Akademie der Bildenden Künste Nürnberg

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Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
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Gründung 1662
Trägerschaft staatlich
Ort Nürnberg
Bundesland Bayern
Staat Deutschland
Präsident Ottmar Hörl
Studenten 317 WS 2012/13[1]
Website www.adbk-nuernberg.de

Die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg ist eine staatliche Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Nürnberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nürnberger Akademie der bildenden Künste wurde 1662 von dem Ratsherren Joachim Nützel von Sündersbühl, dem Kupferstecher Jacob von Sandrart und dem Architekten Elias von Gedeler gegründet und ist damit die älteste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum.

1674 wurde die Akademie, nach einigen Ortswechseln, in einem Zimmer im ehemaligen Franziskanerkloster untergebracht. 1699 wurde die Akademie als reichsstädtische Institution anerkannt und unter die Aufsicht des Bauamts gestellt. Im gleichen Jahr wurde dem Kupferstecher und Astronomen Georg Christoph Eimmart die Leitung übertragen und es erfolgte der Umzug ins Katharinenkloster. Die Studienschwerpunkte waren das Aktzeichnen und das Antikenstudium. Nach dem Vorbild der Pariser Protektoratsverfassung erließ der Rat der Stadt 1704 die „Ordnung bei der Malerakademie“.

Nach dem Tod Georg Christoph Eimmarts wurde 1705 bis 1737 Johann Daniel Preissler Direktor der Akademie. Er gründete 1716 die Zeichenschule für Handwerkslehrlinge, deren Besuch kostenlos und ab 1766 für Lehrlinge des Bauhandwerks Pflicht war. In den folgenden Jahren wurde die Leitung der Akademie 1737 bis 1738 von Johann Martin Schuster, 1738 bis 1742 von Paul Decker und 1742 bis 1771 von Johann Justin Preißler übernommen. 1788 entbrannten unter der Leitung des Direktors Johann Eberhard Ihle Konflikte um die Organisation der Akademie, die öffentlich diskutiert wurden.

Nach dem Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahr 1806 wurde die Akademie eine Einrichtung des Königreichs Bayern. In den Jahren von 1813 bis 1817 wurde sie, unter der Leitung von Albert Christoph Reindel, in den Hertelshof am Paniersplatz und 1818 in die Nürnberger Burg verlegt. Von 1835 bis 1897 befand sich die Kunstgewerbeschule gemeinsam mit Teilen der städtischen Kunstsammlung in Räumlichkeiten des Landauerschen Zwölfbrüderhaus. 1897 zog die Kunstgewerbeschule in einen eigens für sie von Professor Walther entworfenen großzügigen Neorenaissancebau in der Flaschenhofstraße um.[2]

Um München als Kunststadt zu fördern, stufte der bayerische König Ludwig I. die Nürnberger Akademie zur Kunstschule herab. Der Lehrplan wurde um den Unterricht in Ölmalerei erweitert und einige Vorlesungen in Architektur gegeben; die Ausbildung von Architekten war aber nicht mehr möglich. Seitdem diente die Kunstschule als Ausbildungsinstitut für die traditionellen Nürnberger Gewerbe, vor allem für die graphischen Künste und die Porzellan- und Dosenmalerei.

Ab 1853 wurde unter der Direktion August von Kreling (1853–1874) die Kunstgewerbeschule und der Lehrplan mit großem Erfolg reformiert. Die Nürnberger Kunstgewerbeschule galt als vorbildlich für andere Institutionen in Deutschland.[3]

Aus dem Vermächtnis von Carl Haller von Hallerstein gelangten 1823 Gipsabgüsse der Aegineten in die Studiensammlung. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Schule mehrfach umbenannt: 1833 in „Kunstgewerbeschule“, 1928 in „Staatsschule für angewandte Kunst“. 1940 erfolgte unter der Leitung von Hermann Gradl die Erhebung zur „Akademie der bildenden Künste in der Stadt der Reichsparteitage“. 1943 wurde das Akademiegebäude in der Flaschenhofstraße bombardiert und die Akademie in das Deutschordensschloss Ellingen ausgelagert. Einige politisch belastete Professoren wurden nach dem Zweiten Weltkrieg suspendiert und die Akademie in „Akademie der bildenden Künste“ umbenannt.

AdBK Aula

In den Nachkriegsjahren von 1945 bis 1948 wurde Max Körner kommissarisch mit der Leitung betraut, bis Fritz Griebel zum Direktor ernannt wurde. 1954 zog die Akademie in die von Sep Ruf entworfenen Neubauten in der Bingstraße, im Waldgebiet zwischen Mögeldorf und Zerzabelshof, am Nürnberger Tiergarten ein. Die transparente Pavillonarchitektur stellt die erste denkmalgeschützte Nachkriegsarchitektur Süddeutschlands dar. Rufs Neubau, in dem Natur- und Architekturraum miteinander verschmelzen, zählt neben der Berliner Philharmonie zu den wenigen Juwelen der frühen deutschen Nachkriegsarchitektur.

Im Verhältnis zu Fächern wie Silber- und Goldschmiedekunst, Innenarchitektur, Textilkunst, angewandter Malerei und Gebrauchsgrafik hatten die freien Künste Malerei, Bildhauerei und Grafik gleiches Gewicht.

1960 wurde die Präsidialverfassung eingeführt und die formale Gleichrangigkeit mit der Münchener Akademie erzielt. Seit 1973 konnten in Nürnberg Kunsterzieherprüfungen abgehalten werden. 1985 zog die Abteilung der Kunsterziehung in das Wenzelschloss in Lauf an der Pegnitz um und bildet die Außenstelle für Lehramtstudenten. 2010 wurde vom bayerischen Landtag der Ausbau der Nürnberger Gebäude genehmigt, so dass die Akademie das Schloss 2013 als Außenstelle aufgeben konnte.[4] Der Entwurf für den Erweiterungsbau der Akademie stammt von dem Berliner Architekturbüro Hascher Jehle Architektur und wurde im April 2013 fertiggestellt.

Heftige Kritik am 2001 geäußerten Vorhaben, die Innenarchitektur-Klasse aufzugeben, resultierte in der Umwandlung des Vollstudiengangs in ein Aufbaustudium mit internationalem Abschluss.

Am 31. Mai 2005 wurde Professor Ottmar Hörl zum neuen Akademiepräsidenten gewählt. Er tritt somit die Nachfolge von Ulla Mayer und Karlheinz Lüdeking an.

Im Juli 2011 fand in der Akademie der Bildenden Künste in Vorbereitung des 350-jährigen Jubiläums des Bestehens eine Kunsthistorikertagung statt. Die Tagung „Die Akademie der Bildenden Künste in der Stadt der Reichsparteitage“ untersuchte u.a. die Verflechtung der Lehrenden der Akademie mit dem Nationalsozialistischen Regime und inwieweit künstlerische Arbeiten regimedienlich waren. Teilnehmende waren u.a. Hans Ottomeyer, Birgit Schwarz, Doris Gerstl, Thomas Heyden, Frank Matthias Kammel.[5]

2012 feiert die Akademie der Bildenden Künste ihr 350-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums widmete die Gemälde- und Skulpturensammlung der Museen der Stadt Nürnberg der Frühzeit der Nürnberger Kunstakademie eine Sonderausstellung (16. Mai bis 2. September im Stadtmuseum, es erschien dazu ein umfangreicher, wissenschaftlicher Katalog).

Mit der Ausstellungshalle und der Akademie Galerie verfügt die Akademie der Bildenden Künste sowohl über einen großzügigen Ausstellungsraum am Stammgebäude als auch über Galerieräume im Stadtzentrum Nürnbergs.

Direktoren/Präsidenten[Bearbeiten]

Studienangebot[Bearbeiten]

Fachrichtungen/Klassen[Bearbeiten]

  • Freie Kunst
  • Freie Kunst mit Schwerpunkt Malerei
  • Bildende Kunst (Bildhauerei)
  • Bildende Kunst
  • Bildhauerei
  • Freie Malerei und Kunsterziehung
  • Freie Kunst und Kunstpädagogik
  • Gold- und Silberschmieden
  • Grafik-Design/Visuelle Kommunikation
  • Kunstgeschichte
  • Freie Malerei
  • Künstlerische Konzeptionen

Aufbaustudiengänge[Bearbeiten]

  • Kunst und öffentlicher Raum
  • Architektur und Stadtforschung

Werkstätten[Bearbeiten]

  • Bronzeguss
  • Digitalwerkstatt
  • Fotografie
  • Gipsgießerei
  • Gold- und Silberschmieden
  • Lithografie und Siebdruck
  • Maltechnik
  • Medienlabor
  • Metall- und Schweißtechnik
  • Schreinerei und Modellbau
  • Tiefdruck und Radierung

Hochschulpartnerschaften[Bearbeiten]

Bekannte Studierende sowie Professorinnen und Professoren[Bearbeiten]

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  • Günter Voglsamer (1967–1984), Professor für Große Komposition und Wandmalerei; Präsident der Akademie 1975–1984

W

Z

Ehrensenatoren und Ehrenmitglieder[Bearbeiten]

Ehrensenatoren[Bearbeiten]

Ehrenmitglieder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea M. Kluxen: Die Geschichte der Kunstakademie in Nürnberg 1662–1998, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 59 (1999), 167–207.
  •  Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (online).
  • Franz Winzinger (Red.): 1662–1962, Dreihundert Jahre Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Nürnberg 1962
  • Christian Demand: Die Kunstakademie. Ein Lagebericht, in Merkur Heft 09/10 / September 2011, Seite 933.
  • Matthias Henkel, Ursula Kubach-Reutter (Hrsg.): 1662–1806. Die Frühzeit der Nürnberger Kunstakademie. Eine Ausstellung der Gemälde- und Skulpturensammlung der Museen der Stadt Nürnberg im Stadtmuseum Fembohaus, Nürnberg 2012, ISBN 978-3-940594-42-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Vgl.  Georg von Schuh: Die Stadt Nürnberg im Jubiläumsjahr 1906. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Nürnberg 1906.
  3. Kurt Pilz: Kreling, August von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 745 (Digitalisat).
  4. Wer kauft die Kaiserburg?
  5. http://www.kunsthistoriker.org/1803.html
  6. Vita Rainer Beck auf der Homepage der Hochschule für Bildende Künste Dresden, abgerufen am 7. November 2011
  7. Seite zur Person Karlheinz Lüdekings auf der Homepage der UdK Berlin, abgerufen am 7. November 2011
  8. Bericht über Ulla Mayer in den Nürnberger Nachrichten, abgerufen am 7. November 2011
  9. http://www.adbk-nuernberg.de/AAA/partnerhochschulen.htm
  10. Vgl.  Georg von Schuh: Die Stadt Nürnberg im Jubiläumsjahr 1906. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Nürnberg 1906.
  11. Vgl.  Georg von Schuh: Die Stadt Nürnberg im Jubiläumsjahr 1906. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Nürnberg 1906.

49.44602777777811.136472222222Koordinaten: 49° 26′ 46″ N, 11° 8′ 11″ O