Meißenisch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Meißenisch

Gesprochen in

Sachsen
Linguistische
Klassifikation

Das Meiß(e)nische ist eine Dialektgruppe des Thüringisch-Obersächsischen.

Charakter[Bearbeiten]

Sie weist neben allen typischen Ausspracheformen desselben folgende Eigenarten auf: Palatalisierung des Konsonanten „k“ ist nicht so stark, wie beispielsweise bei den westlicher wohnenden Sprechern.

Typisch meißenisch in sprachlicher Hinsicht ist die Verwendung der Partikeln …, nicht wahr und …, nicht wahr, nicht? in fragender Form. Von der Aussprache her wird diese Floskel soweit zusammengezogen, dass es wie … norr oder norr ni? klingt. Auffällig ist außerdem die Benutzung der, aus dem Sorbischen entlehnten, Wörter nu (vom slawischen ano) für ja und né für nein.

Typisch ist die allen Sprechern eigene Intonation (abhängig von Satzbau und Satzinhalt), die bei einzelnen Sprechern bis in die Stufe des Hochsprachlichen zu verfolgen ist. Begünstigend ist hierbei, dass die deutsche Sprache nicht in allen Fällen Aussprachenormen besitzt.

Meißenisch ist vermutlich bereits ein Mesolekt, denn der Auflösungssprozess der meißenischen Basilekte, also die Herausbildung einer Verkehrs- und Umgangssprache, fand bereits um 1500 am Ende des Mittelhochdeutschen und dem Beginn des Neuhochdeutschen statt.

Meißenisch gilt in der Wahrnehmung von Deutschsprachigen außerhalb des Sprachraums vielfach als „Sächsisch“ schlechthin und wird mit jedem Bewohner Sachsens und sogar der ehemaligen DDR identifiziert. Dabei werden regionale Unterschiede innerhalb des Thüringisch-Obersächsischen und innerhalb des Freistaats außer Acht gelassen.

Die Meißner Kanzleisprache diente Martin Luther als Grundlage seiner Bibelübersetzung und hat also wesentlich zur Herausbildung der neuhochdeutschen Schriftsprache beigetragen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Meißenisch wird in dem Raum Oschatz, Großenhain, Radeberg, Sebnitz entlang der tschechischen Grenze bis Freiberg und Rochlitz gesprochen. Name und Verbreitungsgebiet entsprechen etwa der Mark Meißen.

Dialekte[Bearbeiten]

Als Dialektgruppe unterteilt sich das Meißenische in fünf Dialekte.

Eine Sonderstellung innerhalb der Meißenischen Dialektgebiete nimmt der Großstadt-Dialekt in Dresden ein. Die Dialekte westlich von Frankenberg müssen schon dem Ostthüringischen zugerechnet werden, wobei es im Chemnitzer und Zwickauer Umland Interferenzen mit dem Vorerzgebirgischen und Vorvogtländischen gibt.

Quelle[Bearbeiten]