Michele Steno

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Wappen Michele Stenos

Michele Steno (* um 1331; † 26. Dezember 1413) war von 1400 bis 1413 Doge von Venedig. Mit Steno begann die Ausdehnung des Staatsgebietes von Venedig auf das Festland, die so genannte Terraferma.

Familie[Bearbeiten]

Die Steno gehörten zu den case vecchie und waren vornehmlich als Kaufleute und Seefahrer tätig. Michele Steno war der Sohn von Giovanni Steno und Lucia Lando.

Leben[Bearbeiten]

Steno war vor seiner Wahl zum Dogen Consigliere, Admiral und Diplomat. Während seiner Amtszeit als procuratore di supra ließ er die Kapelle San Domenico in Zanipolo erbauen. Steno war verheiratet mit Marina Gallina, Nachkomme einer der tribunizischen Familien.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Die Wahl Michele Zenos in das Dogenamt wurde mehrere Monate lang mit Bällen, Umzügen und Schauspielen aller Art gefeiert.

Intitulatio des Dogen Michael Steno 1402: Michael Steno Dei gratia dux Venec(iarum) etc.

Zeno strebte die Erweiterung des venezianischen Staatsgebietes auf der Terraferma an, gehörte also zur Kriegspartei. Unterstützt wurde er in seiner Eroberungspolitik durch seinen Vertrauten und Berater, den jungen Francesco Foscari, der später einer der bedeutendsten Dogen Venedigs wurde. 1404 begann der Feldzug auf dem Festland, bei dem Padua, Verona, Vicenza, Feltre, Belluno und Bassano unterworfen wurden.

Unter Zeno wurden die Mitglieder des Senats verdoppelt und das Gericht der Auditori nuovi alle sententie, eingerichtet, die für Rechtsfälle auf der Terraferma zuständig waren. Sie kontrollierten die Verwaltungsorgane auf der Terraferma und waren mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet.

Für die repräsentative Ausgestaltung der Südfront des Dogenpalastes stiftete er das so genannte Stenofenster, nach der Inschrift im Jahre 1404, das von Brüdern dalle Masegne geschaffen wurde.

Während seines Dogats ereignete sich in Venedig eine Reihe von Naturkatastrophen, wie das außergewöhnliche Hochwasser und ein Orkan im Jahre 1410.

Grabmal[Bearbeiten]

Steno ließ schon zu seinen Lebzeiten sein Grabmonument in der Kirche Santa Marina errichten, in der er auch beigesetzt wurde. Im Zuge der napoleonischen Säkularisation der Kirche wurde sein Grabmal aus der Kirche entfernt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Florenz 1983
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen. Düsseldorf 2001


Vorgänger Amt Nachfolger
Antonio Venier Doge von Venedig
14001413
Tommaso Mocenigo