Nationale Wiedergeburt Polens

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Flagge der NOP

Nationale Wiedergeburt Polens (NOP) (pol. „Narodowe Odrodzenie Polski“) ist eine rechtsextreme Partei in Polen. Sie strebt eine „nationale Revolution“ an.[1] Sie kann als klerikalfaschistische Organisation klassifiziert werden, vertritt konservativ-christliche und antisemitische Positionen.[2]

Die NOP wurde 1981 gegründet. Bis 1989 wirkte sie als illegale antikommunistische Organisation, seit 1992 ist sie als Partei offiziell registriert. In ihrer Symbolik (siehe Flagge) und ihren politischen Forderungen knüpft die NOP unmittelbar an das Nationalradikale Lager der 1930er-Jahre an. Vorsitzender der NOP ist Adam Gmurczyk. Die Organisation ist in fast allen Woiwodschaften mit regionalen Verbänden vertreten und gibt die Zeitschrift Szczerbiec (der Name des polnischen Krönungsschwerts) mit einer Auflage von bis zu 8.000 Exemplaren heraus. Diese veröffentlichte in den 1990er-Jahren einer Reihe von Artikeln, die den Holocaust leugneten, unter anderem einen Aufsatz von David Irving. Die Partei war 1997 außerdem Herausgeberin eines Buches unter dem Titel „Der Mythos vom Holocaust“.[3] Die NOP ist mit Skinhead-Gruppen und mit der neonazistischen Musikgruppe Legion verbunden.[4]

In der Wirtschaftspolitik vertritt die NOP einen „Dritten Weg“ zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Die europäische Einigung lehnt sie fundamental ab.[1]

Die NOP war auch eine der Mitbegründerparteien des Neonazi-Netzwerks International Third Position[5][6] und — mit anderen nationalistischen Bewegungen aus Deutschland, Italien, Spanien, Rumänien, Griechenland, Tschechien und der Slowakei — der Europäischen Nationalen Front (ENF). Sie verließ die ENF aber nach Konflikten mit der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) wieder.[7]

Bei der Parlamentswahl 2007 gewann die NOP 42.407 Stimmen.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Narodowe Odrodzenie Polski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Aleksandra Moroska, Anna Sroka: Extremismus in Polen. In: Extremismus in den EU-Staaten. VS Verlag, Wiesbaden 2011, S. 288.
  2. Miroslav Mareš: Rechtsextremistische Parteien in Ostdeutschland, Tschechien, Polen und Russland. In: Totalitarismus und Transformation. Defizite der Demokratiekonsolidierung in Mittel- und Osteuropa. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, S. 170.
  3. Stephen E. Atkins: Holocaust Denial as an International Movement. Praeger, Westport CT 2009, S. 138.
  4. Moroska, Sroka: Extremismus in Polen. 2011, S. 295.
  5. Tomasz Konicz: Der Zweite Weltkrieg im Geschichtsbild der polnischen Rechten. In: Die Dynamik der europäischen Rechten. Geschichte, Kontinuitäten und Wandel. VS Verlag, Wiesbaden 2011, S. 82.
  6. Cas Mudde: Politischer Extremismus und Radikalismus in Westeuropa – Typologie und Bestandsaufnahme. In: Gefährdungen der Freiheit. Extremistische Ideologien im Vergleich. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 99.
  7. Mareš: Rechtsextremistische Parteien in Ostdeutschland, Tschechien, Polen und Russland. 2009, S. 161–162.
  8. Konicz: Der Zweite Weltkrieg im Geschichtsbild der polnischen Rechten. 2011, S. 77.