M109 (Panzerhaubitze)

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M109
M109A2

M109A2

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 6
Länge 11,4 m
Breite 3,18 m
Höhe 3,18 m
Masse 23,5 t (A6)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Geschweißtes Aluminium
Hauptbewaffnung 155-mm-Haubitze
Sekundärbewaffnung 1 Maschinengewehr
Beweglichkeit
Antrieb Turbo-Diesel 8V71T
262 kW (356 PS)
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit 56 km/h
Leistung/Gewicht ca. 15,1 kW/t (A6)
Reichweite ca. 350 km

Die M109 ist eine Panzerhaubitze vom Kaliber 155 mm aus US-amerikanischer Produktion. Ihre Entwicklung begann zur Zeit des Kalten Krieges in den 1950er-Jahren. Seit 1962 wurde sie Bestandteil der Artillerieverbände vieler Staaten und Standard-Panzerhaubitze der NATO. Bis zu ihrer Ablösung durch die Panzerhaubitze 2000 im Jahr 2007 war die M109 auch beim Heer der Bundeswehr im Einsatz. Seit ihrer Indienststellung erfuhr die M109 eine Vielzahl von Kampfwertsteigerungen. Die neueste Version M109A6 Paladin bildet bis heute das Rückgrat der Artillerie der US Army. Technisch gesehen hat sie bis auf die Wanne jedoch nichts mehr mit der Ursprungsvariante gemein. Mit einer Gesamtzahl von über 5000[1] produzierten Exemplaren ist die M109 eine der meistproduzierten Panzerhaubitzen weltweit.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Im Januar 1952 wurde in Washington, D.C. eine Konferenz zwischen Vertretern der US Army und des Verteidigungsministeriums über die Situation der motorisierten Artillerie abgehalten. Zu dieser Zeit spitzte sich der Kalte Krieg weiter zu, während gleichzeitig die technologische Entwicklung erste Artillerieaufklärungsgeräte mit Radar hervorgebracht hatte. Diese waren in der Lage, Feuerstellungen schnell und präzise aufzuklären. Die bisher in der Nutzung befindlichen Selbstfahrlafetten waren weder beweglich genug, feindlichem Gegenfeuer schnell zu entgehen, noch ausreichend gepanzert, um einem solchen Beschuss zu widerstehen. Veraltet war auch die bisherige US-Panzerhaubitze M44. Als Ergebnis der Konferenz wurde daher ein dringender Bedarf nach neuen gepanzerten und selbstfahrfähigen Geschützen festgestellt. Kurz nach dem Ende der Konferenz begannen erste Konzeptstudien mit dem Ziel, eine komplett neue gepanzerte Selbstfahrlafette zu entwickeln. Zunächst lief die Entwicklung einer Panzerhaubitze im Kaliber 156 mm mit dem Namen T196. Dieses Konzept wurde jedoch vom Verteidigungsministerium aufgrund von absehbaren Schwierigkeiten bei der Entwicklung zurückgewiesen.

Ein neues Konzept wurde erst im Mai 1954 festgelegt, woraufhin im Juni desselben Jahres auf einer weiteren Konferenz in Fort Monroe die letzten Details geklärt wurden. Das Fahrzeug sollte sich im Design an die Pläne für die ebenfalls in der Planung befindliche 110-mm-Haubitze T195 anlehnen. Nach den neuen Konzeptstudien sollten Wanne und Turm der T195 verwendet werden, jedoch war als Neuerung eine 155-mm- anstatt der 156-mm-Haubitze vorgesehen.

Ein erstes Modell des Fahrzeugs wurde im Oktober 1956 präsentiert, woraufhin der Auftrag zur Entwicklung eines Prototyps erging. Dieser wurde 1959 noch unter der Bezeichnung T196 fertiggestellt. Während der ersten Versuche in Fort Knox stellte sich heraus, dass die Federung des Fahrzeugs nicht den Ansprüchen genügte, so dass einige Veränderungen vorgenommen werden mussten. Der erste Prototyp wich deshalb im Design der Wanne noch von den späteren Modellen ab. Der Antrieb erfolgte noch durch einen Ottomotor.

1959 wurde vom Verteidigungsministerium beschlossen, dass alle zukünftigen Gefechtsfahrzeuge nur noch mit Dieselmotoren ausgestattet werden sollten, um den Treibstoffbedarf zu verringern und die Brandgefahr zu senken. Daraufhin wurde beim Prototyp der M109 die Motorisierung geändert.

Im Februar 1961 waren die Truppenversuche mit dem Prototyp abgeschlossen, woraufhin zwei Vorserienfahrzeuge bei der Cadillac Motor Car Division bestellt wurden. Nach dem Abschluss der letzten Tests wurde der erste Auftrag über eine Jahresproduktion von 247 Fahrzeugen vergeben. Die ersten Exemplare wurden im Oktober 1962 fertiggestellt und Anfang 1963 wurde der Auftrag um eine weitere Jahresproduktion erweitert. Im Juli 1963 wurde das Fahrzeug offiziell als mittlere Panzerhaubitze M109 klassifiziert. Bis 1969 wurden 2111 Fahrzeuge im Cleveland Army Tank Plant gebaut. Ab 1974 erfolgte die Produktion durch BAE Systems. Die letzten Exemplare wurden 1994 gebaut, das Unternehmen bietet die neueste Version der M109 jedoch immer noch auf dem Markt an und kann die Produktion bei entsprechender Nachfrage wieder aufnehmen.

Derzeit sind noch sämtliche Großverbände der US Army mit der M109 ausgestattet. Da bislang kein geeignetes Nachfolgemodell verfügbar ist, wird die M109 noch einige Jahre das Rückgrat der Artillerie der US Army bilden.[2]

Besatzung[Bearbeiten]

Die Besatzung der M109 besteht aus sechs Soldaten: Dem Kommandanten, dem Fahrer, zwei Richtkanonieren und zwei Ladekanonieren. Der Fahrer sitzt vorne links in der Wanne neben dem Motor, der Kommandant hat seinen Platz auf der rechten Seite im rückwärtigen Teil des Turms. Die beiden Richtkanoniere befinden sich vorne im Turm, jeweils links und rechts der Waffenanlage, die beiden Ladekanoniere befinden sich hinter den Richtkanonieren. Während der Fahrt können die Kanoniere auf zwei abklappbaren Bänken an den Turmseiten Platz nehmen. Die Besatzung kann das Fahrzeug durch eine Luke im Wannenheck verlassen und betreten, dem Fahrer steht eine eigene Luke zur Verfügung. Seitlich am Turm befinden sich noch weitere Luken, die im Notfall ebenfalls als Ausstieg genutzt werden können.

Der Kommandant führt das Fahrzeug auf dem Marsch und unterstützt aufgrund seiner besseren Übersicht den Fahrer. Er hält die Funkverbindung zur nächsthöheren Führungsebene und nimmt deren Befehle entgegen. Weiterhin überwacht er die Tätigkeiten der Richtkanoniere und bedient im Bedarfsfall das Maschinengewehr. Die beiden Richtkanoniere sind für das Richten der Waffenanlage verantwortlich. Der erste Richtkanonier, der seinen Platz auf der linken Seite hat, ist für das Richten der Waffenanlage mit Hilfe seiner Optik bei der Ausführung von Feuerkommandos zuständig. Er kann die Waffenanlage nur seitlich richten, die Erhöhung muss er dem zweiten Richtkanonier auf der rechten Seite mündlich mitteilen. Der zweite Richtkanonier kann die Waffenanlage sowohl in der Seite als auch in der Höhe richten, da er über das Zielfernrohr für das direkte Richten verfügt. Die beiden Munitionskanoniere bereiten die Munition und die Treibladungen vor und laden das Geschütz.[3]

Technik[Bearbeiten]

Schutzmaßnahmen[Bearbeiten]

Die Wanne und der Turm der M109 bestehen aus geschweißtem, 20 mm starkem Aluminium, das die Besatzung vor leichten Handwaffen und Splittern schützt. Das Fahrzeug verfügt über keine weitergehenden Sicherheitsmaßnahmen wie zum Beispiel ein separates Munitionsmagazin; eine ABC-Schutzbelüftungsanlage wurde erst mit der Kampfwertsteigerung zur Version A4 integriert. Lediglich die Treibladungen werden in abgeschlossenen Behältern auf der linken Seite des Turmhecks gelagert. Diese schützen die Treibladungen bei einer Fehlfunktion der Waffenanlage vor Entzündung.[3]

Bewaffnung und Munition[Bearbeiten]

Der US-Verschluss einer M185-Haubitze (US).

Die ursprüngliche Waffenlage bestand aus einer 155-mm-Haubitze M126 mit Rauchabsauger und Mündungsbremse und einer Länge von 23 Kalibern. Diese hatte einen vertikalen Richtbereich von –5° bis 75°. Der Turm konnte um 360° gedreht werden. Das Richten der Waffenanlage und des Turms erfolgte hydraulisch. Bei deren Ausfall war auch ein manuelles Richten möglich. Die Höchstschussweite betrug, abhängig von der Munitionssorte, etwa 14.600 m. Als Sekundärbewaffnung war ein Maschinengewehr vor der Kommandantenluke auf einer Lafette montiert. Der Typ des Maschinengewehrs war abhängig vom Nutzerstaat. Ab der Version A1 wurde die Waffenanlage durch die M185-Haubitze ausgetauscht, die eine wesentliche größere Rohrlänge und ein verbessertes Richtsystem besitzt. Die Höchstschussweite betrug hierbei 18.100 m. Zur Aufnahme der Rückstoßkräfte beim Schießen waren am Heck hydraulisch absenkbare Erdsporne angebracht.

Die M109A6 verwendet die Haubitze M28, die neueste Version der Bundeswehr war mit dem Rohr der Feldhaubitze 155[4] ausgestattet.

Als Munition können sämtliche NATO-standardisierten Typen der 155-mm-Munition verschossen werden, darunter auch taktische Kernwaffen mit einer Sprengkraft von 0,1 kT TNT. Ebenso kann auch die gelenkte Copperhead-Granate eingesetzt werden. Die ursprünglich für die XM2001 Crusader entwickelten M982-Excalibur-Geschosse können ebenfalls verschossen werden. Mit ihnen werden Reichweiten von bis zu 37 km erzielt.[5] Als Zünder können Aufschlagzünder mit oder ohne Verzögerung, betonbrechende Aufschlagzünder, Annäherungszünder oder Zeitzünder verwendet werden. Die Geschosse sind liegend im Turmheck und stehend links und rechts neben der Einstiegsluke gelagert.[3]

Antrieb und Laufwerk[Bearbeiten]

Die M109 wird von einem wassergekühlten 8-Zylinder-2-Takt-Dieselmotor mit Roots-Gebläse und Turboaufladung der Firma Detroit Diesel angetrieben. Der Hubraum beträgt 9300 cm3, das maximale Drehmoment 1270 Nm bei einer Drehzahl von 1600/min. Der Motor ist vorne rechts in der Wanne untergebracht. Die Kraftübertragung erfolgt über ein hydromechanisches Getriebe mit vier Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen, das manuell geschaltet werden muss.[3]

Das Laufwerk besteht aus sieben gummibereiften, torsionsstabgedämpften Laufrollen an jeder Seite. Am Heck befinden sich zwei Leiträder, die Antriebsräder befinden sich vorn. Die Kette ist eine lebende Endverbinder-Gleiskette mit einer Auflagelänge von 3,962 m.

Technische Daten[Bearbeiten]

Bezeichnung Panzerhaubitze M109A2
Typ: Panzerhaubitze
Besatzung: 6
Motor: Detroit Diesel 8V71T, wassergekühlter 8-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 356 PS bei 2300 1/min
Getriebe: hydromechanisches Schaltgetriebe Allison XTG-411-4A
Fahrwerk: drehstabgefedertes Rollenlaufwerk
Länge über alles: 9120 mm
Breite über alles: 3150 mm
Höhe über alles: 3280 mm
Bodenfreiheit: 460 mm
Watfähigkeit: 1070 mm
Grabenüberschreitfähigkeit: 1830 mm
Kletterfähigkeit: 530 mm
Steigfähigkeit: 60 %
Querneigung: 40 %
Gefechtsgewicht: 24.948 kg
Höchstgeschwindigkeit Straße: 56 km/h
Höchstgeschwindigkeit Gelände: 36 km/h
Kraftstoffmenge: 511 Liter
Fahrbereich: 349 km
Bewaffnung: 155-mm-Haubitze M185, 1 Maschinengewehr
Munition: 34 Geschosse

Einsatz[Bearbeiten]

Einsatzprofil[Bearbeiten]

Eine M109 beim direkten Richten.

Die M109 war primär für die Bedrohungslage des Kalten Krieges konzipiert worden. Sie sollte in der Lage sein, motorisierten Verbänden zu folgen, schnell in Stellung zu gehen und nach der Ausführung des Feuerauftrages schnell die Stellung zu wechseln, um feindlichem Gegenfeuer zu entgehen. Sie sollte den hochbeweglichen Panzerverbänden folgen können, um jederzeit für Feuerunterstützung bereitzustehen. Die Panzerung sollte gleichzeitig den Feuerkampf auch unter feindlichem Beschuss ermöglichen. Frühe Versionen (je nach Nutzerland unterschiedlich) waren noch auf vermessene und vorbereitete Stellungen sowie auf eine externe Feuerleitung angewiesen. Aufgrund dessen setzte die US Army die M109-Batterien (bis 1986 sechs Panzerhaubitzen, danach acht) geschlossen in einer Feuerstellung ein. Spätere Modelle waren aufgrund des Einbaus einer Navigationsanlage und eines Feuerleitrechners autonomer und konnten in kleineren Einheiten agieren.[6]

Bei der Bundeswehr war die M109 in den Panzerartilleriebataillonen der Brigaden eingesetzt. Hauptaufgabe war die Feuerunterstützung der eigenen Kampftruppen und der Kampf mit Feuer in der Tiefe gegen Hochwertziele wie Gefechtsstände im Verantwortungsbereich der Brigade. Die Panzerartilleriebataillone verfügten jeweils über zunächst 18, später 24 Geschütze. Die kleinste taktische Einheit war der Zug, der aus vier Haubitzen, einem Zugführer-MTW-M113 und einem Feuerleit-MTW bestand. Der Kampf gegen feindliche Kampfpanzer im direkten Richten im Nahbereich der Feuerstellung war ebenfalls möglich, war aber nur in absoluten Notsituationen vorgesehen. Die Panzerabwehr erfolgte mit Sprenggeschossen. Spezielle Panzerabwehrmunition existiert nicht.

Kampfeinsätze[Bearbeiten]

Panzerhaubitze M109 in Vietnam

Zu ihrem ersten Kampfeinsatz kam die M109 im Vietnamkrieg, obwohl dort aufgrund des Terrains und der vielen luftbeweglichen Einsätze der Army kein großer Bedarf nach Selbstfahrlafetten bestand. Da die in Vietnam stationierten Infanteriedivisionen nur über Artilleriebataillone mit gezogenen Feldgeschützen verfügten, wurden einige Panzerartilleriebataillone der mechanisierten Divisionen aus den USA nach Vietnam geschickt, um dort auf Korpsebene eingesetzt zu werden. Die eingesetzten M109 bewährten sich aufgrund der dort angewandten Taktik sehr gut. Die Army errichtete in ganz Südvietnam so genannte Fire Support Bases, um die Operationen der Infanterie unterstützen zu können. Diese Basen befanden sich oftmals tief im Operationsgebiet des Vietcong, der von allen Seiten angreifen konnte, was einen 360°-Rundumschutz notwendig machte. Dies konnte durch stationäre Geschütze mit eingeschränktem Seitenrichtbereich nicht gewährleistet werden, wohl aber durch die M109, die mit ihrem 360°-Schwenkbereich verzugslos rundum wirken konnte. Insgesamt bewegten sich die Panzerhaubitzen in den Basen sehr wenig. Oftmals wurden sogar befestige Stellungen angelegt. Ihren motorisierungsbedingten Beweglichkeitsvorteil konnte die M109 ausspielen, wenn Operationen außerhalb der Reichweite der Fire Support Bases unterstützt werden sollten. In diesem Fall konnten die M109 in kleine, temporäre und weniger stark befestige Stellungen fahren und nach Beendigung der Operation wieder verschwinden.[7]

Ihren ersten Einsatz auf israelischer Seite erfuhr die M109 im Jom-Kippur-Krieg 1973. Dort wurde sie erstmals gemäß ihrer Konzeption eingesetzt und unterstützte die vorstoßenden Panzerverbände mit Feuer. Gleichzeitig wurde sie jedoch auch für den Direktbeschuss von Stellungen eingesetzt, die außerhalb der Reichweite von Panzern lagen. Im Libanonkrieg 1982, in den Kämpfen in Beirut, leistete sie ebenfalls Unterstützung für die Panzerverbände. Diese wurden in den engen Straßen oftmals von Dächern mit RPGs beschossen und konnten aufgrund des eingeschränkten Höhenrichtbereichs ihrer Hauptwaffe das Feuer nicht erwidern. Die M109 konnte diese Schützen problemlos anvisieren und ausschalten. Die schweren Geschosse erwiesen sich zudem als sehr effektiv gegen Ziele hinter Barrikaden.[8]

Im Golfkrieg 1991 und im Irakkrieg 2003 kam die M109 ebenfalls zum Einsatz. Dort unterstützten die eingesetzten Bataillone die vorstoßenden Panzerverbände und schalteten gegnerische Artilleriestellungen aus.

Nutzerstaaten[Bearbeiten]

Die M109 wurde, neben den USA und Deutschland, in vielen NATO- und nicht-NATO-Staaten verwendet. Noch heute ist sie aufgrund ihres relativ günstigen Preises und des Kampfwertsteigerungspotenzials bei vielen Staaten im Dienst. Nutzer waren oder sind:[9]

Zwei ägyptische M-109-Panzerhaubitzen
Flag of Egypt.svg Ägypten

Im Jahr 2003 wurde das Unternehmen United Defense vom US Army Tank-automotive and Armarments Command damit beauftragt, 201 überzählige Panzerhaubitzen M109 aus Reservebeständen der Rüststände A2 und A3 für das ägyptische Militär einer technischen Überholung zu unterziehen. Die Überholung umfasste den Motor, das Getriebe, das Kühlsystem und die Feuerleitausstattung. Die Finanzierung hierfür erfolgte über das US Foreign Military Sales Program. Die ersten Fahrzeuge waren Ende 2003 verfügbar, das komplette Programm endete im November 2005. Noch vor dem Abschluss des Programms bekundete Ägypten Interesse an weiteren 200 Fahrzeugen des Rüststandes A5.

Flag of Belgium.svg Belgien

Im August 1983 unterschrieb der belgische Verteidigungsminister einen Vertrag über den Kauf von 127 Panzerhaubitzen M109A2. Diese wurden zwischen August 1984 und Ende 1985 ausgeliefert. Sechs Feldartilleriebataillone und die belgische Artillerieschule wurden mit den Fahrzeugen ausgestattet. Ab 1998 wurden die noch in Betrieb befindlichen Fahrzeuge mit einem kreiselgesteuerten Nordrichtungsfinder ausgestattet und ab 2002 wurden 108 Fahrzeuge auf den Rüststand A4 aufgewertet.

Flag of Brazil.svg Brasilien

Brasilien erwarb bis 2001 insgesamt 37 M109A3 der belgischen Armee, um drei Artillerieregimenter damit auszustatten.

Flag of Chile.svg Chile

Chile erwarb insgesamt 24 Fahrzeuge der Schweizer Armee, die von dem Unternehmen Ruag vorher einer technischen Überholung unterzogen wurden.

Flag of Denmark.svg Dänemark

Dänemark erwarb insgesamt 76 M109, die ab 1989 auf den Rüststand A3 kampfwertgesteigert wurden.

Flag of Greece.svg Griechenland

Griechenland erwarb insgesamt 50 M109 aus Bundeswehrbeständen und 12 M109A5 der US Army.

Flag of Israel.svg Israel
Eine israelische Version der M109.

Israel erwarb seit 1969 530 M109A1, von denen sich noch etwa 350 im Einsatz befinden. Die Bezeichnung lautet M109 AL oder Doher. Diese Fahrzeuge wurden in Israel Kampfwertsteigerungen unterzogen, die die Zeit vom Einfahren in die Stellung bis zur Feuerbereitschaft verkürzen und die Flexibilität erhöhen sollen. Weiterhin wurde ein System zur Einspritzung von Diesel in die Abgasanlage eingebaut, um dem Fahrzeug die Möglichkeit zu geben, sich selbst einzunebeln. Dem Fahrer und dem Kommandanten stehen Nachtsichtgeräte zur Verfügung, um die Beweglichkeit bei Nacht zu verbessern. Eine ABC-Schutzanlage wurde ebenfalls eingebaut. Die Fahrzeuge verfügen zudem über zusätzliche Staukästen, um mehr Munition mitführen zu können. Es ist geplant, diese Fahrzeuge einer Kampfwertsteigerung zu unterziehen, um einige der Eigenschaften der Version A6 zu integrieren.[10]

Flag of Italy.svg Italien

Italien erwarb 221 neu produzierte M109 ohne Waffenanlage. Diese wurde von Oto-Melara gefertigt und in Italien eingebaut. Die Fahrzeuge entsprechen, bis auf die Waffenanlage, dem Rüststand M109A3. Weitere 62 Stück der M109A1B wurden von der Schweiz gekauft. Sämtliche Fahrzeuge wurden durch die Panzerhaubitze 2000 ersetzt.[11]

Flag of the Netherlands.svg Niederlande

Die M109 war von 1968 bis 2008 in einer maximalen Stärke von 222 Exemplaren im Dienst der niederländischen Streitkräfte. Die ursprünglich verwendete Originalversion wurde später auf die Rüststände A2 und A3 gebracht.[12]

Flag of Norway.svg Norwegen

Norwegen verfügt über 36 M109A3GN, die im Wesentlichen dem deutschen Rüststand M109A3G entsprechen.

M109A5Ö des österreichischen Bundesheeres
Flag of Austria.svg Österreich

Österreich betreibt derzeit eine Flotte von 64 M109. Die Version des Bundesheeres basiert auf der M109A5, weicht jedoch in einigen Punkten von der amerikanischen Version ab. Die österreichischen Fahrzeuge verfügen über einen halbautomatischen Lademechanismus, ein Trägheitsnavigationssystem und die gleiche Waffenanlage wie die M109A6 Paladin. Die Bezeichnung ist M109A5Ö. Weitere 19 M109 wurden zu Feuerleitfahrzeugen umgebaut, wozu die Waffenanlage entfernt wurde, um einen größeren Innenraum zu bieten. Als zusätzliche Ausrüstung stehen ein Feuerleitrechner samt Drucker, ein Generator und ein Funkgeräteset zur Verfügung. Die Bezeichnung lautet ReStPz (Rechenstellenpanzer) M109. Da das österreichische Bundesheer im Begriff ist, seine M109-Flotte abzubauen, befindet sich bereits ein Modell im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum und ist der Öffentlichkeit zugänglich.

Flag of Pakistan.svg Pakistan

Die Streitkräfte Pakistans sind mit 265 M109A2 aus amerikanischer Produktion ausgestattet.

Flag of Switzerland.svg Schweiz

1974 stellte die Schweiz 140 M109 unter der Bezeichnung Panzerhaubitze 66 in Dienst. Bis 1988 folgten weitere 437 Fahrzeuge in mehreren Auslieferungslosen. Alle Fahrzeuge wurden nach und nach auf den Rüststand M109A1B gebracht. Dieser entsprach weitestgehend der M109A1, hatte aber zusätzlich eine Nebelmittelwurfanlage und Ketten der Firma Diehl. 348 dieser Fahrzeuge wurden einer weiteren Kampfwertsteigerung unterzogen, bei der eine neue Waffenanlage mit 47 Kaliberlängen und vergrößertem Treibladungsraum aus Schweizer Produktion eingebaut wurde. Die Höchstschussweite für eine Stahlgranate liegt bei 30 km. Mit BB-Granaten wird eine Höchstschussweite von 36 km erreicht.[13] Weiterhin wurde ein halbautomatisches Ladesystem eingebaut, das einen drei-Schuss-Feuerschlag innerhalb von 15 Sekunden ermöglicht. Um bei einer solch hohen Feuergeschwindigkeit die Sicherheit der Besatzung zu gewährleisten, wurde ein Thermometer in den Ladungsraum installiert, das vor einem Cook off der Treibladung warnt. Für den Kommandanten, den Fahrer und den Richtkanonier wurden neue, digitale Bedienelemente installiert (NAPOS: Navigation und Positionierungs-System); dem Kommandanten und dem Fahrer stehen Nachtsichtgeräte zur Verfügung. Das System zur Elektrizitätsversorgung wurde ersetzt, da es für die neuen Systeme nicht mehr genügend Energie zur Verfügung stellen konnte. Weiterhin wurde die Anzahl der mitgeführten Geschosse und Treibladungen auf 40 beziehungsweise 64 erhöht. Die Ladungen werden außerhalb des Kampfraumes im Heck mitgeführt, durch eine Sicherheitstür wird die Ausbreitung eines möglichen Feuers in den Kampfraum verhindert. Die persönliche Ausrüstung der Kanoniere wird im „Rucksack“ am Heck der Panzerhaubitze verstaut. Das Marschlager, die das Rohr während der Fahrt in seiner Position hält, wurde durch ein fernbedienbares Modell ersetzt. Die Schweizer Bezeichnung für das Fahrzeug lautet M109 KAWEST.[14]

Flag of Spain.svg Spanien

Spanien verfügt über 96 M109A5E, die derzeit einem Kampfwertsteigerungsprogramm unterzogen werden. Dieses soll die Feuergeschwindigkeit und Treffergenauigkeit erhöhen. Dazu wurde das so genannte DINAPS (Digital Navigation Aiming and Pointing System) in das Fahrzeug eingebaut. Dabei handelt es sich um ein hybrides Navigationssystem, dass sowohl GPS als auch Trägheitsnavigation verwendet. Ein Radar zur Messung der Mündungsgeschwindigkeit ist ebenfalls Teils des Systems. Das inertiale Navigationssystem bestimmt dabei die Erhöhung und Richtung des Rohres, das GPS die Position des Fahrzeugs. Um die Feuerrate zu erhöhen, wurde das FIRS entwickelt (Full Integrated Ramming System). Dieses besteht aus einem Hydrauliksystem, einem Verschlussbetätigungssystem, einem Treibladungsanzündermagazin und einem Cannon Management System. Das FIRS soll das Abfeuern von drei Schuss innerhalb von elf Sekunden ermöglichen.[15]

Flag of South Korea.svg Südkorea

Südkorea verfügt über 1040 M109, die alle dort produziert wurden. Sie sollen in Zukunft durch die K9 Thunder ersetzt werden.

Flag of the Republic of China.svg Taiwan

Taiwan erwarb Ende der 1960er-Jahre eine Reihe von M108, der 105-mm-Variante der M109. Bei diesen wurden Ende der 1980er-Jahre der Turm und die Waffenanlage durch taiwanesische Eigenentwicklungen ersetzt.

Flag of Thailand.svg Thailand

Thailand verfügt seit 1994 über 20 M109A5-Panzerhaubitzen.

Varianten[Bearbeiten]

US-Varianten[Bearbeiten]

M109A1 bis A4[Bearbeiten]

Die Version A1 entspricht weitgehend der Ursprungsversion, lediglich die Waffenanlage wurde ausgetauscht. Mit dieser können einige weitere Geschosstypen verschossen werden. Durch die größere Rohrlänge von 39 Kalibern stieg die Kampfentfernung auf 18.100 m. Die ersten Umrüstsätze wurden von der Industrie Anfang 1972 zur Verfügung gestellt, die ersten umgerüsteten Fahrzeuge wurden 1973 in Dienst gestellt.[16]

Die wesentlichen Änderungen an der Version A2 waren Änderungen an den Erdspornen, um die Rückstoßkräfte beim Schießen besser aufnehmen zu können, ein verbesserter Rohrvorholmechanismus, Warnanzeigen für Motoröl- und Kühlwassertemperatur am Fahrerplatz, eine geänderte Einstiegsluke, ein verbessertes Hydrauliksystem zum Richten des Turms und der Waffenanlage sowie zusätzliche Staukästen, um weitere 22 Geschosse mitführen zu können. Die Produktion der M109A2 begann 1978. Die ersten Fahrzeuge wurden im folgenden Jahr ausgeliefert.[17]

Panzerhaubitze M109A3

Die M109A3 ist eine Kampfwertsteigerung der Version A1 mit Einbeziehung der Änderungen der Version A2. Neue Haubitzen wurden nicht gebaut, lediglich Umrüstungen wurden in Depots vorgenommen.[18] Weitere Änderungen waren: Einbau einer geänderten Rohrwiege, neue Kraftstoff- und Luftfilter, Einbau einer neuen Instrumentenanzeige für den Fahrer, Änderungen an der Munitionslagerung und Änderungen an der Hydraulik der Waffenanlage.

Bei der M109A4 handelt es sich um umgerüstete Fahrzeuge der Versionen A2 und A3. Diese Version ging aus dem so genannten HELP (Howitzer Extended Life Program) hervor. Als einzige wesentliche Neuerung wurde ein ABC-Schutzsystem in das Fahrzeug integriert. Weitere kleinere Änderungen wurden am Hydrauliksystem und der Motorelektrik vorgenommen.[19]

M109A5[Bearbeiten]

M109A5 der spanischen Marineinfanterie bei einer amphibischen Landungsübung

Die Fahrzeuge der Version A5 sind kampfwertgesteigerte Fahrzeuge der Version A4 oder neuproduzierte Fahrzeuge. Bei dieser Kampfwertsteigerung wurde vor allem Wert auf eine Erhöhung der Feuerreichweite gelegt. Dazu wurde ein neues M284-Waffensystem eingebaut, das Kampfentfernungen von bis zu 30.000 m erlaubt. Die Nutzung des Global Positioning Systems war ab dieser Version ebenfalls möglich, so dass die Positionsbestimmung wesentlich vereinfacht wurde.

Zur Erhöhung der Leistung des Fahrzeugs wurden der Motor und das Getriebe leistungsgesteigert. Das elektrische System wurde ebenfalls überholt, so dass die Lebensdauer der Batterien erhöht wurde. Dies hatte sich als notwendig erwiesen, da das aktivierte ABC-Schutzsystem die Batterien sehr schnell auslaugte.

Auch am Laufwerk und den Ketten wurden Änderungen vorgenommen, die die Wartung der Ketten und das Wechseln der Kettenpolster vereinfachen sollten.[20]

M109A6 Paladin[Bearbeiten]

M109A6 Paladin der US-Nationalgarde

Die M109A6 ist das Ergebnis des so genannten HIP (Howitzer Improvement Program), an dem verschiedene Unternehmen beteiligt waren. Das Ziel des Programms war weniger eine weitere Erhöhung der Feuerreichweite, sondern vielmehr die Integration der shoot-and-scoot-Fähigkeit (dt.: Feuern und abhauen). Die M109 sollte schnell in Stellung gehen können, den Feuerauftrag ausführen und dann schnell einen Stellungswechsel durchführen, um feindlichem Gegenfeuer zu entgehen. Dabei sollten die einzelnen Fahrzeuge unabhängig von externer Feuerleitung agieren können.[21] Das Projekt startete im Oktober 1985, wobei acht Prototypen hergestellt wurden. Nach verschiedenen Tests und dem erfolgreichen Abschluss des Programms wurde die Serienfertigung 1992 aufgenommen. Die Änderungen der M109A6 umfassten folgende Punkte:

  • Einbau eines komplett neu gestalteten Turms mit Spall-liner aus Kevlar, um bei Treffern das Abfliegen von Splittern an der Innenseite der Panzerung zu verhindern.
  • Einbau der neuen M28-Haubitze mit vergrößertem Ladungsraum, um neue Treibladungen aufnehmen zu können.
  • Reduzierung der Besatzung auf vier Soldaten.
  • Einbau eines automatischen Feuerleitsystems zur automatischen Übernahme von Feuerkommandos per Datenfunk.
  • Einbau eines Feuerleitrechners, um Feuerkommandos ohne Hilfe einer Feuerleitstelle zu berechnen.
  • Einbau eines Systems zur Messung der Mündungsgeschwindigkeit.
  • Verbesserung des Bordsprechfunks.
  • Erhöhung der Munitionskapazität.
  • Änderung der Kommandantenluke, wobei die Anbringung verbesserter Nachtsichtgeräte möglich wurde.
  • Einbau einer neuen fernbedienbaren Zurrgabel.
  • Einbau eines Wasserkochers, um der Besatzung die Möglichkeit zu geben, ihre MREs zuzubereiten.
  • Einbau einer neuen digitalen Funkanlage.[22]

M109A6 Paladin Integrated Management[Bearbeiten]

„Paladin Integrated Management“-Prototyp

Das M109A6-Programm Paladin Integrated Management (PIM) wurde 2007 ins Leben gerufen. Ziel war es, mit weiteren Kampfwertsteigerungen die M109A6 als Ergänzung zum NLOS-C Projekt, das als Nachfolgesystem geplant war, im Rahmen der Heavy Brigade Combat Teams (HBCT) noch mindestens bis ins Jahr 2050 einsatzfähig zu halten.[23] Gleichzeitig soll durch die Verwendung standardisierter Komponenten die Logistik vereinfacht werden. BAE Systems fertigte den ersten Prototypen innerhalb von neun Monaten unter Nutzung von Firmenkapital. Nach dem Abschluss der Mobilitäts- und Schießtests sollen 600 M109A6 aufgewertet werden, von denen 447 in den HBCTs eingesetzt werden. Die verbleibenden 153 Fahrzeuge sind für Trainingszwecke und als Reserve vorgesehen. Im Falle eines erfolgreichen Abschlusses der Tests soll ein erstes Produktionslos von 177 Exemplaren im Jahr 2010 in Auftrag gegeben werden, deren Auslieferung dann 2012 erfolgen würde. Nach Angaben von BAE Systems stellt die M109A6 PIM die kostenoptimale Lösung dar, für die Army ein modernes Artilleriegeschütz zur Verfügung zu stellen, ohne eine Neuentwicklung vorzunehmen.[24]

Die M109A6 PIM besteht aus einem Turm der M109A6 Paladin, der auf eine komplett neu konstruierte Wanne samt Fahrgestell montiert wird. Die neue Wanne besteht ebenfalls aus geschweißtem Aluminium, in die ein neuer, 600 PS starker Motor und ein neues Automatikgetriebe eingebaut wird. Motor und Getriebe entsprechen denen aus dem M2/M3 Bradley. Dank der gesteigerten Leistung wird sich die Beweglichkeit und Höchstgeschwindigkeit wesentlich verbessern. Laufrollen, Federung und Kette werden ebenfalls weitestgehend vom Bradley übernommen. Zur Versorgung mit Elektrizität wird ein so genanntes Common Modular Power System (CMPS) eingebaut, das teilweise auch auf dem Stryker Armored Vehicle und dem High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle zum Einsatz kommt. Es besteht aus einem 600-Volt-Gleichstromgenerator mit 75 kW Leistung. Der Fahrer sitzt nach wie vor auf der linken Seite des Fahrzeugs neben dem Motor, ihm steht zur besseren Übersicht eine Rückfahrkamera zur Verfügung. Aufgrund der größeren Länge der Wanne und des gestiegenen Innenraumvolumens können 43 Geschosse mitgeführt werden, davon bis zu 17 M982-Excalibur-Geschosse.

Der Turm wird von der M109A6 übernommen und modifiziert. Zur Erhöhung der Feuergeschwindigkeit steht der Besatzung eine elektrisch betriebene Ansetzvorrichtung zur Verfügung, die auch in der NLOS-C zur Verwendung kommen sollte. Der Turmantrieb und die Waffenrichtanlage werden ebenfalls elektrisch betrieben. Jedem Besatzungsmitglied steht ein eigenes Luftgebläse zur Verfügung, das mit der Klimaanlage verbunden ist. Auf diese Weise soll die Ausdauer der Besatzung in heißen Klimazonen erhöht werden. Der Kommandant wird bei der Bedienung des M2-Maschinengewehrs von einem seitlichen Schutzschild geschützt. Die Waffenanlage wird beibehalten; die Feuerleitsysteme werden durch Exemplare ersetzt, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Die alten Beuteltreibladungen werden durch Treibladungsmodule ersetzt.[25][26]

M992[Bearbeiten]

Innenraum eines M992

Die M992 ist ein Munitionstransporter auf Basis der M109. Fahrgestell und Wanne sind baugleich, der Turm wurde entfernt und durch einen starren Aufbau ersetzt. In diesem Aufbau und der Wanne können insgesamt 93 Geschosse, 99 Treibladungen und 104 Zünder transportiert werden. Die Exportversionen dieser Variante verfügen zusätzlich über einen Kran, mit dem die Geschosse in die M992 geladen werden können. Die Versorgung der M109 erfolgt über ein mechanisches Fließband, das am Heck aufgebaut wird und acht Geschosse pro Minute befördern kann.

Die M992 ist primär für die Zusammenarbeit mit der M109 konzipiert, um eine schnelle Versorgung mit Munition sicherzustellen, ohne dass die Geschütze einen Ladeplatz anfahren müssen. Die Versorgung anderer Geschütze mit unterschiedlichen Kalibern ist jedoch auch möglich.[27]

Varianten der Bundeswehr[Bearbeiten]

M109G[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Version der Bundeswehr. Im Zeitraum von 1964 bis 1972 wurden in zwei Losen insgesamt 586 amerikanische Panzerhaubitzen in den damaligen Rüstständen M109A1 und M109A2 beschafft und bei Rheinmetall den deutschen Vorstellungen und Gegebenheiten angepasst. Dabei wurde u.a. auf das deutsche Rundblickfernrohr, ein Panzerzielfernrohr und Selbstschutzsystem umgerüstet. Als wesentlichste Änderung wurde die gesamte Waffenanlage mit neuem Rohr, neuem Rauchabsauger, neuer Mündungsbremse und neuem Flachkeilverschluss ausgetauscht. Diese Maßnahmen erhöhten die Höchstschussweite auf 18.500 m. Für den Geschützführer wurde die Periskop-Kuppel vom MTW M113 übernommen. Als Nahbereichswaffe diente statt des schweren 12,7-mm-Browning-M2 ein 7,62-mm-MG3.

Für die Kraftfahrerausbildung gab es eine spezielle Fahrschulversion. Dabei sitzt der Fahrschüler auf dem Fahrerplatz und ist über den Bordverbindungsanlage mit dem Fahrlehrer verbunden. Dieser sitzt zur besseren Rundumsicht in einem Aufbau mit Glasscheiben, der anstelle des Turms angebracht ist. In dem Aufbau finden neben dem Fahrlehrer zwei weitere Fahrschüler Platz. Das Rohr des Geschützes ist bei dieser Version nur eine Attrappe.

M109A3GA1[Bearbeiten]

Anfang der 1980er-Jahre lief die Ersatzteil-Versorgungsgarantie des Herstellers aus. Daher wurden alle M109G der Bundeswehr auf den US-amerikanischen Rüststand „M109A3“ gebracht und gleichzeitig einer Kampfwertsteigerung unterzogen: Die Waffenanlage wurde entfernt und durch die der Feldhaubitze FH155-1 ersetzt,[28] die Kampfbeladung wurde von 28 auf 34 Geschosse erhöht und das Geschütz wurde in das Feuerleitmittelsystem der Artillerie IFAB (Integrierte Feuerleitmittel Artillerie Batterie) eingebunden. Das IFAB ermöglichte es, eigenes Feuer innerhalb von drei Minuten nach der Zielaufklärung ins Ziel zu bringen.[29] Durch den Einbau der AURORA (Autonome Richt- und Orientierungsaustattung Rohrartillerie) Anlage konnte die M109 ihre Position selbst bestimmen und war nicht mehr auf vermessene Feuerstellungen angewiesen. Die neue Bezeichnung lautete „PzH M109A3GA1“. Die neue Höchstschussweite dieser Version betrug 24.700 m.

M109A3GA2[Bearbeiten]

Die PzH M109 G als Fahrschulpanzer

Nachdem nicht wie zunächst geplant alle M109 des Heeres durch die neue PzH 2000 ersetzt werden konnten, wurde Ende der 1990er-Jahre beschlossen, einige M109 einer weiteren Nutzungsdauerverlängerung zu unterziehen. 262 der „M109A3GA1“ wurden ab dem Jahr 2000 dieser Nutzungsdauerverlängerung unterzogen und auf den Rüststand „M109A3GEA2“ gebracht. Dabei wurde das Kommunikationssystem verbessert; so war nun ein Datenaustausch innerhalb des IFAB-Systems möglich. Weiterhin erfolgte eine Vernetzung mit dem Datenverbund ADLER. Die physische Entlastung der Soldaten stand ebenfalls im Vordergrund. So wurden unter anderem diverse Ladehilfen wie beispielsweise eine elektrische Hubhilfe eingebaut. An der Turmfront wurden zudem zwei Staukästen angebracht, die der Besatzung die Unterbringung der persönlichen Ausrüstung ermöglichten. Die Beleuchtungsanlage wurde modifiziert, um der StVZO zu entsprechen. Diese Fahrzeuge blieben bis Mai 2007 im Dienst des deutschen Heeres.[30] Im täglichen Gebrauch erwiesen sich diese Zusatzsysteme allerdings als fehleranfällig oder zu umständlich, so dass Hubhilfe und automatische Ladevorrichtung in Übungen oft gar nicht genutzt wurden oder wegen Defekten nicht genutzt werden konnten. Aufgrund der zu hohen Belastung der Erdsporne durch stärkere Treibladungen wurden diese entfernt. Das letzte Schießen der M109 fand am 14. Mai 2007 auf dem Truppenübungsplatz Seetaler Alpe in Österreich statt.[31]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: M109 (Panzerhaubitze) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steven Zaloga: M109 155 mm Self-Propelled Howitzer 1960–2005. S. 39.
  2. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 796.
  3. a b c d Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 797.
  4. Rheinmetall-Herstellerbeschreibung zu M109G: S. 4. (PDF; 2,1 MB)
  5. Das M982 auf globalsecurity.org Englisch, abgerufen am 29. Dezember 2009.
  6. Steven Zaloga: M109 155 mm Self-Propelled Howitzer 1960–2005. S. 18.
  7. Steven Zaloga: M109 155 mm Self-Propelled Howitzer 1960–2005. S. 18 f.
  8. Steven Zaloga: M109 155 mm Self-Propelled Howitzer 1960–2005. S. 11 f.
  9. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 799–800.
  10. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 756.
  11. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 758 f.
  12. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 765.
  13. M109L47 bei RUAG Englisch, abgerufen am 13. Januar 2010.
  14. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 781.
  15. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 779.
  16. M109A1 Globalsecurity.org. Abgerufen am 11. September 2009.
  17. M109A2 Globalsecurity.org. Abgerufen am 11. September 2009.
  18. M109A3 Globalsecurity.org. Abgerufen am 11. September 2009.
  19. M109A4 Globalsecurity.org. Abgerufen am 11. September 2009.
  20. M109A5 Globalsecurity.org. Abgerufen am 11. September 2009.
  21. Steven Zaloga: M109 155 mm Self-Propelled Howitzer 1960–2005. S. 22 f.
  22. M109A6 Globalsecurity.org. Abgerufen am 11. September 2009.
  23. Unternehmensseite von BAE Systems Englisch, abgerufen am 31. Oktober 2009.
  24. Die M109A6 PIM auf globalsecurity.org Englisch, abgerufen am 29. Dezember 2009.
  25. Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, S. 793.
  26. Die M109 PIM auf www.cannonartillery.com Englisch, abgerufen am 15. November 2009.
  27. M992 Globalsecurity.org. Abgerufen am 11. September 2009.
  28. Rheinmetall-Herstellerbeschreibung zu M109G: S. 4. (PDF; 2,1 MB)
  29. Panzerartilleriebataillon 15
  30. Information zur Außerdienststellung der M109 Truppen.info.de. Abgerufen am 11. November 2009.
  31. http://www.deutschesheer.de/ Abgerufen am 11. September 2009.
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Dieser Artikel wurde am 15. Januar 2010 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.