Marino Marini

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Dieser Artikel behandelt den Bildhauer, für den Musiker siehe Marino Marini (Musiker)
Miracolo, 1959/60. Reiterskulptur Marino Marinis vor der Neuen Pinakothek in München
Eingang zum Museum Peggy Guggenheim Collection im Palazzo Venier dei Leoni, Venedig. Die Skulptur zeigt Marinis L’Angelo della Città, 1948, in Bronze gegossen um 1950.

Marino Marini (* 27. Februar 1901 in Pistoia; † 6. August 1980 in Viareggio) war ein italienischer Künstler, der sich zunächst überwiegend als Bildhauer, später auch als Grafiker betätigt hat.

Leben[Bearbeiten]

Marini studierte ab 1917 Malerei und Bildhauerei an der Akademie der Künste in Florenz, unter anderem bei dem Bildhauer Domenico Trentacosta. 1928 erfolgte ein erster Aufenthalt in Paris. 1929 übernahm er eine Dozentur an der Kunstschule der Villa Reale in Monza bei Mailand, die er bis 1940 innehatte. In den folgenden Jahren reiste er häufig nach Paris, wo er unter anderem die Bekanntschaft mit Giorgio de Chirico, Wassily Kandinsky und Aristide Maillol machte und wo er später auch Pablo Picasso, Georges Braque und Henri Laurens traf. Aufenthalte in England, Deutschland und Griechenland schlossen sich an.

1940 wechselte Marini an die Accademia di Brera in Mailand; die Jahre 1941 bis 1946 verbrachte er im Tessin in der Schweiz, wo er Alberto Giacometti, Fritz Wotruba und Germaine Richier kennenlernte. 1946 kehrte er nach Mailand zurück. 1950 reiste er anlässlich seiner ersten Einzelausstellung in New York erstmals in die Vereinigten Staaten; sie fand in der Gallery Buchholz, geleitet von Curt Valentin, statt. Marinis Förderer Valentin starb 1954 während eines Besuchs in Marinis Haus in Forte dei Marmi. [1]

Marino Marini war Teilnehmer der documenta 1 (1955), der documenta II (1959), und auch der documenta III im Jahr 1964 in Kassel. Große Retrospektiven seines Werks waren 1962 in Zürich und 1966 in Rom zu sehen.[2]

Marino Marini starb am 6. August 1980 mit 79 Jahren in Viareggio.

Werk[Bearbeiten]

Ein erheblicher Teil seiner Werke setzt sich mit dem Thema „Pferd und Mensch“ auseinander. Marini schuf eine große Menge Plastiken (etwa die vor dem Eingang der Neuen Pinakothek in München stehende Skulptur), die er teilweise auch bemalte.

Einem breiteren Kreis ist er durch seine farbintensiven Lithografien bekannt, die in den 1960er und 1970er Jahren entstanden. Meist schuf er Zyklen (etwa „Marini from Goethe“ oder „Marini from Shakespeare“) mit einem bestimmten Motiv (etwa stehende Person mit einem oder zwei Pferden), das er farblich veränderte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marino Marini. Miracolo. Hrsg. von Cristina Steingräber in Zusammenarbeit mit Sibylle Luig. Ostfildern: Hatje Cantz, 2006. ISBN 978-3-7757-1875-2
  • Marino Marini in München. Hrsg. von Gerhard Habarta. Wien, 1984. ISBN 385016-018-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marino Marini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marino Marini, fondazionemarinomarini.it, abgerufen am 19. Februar 1913
  2. Giulio Carlo Argan: Die Kunst des 20. Jahrhunderts 1880–1940. Propyläen Kunstgeschichte Band 12. Berlin 1977, S. 310–311