Mistral (Zug)

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Mistral


Bis in die 1960er Jahre vor dem „Mistral“ eingesetzte Lok der SNCF-Reihe 141 R mit Namensplakette des Zuges

Zuggattung:
Erste Fahrt: 14. Mai 1950
Letzte Fahrt: 26. September 1981
Ehemaliger Betreiber: SNCF
Strecke
Startbahnhof: Paris gare de Lyon
Zielbahnhof: Nizza
Technische Angaben
Rollmaterial:
  • Lok: SNCF 141 R (1952-1961)
  • Lok: BB 9200 (1961-1969)
  • Lok: CC 6500 (1969-1981)
  • Wgn: Mistral 69 (1969-1981)
Spurweite(n): 1435 mm
Stromsystem(e): 1500 V Gleichstrom
Zuglauf


Zuglauf des Mistral ab 1952

Der Mistral war ein berühmter Fernzug der SNCF, der Paris mit Marseille und Nizza verband. Er erhielt seinen Namen von dem so bezeichneten starken Wind, der aus nordwestlicher Richtung über Frankreich in den Mittelmeerraum weht. Mit einer Reisegeschwindigkeit von zuletzt 127,7 km/h galt er bis 1981 als schnellster fahrplanmäßig fahrender Zug in Europa.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Vorläuferzug Rapide Mistral wurde 1951 zwischen Paris und Marseille mit Wagen der damaligen ersten und zweiten Klasse in Dienst gestellt. 1952 wurde die Fahrstrecke bis Nizza verlängert.

Ab 1953 wurden für den Zug neuartige INOX-Wagen aus rostfreiem Stahl verwendet mit klimatisierten Wagen bei der ersten Klasse. Ausnahmen war ein Vorkriegspullmanwagen der CIWL, sowie ein entsprechender Speisewagen, die bis 1969 eingesetzt wurden - der Mistral war damit der einzige TEE, der einen Pullmanwagen mitführte. Im Zuge der europäischen Klassenreform von 1956, die nur noch zwei statt drei Wagenklassen brachte, wurde der Mistral rein erstklassig. Zum Einsatz kamen nur noch die klimatisierten Wagen ersten Klasse, die später als Mistral 56 bezeichnet wurden. [1][2] Diese Wagen wurden 1969 durch neue Personenwagen der Serie Mistral 69 ersetzt, die weitgehend der TEE-Inox-Wagenbauart PBA von 1964 entsprachen. Die bisherigen Fahrzeuge kamen im TEE-Zug Goethe Paris EstFrankfurt (Main) Hbf zum Einsatz.

TEE Mistral[Bearbeiten]

Der Zug wurde im Sommer 1965 in das Trans-Europ-Express-Netz eingegliedert. Er fuhr als TEE 1 von Paris nach Nizza und als TEE 2 in der Gegenrichtung. Zwischenhalte waren Dijon (bis Februar 1969 nur TEE 1), Lyon, Valence, Avignon, Marseille, Toulon, Saint-Raphaël, Cannes und Antibes. Der TEE 1 begann in Paris um 13:10 seine Fahrt und erreichte Nizza um 23:20, später wurde die Ankunftszeit auf 22:25 vorverlegt. Der Gegenzug nach Paris fuhr um 13:20 in Nizza ab (später 14:35) und erreichte die französische Hauptstadt um 23:25 (23:35).

Ab 1969 wurde der Zug mit den damals modernen Schnellzug-Elektrolokomotiven der Reihen BB 9300 und CC 6500 bespannt.

Mit der Einführung des TGV wurde die inzwischen als TEE 10 und TEE 11 geführte Zugverbindung im Winter 1982/1983 eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Maurice Mertens: TEE. Trans Europ Express. Alba-Verlag, Düsseldorf 1987 (Originaltitel: Les TEE - Trans Europ Express, übersetzt von Berndt von Mitzlaff), ISBN 3-87094-114-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fritz Stöckl, Die großen Eisenbahn-Routen der Welt, Hamburg 1985, S 108ff.
  2. Renzo Perret: Die Geschichte der CIWL. Die Pullman-Wagen. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1986, ISBN 3-44005-612-0