vor Beschädigungen schützen sollte, jedoch kam es immer wieder zu technischen Ausfällen kurz nach der Übergabe an die Truppe - sowohl in Fort Hood als auch in Kuwait. Es wurde eine Kommission sowohl aus staatlichen als auch aus Mitgliedern der Fertigungsfirma gebildet, um die Gründe zu untersuchen. Die primäre Ursache der Störungen war die Tatsache, dass keine wirklich funktionierende Seilspanneinrichtung[4] vorhanden war und sich das Windenseil somit nicht unter Vorspannung abspulen ließ. Die Abspulgeschwindigkeit der Windentrommel war höher als die der sich an der Austrittsöffnung befindlichen Seilspanneinrichtung. Es kam dadurch zu Schlappseil und Verwicklungen auf der Windentrommel, was zum Ausfall der Winde führte. Die Kommission fand zwar vier verschiedene Möglichkeiten heraus, mit der man das Problem beheben könnte, am vielversprechendsten sah man die Möglichkeit an, die Drehgeschwindigkeit der Hauptwinde zu reduzieren.

Verbesserungen[Bearbeiten]

Beweglichkeit:
Höhere Fahrgeschwindigkeit - 24 % mit und 14 % ohne Schlepplast[5] [6]
Um 20 - 25 % besserer Bremsleistung durch Einbau eines Bremskraftverstärkers
Um 20 - 25 % bessere Steigfähigkeit
Bergeeinrichtung
Etwa 25 % höhere Schleppleistung
Etwa 55 % höhere Windenzugkraft
Etwa 40 % höhere Kranleistung
Verbesserte Feinsteuermöglichkeit von Winde und Kran
  • Weitere Technische Daten des M88A2
Kranleistung: 35 t
Windenleistung: ca. 70 t im doppelten Strang
Kombiniertes 3 Gang-Automatik Steuerungs- und Bremsgetriebe
Zwei Hydraulikkühler
Höchstgeschwindigkeit in Marschfahrt: 56 km/h
Höchstgeschwindigkeit in Schleppfahrt: 29 - 42 km/h
Tankinhalt: 400 Gallons (1515 Liter)
Kraftstoffverbrauch: 93 Liter auf 100 km bei 28 km/h
Watfähigkeit ohne Vorbereitung: 56 inches (ca. 1,6 m)
Watfähigkeit mit Vorbereitung: 102 inches (ca. 3,05 m)
Steigfähigkeit: 60 %
Grabenüberschreitfähigkeit: 103 inches (ca. 3,7 m)
Kranleistung mit angehobenem Schild: 6 t
Kranleistung mit abgesenktem Schild, vierfach geschertes Kranseil: 35 t
Höhe des Kranbaums bei 2,4 m Ausladung: 6,75 m
Höhe des Kranbaums bei 1,2 m Ausladung: 7,5 m

Die Kosten für die Modernisierung beliefen sich pro Fahrzeug auf $2,050,000

Nachteile[Bearbeiten]

Das Fahrzeug ist den Bergepanzern der verbündeten Streitkräfte gegenüber stark im Nachteil. So kann im Gegensatz zum Char de Dépannage DNG/DCL und dem Bergepanzer Büffel mit angehängter Last über 6 t diese nicht seitlich geschwenkt werden (auch bei Lasten unter 6 t und angehobenem Stützschild ist eine seitliche Schwenkung im Feinbereich sehr schwierig). Ebenso kann auf der Motorabdeckplatte kein Ersatztriebwerk mitgeführt werden.

Nutzer[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. auf der Stirnseite angebracht
  2. in Fort Hood befindet sich auch die Panzertruppenschule der US Streitkräfte
  3. auch der Marines
  4. die Seilspannvorrichtung sind zwei vor der Hauptwinde sitzende, hydraulisch angetriebene Rollen zwischen die das Windenseil geklemmt ist und die beim Abspulen das Seils dieses auf Zug halten
  5. hier wird immer von der Maximallast ausgegangen
  6. Gegenüber der früheren Leistung!
  7. a b Quelle:Infos von deagel.com
  8. BAE Systems Building Recovery Vehicles for Iraq. BAE Systems, 8. Oktober 2012, abgerufen am 3. März 2013.

Quellen[Bearbeiten]

 Commons: M88 ARV – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien