Neue Bachgesellschaft

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Neue Bachgesellschaft e.V.
(NBG)
Zweck: Förderung der Musik von Johann Sebastian Bach
Vorsitz: Martin Petzoldt
Gründungsdatum: 1900
Mitgliederzahl: 3.145 (31. Dez. 2008)
Sitz: Leipzig
Website: www.neue-bachgesellschaft.de

Die Neue Bachgesellschaft (NBG) ist ein am 27. Januar 1900 in Leipzig gegründeter eingetragener Verein mit internationaler Mitgliedschaft zur Pflege, Verbreitung und der wissenschaftlichen Erschließung der Musik Johann Sebastian Bachs. Der Verein verwirklicht seine Zwecke insbesondere durch jährliche Bachfeste, die Herausgabe des Bach-Jahrbuchs, durch sein Museum Bachhaus Eisenach, durch seine Bachakademien in Osteuropa sowie durch die von ihm errichtete Johann Sebastian Bach-Stiftung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die NBG ist die ideelle Nachfolgerin der Bach-Gesellschaft, die 1850 u.a. von Robert Schumann, Franz Liszt, Otto Jahn, Ignaz Moscheles, Carl von Winterfeld, Louis Spohr, Siegfried Wilhelm Dehn, Carl Ferdinand Becker und Moritz Hauptmann mit dem Ziel der Veröffentlichung sämtlicher Werke von Johann Sebastian Bach, der Bach-Gesamtausgabe, gegründet worden war. Nachdem deren letzter Band 1899 vorgelegt worden war, löste sich die Bach-Gesellschaft satzungsgemäß in ihrer Sitzung am 27. Januar 1900 auf.

Im Abschlussbericht des letzten Bandes der Bach-Gesamtausgabe betonte Herausgeber Hermann Kretzschmar, dass es nicht genüge, die Werke alter Meister in kritischen Neuausgaben vorzulegen, sondern dass ihre Musik auch praktisch verbreitet werden müsse, und forderte die Gründung einer neuen Gesellschaft mit diesem Zweck. In der gleichen Versammlung am 27. Januar 1900 konstituierte sich daraufhin aus den anwesenden Mitgliedern der Bach-Gesellschaft, darunter (neben Hermann Kretzschmar) der Inhaber des Verlags Breitkopf & Härtel Oskar von Hase, weiter Martin Blumner, Siegfried Ochs, Joseph Joachim, Franz Wüllner und Thomaskantor Gustav Schreck, die Neue Bachgesellschaft.[1]

Die Neue Bachgesellschaft ist wie die Goethe-Gesellschaft einer der wenigen kaiserzeitlichen Bürgervereine, die ohne Unterbrechung bis heute fortbestehen. Der von radikalen Mitgliedern auf dem 21. Bachfest in Bremen 1934 geforderten Eingliederung in eine NS-Kulturorganisation entging sie durch eine taktische Satzungsänderung, welche die Mitwirkungsbefugnisse ihrer Mitglieder beschnitt.[2] In der Zeit der deutschen Teilung bestand sie ungeteilt fort, jedoch ab dem 25. Juni 1962 mit paritätischer Ost-West-Besetzung der Leitungspositionen. Mitgliederversammlungen fanden auf Bachfesten statt, die jährlich abwechselnd in der der Bundesrepublik und der DDR abgehalten wurden.[3]

In der Zeit der Unsicherheit über den Fortbestand der NBG gründete sich im Jahr 1946 unter der Ehrenpräsidentschaft des NBG-Mitglieds Albert Schweitzer die Internationale Bachgesellschaft mit Sitz in Schaffhausen.[4]

Die amerikanische Mitgliedschaft der NBG spaltete sich im Hinblick auf die politischen Schwierigkeiten in Deutschland im Jahr 1972 von der NBG ab und begründete die American Bach Society.[5]

NBG-Vorsitzende seit 1900:

Den Leitungsgremien der NBG gehörten in ihrer Geschichte unter anderem die folgenden Personen an (alphabetisch, mit Dauer ihrer Tätigkeit für die NBG):[6] Eugen d'Albert (1900–1907), Walter Blankenburg (1951–1986), Martin Blumner (1900–1902), Ferruccio Busoni (1900–1924), Georg von Dadelsen (1962–1997), Alfred Dürr (1951–1996), Martin Flämig (1974–1990), Wilhelm Furtwängler (1927–1949), Wilibald Gurlitt (1951–1963), Diethard Hellmann (1976–1999), Joseph Joachim (1900–1907), Hermann Kretzschmar (1900–1924),Gustav Mahler (1900–1911), Christhard Mahrenholz (1933–1980), Henri Marteau (1910–1921), Erhard Mauersberger (1959–1982), Rudolf Mauersberger (1937–1970), Werner Neumann (1961–1981), Siegfried Ochs (1900–1929), Günther Ramin (1927–1956), Max Reger (1907–1910), Wolfgang Rehm (1962–1974), Hans-Joachim Rotzsch (1972–1991), Arnold Schering (1907–1941), Gustav Schreck (1900–1918), Albert Schweitzer (1927–1951), Georg Schumann (1900–1952), Max Seiffert (1930–1948), Julius Smend (1902–1930), Oskar Söhngen (1951–1982), Friedrich Spitta (1900–1907), Fritz Steinbach (1900–1916), Julius Stockhausen (1900–1906), Karl Straube (1907–1950), Kurt Thomas (1934–1961), Helmut Walcha (1955–1962), Felix Weingartner (1900–1921), Christoph Wolff (1981–2012), Franz Wüllner (1900–1902).

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Die NBG ist heute eine internationale Vereinigung mit 3.145 Mitgliedern (Stand: 31. Dezember 2008)[7] Erster Vorsitzender ist der Theologe und Prediger an der Thomaskirche Martin Petzoldt (Leipzig), zweiter Vorsitzender ist der Kreuzkantor Roderich Kreile (Dresden). Vereinssitz ist das Haus der Kirche in der Burgstr. 1–5 (Am Thomaskirchhof), Leipzig. Die Mitgliederversammlungen finden auf den jährlichen Bachfesten der Gesellschaft statt.

Bachfeste[Bearbeiten]

Am bekanntesten ist die NBG durch ihre regelmäßigen Bachfeste an wechselnden Orten in Deutschland, gelegentlich auch im europäischen Ausland. Die (erstmalige) Veranstaltung regelmäßiger Bachfeste war der originelle Einfall des Gründungsmitglieds der NBG Hermann Kretzschmar, der hierzu durch die mehrtägigen Bachfeste in London (1895) und zur Einweihung des Eisenacher Bach-Denkmals (1884) angeregt worden war.[8] Er forderte, auf Bachfesten der NBG unbekannt gebliebene Werke Bachs vorzustellen und schwebende Fragen zu Bachs Werk und ihrer Aufführung zu diskutieren. Diese Bachfeste sollten zum „Mittel- und Sammelpunkt für alle Verehrer Bachs“ werden.[9]

Die Bachfeste der NBG fanden zunächst etwa alle zwei Jahre, später jährlich statt. Einen Popularisierungsschub brachte das Reichsbachfest, das 1935 zu Bachs 250. Geburtstag in Leipzig (dort unter Mitwirkung der NBG), gleichzeitig jedoch auch in anderen Städten in Deutschland das Jahr über gefeiert wurde und dessen Veranstaltungen auch über Radio verbreitet wurden.[10] Während in den Anfangsjahren jeweils ein Komitee der NBG die Organisation und diese die Finanzierung übernahm, beschränkt sich heute die Rolle der NBG auf die ideelle Patenschaft für lokal getragene und organisierte Veranstaltungen von etwa 5- bis 14-tägiger Dauer, sofern diese den Richtlinien der Gesellschaft genügen. Die 'wandernden' Bachfeste der NBG regten die Entstehung lokaler Bachfest-Traditionen an, wozu etwa die Bachwoche Ansbach (seit 1947), die Würzburger Bachtage (seit 1969) und das Bachfest Leipzig (jährlich seit 1999) gehören.

Seit ihrer Gründung fanden die Bachfeste der NBG an folgenden Orten statt bzw. sind dort in Planung (k = sog. 'kleines Bachfest' von verkürzter Dauer):[11]

1. 1901 Berlin 17. 1929 Leipzig 37. 1961 Essen 57. 1982 Würzburg 77. 2002 Greifswald
2. 1904 Leipzig 18. 1930 Kiel 38. 1962 Leipzig 58. 1983 Graz 78. 2003 Frankfurt (Oder)
3. 1907 Eisenach 19. 1932 Heidelberg 39. 1964 Weimar 59. 1984 Kassel 79. 2004 Hamburg
4. 1908 Chemnitz 20. 1933 Köln 40. 1965 Hamburg 60. 1985 Leipzig 80. 2005 Leipzig
5. 1910 Duisburg 21. 1934 Bremen 41. 1966 Leipzig 61. 1986 Duisburg 81. 2006 Aschaffenburg
k. 1911 Eisenach 22. 1935 Leipzig 42. 1967 Wuppertal 62. 1987 Prag 82. 2007 Freiberg (Sachsen)[12]
6. 1912 Breslau 23. 1936 Königsberg (Pr.) 43. 1968 Dresden 63. 1988 Strasbourg 83. 2008 Salzburg
k. 1913 Eisenach 24. 1937 Magdeburg 44. 1969 Heidelberg 64.1989 Leipzig 84. 2009 Mühlhausen (Thür.) [13]
7. 1914 Wien 25. 1938 Leipzig 45. 1970 Leipzig 65. 1990 München 85. 2010 Leipzig
k. 1917 Eisenach 26. 1939 Bremen 46. 1971 Bremen 66. 1991 Berlin 86. 2011 Wetzlar
8. 1920 Leipzig 27. 1950 Leipzig 47. 1972 Leipzig 67. 1992 Braunschweig 87. 2012 Görlitz
9. 1921 Hamburg 28. 1951 Bremen 48. 1973 Nürnberg 68. 1993 Bremen 88. 2013 Detmold[14]
10. 1922 Breslau 29. 1952 Lübeck 49. 1974 Frankfurt (Oder) 69. 1994 Leipzig 89. 2014 Weimar
11. 1923 Leipzig 30. 1953 Leipzig 50. 1975 Leipzig 70. 1995 Rostock 90. 2015 Leipzig
12. 1924 Stuttgart 31. 1954 Ansbach 51. 1976 Berlin (West) 71. 1996 Freiburg i.Br. 91. 2016 Dresden
13. 1925 Essen 32. 1955 Leipzig 52. 1977 Schwerin 72. 1997 Frankfurt a.M. 92. 2017 Ansbach
k. 1925 Köthen 33. 1956 Lüneburg 53. 1978 Marburg 73. 1998 Köthen 93. 2018 Tübingen
14. 1926 Berlin 34. 1957 Eisenach 54. 1979 Bratislava 74. 1999 Köln
15. 1927 München 35. 1958 Stuttgart 55. 1980 Mainz 75. 2000 Leipzig
16. 1928 Kassel 36. 1959 Mühlhausen (Thür.) 56. 1981 Leipzig 76. 2001 Eisenach

Bach-Jahrbuch[Bearbeiten]

Die Herausgabe des Bach-Jahrbuchs ist neben den Bachfesten ein weiteres in ihrer Satzung festgeschriebenes Projekt der NBG.[15] Seit seinem erstmaligen Erscheinen im Jahr 1904 entwickelte es sich unter der Herausgeberschaft von Bach-Forschern wie Arnold Schering, Alfred Dürr, Hans-Joachim Schulze, Christoph Wolff und Peter Wollny zu einem der angesehensten Periodika der internationalen Bach-Forschung.[16]

Bachhaus Eisenach[Bearbeiten]

Das Bachhaus Eisenach und seine Sammlungen gehören seit 1907 zu den in ihrer Satzung festgeschriebenen Projekten der NBG.[17] Nachdem 1902 die alte Thomasschule in Leipzig abgerissen worden war und in Eisenach der Verkauf und der Abriss des Hauses Frauenplan 21 drohte, welches damals für das Geburtshaus Johann Sebastian Bachs gehalten wurde, richtete Siegfried Ochs auf dem 2. Bachfest der NBG in Leipzig 1904 den Appell an die Mitglieder, sich für einen Ankauf des Hauses einzusetzen und hierin ein Bach-Museum einzurichten. Nach dem Eingang des Erlöses aus Benefizkonzerten etwa von Joseph Joachim und Georg Schumann sowie von Spenden etwa von Kaiser Wilhelm II., den Leipziger Musikverlagen Breitkopf & Härtel und C.F. Peters und zahlreichen Privatpersonen, konnte am 15. Mai 1905 der Kaufvertrag unterschrieben werden. Am 27. Mai 1907 wurde das Bachhaus Eisenach als erstes Museum für Johann Sebastian Bach eröffnet.[18]

Zunächst wurde das Bachhaus unmittelbar von der NBG betrieben und fungierte als deren zweite Geschäftsstelle neben dem Leipziger Vereinssitz. Auf politischen Druck wurde der Betrieb des Bachhauses ab 1972 bis zum Ende der DDR durch den Rat des Wartburgstadt übernommen (unter Wahrung des Eigentums der NBG). Seit dem 5. Juli 2001 erfolgt der Betrieb des Bachhauses durch die Bachhaus Eisenach gemeinnützige GmbH, deren Alleingesellschafterin die NBG ist.[19]

Das Bachhaus Eisenach wurde mehrfach baulich erweitert, zuletzt im Jahr 2007. Heute ist es mit ca. 60.000 Besuchern jährlich nach dem Beethovenhaus in Bonn das besucherstärkste Musikermuseum in Deutschland und zeigt auf 600 m² etwa 250 Originalobjekte zum Leben und Werk Johann Sebastian Bachs.[20]

Bachakademie der NBG in Osteuropa[Bearbeiten]

Die NBG veranstaltet in unregelmäßigen Abständen die Bachakademie der NBG in Osteuropa. Auf dieser sollen junge osteuropäische Musiker mit Werken Bachs und entsprechender Aufführungspraxis vertraut gemacht werden. Sie fand mit fachlicher Unterstützung ihrer Mitglieder und finanzieller Unterstützung u.a. des Goethe-Instituts und der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik (MBM) von 1990 bis 1998 sieben Mal in Cluj-Napoca (Rumänien) und von 2004 bis 2009 drei Mal in Donezk (Ukraine) statt.[21] Als Folge der Bach-Akademien in Rumänien gründete sich am 5. April 1998 unter Schirmherrschaft der NBG die rumänische Bachgesellschaft Societatea Bach mit Sitz in Bukarest.[22] Die Bachakademien in Donezk werden veranstaltet in Kooperation mit der Bachgesellschaft der Ukraine mit Sitz in Donezk, welche Mitglied der NBG ist.[23]

Johann Sebastian Bach-Stiftung[Bearbeiten]

Am 20. Mai 2011 errichtete die NBG in Leipzig die Johann Sebastian Bach-Stiftung und stattete sie mit einem Grundstock von 60.000 Euro aus. Stiftungsvorsitzender ist der NBG-Vorsitzende Martin Petzoldt, Mitglieder im Stiftungskuratorium sind unter anderem Ludwig Güttler und der langjährige Intendant der Internationalen Bachakademie Stuttgart Andreas Keller. Ziel der Stiftung ist die Unterstützung der NBG bei ihren Projekten, und besonders die Unterstützung junger Musiker. Aus dem frei verfügbaren Stiftungskapital stellte die Johann Sebastian Bach-Stiftung im Juli 2012 für den Ersten Preis des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs im Fach Orgel ein Preisgeld von 10.000 Euro zur Verfügung. Weitere Anliegen der Johann Sebastian Bach-Stiftung sind die Förderung und Unterstützung von Nachwuchssängerinnen und -sängern und die Unterstützung der Sammlungen des Bachhauses Eisenach.[24]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft. Beiträge zu ihrer Geschichte. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2000. ISBN 3-374-01927-7
  • Neue Bachgesellschaft e.V.: Mitteilungsblatt. 1976 (1) – . ISSN 1015-1877

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. zur Geschichte des Vereins Rudolf Eller: „Die Neue Bachgesellschaft – Kontinuität und Wandlungen“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 9–47.
  2. Siehe Jörg Hansen / Gerald Vogt: Blut und Geist – Bach, Mendelssohn und ihre Musik im Dritten Reich. Bachhaus, Eisenach 2009. ISBN 978-3-932257-06-3, S. 18. Vgl. zu den Ereignissen auf dem Bremer Bachfest weiter Maria Hübner: „Die verhinderte Rede des Hans Franck 1934“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 91–99.
  3. Hierzu und zur Ermöglichung des Reiseverkehrs für NBG-Mitglieder siehe Lars Klingenberg: „Die NBG in der Zeit der deutschen Teilung“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 101–113.
  4. Vgl. Diethard Hellmann: „Neue Bachgesellschaft und Internationale Bach-Gesellschaft“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 131–133: „Das Verhältnis Neue Bachgesellschaft und Internationale Bach-Gesellschaft war nicht immer spannungsfrei (…). Wenngleich die Neue Bachgesellschaft nunmehr ihren einzigen Sitz wieder in Leipzig hat, ist die Existenz der Internationalen Bach-Gesellschaft, wenn auch zunächst gegründet aus zeitbedingter Notwendigkeit, auch nach über fünfzig Jahren ihres Bestehens nicht 'überflüssig' geworden.“ (S. 132–133).
  5. Siehe hierzu History of the American Bach Society, zuletzt abgerufen am 25. September 2012
  6. Für eine vollständige Auflistung siehe „Die Leitungsgremien der Neuen Bachgesellschaft“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 139–146.
  7. Neue Bachgesellschaft e.V.: Mitteilungsblatt Nr. 65 (Winter 2009/2010), S. 9.
  8. Siehe den Abschlussbericht zur Bach-Gesamtausgabe von Hermann Kretzschmar: Die Bach-Gesellschaft. Bericht im Auftrage des Directoriums, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1899, S. 46: „Heute liegt das weitere Schicksal eines grossen Theils Bach'scher Kunst bei der Einsicht und bei dem Eifer ihrer speciellen Freunde; immer noch bei einer Minderheit. Da bietet sich nun als die beste Form, einstweilen das Fehlende nachzuholen, die praktische Wirkung der Bachausgabe zu ergänzen und zu vervollständigen: die Einrichtung regelmässiger Bachfeste. Solche Feste zeigt die bisherige Geschichte der Bach'schen Werke selbst beim zweihundertjährigen Geburtstag des Meisters nur als Ausnahmen und in bescheidener Anlage. In grösserem Stil sind sie nur in London (1895) und bei der Einweihung des Bachdenkmals in Eisenach (1884) versucht worden. (…) Eisenach, die Vaterstadt Bach's, Leipzig, wo er gewirkt, Berlin, Frankfurt, Breslau, wo die Bachbewegung ihren Ausgang genommen hat, wären die Orte für solche Feste. Unser Schlusswort ist die Bitte und der Rath: der alten Bachgesellschaft, die hiermit ihre Thätigkeit abschliesst, eine neue folgen zu lassen, die da, wo noch Lücken sind, die Arbeit der Vorgängerin in die Praxis überführt und den Werken Bach's eine lebendige Zukunft sichert!'“
  9. Zur Entstehung der Bachfeste vgl. Rudolf Eller: „Die Neue Bachgesellschaft – Kontinuität und Wandlungen“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 9–47 (11–12).
  10. Hierzu Rudolf Eller: „Die Neue Bachgesellschaft – Kontinuität und Wandlungen“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 9–47 (22–23). Weiter Ingeborg Allihn: „'Verwurzelung in deutscher Stammesart' – Das Reichs-Bach-Fest 1935“, in: Hans-Joachim Schulze / Ulrich Leisinger / Peter Wollny (Hrsg.): Bach unter den Diktaturen 1933 –1945 und 1945 –1989, Bach-Archiv Leipzig: Leipziger Beiträge zur Bach-Forschung 1, Olms, Hildesheim 1995 , ISBN 3-487-09974-8, S. 199–209. Weiter Elfie Rembold: „Die Geburt der 'deutschen Volksseele' aus dem Geiste deutscher Barockmusik – Das Reichsbachfest in der Musikstadt Leipzig 1935“, in: Adelheid von Saldern (Hrsg.), Inszenierter Stolz, Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-515-08300-3, S. 115–146. Schließlich Jörg Hansen, Gerald Vogt: Blut und Geist – Bach, Mendelssohn und ihre Musik im Dritten Reich. Bachhaus, Eisenach 2009. ISBN 978-3-932257-06-3, S. 14–17.
  11. Für die Vergangenheit siehe die Übersicht „Die Bach-Feste der Neuen Bachgesellschaft“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 135–137. Für die Planungen siehe Homepage der Neuen Bachgesellschaft, abgerufen am 26. September 2012.
  12. Vgl. Website des 82. Bachfestes in Freiberg 2007, abgerufen am 26. September 2012.
  13. Vgl. 84. Bachfest 2009 der neuen Bachgesellschaft, abgerufen am 26. September 2012.
  14. Vgl. Bachfest 2013 Detmold abgerufen am 26. September 2012.
  15. Vgl. § 5 der Satzung: Die Veröffentlichungen der NBG sollen umfassen: das Bach-Jahrbuch (…). Satzungstext entnommen der Homepage der Neuen Bachgesellschaft, abgerufen am 26. September 2012.
  16. Vgl. zu der Geschichte des Bach-Jahrbuchs Christoph Wolff: „Das Bach-Jahrbuch“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 59–63.
  17. Vgl. die in Neue Bachgesellschaft: Drittes deutsches Bach-Fest zur Einweihung von Johann Sebastian Bachs Geburtshaus als Bach-Museum, Fest- und Programmbuch, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1907, S. 8–11 abgedruckte Satzung der Neuen Bachgesellschaft, § 6: „Die Neue Bachgesellschaft erwirbt und erhält das Geburtshaus Johann Sebastian Bachs in Eisenach und gründet in diesem Bach-Hause ein Museum, das Alles, was Johann Sebastian Bach und sein Lebenswerk angeht, sammelt und bewahrt.“ Heute lautet § 6 Abs. 1 der Satzung der NBG: „Das Bachhaus in Eisenach ist Eigentum der NBG. Es ist unveräußerlich.“ entnommen der Homepage der Neuen Bachgesellschaft, abgerufen am 26. September 2012.
  18. Vgl. zu der Sammlung der Mittel Neue Bachgesellschaft: Drittes deutsches Bach-Fest zur Einweihung von Johann Sebastian Bachs Geburtshaus als Bach-Museum, Fest- und Programmbuch, Breitkopf & Härtel, Leipzig, 1907, S. 45–50. Vgl. weiter zur Geschichte der Museumsgründung Claus Oefner: „Das Bachhaus Eisenach 1907–2000“, in: Rudolf Eller (Hrsg.): 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, S. 67–74.
  19. Vgl. zur Geschichte des Betriebs des Bachhauses Jörg Hansen: 10 Jahre Bachhaus Eisenach gGmbH. Ein Erfahrungsbericht, in: Thüringer Museumshefte. 20, 2011, 1, S. 48–61.
  20. Siehe Eintrag Bachhaus Eisenach mit den dortigen Einzelnachweisen.
  21. Vgl. Neue Bachgesellschaft e.V.: Mitteilungsblatt Nr. 65 (Winter 2009/2010), S. 11.
  22. Neue Bachgesellschaft e.V.: Mitteilungsblatt Nr. 43 (Dezember 1998), S. 11.
  23. Neue Bachgesellschaft e.V.: Mitteilungsblatt Nr. 49 (Winter 2001) S. 8–9, sowie Mitteilungsblatt Nr. 54 (Sommer 2004) S. 6–11.
  24. Vgl. Pressemitteilung der NBG vom 24. April 2012 unter Homepage der Neuen Bachgesellschaft, abgedruckt in Neue Bachgesellschaft e.V.: Mitteilungsblatt Nr. 70 (Sommer 2012), S. 14, außerdem Bach-Stiftung gibt 10.000 Euro für Preisträger des Orgelwettbewerbs, abgerufen am 26. September 2012.