Oschatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Oschatz, der Politiker gleichen Namens findet sich unter Georg-Berndt Oschatz und die Künstlerin gleichen Namens unter Julia Oschatz.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oschatz
Oschatz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oschatz hervorgehoben
51.297513.108611111111120Koordinaten: 51° 18′ N, 13° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Höhe: 120 m ü. NHN
Fläche: 55,31 km²
Einwohner: 14.733 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04758
Vorwahl: 03435
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 230
Adresse der
Stadtverwaltung:
Neumarkt 1
04758 Oschatz
Webpräsenz: www.stadt-oschatz.de
Oberbürgermeister: Andreas Kretschmar (parteilos)
Lage der Stadt Oschatz im Landkreis Nordsachsen
Arzberg Bad Düben Beilrode Belgern-Schildau Cavertitz Dahlen Delitzsch Doberschütz Dommitzsch Dreiheide Eilenburg Elsnig Großtreben-Zwethau Jesewitz Krostitz Laußig Liebschützberg Löbnitz Mockrehna Mockrehna Mügeln Naundorf Wiedemar Oschatz Rackwitz Belgern-Schildau Schkeuditz Schönwölkau Mügeln Taucha Torgau Trossin Wermsdorf Wiedemar Torgau Zschepplin WiedemarKarte
Über dieses Bild

Oschatz [ˈoːʃats] ist eine sächsische Große Kreisstadt, nennt sich „die Stadt im Herzen von Sachsen“ und liegt etwa 55 km östlich von Leipzig an der Bahnstrecke Leipzig–Dresden.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Oschatz

Durch Oschatz fließt die Döllnitz, die als linker Nebenfluss etwa 15 km weiter östlich bei Riesa in die Elbe mündet. Oschatz liegt in einem waldreichen Gebiet mit dem Wermsdorfer Forst und dem Collmberg sowie der Dahlener Heide. Umliegende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn: Liebschützberg, Strehla, Riesa, Stauchitz, Naundorf, Wermsdorf und Dahlen.

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Oschatz beträgt 8,6 °C,[2] der jährliche Niederschlag 570 Millimeter.[3]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Oschatz gliedert sich neben dem Hauptort in folgende 14 Ortsteile:

  • Kleinforst
  • Altoschatz
  • Fliegerhorst
  • Leuben
  • Limbach (mit Haida)
  • Lonnewitz
  • Mannschatz
  • Merkwitz
  • Rechau
  • Schmorkau
  • Striesa
  • Thalheim (mit Saalhausen und Kreischa)
  • Zöschau
  • Zschöllau

Geschichte[Bearbeiten]

Oschatz um 1830
Rathaus Oschatz 1838
Ansicht um 1850

Ersterwähnung bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadt ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Von der einstigen sorbischen und frühdeutschen Burgwardanlage in Altoschatz ging der Ortsname Oscec (= Ozzec = Verhau) hervor. 1200 wird ein Johannes de Ozzetz erwähnt, jedoch ist die Zuweisung zu Oschatz unsicher. Die sichere Ersterwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1238, hier wird Ozzechz in einer Urkunde des Markgrafen Heinrich III. von Meißen genannt. Die älteste im Stadtarchiv befindliche Urkunde, ein Indulgenzbrief des Bischofs Conrad von Meißen, ist auf 1246 datiert. Im Jahr 1344 wird die Bürgerwehr Die Geharnischten durch den Städtebund Oschatz, Torgau und Grimma erstmals erwähnt, seit 1365 ist auch ein Schulmeister überliefert. Eine „Vestung“ wird in Oschatz 1377 erstgenannt, es wird ein Stadtwachturm auf dem Gebiet des heutigen Museums errichtet. 1394 wird der Stadt das Marktrecht zugesprochen.

Nach dieser Zeit des Wohlstands folgte die Stadtplünderung durch die Hussiten. Die Stadt wird verwüstet und gebrandschatzt. Im Jahr 1451 besaß Oschatz das Meilenrecht, dies kann aus einem Innungsbrief der Schuhmacher belegt werden. Am Neumarkt wird 1477 ein erstes Rathaus errichtet. 1478 schließlich erwirbt die Stadt die eigene Gerichtsbarkeit vom Landesherren. Das heute noch bestehende Rathaus wird in den Jahren von 1538 bis 1546 erbaut. Während der Reformation wird Oschatz wie viele umliegende Städte protestantisch. Heute befinden sich Briefe von Luther, Melanchthon und Justus Jonas dem Älteren im Ratsarchiv. Um 1566 fordert die Pest unter 3000 Einwohnern in der Stadt 900 Tote. Oschatz war 1583 von Hexenverfolgung betroffen. Leonhard Sihra geriet in einen Zaubererprozess und wurde erhängt.[4] 1616 ereignet sich der erste Stadtbrand, der 440 Häuser und Scheunen vernichtete. Es blieben lediglich 24 Häuser innerhalb der Stadtmauern unversehrt. Im Jahr 1626 ist Oschatz mit 3500 Einwohnern siebtgrößte Stadt in Sachsen. In den Jahren von 1631 bis 1648 wird die Stadt im Zuge des dreißigjährigen Krieges mehrere Male geplündert, Bürger werden einquartiert oder kontributiert. Eine zweite Pestwelle fordert noch einmal etwa 2000 Opfer. Bis 1650 ist die Einwohnerzahl auf 1700 gefallen. Bei einer dritten und letzten Pest sterben zwischen 1680 und 1682 noch einmal 658 Menschen, davon 231 Kinder.

Im Jahr 1683 wird eine Poststation eingerichtet, der folgen 1724 steinerne Kursächsische Postmeilensäulen, die heute nicht mehr vorhanden sind. Während des Siebenjährigen Krieges treffen die Parteien unter anderem bei der Schlacht bei Oschatz zusammen. 1769 wird die Schulpflicht für Kinder von fünf bis vierzehn Jahren in Oschatz eingeführt.

19. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten]

1801 wird mit dem „Oschatzer Erzähler“ die erste Zeitung der Stadt herausgegeben. Während der Napoleonischen Herrschaft 1806–1813 gibt es Truppenbewegungen durch die Stadt. Im April 1813 verweilt Johann Wolfgang von Goethe im Gasthof „Löwe“. 1818 wird Oschatz Garnisonsstadt des sächsischen Schützenbataillons. Mit der Fertigstellung des Bahnhofes „Zschöllau / Oschatz“ 1838 bekommt die Stadt Anschluss an die noch im Bau befindliche erste deutsche Ferneisenbahn, die Leipzig-Dresdner Eisenbahn, die schließlich 1839 fertiggestellt wird. 1842 zerstört ein zweiter Stadtbrand 375 Gebäude. Im Jahr 1867 wird Oschatz Garnisonsstadt für das 1. Ulanenregiment in der 1. Königlich Sächsischen Division. 1875 wird aus dem Gerichtsamt die Amtshauptmannschaft Oschatz gebildet. 1885 beginnt der Bau der Schmalspurbahnstrecke nach Mügeln, 1891 wird die Schmalspurstrecke nach Strehla fertiggestellt. Das erste städtische Krankenhaus wird 1895 am Stadtpark errichtet.

Am 1. Juli 1934 wird der Ort Zschöllau eingemeindet. Ein Jahr später werden der Oschatzer Fliegerhorst gebaut und eine Wehrkreisremonteschule gebildet. Während des Zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945 kam es zu keinen großen Kriegszerstörungen.

Vom Februar 1941 bis April 1945 befand sich in der Oschatzer Lutherstraße die Hauptverwaltung des Kriegsgefangenenlagers Stalag IV G der deutschen Wehrmacht. Von hier aus wurden Zehntausende von Kriegsgefangenen zur Zwangsarbeit im näheren und auch weiteren Umkreis verteilt.[5][6]

Am 26. April 1945 wird Oschatz kampflos an die Alliierten übergeben. Am 5. Mai werden diese durch sowjetische Truppen abgelöst. Weitere Eingemeindungen erfolgten am 1. Juli 1950 mit Altoschatz und Ortsteilen sowie mit Striesa. Oschatz wird 1952 Kreisstadt des aus der Amtshauptmannschaft gebildeten Kreises Oschatz, der im Bezirk Leipzig liegt. 1976 beginnt der DDR-Wohnungsbau in Oschatz-West in Plattenbauweise und dauert bis 1987 an. Im Jahr 1973 werden Merkwitz, Lonnewitz (mit Rechau und Zöschau, letzteres wurde am 1. Juli 1950 nach Lonnewitz eingemeindet), Schmorkau (mit Mannschatz, seit 1. Juli 1950 nach Schmorchau eingegliedert) und Thalheim (mit Saalhausen, seit 1. Januar 1936 nach Thalheim eingegliedert und Kreischa) nach Oschatz eingemeindet. Sie hat 1979 insgesamt 18.804 Einwohner. Die 750-Jahr-Feier der Ersterwähnung 1238 findet 1988 statt.

Nach der Wende wird 1990 der erste Stadtrat frei gewählt. Oschatz hat nun 19.392 Einwohner. Am 1. Januar 1994 werden als letzte Ortsteile Limbach mit Ortsteil Leuben eingemeindet. Mit der Bildung des Landkreises Torgau-Oschatz verliert die Stadt den Kreissitz nach Torgau und wird 1997 Große Kreisstadt. 2000 wird 800-jähriges Ortsjubiläum gefeiert. In den Jahren von 2000 bis 2005 werden Neu- und Altmarkt sowie das Rathaus rekonstruiert. 2006 richtete Oschatz die vierte sächsische Landesgartenschau aus. 2010 errang die Stadt Silber beim Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“.

Geschichte des Ortsnamens[Bearbeiten]

„Oschatz, Oschitz, Ossatz, lat. Oschatium, Ositium, eine Stadt und Amt im Marggrafthum und Krayse Meissen, zwischen Meissen und Wurzen, an der Dölnitz oder Döltzsch, so bey Strehlen in die Elbe kommt. Der Name ist slavisch, und soll so viel, als Ost= oder Morgen=Licht bedeuten. So wird auch in einigen alten monumentis gefunden, als ob es etwan 1048 von dem Kayser Heinrichen III unter dem Namen Ostzech, nebst Leißnig und Strehla dem Stifft Zeitz einverleibet worden, und im Pago Dalemenca gelegen sey; wie denn nicht weit von Oschatz das alte Städtlein Dalen oder Dahlen liegt, dessen Name eine Reliquie des gedachten Pagi zu seyn scheinet. Der Landgraff Friedrich mit dem Bisse von Thüringen und Marggraff zu Meissen, hat dieses Oschatz in besonderen Ehren gehalten, und gleichsam seinen Schatz zu nennen pflegen; wie er denn ein Franciscanerkloster allda gestifftet, ein Archidiaconat des Stifts Meissen, nebst 6 Canonicis dahin verleget, und auf einem Schlosse vor der Stadt davon noch Merckmahle übrig, öffters sein Vergnügen gehabt haben soll. Herzog George von Sachsen hat vorgehabt, ein Collegiat=Stifft hieher zu legen, hat auch zu Erbauung der Kirchen, Rathhauses und anderer Gebäude viel beygetragen. Sonst sollen die Hußiten übel daselbst gehauset haben. Im Jahre 1616 ist die Stadt fast gar abgebrannt, und ob sie sich zwar wieder in etwas erholet, ward sie doch 1632 von den Kayserlichen, und 1637 von den Schwedischen ausgeplündert, und das letzte Mal zugleich abgebrannt. Die Stadt ist Schrifftsäßig, und hat der Rath die Gerichte daselbst Pachtweise.“

Der Sage nach suchte der Kaiser nach einem Namen für die Stadt an der Döllnitz und fragte seine Frau: „Wie soll ich diese Stadt nur nennen?“ Darauf soll seine Frau geantwortet haben: „Oh Schatz …“.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[8]
Wahlbeteiligung: 43,7 % (2004: 42,2 %)
 %
40
30
20
10
0
35,6 %
22,2 %
17,6 %
8,0 %
6,2 %
5,7 %
4,7 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-3,8 %p
+18,3 %p
-1,6 %p
-5,3 %p
+6,2 %p
+0,8 %p
+0,9 %p
-15,6 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:

Partei CDU LINKE FWO GRÜNE FDP SPD NPD Gesamt
Sitze 10 5 2 1 6 1 1 26

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Die Große Kreisstadt Oschatz führt laut Hauptsatzung vom 1. Januar 2002 ein Wappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel. (1) Das Wappen zeigt auf gelbem Grund einen stehend schwarzen Löwen und 3 rote Sterne. Es handelt sich hierbei offensichtlich um eine Variante des Meißner Löwen. (2) Als Flagge führt die Große Kreisstadt Oschatz die Farben Schwarz/Gelb in Längsbahnen. Es kann auf dieser Flagge auch das Wappen angebracht sein. (3) Ihr Siegel trägt Namen und Wappen der Stadt. Unter dieser Satzung gedruckt, beurkundet es seine Form.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Aegidien
Landesgartenschau 2006
Brunnen von 1589 auf dem Neumarkt in Oschatz / Sachsen
Das Oschatzer Wappentier, der Löwe, auf dem Brunnen (auf dem Neumarkt) von Oschatz / Sachsen

Wander- und Radwege führen durch den Oschatzer Stadtwald, am Wüsten Schloss Osterland (1211/1212) vorbei zum Collmberg (312 m) und Wermsdorfer Wald. Auch eine Fahrt in die nahegelegene (8 km) Dahlener Heide ist erholsam. Die Döllnitzbahn ist eine Schmalspurbahn und verkehrt auf der Strecke Oschatz – MügelnKemmlitz/Glossen (im Volkswitz „Wilder Robert“ oder „Mügeln – Mutzschen – Mailand – Rom“). Sie betreibt noch regulären Personenverkehr, wird z. B. für die Schülerbeförderung eingesetzt. Die Spurweite beträgt 750 mm, Höchstgeschwindigkeit 30 km/h, Gesamtlänge der Strecke etwa 17 km, schöne Fahrt durch wechselnde Landschaft.

In der Oschatzer Innenstadt gibt es das Rathaus mit prächtigem Renaissancegiebel. Es wurde 1842 nach dem großen Stadtbrand unter Leitung des berühmten Dresdner Baumeisters Gottfried Semper wieder aufgebaut. Die St.-Aegidien-Kirche mit zwei 75 m hohen Türmen ist nach dem Stadtbrand 1842 von Carl Alexander Heideloff nach neuen Plänen von 1846 bis 1849 wiederaufgebaut worden; die Türmerwohnung war bis 1970 von der Familie Quietzsch bewohnt und kann besichtigt werden. Eines der ältesten Gebäude der Stadt ist die mittelalterliche Klosterkirche, das einzige erhalten gebliebene Bauwerk des ehemaligen Franziskanerklosters. Gegenüber befindet sich die Elisabeth-Kapelle mit ihrer interessanten Freskenmalerei. Das Vogtshaus Oschatz, das um 1180 als Vogtshaus errichtet wurde, gilt heute als ältester Profanbau in Mitteldeutschland. Zudem gibt es Reste der alten Stadtmauer mit Wehrgang und zwei Wachtürmen, die Amtsfronfeste und Ratsfronfeste sind Zeugen des mittelalterlichen Oschatz. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Marktbrunnen von 1589.

Am ehem. Brüdertor (Leipziger Platz) befindet sich eine Nachbildung der Kursächsischen Postdistanzsäule von 1724 und am ehem. Altoschatzer Tor steht eine Nachbildung eines Königlich-sächsischen Stationssteines (Original im Garten des benachbarten Stadt- und Waagenmuseums an der ehem. Stadtmauer) aus der Zeit um 1860.

In Oschatz gibt es zwei Museen, das Stadtmuseum mit einer Folterkammer aus dem Jahre 1574 sowie einer Handschrift des Sachsenspiegels aus dem Jahre 1382 und das Waagenmuseum.

In der Oschatzer Umgebung befinden sich die Schlösser Osterland (Wüstes Schloss zwischen Oschatz und Lampersdorf) und Leuben, das 1720 auf den Grundmauern einer früheren Wasserburg errichtet wurde.

Vom 22. April bis 8. Oktober 2006 fand im Stadtpark die sächsische Landesgartenschau statt. Eine Besonderheit ist eine 8,60 Meter lange und 2,50 Meter breite Brücke aus Textilbeton. Sie ist die erste dieser Bauart weltweit und wurde an der TU Dresden entwickelt.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Ehrenmal im Stadtpark für die Opfer des Faschismus mit einer zusätzlichen Erinnerungstafel für französische Widerstandskämpfer, die 1984 angebracht wurde
  • Grabstätten und Gedenkstein auf dem Friedhof seitlich der Kapelle für 19 weibliche, überwiegend jüdische KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch von einem der Außenlager des KZ Buchenwald im April 1945 ums Leben kamen
  • Auf dem gleichen Friedhof befindet sich die Grabstätte des Widerstandskämpfers Erich Vogel
  • Gedenkstein an der Ecke Leipziger Platz/Friedrich-Naumann-Promenade zur Erinnerung an den Zwischenaufenthalt des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, bevor dieser in das Zuchthaus Bautzen überführt wurde
  • Gedenktafel am Haus Strehlaer Straße 5, gleichfalls Thälmann gewidmet, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Oschatz hat eine Autobahnanbindung an die Bundesautobahn 14 über die Ausfahrten Mutzschen, Leisnig oder Döbeln-Nord. Die Bundesstraße 6 führt durch die Stadt und die Bundesstraße 169 führt wenige Kilometer an Oschatz vorbei und dient der regionalen Anbindung an die A14 sowie die Städte Döbeln (Richtung Chemnitz) und Riesa (Richtung Cottbus). Im Schienenverkehr hat Oschatz Anschluss an die Bahnstrecke Leipzig–Dresden und die schmalspurige Döllnitzbahn über Mügeln nach Kemmlitz/Glossen. Im Luftverkehr gibt es als Sonderlandeplatz den Flugplatz Oschatz. Der nächste große Verkehrsflughafen ist Leipzig/Halle.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größere ortsansässige Unternehmen sind das Betonwerk Oschatz, ein mittelständischer Fertigteilproduzent, die DOROW & Sohn KG im Bereich Großhandel Haustechnik, Stahl und Flüssiggas, der Elektrobau Oschatz, ein Hersteller von Zündeinrichtungen für Leuchtstofflampen, Frankenstolz, ein Zweigwerk eines mittelständischen Betten- und Matratzenproduzenten und die Oschatzer Fleischwaren GmbH. Des Weiteren gibt es die Oschatzer Waagen GmbH im Bereich der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Service von Schütt-, Absack- und Behälterwaagen sowie Big-Bag-Befüll- und -Entleereinrichtungen, die P-D Glasseiden GmbH Oschatz, ein Hersteller von Endlos-Glasfasern für die Kunststoffverstärkung, das Unternehmen Pharma-Ei (Mannschatz), ein Zulieferer für die Produktion von Impfseren, sowie die Tyczka Totalgaz GmbH, u. a. ein Tanklager für Autogas für Umkreis von ca. 100 Kilometern. Im Ortsteil Lonnewitz befindet sich der Fach- und Versandhandel Musikhaus Korn.

Die Collm Klinik Oschatz GmbH ist mit 210 Betten ein Krankenhaus der Regelversorgung, Träger sind der Landkreis und die Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH.

Das Geophysikalische Observatorium auf dem Collmberg ist eine Außenstelle der Universität Leipzig.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der „AcademixerJürgen Hart hat einmal die Frage, wo das reinste Sächsisch gesprochen wird, mit „Oschatz“ beantwortet, „weil sich hier die Einflüsse von Leipzig und Dresden mischen“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Schloss Leuben (1840)
Bahnhof Oschatz 2011

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Datum der Verleihung Name Geburtsjahr Sterbejahr Bemerkung
26. Februar 1839 Heinrich Karl Eichstädt 1771 1848 Altphilologe, Geheimer Hofrat in Jena
8. Januar 1842 Johann Friedrich Anders 1828 1842 Vorbild der Menschen im Jahr 1842
23. Dezember 1845 Carl Gottfried Grohmann 1784 1853 Hofsekretär und Kammerzahlmeister aus Dresden
4. Januar 1875 Ernst Wilhelm Stübel 1806 1889 Bürgermeister von 1853 bis 1874 in Oschatz
2. Oktober 1876 Gottlob Wilhelm Moritz Kopp 1815 1880 Stadtverordnetenvorsteher, Bankier, Sparkassen-Kassierer in Oschatz
27. April 1882 Dr. med. Franz Gustav Hase 1802 1885 praktischer Arzt in Oschatz
6. Juli 1888 Friedrich Wilhelm Lehmann 1814 1892 erster besoldeter Stadtrat von 1869 bis 1892 in Oschatz
19. November 1888 Gottlieb Ehrenfried Nitzsche 1813 1889 zweiter besoldeter Stadtrat von 1869 bis 1889 in Oschatz
31. Dezember 1891 Robert Carl Gadegast 1828 1907 Ökonomie- und Stadtrat, Rittergutsbesitzer
1. Oktober 1893 Dr. med. Ernst Moritz Siegert 1820 1896 Königlicher Stadtbezirksarzt in Oschatz
20. November 1893 Dr. med. h.c. Friedrich Wilhelm Bernhardt 1814 1900 Assistenz- und Stadtwundarzt
1. April 1895 Fürst Otto von Bismarck-Schönhausen 1815 1898 Reichskanzler
20. Juli 1895 Ernst Adolf Schmorl 1818 1907 Königlich Sächsischer Notar und Rechtsanwalt, Stadtrat
1. März 1909 Carl Gottfried Kutzsche 1845 1925 erster besoldeter Stadtrat 1892–1914 und stellv. Bürgermeister
29. Juni 1914 Ernst Robert Härtwig 1846 1931 Bürgermeister 1879–1914
30. Dezember 1921 Hans Julias Schmorl 1859 1940 Justizrat, Königlich Sächsischer Notar, Rechtsanwalt in Oschatz
1. Oktober 1932 Theodor Georg Schulze 1867 1943 erster besoldeter Stadtrat und Bürgermeister von 1923 bis 1932
27. Oktober 1995 Gertrud Käthe Lydia Ludwig 1905 2001 Initiatorin einer Demonstration von Oschatzern am 25. April 1945 zur kampflosen Übergabe der Stadt an die Alliierten
3. Oktober 2000 Andreas Hans Berthold Zehme 1938 Pfarrer i. R. (BVK)
5. Januar 2010 Dr. theol. Martin Kupke 1940 Superintendent des Kreises Oschatz 1986–1999, für seine Verdienste während der friedlichen Revolution im Herbst 1989
  • Quelle: „Rund um den Collm“ Ausgabe Nr.11 (217) 1995
  • Kirchbuch Oschatz 1784 Nummer 106 Carl Gottfried Grohmann
  • Kirchbuch Oschatz 1771 Nr. 63 8. August geb. getauft 11. August Heinrich Carl Abraham ein Sohn von M. Johann Abraham Eichstädt, Archidiaconi

Literatur[Bearbeiten]

  • Um Oschatz und Riesa (= Werte unserer Heimat. Band 30). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977.
  • Cornelius Gurlitt: Oschatz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 28. Heft: Amtshauptmannschaft Oschatz (II. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1905, S. 207.
  • Carl Samuel Hoffmann: Historische Beschreibung der Stadt, des Amtes und der Dioeces Oschatz in ältern und neuern Zeiten. mehrbändiges Werk, Oldecop, Oschatz 1815ff. (Digitalisat)
  • Torsten Remus: Das romanische Vogtshaus in Oschatz. in: Yves Hoffmann, Uwe Richter (Hg.): Die Frühgeschichte Freibergs im überregionalen Vergleich. Städtische Frühgeschichte – Bergbau – früher Hausbau. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2013, S. 417-432, ISBN 978-3-95462-132-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oschatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oschatz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Deutscher Wetterdienst: Mittelwerte der Temperatur in der Referenzperiode 1961–1990 nach Stationen (ZIP-Datei, 51 KB)
  3. Deutscher Wetterdienst: Mittelwerte des Niederschlags in der Referenzperiode 1961–1990 nach Stationen (ZIP-Datei, 343 KB)
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 554f.
  5. Pressespiegel, Mitteilung des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins e. V. vom 17. August 2007
  6. Stalag IV G. Bericht der Schutzmacht Schweiz zur Situation der britischen und amerikanischen Kriegsgefangenen im Stalag IV G vom 11.–16. März 1945
  7. Oschatz, Oschitz, Ossatz. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 25, Leipzig 1740, Spalte 2086.
  8. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14730230