Marktdaten

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Die Bedeutung des zusammengesetzten Nomens „Marktdaten“ erschließt sich aus der Etymologie der beiden Wortbestandteile „Markt“ und „Daten“. Der Markt (von lat. mercatus ‚Handel‘, zu merx ‚Ware‘) ist der Ort, wo Waren gehandelt werden, oder allgemeiner das geregelte Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage nach Waren, Dienstleistungen und Rechten. Daten (Plural von „Datum“; von lat. dare = geben, datum = das Gegebene) sind Gegebenheiten oder anders ausgedrückt Informationen. Damit handelt es sich bei Marktdaten um Gegebenheiten über das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Marktdaten und die synonymen Marktinformationen sind Ergebnis der Marktforschung.

Typologie[Bearbeiten]

Die Typologie von Marktdaten lässt sich nach vielen Ansätzen durchführen:[1][2]

Beschaffung[Bearbeiten]

Marktdaten können entweder durch eine Primär- oder eine Sekundärerhebung gewonnen werden. Dabei sind die Quellen für die Beschaffung intern (im Unternehmen selbst) oder extern (Marktforschungsinstitute, Informationsbroker, statistischen Ämtern u.ä.) zu suchen. Ein Großteil dieser externen Daten wird in der Regel bei Marktforschungsinstituten bezogen. Fakten (Umsätze, Marktanteile, Kaufkraft, etc.) werden von ökoskopischen, Meinungen und Einstellung hingegen von demoskopischen Instituten erforscht und bereitgestellt.

Veredelung[Bearbeiten]

Mit Hilfe statistischer Verfahren können die Daten wie folgt bearbeitet und veredelt werden:

Dieser Teil der Marktforschung kann Teil einer reinen Auswertung (Sekundäranalyse) ohne vorangehende Primäranalyse sein. Hierbei werden die benötigten Daten oft bei Informationsbrokern eingekauft oder von statistischen Ämtern bezogen. Erst die Veredelung der Daten erlaubt i.d.R. eine Marktprognose.

Verwendung[Bearbeiten]

Marktdaten erfüllen im Sinne der Marktforschung folgende Funktionen [3]

  • Informationsfunktion: Präzisierung und Objektivierung der Sachverhalte
  • Strukturierungsfunktion: Förderung des Verständnisses für die Sachverhalte
  • Intelligenzverstärkerfunktion: Unterstützung der Unternehmensführung
  • Frühwarnfunktion: Frühzeitiges Erkennen und Bewerten von Risiken
  • Innovationsfunktion: Aufdeckung und Antizipation von Chancen

Im Sinne der Marktforschung werden sie für folgende Zwecke genutzt:

Kartellrechtliche Relevanz[Bearbeiten]

Marktinformationssysteme, wie etwa Verbandsstatisken oder Preismeldestellen, können aufgrund ihrer potentiell wettbewerbbeschränkenden Wirkung dem Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen des § 1 GWB unterliegen. Dies ist natürlich der Fall, wenn solche Informationssysteme nur geschaffen (oder genutzt) werden, um Kartellabsprachen zu überwachen. Aber auch selbstständige Marktinformationssysteme können, da sie unter Umständen den Geheimwettbewerb aufheben, kartellrechtswidrig sein.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Bruhn: Marketing. Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Auflage, GWV Fachverlage, Wiesbaden, 2007, ISBN 978-3-8349-0352-5
  • Gilbert A. Churchill Jr.: Marketing Research. Methodological Foundations. 6. Auflage, Dryden, Fort Worth (Texas, USA) [u.a.] 1995, ISBN 0-03-098366-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Uwe Kamenz: Marktforschung. Einführung mit Fallbeispielen. Aufgaben und Lösungen. 2. Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2001, ISBN 3-7910-1809-4, S. 7
  2. Sylvia Nickel: Desk Research. Marktinformationen erschließen – Internetrecherche – Suchmethodik und Auskunftswerkzeuge. Cornelsen, Berlin 2004, ISBN 3-589-23521-7, S. 15
  3. Sylvia Nickel: Desk Research. Marktinformationen erschließen. Internetrecherche. Suchmethodik und Auskunftswerkzeuge, Cornelsen, Berlin, 2004, S. 9
  4. Immenga/Mestmäcker/Zimmer, GWB. 3. Aufl. 2001. § 1 GWB Rn. 390 ff.