Marolterode

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marolterode
Marolterode
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marolterode hervorgehoben
51.23083333333310.680555555556278Koordinaten: 51° 14′ N, 10° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schlotheim
Höhe: 278 m ü. NHN
Fläche: 9,46 km²
Einwohner: 335 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99994
Vorwahl: 036021
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 043
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 20 a
99994 Marolterode
Bürgermeister: Joachim Haase (parteilos)
Lage der Gemeinde Marolterode im Unstrut-Hainich-Kreis
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Über dieses Bild
Kirche von Marolterode (2012)
Soldatengräber vom 8. April 1945 auf dem Kirchhof (2012)

Marolterode ist eine Gemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Schlotheim an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schlotheim hat.

Geographie[Bearbeiten]

Marolterode liegt südöstlich von Schlotheim an der Landesstraße 1027 am nordwestlichen Ausgang des Schlotheimer Grabens, der in den Heilinger Höhen im Nordwesten des Thüringer Beckens verläuft.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Ortslage von Marolterode fand man bei Ausgrabungen Funde, die bereits auf eine germanische Siedlung hinweisen. Die Ortschaft Malterode an sich wurde vermutlich erstmals um das Jahr 1288 erwähnt. Genau belegt ist diese Zahl bislang nicht. Am 27. Mai 1301 wurde Marolterode in den Besitzungen des Klosters Volkenroda erwähnt. Nach einer Urkunde aus der 2. Kalenderwoche im Juni 1305 erteilte Günther von Schwarzburg dem Kloster Volkenroda Zollfreiheit über den Ort.

Um 1580 tauchen in Schriftstücken die Bezeichnungen „Marroda“, „Maroldishausen“ oder „Maroldshausen“ für den Ort auf. Ab 1690 findet sich die Form Marolterode. Der Name deutet auf einen ehemals von Pferdezucht lebenden Ort hin, denn der Name des Ortes kommt vom Wort „Marolt“, eine Bezeichnung für Pferdebesitzer ("Mähren-Halter").

Der Ort wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. Anfangs zum Territorium der Landgrafen von Thüringen gehörend, gelangte es später an Kurfürst Moritz von Sachsen, dann an Graf Heise von Lutterberg sowie schließlich in den Besitz des Klosters in Schlotheim. 1753 war Marolterode, auch Marode genannt, ein Siedlungsort der ambulanten Tagelöhner, Pfannenflicker, Besenbinder, Scherenschleifer, Keßler und Musikanten. Er wird öfters als starkes Durchgangsgebiet der Krummfingers-Balthasar Räuberbande beschrieben. Das Bandenmitglied, gemeldeter Hanns Georg Koch, genannt Zippelfleisch wohne in Marode. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Langensalza und nach seiner Abtretung an Preußen von 1816 bis 1944 zum Landkreis Langensalza in der Provinz Sachsen.

Am 6./8. April 1945 wurden US-Panzer im Ort von deutschen Sturmgeschützen unter Feuer genommen. Es entwickelte sich ein stundenlanger, verlustreicher Kampf. Zwanzig deutsche Gefallene vom 8. April wurden am Abend von den Dorfbewohnern geborgen und später in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Kirchhof beigesetzt. Während der Kampfhandlungen befand sich die Bevölkerung für mehrere Tage evakuiert in Schlotheim.[2]

1959 stand Marolterode wegen eines durch Blitzschlag ausgelösten Brandes bei einer Gasprobebohrung kurz vor einer Evakuierung.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Marolterode besteht aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren, die alle einer Freien Wählervereinigung angehören. (Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Joachim Haase wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Als Zeugnisse eines derben Volkshumors bildeten sich bereits vor Jahrhunderten Besonderheiten des jeweiligen Dorfes charakterisierende Neck- und Spitznamen heraus. Demnach lebten hier im Ort die Pasebinger - Besenbinder - auch Kulbesköppe, Maröder und Roller - als Ableitung vom Ortsnamen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Jürgen Möller:Der Kampf um Nordthüringen im April 1945. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010. S. 38-39 und 94. ISBN 978-3-86777-212-9
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
  4. Rolf Aulepp: Spitznamen der Orte und ihrer Bewohner im Kreise Mühlhausen. In: Eichsfelder Heimathefte, Heft 1, Heiligenstadt 1987, S. 78-83.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marolterode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien