Schienenpersonenfernverkehr

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Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) ist die Beförderung von Reisenden über längere Strecken mit Eisenbahn-Zügen. Das Gegenstück für kürzere Entfernungen ist der Schienenpersonennahverkehr.

Gesetzliche Lage[Bearbeiten]

In Deutschland zieht die gesetzliche Regelung die Grenze zum Nahverkehr bei einer Reiseentfernung von 50 Kilometern und einer Reisedauer von einer Stunde. Allerdings werden auch kürzere Strecken mit Fernzügen und längere Strecken mit Nahverkehrszügen zurückgelegt. Im Gegensatz zum Nahverkehr, der über Regionalisierungsmittel und Bestellerentgelte der Länder finanziert wird, muss der Fernverkehr in der Regel eigenwirtschaftlich betrieben werden ohne Subventionierung durch die öffentliche Hand (mit wenigen Ausnahmen, zum Beispiel Anschubfinanzierungen). Das Monopol der Eisenbahnen des Bundes ist bei der Bahnreform 1994 gefallen und der SPFV steht seitdem der Konkurrenz offen. Der tatsächliche Konkurrenzanteil zu der Deutschen Bahn ist aber weiterhin sehr niedrig und lag 2010 laut Bundesnetzagentur bei unter 1 %.[1]

Fernzüge der Deutschen Bahn[Bearbeiten]

Die DB Fernverkehr, eine Tochtergesellschaft der Deutsche Bahn, setzt Fernzüge folgender Zuggattungen ein, die überwiegend im Taktfahrplan verkehren:

Darüber hinaus wurden nach der Bahnreform im deutschen Schienenpersonenfernverkehr auch einige Unternehmen aktiv, die entweder direkte Tochtergesellschaften oder internationale Kooperationen der Deutschen Bahn sind beziehungsweise waren:

Unternehmen Produktname von bis
City Night Line CNL (bis Januar 2010)
DB AutoZug (seit Januar 2010)
City Night Line (CNL) 28. Mai 1995 heute
Cisalpino Cisalpino (CIS) 1. März 1998 9. Dezember 2006
Metropolitan Express Train Metropolitan (MET) 1. August 1999 11. Dezember 2004
DB AutoZug AutoZug (AZ)
NachtZug (NZ)
UrlaubsExpress (UEx)
D-Nacht (D)
1. Januar 2002 heute
Österreichische Bundesbahnen EuroNight (EN) 2007 heute
Alleo Train à grande vitesse (TGV) 10. Juni 2007 heute

Vereinzelt gibt DB Fernverkehr außerdem bei DB Regio Interregio-Express-Züge (IRE) in Auftrag, sie sind Nachfolger oder Ersatz des Interregio (IR)

Fernzüge anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen[Bearbeiten]

Private Betreiber konnten sich trotz Öffnung des Marktes für die Konkurrenz bislang kaum auf dem Fernverkehrsmarkt etablieren. Es verkehren nur einzelne eigenwirtschaftliche Züge privater Anbieter:

Unternehmen Produktname Laufweg seit
Westrail International (bis Mai 1999)
Thalys International (seit Mai 1999)
Thalys (THA) Köln (Düsseldorf) - Brüssel - Paris 14. Dezember 1997[2]
Georg Verkehrsorganisation (GVG) Berlin-Night-Express / Skandinavia-Night-Express MalmöSassnitzBerlin Hbf 24. September 2000
Veolia Verkehr InterConnex (X) / Lausitz-Express (LX) Leipzig Hbf – Berlin Hbf – Schwerin Hbf - Rostock-Warnemünde 1. März 2002
Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt Harz-Berlin-Express (HBX) Thale/Vienenburg – MagdeburgGenthinBerlin Ostbahnhof 11. Dezember 2005
Hamburg-Köln-Express (HKX) Hamburg-Köln-Express (HKX) Köln Hbf – Hamburg Hbf 23. Juli 2012

Neben Nahverkehrszügen haben einige Länder auch vollwertige Interregio-Ersatzzüge bei Privatbahnen bestellt, welche alle mit Bistro ausgerüstet sind; aktuell ist dies der Alex, seit 9. Dezember 2007 als Nachfolger des zwischen München und Oberstdorf verkehrenden Allgäu-Express (Alex) HofRegensburgMünchenOberstdorf / Lindau

Ehemalige Fernzüge anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen[Bearbeiten]

Unternehmen Produktname Laufweg von bis
eurobahn keiner, siehe Eurobahn#Fernverkehr zwischen Köln und Bielefeld Köln HbfBielefeld Hbf 1. Dezember 2000 28. Januar 2001
Vogtlandbahn (VBG) Vogtland-Express (VX) Adorf (Vogtl)Chemnitz HbfBerlin Zoo 12. Juni 2005 30. September 2012 [3]
Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr (IGE) Mitfahrzug diverse Strecken 25. April 2008 2009
Reisezug-Verkehrsgesellschaft www.nacht-im-zug.de Stuttgart – Heilbronn – Heidelberg – Potsdam – Berlin 26. Juni 2009 6. Juli 2009 [4]

Der Flensburg-Express (Flex), der zwischen Hamburg und Flensburg verkehrte, wurde mit dem Fahrplan 2006 wieder von der Deutschen Bahn übernommen. Das österreichische Unternehmen Westbahn verkehrt seit September 2013 nur noch innerösterreichisch.

Historische Fernzugbezeichnungen[Bearbeiten]

Historische Fernzugbezeichnungen der Deutschen Bahn sind der Trans-Europ-Express, D-Zug (zeitweise auch als FD-Zug bezeichnet) und der InterRegio (IR; heutige Schreibweise: Interregio).

Vor der Bahnreform 1994 boten vereinzelt auch private Betreiber bereits alternative SPFV-Produkte mit eigenen Fahrzeugen auf deutschen Schienen an, insbesondere der Reiseveranstalter TUI von 1978 bis 1993 mit dem TUI-FerienExpress und die Lufthansa von 1982 bis 1993 mit dem Lufthansa-Airport-Express.


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Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marktuntersuchung Eisenbahnen 2011. BNetzA, 9. Dezember 2011, abgerufen am 23. Juli 2012 (pdf).
  2. bis 28. März 2012 in Kooperation mit der DB
  3. newstix.de:Vogtland-Express ab 01.10.2012 als Linienbus, Misch-Konzept Bahn - Bus zu teuer
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVgl. "Aus für den Nachtzug nach Berlin". Heilbronner Stimme, 24. Juli 2009, abgerufen am 27. Juli 2009.