Pistoia
| Pistoia | ||
|---|---|---|
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| Staat: | Italien | |
| Region: | Toskana | |
| Provinz: | Pistoia (PT) | |
| Koordinaten: | 43° 56′ N, 10° 55′ O43.93333333333310.91666666666765Koordinaten: 43° 56′ 0″ N, 10° 55′ 0″ O | |
| Höhe: | 65 m s.l.m. | |
| Fläche: | 236 km² | |
| Einwohner: | 90.263 (31. Dez. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 382 Einw./km² | |
| Stadtviertel | Vedi elenco | |
| Angrenzende Gemeinden | Agliana, Cantagallo (PO), Granaglione (BO), Lizzano in Belvedere (BO), Marliana, Montale, Piteglio, Porretta Terme (BO), Quarrata, Sambuca Pistoiese, San Marcello Pistoiese, Serravalle Pistoiese | |
| Postleitzahl: | 51100 | |
| Vorwahl: | 0573 | |
| ISTAT-Nummer: | 047014 | |
| Volksbezeichnung: | pistoiesi | |
| Schutzpatron: | San Giacomo (25. Juli) | |
| Website: | http://www.comune.pistoia.it/ | |
Pistoia ist die Hauptstadt der toskanischen Provinz Pistoia in Italien. Sie hat 90.263 Einwohner (Stand 31. Dezember 2011) und liegt 30 km von Florenz entfernt am Fluss Ombrone Pistoiese.
Heute ist Pistoia eine Industriestadt, die für Metallerzeugnisse und die größte Dichte an Baumschulen in Europa bekannt ist. Das Stadtzentrum bietet bedeutsame historische Bauwerke.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Unter dem Namen Pistorium wurde im zweiten Jahrhundert vor Christus ein römisches Oppidum gegründet, das vor allem der Versorgung der Truppen diente, die im Kampf gegen die Ligurer standen. Die Stadt wird auch von Sallust erwähnt: Er berichtet von der Schlacht im Jahr 62 v. Chr., in der der Verschwörer Catilina umkam (De coniuratione Catilinae). 406 wurde Pistorium von den Ostrogoten zerstört. Nach dem Wiederaufbau kam die Stadt unter byzantinische Oberherrschaft, um schließlich im achten Jahrhundert eine kurze Blüte unter den Langobarden zu erleben.
Im zwölften Jahrhundert war Pistoia eine unabhängige Comune mit lebhafter Wirtschaft und schneller urbaner Ausdehnung. Die zweite Stadtmauer wurde in dieser Zeit errichtet. Diese vervierfachte die ummauerte Stadtfläche gegenüber der ersten Mauer aus dem siebten bis achten Jahrhundert. Die Entwicklung der Stadt wurde dann jedoch durch die inneren Kämpfe zwischen Ghibellinen und Guelfen und die Rivalität der benachbarten Städte Florenz und Lucca behindert. Das 14. Jahrhundert war so durch zahllose Kriege geprägt, in denen Pistoia schließlich der florentinischen Macht unterlag. Die inneren Fehden wurden dadurch nicht beendet, und auch im 15. Jahrhundert hielten die Kämpfe zwischen den Familien der Panciatichi und der Cancellieri an. Mit der Gründung des Großherzogtums Toskana wurde Pistoia endgültig Teil der mediceischen Machtsphäre. Cosimo I. de' Medici ließ die dritte Stadtmauer errichten, die noch heute existiert. In der frühen Neuzeit war Pistoia politisch unbedeutend. Zu verzeichnen ist lediglich die Wahl des Pistoiesen Giulio Rospigliosi zum Papst Clemens IX. im Jahr 1667.
Mitte des 19. Jahrhundert begann Pistoia wieder zu wachsen und dehnte sich über die dritte Stadtmauer hinaus aus. Als wichtiger Standort der Metallverarbeitung seit der frühen Neuzeit ist der Stadtname in das Wort „Pistole“ eingegangen. 1927 wurde Pistoia von Benito Mussolini zur Hauptstadt der gleichnamigen Provinz erhoben.
Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen [Bearbeiten]
- der Domplatz
- die Kathedrale von San Zeno (Dom)
- die Kirche der Madonna der Demut (Chiesa della Madonna dell'Umiltà) mit der drittgrößten Kuppel Italiens
- die Kirche Sant'Andrea mit der Kanzel von Giovanni Pisano
- Ospedale del Ceppo (Krankenhaus) - Vorhalle mit Keramikbildfriesen und -tondi u.a. von Giovanni della Robbia
- ein jährliches Blues-Festival Anfang Juli mit vergangenen Größen wie B.B. King, Jerry Lee Lewis oder Chuck Berry, Konzerte auf dem Domplatz
- der Skulpturenpark Villa Celle
Partnerstädte [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Cino da Pistoia (um 1270–1336/37), Jurist und Dichter
- Francesco Bracciolini (1556–1646), Dichter
- Clemens IX. (1600–1669), Papst von 1667 bis 1669
- Atto Melani (1626–1714), Kastratensänger, Diplomat, Spion und Schriftsteller
- Giovanni Pietro Pinamonti (1632–1703), Jesuit und Schriftsteller
- Giuseppe Mariani (1681–1731), Barockbaumeister
- Francesco Manfredini (1684–1762), Komponist des Spätbarock
- Lodovico Giustini (1685–1743), Organist und Komponist
- Francesco Arcangeli (1730–1768), gilt als Mörder des Archäologen Johann Joachim Winckelmann
- Giuseppe Gherardeschi (1759–1815), Komponist, Kapellmeister in der Kathedrale von Pistoia (1800–1815)
- Filippo Pacini (1812–1883), Entdecker des Choleraerregers
- Enrico Betti (1823–1892), Mathematiker und Ingenieur
- Marino Marini (1901–1980), Künstler, der sich zunächst überwiegend als Bildhauer, später auch als Grafiker betätigte
- Agenore Fabbri (1911–1998 in Savona), Bildhauer
- Mauro Bolognini (1922–2001), Filmregisseur
- Roberto Bussinello (1927–1999), Autorennfahrer
- Ardico Magnini (* 1928), Fußballspieler
- Loretto Petrucci (* 1929 ), Radrennfahrer
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
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