Martin Blumner

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Martin Blumner

Martin Blumner (* 21. November 1827 in Fürstenberg/Havel; † 16. November 1901 in Berlin; vollständiger Name: Martin Traugott Wilhelm Blumner) war ein deutscher Komponist, Dirigent und Musiktheoretiker. Er war der ältere Bruder des Berliner Pianisten und Komponisten Sigismund Blumner.

Leben[Bearbeiten]

Martin Blumner wurde als Sohn des aus Dresden stammenden praktischen Arztes und Distriktsphysikus Julius Rudolph Blumner (1795-1857) in Fürstenberg/Havel (damals zu Mecklenburg-Strelitz gehörend) geboren. Er besuchte das Gymnasium Carolinum in Neustrelitz und bestand Ostern 1845 das Abitur. Bereits in früher Jugend erhielt er neben seiner Schulausbildung in Neustrelitz Musikunterricht bei Konzertmeister Göpfert. Später studierte er in Berlin Theologie, Philosophie sowie Naturwissenschaften.

Erst sein Beitritt zur Sing-Akademie zu Berlin gab den entscheidenden Ausschlag, eine musikalische Laufbahn einzuschlagen. Ab 1827 begann er daher ein Studium der Komposition und des Kontrapunkts bei Siegfried Dehn sowie Elsler und Gustav Wilhelm Teschner im Gesang. In diese Zeit fallen erste Kompositionen. Am 8. November 1853 wurde er zum Vizedirektor der Singakademie unter der Direktion Eduard Grells ernannt. Im Jahre 1876 trat er dessen Nachfolge als Direktor der Sing-Akademie an.

Darüber hinaus bekleidete er noch weitere Ämter und Funktionen. So war er ab 1875 Mitglied der Berliner Königlichen Akademie der Künste, übernahm im Jahre 1885 den Vorsitz der musikalischen Sektion dieser Akademie, erhielt eine Professur und wurde Anfang der 1890er Jahre zum Leiter der Meisterklasse für Komposition ernannt. Im Rahmen dieser Funktion setzte er einen hohen Stellenwert auf die Pflege der Werke Johann Sebastian Bachs. Weiterhin engagierte er sich für Aufführungen der Werke Händels und Haydns. Darüber hinaus setzte er sich in seiner Funktion dafür ein, dass die Werke von Komponisten wie Friedrich Kiel, Albert Becker und Georg Vierling aufgeführt wurden, die zu den „Berliner Akademikern“ gezählt wurden.

Das kompositorische Schaffen Blumners umfasste Kantaten, Motetten, Oratorien, Kompositionen für Chöre sowie geistliche und weltliche Vokalwerke.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Sing-Akademie zu Berlin verfasste er das Buch Geschichte der Sing-Akademie zu Berlin. Eine Festgabe zur Säcularfeier am 24. Mai 1891, erschienen, Berlin, bei Horn & Raasch, 1891, 256 Seiten, im Original schöner, goldgeprägter Leinwand-Band. Mit einer Photogravure des Gründers der Sing-Akademie, Carl Friedrich Christian Fasch nach einer Radierung von Johann Gottfried Schadow.

Das Grab von Martin Blumner

Unter seiner Mitwirkung wurde 1900 die Neue Bachgesellschaft gegründet. Im selben Jahr trat er krankheitsbedingt vom Amt des Direktors der Singakademie zurück und verstarb 1901 wenige Tage vor seinem 74. Geburtstag in Berlin. Sein Nachfolger als Direktor der Sing-Akademie wurde der Komponist und Dirigent Georg Schumann.

Blumes Grab befindet sich auf dem Dreifaltigkeitskirchhof I in Berlin-Kreuzberg (Feld 1). Der Grabstein trägt ein bronzenes Relieftondo mit seinem Porträt, geschaffen von Fritz Schaper.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Kantaten[Bearbeiten]

  • Columbus (1852)
  • In Zeit und Ewigkeit op. 38

Motette[Bearbeiten]

  • Die auf der Erde wallen (1853)

Oratorien[Bearbeiten]

  • Abraham op. 8
  • Der Fall Jerusalems op. 30, Edition Bote & G. Bock, Berlin & Posen

Weitere[Bearbeiten]

  • Lobgesang Mariä
  • Königspsalm op. 35
  • Psalm 96
  • Psalm 90
  • Ruhe sanft

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]