Medion

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MEDION AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006605009
Gründung 1983
Sitz Essen, Deutschland
Leitung Gerd Brachmann, Vorstandsvorsitzender
Rudolf Stützle, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 1.007[1]
Umsatz 1,277 Mrd. EUR[1]
Branche Informationstechnik und Elektronik
Website www.medion.de
Stand: 31. März 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014
Lenovo-Medion-Campus in Essen-Kray
CRT-Monitor der Marke Medion. Hersteller ist unter anderem Acer.
Netbook der Marke Medion

Die Medion AG (eigene Schreibweise: MEDION) ist ein in Essen ansässiges Unternehmen, das elektronische Konsumartikel (insbesondere Computer und Notebooks) konzipiert, zusammenstellt oder vertreibt. Firmensitz ist die ehemalige Gustav-Heinemann-Kaserne in Essen-Kray. Der chinesische Konzern Lenovo kaufte im Juli 2011 61 % der Medion-Aktien.[2] Im Oktober 2012 erhöhte Lenovo seinen Anteil durch den Ankauf aller restlichen Optionsaktien auf 79,8 %.[3] Aktuell hält Lenovo einen Anteil von 87,5 %. Davor war es seit der Auflösung von Fujitsu Siemens Computers und bis zur Übernahme durch Lenovo der größte eigenständige deutsche und europäische Computerhersteller.

Firmenprofil[Bearbeiten]

Medion hat Niederlassungen in Mülheim an der Ruhr, Oberursel (Taunus), Essen, Plochingen (Sitz der insolventen 4MBO International Electronic AG, deren Vermögensgegenstände Medion nach der Insolvenz im März 2004 übernahm) und dem europäischen Ausland sowie Hongkong, USA und Australien, wobei mangels Erfolg ein vorübergehender Rückzug aus dem amerikanischen Markt stattfand. Im Dezember 2013 wagte man jedoch einen Neustart.[4] Medion beliefert vornehmlich große Handelsketten wie zum Beispiel Aldi/Hofer, Lidl, Real, Tchibo, Media Markt, Karstadt und Marktkauf. In der Schweiz werden Produkte über die Ladenkette Interdiscount, eine Tochterfirma von Coop, und die Landi vertrieben.

Die Produktpalette beinhaltet PC- und Multimediaprodukte (wie Personalcomputer, Notebooks, LCD-Bildschirme, Scanner, Drucker und Software), Unterhaltungselektronik (wie Fernseher, LCD- und Plasmabildschirme, DVD-Player und -Recorder, Festplattenrecorder) sowie Kommunikationstechnik (wie SAT-Systeme, Decoder, Telefone, Faxgeräte und Anrufbeantworter). Alle Produkte sind an der Modellnummer MD**** (ältere auch mit LT****) als Medion-Produkte zu identifizieren. Im Discountbereich verwendet Medion auch die Marke Lifetec.[5]

Der Fokus liegt auf Computer, Notebooks, Navigationssysteme, Smartphones und TV-Geräte. Produkte für Handelspartner werden nach dem Build-to-Order-Prinzip vertrieben.

Seit 2005 besitzt Medion eine eigene Mobilfunk-Marke mit dem Namen Medionmobile. Diese bietet in Kooperation mit E-Plus in den deutschen Aldi-Filialen den Discount-Prepaid-Tarif Aldi Talk an.

Im Dezember 2011 vertrieb Medion den ersten Tablet-PC in Kooperation mit Olivetti. Nachdem Medion bereits mehrere Medionmobile-Handys vertrieben hatte, brachte das Unternehmen Anfang 2012 in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen ZTE das erste eigene Smartphone auf Basis des Betriebssystems Android auf den Markt.

Seit Ende April 2014 vertreibt Medion UHD-Fernseher.

Zusätzlich bietet Medion über Windows Essentials von Microsoft den Freemail-Service MedionMail an. Mit diesem Service kann man alle bekannten Outlook-Funktionen unter der Bezeichnung „Medion-Konto“ nutzen; die E-Mail-Domain lautet dann medionmail.com.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1983 als „Brachmann & Linnemann OHG“ gegründet und 1985 in „Medion, Brachmann & Linnemann OHG“ umfirmiert. Das Unternehmen ging am 2. Oktober 1998 an die Börse. Bis zum Jahre 2004 verzeichnete die Firma kräftige Umsatzsteigerungen, die in einigen Jahren im zweistelligen Prozent-Bereich lagen. Danach hat jedoch auch Medion die allgemeine Konsumflaute sowie die Abhängigkeit von wenigen großen Handelsketten als Kunden, z. B. Aldi, zu spüren bekommen. Dies hatte sich deutlich auf den Gewinn ausgewirkt und wurde auf der Hauptversammlung am 12. Mai 2005 konkret mit Zahlen untermauert. Auch für das Jahr 2006 wurden schlechte Ergebnisse bekanntgegeben, und zum ersten Mal in der Firmengeschichte wurde ein Handelsjahr mit Verlusten abgeschlossen.[6]

Der am 29. März 2008 veröffentlichte Jahresbericht für 2007 wies jedoch bei leicht gestiegenem Umsatz wieder einen Jahresüberschuss aus. So erwirtschaftete Medion 2007 wieder schwarze Zahlen und konnte einen Jahresüberschuss von 20 Millionen Euro verbuchen. Das EBIT betrug 29,55 Millionen Euro. Der Umsatz stieg damit um 3,4 % auf 1,66 Milliarden Euro.[7]

Anfang Juni 2011 wurde angekündigt, dass der chinesische Elektronikkonzern Lenovo das Unternehmen für einen Betrag von insgesamt 629 Millionen Euro übernehmen wolle. Den Aktionären wurden 13 Euro je Aktie in bar angeboten. Der bisherige Mehrheitsaktionär, Vorstandsvorsitzender Gerd Brachmann, machte vom Angebot größtenteils Gebrauch. Er gab 17,75 Millionen Aktien für rund 230 Millionen Euro ab.[8] Im Juli 2011 verfügte Lenovo über mehr als 75 Prozent der Aktien von Medion.[9]

Eigentümerstruktur[Bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
87,54 % Lenovo Germany Holding GmbH
10,26 % Paul Singer
2,20 % Streubesitz

Stand: 27. Juli 2014[10]

Medion als Sponsor[Bearbeiten]

Medion-Werbung in der Formel 1 (Force India, 2009)

Medion tritt häufig als Sponsor von Sportvereinen oder Sportlern auf. So wurde bei der Tour de France das Team Bianchi – in dem auch Jan Ullrich fuhr – von Medion gesponsert. Seit der Saison 2006/07 war Medion Premiumpartner des FC Bayern München. Medion ist Nebensponsor von Rot-Weiss Essen. Seit einigen Jahren tritt Medion auch im E-Sport als Sponsor auf und unterstützte beispielsweise die Electronic Sports League, mousesports und aktuell SK Gaming. In der Formel 1 tritt Medion als privater Sponsor von Adrian Sutil auf.

Kritik[Bearbeiten]

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel Online vom 21. April 2008 soll im Callcenter AMS in Essen, das zum Elektronikkonzern Medion gehört, etlichen Mitarbeitern gekündigt worden sein, weil sie sich gegen eine geplante Überwachung am Arbeitsplatz gewehrt haben.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Medion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2013/2014 (PDF; 1,8 MB)
  2. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Lenovo-uebernimmt-Mehrheit-an-Medion-1288769.html
  3. http://www.chinatechnews.com/2012/10/11/16682-lenovo-to-buy-additional-medion-stake-for-eur115-million
  4. Überraschung: Medion bietet wieder Tablet-PCs in den USA an
  5. http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/1137138/DE
  6. Geschäftsbericht 2006 (PDF; 1,2 MB)
  7. Geschäftsbericht 2007 (PDF; 1,4 MB)
  8. Augsburger Allgemeine vom 3. Juni 2011: Aldi-PCs in chinesischer Hand
  9. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Lenovo-uebernimmt-Mehrheit-an-Medion-1288769.html
  10. Comdirect: Firmenportrait
  11. Spiegel Online: „Aldi-Zulieferer feuert renitente Mitarbeiter“

51.4584257.059256Koordinaten: 51° 27′ 30″ N, 7° 3′ 33″ O