Pistoia

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde; für den italienischen Schauspieler und Autor siehe Nicola Pistoia.
Pistoia
Wappen
Pistoia (Italien)
Pistoia
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Pistoia (PT)
Koordinaten: 43° 56′ N, 10° 55′ O43.93333333333310.91666666666765Koordinaten: 43° 56′ 0″ N, 10° 55′ 0″ O
Höhe: 65 m s.l.m.
Fläche: 236 km²
Einwohner: 90.192 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 382 Einw./km²
Stadtviertel Vedi elenco
Angrenzende Gemeinden Agliana, Cantagallo (PO), Granaglione (BO), Lizzano in Belvedere (BO), Marliana, Montale, Piteglio, Porretta Terme (BO), Quarrata, Sambuca Pistoiese, San Marcello Pistoiese, Serravalle Pistoiese
Postleitzahl: 51100
Vorwahl: 0573
ISTAT-Nummer: 047014
Volksbezeichnung: pistoiesi
Schutzpatron: San Giacomo (25. Juli)
Website: http://www.comune.pistoia.it/

Pistoia ist die Hauptstadt der toskanischen Provinz Pistoia in Italien. Sie hat 90.192 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013) und liegt 30 km von Florenz entfernt am Fluss Ombrone Pistoiese.

Heute ist Pistoia eine Industriestadt, die für Metallerzeugnisse und die größte Dichte an Baumschulen in Europa bekannt ist. Das Stadtzentrum bietet bedeutsame historische Bauwerke.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Namen Pistorium wurde im zweiten Jahrhundert vor Christus ein römisches Oppidum gegründet, das vor allem der Versorgung der Truppen diente, die im Kampf gegen die Ligurer standen. Die Stadt wird auch von Sallust erwähnt: Er berichtet von der Schlacht im Jahr 62 v. Chr., in der der Verschwörer Catilina umkam (De coniuratione Catilinae). 406 wurde Pistorium von den Ostrogoten zerstört. Nach dem Wiederaufbau kam die Stadt unter byzantinische Oberherrschaft, um schließlich im achten Jahrhundert eine kurze Blüte unter den Langobarden zu erleben.

Domplatz

Im zwölften Jahrhundert war Pistoia eine unabhängige Comune mit lebhafter Wirtschaft und schneller urbaner Ausdehnung. Die zweite Stadtmauer wurde in dieser Zeit errichtet. Diese vervierfachte die ummauerte Stadtfläche gegenüber der ersten Mauer aus dem siebten bis achten Jahrhundert. Die Entwicklung der Stadt wurde dann jedoch durch die inneren Kämpfe zwischen Ghibellinen und Guelfen und die Rivalität der benachbarten Städte Florenz und Lucca behindert. Das 14. Jahrhundert war so durch zahllose Kriege geprägt, in denen Pistoia schließlich der florentinischen Macht unterlag. Die inneren Fehden wurden dadurch nicht beendet, und auch im 15. Jahrhundert hielten die Kämpfe zwischen den Familien der Panciatichi und der Cancellieri an. Mit der Gründung des Großherzogtums Toskana wurde Pistoia endgültig Teil der mediceischen Machtsphäre. Cosimo I. de' Medici ließ die dritte Stadtmauer errichten, die noch heute existiert. In der frühen Neuzeit war Pistoia politisch unbedeutend. Zu verzeichnen ist lediglich die Wahl des Pistoiesen Giulio Rospigliosi zum Papst Clemens IX. im Jahr 1667.

Mitte des 19. Jahrhunderts begann Pistoia wieder zu wachsen und dehnte sich über die dritte Stadtmauer hinaus aus. Als wichtiger Standort der Metallverarbeitung seit der frühen Neuzeit ist der Stadtname in das Wort „Pistole“ eingegangen. 1927 wurde Pistoia von Benito Mussolini zur Hauptstadt der gleichnamigen Provinz erhoben.

Baptisterium in Pistoia am Domplatz

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Ospedale del Ceppo
  • der Domplatz
  • die Kathedrale von San Zeno (Dom)
  • die Kirche der Madonna der Demut (Chiesa della Madonna dell’Umiltà) mit der drittgrößten Kuppel Italiens
  • die Kirche Sant’Andrea mit der Kanzel von Giovanni Pisano
  • das Baptisterium (Battistero) am Domplatz, 1359 durch Cellino di Nese nach den Plänen von Andrea Pisano vollendet
  • das Städtische Museum (Museo Civico) im Palazzo Comunale (Bauzeit 1294–1385)
  • Ospedale del Ceppo (Krankenhaus) - Vorhalle mit Keramikbildfriesen und -tondi u.a. von Giovanni della Robbia
  • ein jährliches Blues-Festival Anfang Juli mit vergangenen Größen wie B.B. King, Jerry Lee Lewis oder Chuck Berry, Konzerte auf dem Domplatz
  • der Skulpturenpark Villa Celle

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Natale Rauty: Storia di Pistoia. Bd. 1: Dall'alto Medioevo all'età precomunale (406-1105). Firenze 1988, ISBN 88-00-85542-3.
  • Giovanni Cherubini: Storia di Pistoia. Bd. 2: L'età del libero comune. Dall'inizio del XII alla metà del XIV secolo. Firenze 1998, ISBN 88-00-85708-6.
  • Giuliano Pinto, Francesco Neri: Storia di Pistoia. Bd. 3: Dentro lo stato Fiorentino dalla metà del XIV alla fine del XVIII secolo. Firenze 1999, ISBN 88-00-85710-8.
  • Giorgio Peracchi, Alessandro Andreini: Storia di Pistoia. Bd. 4: Nell'età delle rivoluzioni (1777–1940). Firenze 2000, ISBN 88-00-85709-4.
  • Emanuele Repetti: PISTOJA (PISTORIUM ). In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana. (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pistoia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.